Mikro-Forum

Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Robert Götz in Mai 04, 2010, 12:41:46 NACHMITTAGS

Titel: Immer noch Fragen zu Lomo
Beitrag von: Robert Götz in Mai 04, 2010, 12:41:46 NACHMITTAGS


Trotz der Tabelle mit den Objektivbeschriftungen in der Lomo-Infothek von Wolfgang bleiben mir zwei Rätsel:

Auf dem rechten Objektiv steht "IM". Wenn es MI wäre, würde es Ölimmersion bedeuten. Aber was bedeutet IM? (Diese Frage habe ich
vor einiger Zeit schonmal gestellt. Leider konnte sie damals niemand beantworten.)
Das linke Objektiv ist ein Spiegelobjektiv mit Ölimmersion. Vergrößerung 75:1, Apertur 1,0. Was bedeuten die Zahlen 800-1600? Für die Tubuslänge
scheinen mir die Werte zu niedrig (gibt es Tubuslängen < 1600mm ?).

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/39243_1858017.jpg)

Für Hinweise wäre ich dankbar.

Gruß
Robert Götz

Titel: Re: Immer noch Fragen zu Lomo
Beitrag von: beamish in Mai 04, 2010, 12:55:34 NACHMITTAGS
Lieber Herr Götz,

zu dem linken Objektiv kann ich diesen Link beitragen:
http://rafcamera.com/lomo-microscope-objective-115x070-uv-mirror-p-717.html

Die Zahlen geben die Wellenlängen des Lichts an, für das das Objektiv geeignet ist.
Titel: Re: Immer noch Fragen zu Lomo
Beitrag von: Robert Götz in Mai 04, 2010, 13:04:57 NACHMITTAGS

Vielen Dank für den Link, das Objektiv dort kannte ich noch nicht.
Aber Wellenlänge 800 - 1600? Kann das sein?

Gruß
Robert Götz

Titel: Re: Immer noch Fragen zu Lomo
Beitrag von: TPL in Mai 04, 2010, 14:33:45 NACHMITTAGS
Hallo Herr Götz,
alle IR-Mikroskope, die ich bisher gesehen habe, verwenden Spiegelobjektive. 800-1600 nm als nutzbare Wellenlänge wäre also plausibel.

Beim IM-Objektiv fällt der seitliche "Ausleger" mit einer Stellschraube auf, wie sie z.B. bei Interferenzobjektiven nach Mirau verwendet werden (http://www.microscopyu.com/articles/interferometry/twobeam.html, Abbildung 5). Das ist aber nur eine Vermutung...

Schönen Gruß, Thomas (TPL)
Titel: Re: Immer noch Fragen zu Lomo
Beitrag von: Robert Götz in Mai 04, 2010, 15:40:57 NACHMITTAGS

Auch für diese Hinweise vielen Dank.
Mir als Laien erschien der Wert 1600 ziemlich hoch, zumal bei dem im Lomokatalog vorgestellten Infrarotmikroskop als Obergrenze
1200nm angegeben werden.
Den Text auf der Nikonseite muss ich erst etwas sorgfältiger lesen um ihn zu begreifen. Übrigens ist auf dieser Seite auch der link links unten "Microscopy Museum" sehr interessant.

Gruß
Robert Götz
Titel: Re: Immer noch Fragen zu Lomo
Beitrag von: Klaus Herrmann in Mai 04, 2010, 19:02:43 NACHMITTAGS
Hallo Robert,

IR-Mikroskope sind oft auf der Basis eines konventionellen Lichtmikroskop für AL und DL aufgebaut. Die Probe wird erst lichtmikroskopisch untersucht und die fragliche Stelle in den Fokus gebracht, dann wird das IR-Spiegelobjektiv am Revolver eingeschwenkt und ein Durchlicht oder Reflexionsspektrum gemessen.
Man erhält im Idealfall schöne IR-Spektren, die dann interpretiert werden müssen. Da hilft dann eine ordentliche Spektrenbibliothek und ein erfahrener Spektroskopiker  ;)
Spiegelobjektiv deshalb, weil IR nicht durchs Glas geht.
Titel: Re: Immer noch Fragen zu Lomo
Beitrag von: Robert Götz in Mai 04, 2010, 20:49:10 NACHMITTAGS

ZitatSpiegelobjektiv deshalb, weil IR nicht durchs Glas geht.

Hallo Klaus,

das ist mir jetzt insofern nicht ganz klar, als dieses Objektiv eine Ölimmersion ist.
Ist es dann nicht eine Kombination von Spiegel und Linse?

Gruß
Robert

Titel: Re: Immer noch Fragen zu Lomo
Beitrag von: Werner in Mai 23, 2010, 20:03:48 NACHMITTAGS
Das Spiegelobjektiv ist für den NAHEN Infrarotbereich gemacht. Das Problem in diesem Bereich ist der Mangel an
durchlässigen Glassorten für die Beseitigung des Farbfehlers. Bei schwach vergrößernden kleinen Aperturen ist das
noch möglich, weil die Fehler klein sind. Lomo schein hier eine Frontlinse (oder Scheibe) mit Hohlspiegeln kombiniert zu haben,
um den Farbfehler in den Griff zu bekommen. Ist durch die Linse noch immersionsgeeignet.
 
Reine IR-Objektive für die Stoffanalytik müssen den Wellenlängenbereich von 2,5µm (2500nm) bis 40µm durchlassen,
dort liegen die identifizierbaren Absortionsbanden. Das sind dann gefaltete Hohlspiegelsysteme mit bis zu 80mm Durchmesser.
Die sind aber vorne offen, also nicht immersionsgeeignet. Immersionsöl wäre dort durch sein Eigenspektrum sowieso ungeeignet.
Bei dieser IR-Mikroskopie kommt es aber nicht auf die ganz genaue Abbildung an, sondern auf die Lichtmenge, die auf den
Detektor fällt, man will das Spektrum haben. Mit einstellbaren Blenden werden dann noch Nachbargebiete auf der Probe ausgeblendet,
damit nur der anvisierte Teil gemessen wird.
Die Genauigkeit der Spiegeloberflächen-Form sollte 1/10 der Wellenlänge betragen, da ist die Fertigung mit luftgelagerten
Präzisionsmaschinen gerade noch beherrschbar. Zu größeren Wellanlängen hin wird das Objektiv immer besser.

Jedenfalls sind die Teile blöde zu reinigen und zu justieren - geht aber.

Gruß - Werner
Titel: Re: Immer noch Fragen zu Lomo
Beitrag von: Robert Götz in Mai 23, 2010, 21:17:34 NACHMITTAGS

Vielen Dank für die Erklärung!

Gruß
Robert

Titel: Re: Immer noch Fragen zu Lomo
Beitrag von: Werner in Mai 25, 2010, 21:17:02 NACHMITTAGS
Ich hab´noch mehr gefunden, und zwar beim Forumsmitglied "piper"
Auf einer seiner Seiten:
http://www.luminanzkontrast.de/Verwendung_von_Spiegelobjektiv/verwendung_von_spiegelobjektiv.html

Gruß   -   Werner