Hallo,
weiss jemand, was folgende Beschriftung auf älteren 170mm-Leitz-Objektiven zu bedeueten hat?
3 Ks Apo Oel 100:1 ( Ks ist rot geschrieben )
C A 1,32
170 - 0-350 My
und
8 Ks Fl 53:1 Oel C
A 0,95
170 / 0 - 1000 My
Ich habe zudem ein Okulat mit einem "Gitter", das aussieht wie gespannte Fäden. Sind es tatsächlich gespannte Fäden?
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: Peter V. in Mai 19, 2010, 21:11:41 NACHMITTAGS3 Ks Apo Oel 100:1 ( Ks ist rot geschrieben )
C A 1,32
170 - 0-350 My
8 Ks Fl 53:1 Oel C
A 0,95
170 / 0 - 1000 My
Ich habe zudem ein Okulat mit einem "Gitter", das aussieht wie gespannte Fäden. Sind es tatsächlich gespannte Fäden?
Also Peter ::) ::)
ich dachte immer, Du liest
jedes Posting hier im Forum. Naja, das ist inzwischen wohl schon nicht mehr möglich. Mir ist der folgende Beitrag aber noch im Gedächtnis: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=5954.msg40452#msg40452 ;D ;D ;D
Die "Fadenkreuze" der Pol-Okulare bestehen tatsächlich aus gespannten Fäden (bzw. Drähten). Gerüchten zufolge wurden früher Spinnenweb-Fäden verwendet. Aber bei den Gitter, bzw. Netz-okularen ist sicher eine gravierte oder geätzte Platte eingelegt. Probier es doch einmal aus: Okuar rumdrehen, aufschrauben, reinsehen...
Schöne Grüße, Thomas
Lieber Thomas,
ich habe sogar Deinen Beitrag mit den "Filmemulsionsobjektiven" gelesen, hatte aber "Ks" nicht mehr in Erinnerung. Wieso eigentlich? Was sind "Kernspuren"?
In dem Okular sind tatsächlich Fäden ( es ist aber ein Gitter mit nur 4 Rechtecken ), und tatsächlich sehen diese aus wie - Spinnenwebfäden! War das wirklich nur ein Gerücht? Da damals die Hightech-Kunststoffe ja noch nicht existiereten, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die für diese extrem dünnen Fäden möglicherweise ein Naturprodukt genommen haben.
Was kann man denn nun mit diesen Objektiven anfangen - außer sammeln?
Herzliche Grüße
Peter
Lieber Peter,
hier http://de.wikipedia.org/wiki/Kernspuraufnahme gibt es ein bisschen zu dem Thema. Die Spuren der diversen Teilchen wurden auf Filmen aufgezeichnet. Um sie über die gesamte Dicke der Emulsion registrieren zu können brauchten diese Objektive einen großen Arbeitsabstand und ein Konstruktion, die den Brechungsindex der Gelatine (als Basis der Emulsion) mit einbezog.
Leitz hat mehrere dieser Objektive gebaut. Ich finde gerade die Broschüre nicht, aber sie müsste entweder hier http://www.science-info.net/docs/leitz/ oder hier http://microscope.database.free.fr/520.html (da ist auf jeden Fall ein Prospekt) zu finden sein.
Schönen Gruß, Thomas
Zitat von: Peter V. in Mai 19, 2010, 21:37:58 NACHMITTAGS
In dem Okular sind tatsächlich Fäden ( es ist aber ein Gitter mit nur 4 Rechtecken ), und tatsächlich sehen diese aus wie - Spinnenwebfäden! War das wirklich nur ein Gerücht? Da damals die Hightech-Kunststoffe ja noch nicht existiereten, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die für diese extrem dünnen Fäden möglicherweise ein Naturprodukt genommen haben.
Hallo,
es sind in der Tat die Flugfäden einiger Kleinspinnen (z.B. der Baldachinspinne), die sich durch ihre Geometrie und ihres geringen Durchmessers hervorragend für Fadenkreuzokulare eignen.
Ich hatte so einige Astrookulare nachträglich auf Fadenkreuz umgerüstet.
Der Vorteil gegenüber sehr dünnen Glasfasern ist der immer gespannte Zustand und die damit verbundene Unempfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen.
Zusätzlich ist es möglich, diese Fäden seitlich mit einer schwachen roten LED zu beleuchten, so dass selbst lichtschwache Sterne gut vor dem dunklen Himmel zu zentrieren sind.
Übrigens hat der Altweibersommer durch diese, im Tau wie die grauen Haare alter Frauen aussehenden Fäden, seinen Namen.
Liebe Grüße
Frank
Hallo Frank,
man muß nicht bis zum Altweibersommer warten, um Spinnenfäden für Fadenkreuze zu bekommen. Die Eierkokons, die man ganzjährig überall findet, tun es auch. Früher gab es übrigens richtige "Spinnenfarmen", die für die optische Industrie zugeliefert haben. Zuhause habe ich dazu Literatur, die ich Interessenten gerne zugänglich mache - allerdings erst nach meiner Rückkehr vom Pfingsturlaub Anfang Juni.
In einem sind Spinnenfadenokulare allen anderen mit modernen Strichplatten haushoch überlegen: da sich in der Ebene des reellen Zwischenbilds außer den Fäden nichts befindet, kann sich auch dort kein störender Staub ablagern!
Versponnene Grüße,
Olaf