Liebes Forum,
von Leitz gibt es Spiegelobjektive, ausgelegt für eine Tubuslänge von 400 mm. Empfohlen wird, diese Objektive mit Objektträgern mit der Dicke 0,5 mm und Deckgläsern 0,18 mm, beide aus Quarzglas, zu verwenden. Als Immersionsmittel wird Glyzerin empfohlen.
Der entsprechende Immersions-Kondensor (Glyzerin) ist zentrierbar, hat aber keine Irisblende.
Die Beschriftung des Immersionsobjektives ist
Q Glyc. 300/0,85 S (in rot) 400/0,18,
das Trockenobjektiv hat die Bezeichnung
Q 170/0,50 400/0,18
Meine Fragen:
- Für welches Mikroskop (Tubuslänge 400mm!) sind die Objektive gedacht?
- Für welchen Zweck sind die Spiegelobjektive/Immersionskondensor gedacht?
- Warum sollen Objektträger aus Quarzglas 0,5 mm verwendet werden, gibt es überhaupt noch Lieferanten für solche Objektträger?
- Was bedeutet das rote "S"?
Kann mir jemand die Fragen beantworten?
Vielen Dank,
Dietmar
Hallo,
ich habe mal in meinen alten Leitz-Unterlagen nachgeschaut und kann einige wenige Infos beisteuern.
Die Spiegelobjektive und Spiegel-Kondensoren waren gedacht für für Untersuchungen im UV-Licht (ab 220 nm) und sichtbaren Licht (bis 700 nm). Sie waren vorgesehen für die "Absorptionsmessung kleinster Strukturen in der Mikro-Spektral-Photometrie" (Zitat).
Quarzglas ist erforderlich, wenn mit UV-Licht gearbeitet wird, da herkömmliches Glas UV-Licht absorbiert, während Quarz UV-Licht durchlässt.
Ich könnte mri aber vorstellen, dass man auch mit normalen Objektträgern arbeiten kann, wenn man mit sichtbarem Licht beleuchtet (müsste man mal ausprobieren).
Nähere Infos zu den Leitz-Spiegelobjektiven sollen sich in einer Druckschriftt 520-13 finden (etwa um 1970 aufgelegt); diese habe ich aber leider nicht.
Mehr kann ich ad hoc nicht beisteuern.
Schöne Grüße
Jörg Piper
Hallo Herr Piper,
vielen Dank für Ihre Bemühungen, jetzt weiß ich wenigstens, wofür ich die Objektive nicht gebrauchen kann. Ich habe am Orthoplan damit versucht, ein Bild zu bekommen - mit dem 170er geht es noch, d.h. man kann gerade noch etwas erkennen, mit dem 300er war das Ergebnis unbrauchbar.
Was bleibt, ist das stolze Gefühl, Besitzer solcher Spiegelobjektive mitsamt dem passenden Kondensor zu sein.
Vielleicht schraube ich mal so ein Objektiv auseinander, um zu sehen, wie es drinnen ausschaut!
Viele Grüße
Dietmar Schnabel
Hallo Herr Schnabel,
vielleicht taucht meine Antwort jetzt 2x auf. Nach dem ersten Absenden ist erst mal nichts passiert.
Also nochmal:
Es gab natürlich keine Mikroskope mit 400 mm Tubuslänge. Die Spiegelobjektive sind für die Mikrofotografie gedacht. Dann ohne Tubuslinse, Okular und Fotoobjektiv. Das ergibt dann mit Balgenkamera 382 mm Abstand, Mit Schraubleica 385mm und mit M-Leica 389 mm.
Das "S"-Objektiv wird wie folgt beschrieben: "Für die Mikro-Spektral-Photometrierung feinster Strukturen.....Q Glyc. 300/0.85 S. Bei diesem Objektivist die Kontrastwiedergabe ... von rd. 220 - 700 nm sehr gut.
Es gab das selbe Objektiv nämlich auch ohne "S".
Übrigens - sollte jemand ein Q 170/0.50 oder einen Kondensor Q Glyc. 0,85 "übrig" haben, wäre ich daran interessiert.
Viele Grüße
Wolfgang Lehmann