Mikro-Forum

Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: peter-h in April 07, 2010, 23:09:21 NACHMITTAGS

Titel: Blitzlichtfreunde und Anwender
Beitrag von: peter-h in April 07, 2010, 23:09:21 NACHMITTAGS
Liebe Freunde der kurzen Belichtungszeiten  :)

gerade baue ich an einem Blitz für mein Olympus BH-2 Stativ. Lampenhaus nach hinten geöffnet und den Blitz dann "durch" die Halogenleuchte in den normalen Beleuchtungsstrahlengang eingebracht. D.h.: ohne Spiegel und mit allen Vorteilen der üblichen Beleuchtung.

Nun die Frage :
Welche Leitzahlen verwenden denn die bisherigen Liebhaber dieser Technik? Sind es total umgebaute Geräte?
Es soll für Dunkelfeld, Pol und DIC reichen.

Einige Antworten wären sicher auch für zukünftige "Nachbauer" interessant.

Schöne Grüße
P. Höbel
Titel: Re: Blitzlichtfreunde und Anwender
Beitrag von: Hugo Halfmann in April 07, 2010, 23:20:15 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

wenn der Blitz durch die Kamera gesteuert wird, also TTL Messung, dann würde ich eine Leitzahl >32 nehmen. Eine Reserve nach oben kann nicht schaden und wenn nur ein Teil der Energie für den einzelnen Blitz benötigt wird, hält der Akku wesentlich länger, da die nicht benötigte Ladung gespeichert wird.
Titel: Re: Blitzlichtfreunde und Anwender
Beitrag von: peter-h in April 08, 2010, 10:14:46 VORMITTAG
Kurzer Nachtrag.

Der Blitz wird in "alter Version" über den sog. X-Kontakt, bzw. Mittenkontakt der Kamera gezündet. Also keine TTL Messung und keine Rückmeldung vom Blitz.  Weiter wird der Blitz über einen Netzadapter 5 V / 2,5 A gut versorgt und so gibt es kein Energieproblem. Bisher konnte ich mit Teilleistung vom Blitz auch schon DIC Aufnahmen machen, aber mit allen Testphasen bin ich noch nicht durch.

Gruß
Peter
Titel: Re: Blitzlichtfreunde und Anwender
Beitrag von: Hugo Halfmann in April 08, 2010, 10:37:13 VORMITTAG
Willst Du die Belichtung dann nachträglich über Photoshop o.ä. korrigieren ? Das würde dann ja bedeuten, Blitzenergie oder Verschlusszeit an die jeweilige Situation anzupassen (wie früher, in der guten alten Kleinbildzeit, als es noch keine Computer gab, die fotografieren konnten und man sich auf sein Wissen und seine Erfahrung verlassen hat und damit auch meistens richtig lag).

Welche Kamera hast du denn adaptiert ?
Titel: Re: Blitzlichtfreunde und Anwender
Beitrag von: junio in April 08, 2010, 10:46:29 VORMITTAG
Hallo Herr Höbel, wenn es um das Mikroblitzen geht, fühle ich mich natürlich angesprochen!

Für den Fall, dass Sie mit einem Kollektor die Blitzröhre in der Lampenwendel abbilden, so dass Lampenwendel und Blitzröhrenbild  mit dem Leuchtenkollektor in der Aperturblendenebene abgebildet werden, halte ich einen Elektronenblitz mit der Leitzahl 30-35 für ausreichend. Der Großteil meiner Erfahrungen liegt ja noch in der Velviazeit ( 50 ASA) und die digitale Technik lässt ohne Qualitätsverlust wesentlich höhere Empfindlichkeiten zu.

Ein nicht fokussiertes Elektronenblitzlicht mit LZ 30-35 wird die lichtschluckenden Kontrastierungsverfahren nicht ausreichend bedienen und ein stärkerer Blitz wird im Wesentlichen über eine längere Blitzröhre realisiert. Davon hat der ,,Mikroblitzer" recht wenig. (Beim Doppelkollektor lag der Gewinn eines Metz 45 zum Metz 32 bei 2/3. Blendensprung.)

Beim kollektorlosen Blitz durch die Halogenlampe schließe ich nicht aus, dass sich Strukturen der Wendel aber auch der Streuscheibe abbilden.

Warum gehen Sie nicht den Weg, einen Spiegelkasten zwischen Leuchte und Mikroskop zu setzen? Ich teile Ihnen dazu gerne weitere Erfahrungen mit, soweit ich sie nicht unter http://www.nwv-hagen.de/mikroskopie%20neuig%20ueber.htm beschrieben habe.

Für die nicht so versierten Tüftler und Bastler mit feinmechanischer Werkstatt erwähne ich noch, dass ich gerne jede Hilfestellung vom Ratschlag bis zur Komplettanferigung einer Mikroblitzeinrichtung anbiete.

Herzliche Grüße von Jürgen Stahlschmidt
Titel: Re: Blitzlichtfreunde und Anwender
Beitrag von: bewie in April 08, 2010, 11:16:42 VORMITTAG
Hallo Peter,

ich verwende einen TTL-gesteuerten FL 50 (also Leitzahl 50) von Olympus, und der deckt alle Kontrastverfahren über DIC bis zum Dunkelfeld zufriedenstellend ab; Probleme gibt es allenfalls bei schwierigen Dunkelfeldobjekten. Der Blitz wird hinter der Lampe über einen teildurchlässigen Spiegel in den Beleuchtungsstrahlengang eingeschaltet, was gegenüber Deiner Konstruktion vielleicht zusätzliches Licht schluckt. Ob dies mit LZ 32 ebenso gut möglich ist, kann ich mangels Erfahrung nicht beurteilen, aber Jürgen Stahlschmidts Argument legt den Gedanken nahe, dass LZ 32 vielleicht nicht sehr viel schlechter funktioniert.

Schöne Grüße
Bernd
Titel: Re: Blitzlichtfreunde und Anwender
Beitrag von: peter-h in April 08, 2010, 20:01:11 NACHMITTAGS
Herzlichen Dank für alle Beiträge !

Also um Leitzahl 30 reicht es schon aus, ABER ich stelle fest, dass die Blitzzeit für einige Objekte VIEL zu lang ist.
Gemessen bei max. Leistung ca. 1ms , bei Teilleistung ca. 1/5000 s. Es erscheint kurz, aber ich vermute nach meinen ersten miserablen Ergebnissen, dass diese Zeit noch zu lang ist.
Nun grüble ich schon über einen totalen Neu- und Eigenbau nach, viel Arbeit  ??? und lohnt es ?

Gibt es zur Blitzzeit Erfahrungen?

Viele Grüße
Peter Höbel
Titel: Re: Blitzlichtfreunde und Anwender
Beitrag von: Klaus Dönnebrink in April 08, 2010, 20:20:53 NACHMITTAGS
Sehr geehrter Herr Höbel!
Eine hochinteressante Idee! Wollen Sie schon Bilder zeigen?
Ich selbst (auch Olympus-Nutzer) mache an folgender Idee herum:
Ringblitz, in die Mitte ein PCU-Kühler mit aufgeschraubter LED, davor eine
größere Linse, falls notwendig auch mehrere, um das Leuchtfeld der
Streuscheibe im Beleuchtungsstrahlengang anzupassen.
Das ganze wird natürlich mit dem Oly- Ringblitz ziemlich klobig, auch muß das Mikroskop
um ca. 3 cm aufgebockt werden. Aber man hat dann Durchlicht und Blitz im gleichen Fokus.
Fertig bin ich mit der Idee noch nicht,  weil ich über moderne Blitzsteuerung noch nicht
genug weiß. Die Teile liegen aber schon mal da. Ich suche noch nach einem kleineren Ringblitz.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Dönnebrink
Titel: Re: Blitzlichtfreunde und Anwender
Beitrag von: G. Helbig in April 08, 2010, 20:22:15 NACHMITTAGS
Hallo Herr Höbel,

ich verwende einen alten Cullmann DC 36. Leuchtzeitregelung über einen Poti. Die Blitzröhre habe ich (wie Sie anstreben) direkt in den Strahlengang eingebracht. Die "alte" Halogenbeleuchtung dient als Pilotlicht. Versorgt wird der Blitz über einen Netzadapter. Vor dem DIC-Umbau meines Miks hatte ich den Blitz über einen teildurchlässigen Spiegel eingeblendet. Mit DIC benötigte ich dann allerdings die volle Helligkeit des Blitzes. Bin mit dem Aufbau noch nie an die Grenze gekommen (maximales DIC-Objektiv 63x).

Viele Grüße

Gerald Helbig
Titel: Re: Blitzlichtfreunde und Anwender
Beitrag von: G. Helbig in April 08, 2010, 20:26:55 NACHMITTAGS
Hallo Herr Halfmann,
Zitat von: Hugo Halfmann in April 08, 2010, 10:37:13 VORMITTAG
Das würde dann ja bedeuten, Blitzenergie oder Verschlusszeit an die jeweilige Situation anzupassen

Genau - die Leuchtzeit wird (über den Poti) geregelt. Die Verschlusszeit bleibt immer gleich: Blitzsynchronisationszeit. Wenn man seine "Anlage" kennt benötigt man nur ein Testbild. Perfekt ist dann der RAW-Modus um im Nachhinein eine Feinabstimmung vornehmen zu können.

Viele Grüße

G. Helbig