Guten Abend,
weiß jemand eine Adresse wo man Dijodmethan (n = 1,7) und / oder Bromnaphtalin (n = 1,66) in kleinen Mengen (10 - 20 ml ) erwerben kann?
Ich möchte die zwei Chemikalien als Immersionsmedien für hohen Brechungsindex nutzen.
Vielleicht hat ja auch jemand die Flüßigkeiten über oder kann mir eine kleine Menge abfüllen.
Vielen Dank und Grüße
Micromax
Hallo Micromax,
Dijodmethan als Immersionsmedium dürfte ein Mißverständnis sein. Man tropft es unter das Deckglas und beobachtet dann ggf. mit Ölimmersion. Es hat einen BI etwa wie die besseren Einschlußmedien für Kieselalgen. Früher wurde es manchmal verwendet, wenn man etwa Kieselalgen schnell, d.h. ohne festen Einschluß betrachten wollte. Bei großen Probenmengen im Labor kann das hilfreich sein.
Achtung: Das Zeug ist sehr flüchtig und greift Metall in extremer Weise an. Ich hatte mal ein Fläschchen (Merck). Es kam in einem massiven Stahlzylinder, der außen und vor allem innen schon ziemlich angegriffen aussah. Das Risiko meine teuren Apos zu beschädigen war mir angesichts des sehr beschränkten Nutzens zu groß. Also habe ich es zurückgegeben und seither nicht mehr vermißt.
Monobromnaphtalin stinkt fürchterlich. Auch das ist kein Immersionsmedium. Früher wurde es mit Balsam gemischt, um den BI zu erhöhen. Die Präparate stellten sich als nicht stabil heraus. Ich kann heute keine Nutzen mehr für dieses Mittel in der Mikroskopie erkennen. Aber vielleicht verrätst Du uns, wofür es gut sein könnte?
-- felix
Beide Stoffe wurden als Immersionsmittel benutzt.
Diiodmethan wurde früher Methylenjodid genannt. Es diente als Immersionsmittel zur Reflexminderung.
Monobromnaphtalin wurde bei Auflichtobjektiven von Zeiss verwendet. Diese Objektive hatten eine Apertur von 1.6 und kosteten vor dem Krieg 800 Reichsmark.
Gruß
Robert Götz
Guten Abend zusammen,
da habe ich wohl für ein Mißverständnis gesorgt. Und ich bin mir nicht mal sicher ob zu recht oder nicht.
Also ich suche die beiden Mittel als Einschlußmittel für die Abschätzung der Lichtbrechung: Immersionsmethode (z.B. nach Patzelt (1974): Polarisationsmikroskopie)
Das bedeutet, daß ich die Flüßigkeiten nicht als Immersionsmittel zwischen Objektiv und Deckglas gebe, sondern die Flüßigkeiten kommen als Einschlußmittel zwischen Objektträger und Deckglas. Die zu beobachtenden Objekte liegen in dem entsprechenden Einschlußmittel und ich kann dann die Lichtbrechung von Mineral zu Einschlußmittel abschätzen (Stichwort: Becke Linie oder was mir besser liegt: Schroeder van der Kolk)
Tut mir leid für die Verwirrung, vermutlich hätte ich es sauberer beschreiben sollen. Ich hoffe nun ist es klarer.
Grüße
Micromax
Hallo Micromax,
ich habe gerade etwas Methylenjodid bei Alfa Aesar bestellt: 25 g für 16 €. Aber ob man da auch als Privatperson kaufen kann weiß ich freilich nicht. Ich will es übrigens für mein Abberefraktometer gebrauchen.
Ole
ZitatAber ob man da auch als Privatperson kaufen kann weiß ich freilich nicht.
Nein kann man leider nicht. Aber man könnte ja eine Apotheke dazu überreden... ok ok der war gut, nicht ;D
Es gibt Händler wie Köhlerchemie die auch heute noch manches an Privat liefern oder wenn man Sachkompetenz nachweisen kann (was für die auch schon eine Immatrikulationsbescheinigung für z. B. Chemie oder Biologie oder entsprechende Zeugnisse sind).
Vorrausgesetzt die Sachen sind nicht giftig oder krebserregend.
Monobromnaphtalin gibt es bei ebay unter der Nummer 220445319960.
Ich weiss allerdings nicht, ob der deutsche Zoll das durchlässt.
Hat damit jemand Erfahrung gemacht ?
Gruß
Robert Götz
Hallo da sagt man Apotheken seien teuer:
ZitatA 3.6ml Vial of Monobromonapthalene (AKA, Alphabromonapthalene
und das für 30.- plus 15.-Porto Euro nicht Dollar! ;D
Zitat von: Hyperion in September 17, 2010, 21:22:39 NACHMITTAGS
Aber man könnte ja eine Apotheke dazu überreden... ok ok der war gut, nicht ;D
... och...
;D ;D ;D
Viele Grüße
Mila
Gerade mal meine Liste durchgesehen. Ich kann mit 1-Bromnaphthalin dienen, habe eine original Fluka Gebinde, OVP und ungeöffnet, schon etwas älter da es noch ein altes Etikett hat (die Hersteller pflegen ihre Designs alle Nase lang zu ändern).
Ich kann Montag mal schauen wieviel da drin ist und in welcher Qualität, dann kann der Interessierte das ganze Gebinde haben, bevor es bei mir vergammelt.
Im Tausch gegen einen Amazon Gutschein, Blu-Rays sind gerade sehr günstig im Angebot und man muss seinen Full-HD TV ja nutzen ;)
ZitatAchtung: Das Zeug ist sehr flüchtig und greift Metall in extremer Weise an. Ich hatte mal ein Fläschchen (Merck). Es kam in einem massiven Stahlzylinder, der außen und vor allem innen schon ziemlich angegriffen aussah. Das Risiko meine teuren Apos zu beschädigen war mir angesichts des sehr beschränkten Nutzens zu groß.
Das ist absolut nicht richtig! Ich arbeite seit 3 Jahrzehnten mit Dijodmethan (Methylenjodid) und habe wirklich Erfahrung damit. Es hat tatsächlich einen hohen Dampfdruck und verdunstet rückstandslos, aber ohne Schäden an der Optik oder den Fassungen zu verursachen. Äußerst agressiv sind allerdings die Mischungen von Dijodmethan mit z.B. Arsentribromid (dient dazu den Brechungsindex über 1,74 noch weiter zu erhöhen). Vergleiche auch den kürzlich gelaufenen Thread:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=6804.0
Herzliche Grüße,
Olaf
Liebe Kollegen,
vielen Dank für die Infos und auch danke für die Angebote.
Ich glaube damit werde ich weiterkommen.
Grüße
Micromax
Hallo Olaf,
ich freue mich, daß ich in der Einschätzung der von Methyleniodid ausgehenden Korrosionsgefahr offenbar gründlich falsch liege. Zwei Fragen habe ich dennoch: Warum lieferte Merck das 10ml-Fläschchen in einem "Castor"-Behälter (ein massiver, fest verschraubbarer Metallzylinder) und warum sehen die Fläschchen auf dem Bild in dem Thread, auf den Du verweist, so mitgenommen aus? Und noch einmal, nur um mich zu vergewissern: Gibst Du aufgrund Deiner 30-jährigen Erfahrung grünes Licht für die Verwendung von Meth.iod. (unter einem Deckglas) mit Apos, für die ich einigen Konsumverzicht hinnehmen mußte?
-- felix
Bin ja nicht wirklich Experte hier - aber Zeiss hat mal früher Immersionsobjektive spez. fuer Methylenjodidimmersion hergestellt - meist Auflichtobjektive.
Die Planapos sind ja stark optimiert - ich würde mal annehmen stark auf den Brechungsindex von DIN Immersionsoel - ob dabei was besseres herauskommt wenn man die einfach mit einer Flüssigkeit mit noch höherem Brechungsindex betreibt wage ich zu bezweifeln.
Guss,
Rory
Hallo Rory,
leider falsch verstanden: Die Rede war von der Verwendung des Iodids _unter_ dem Deckglas. Das kann dann sinnvoll sein, wenn Objekte mit einem Brechindex in der Nähe von Glas betrachtet werden sollen (zB Kieselalgen). Dennoch hatte ich die Sorge, daß die Dämpfe des Iodids den Objekiven nicht guttun. Diese Sorge, so scheint es jetzt, ist völlig unbegründet, oder?
-- felix
Hallo Immersionsfreunde,
die Sache ist nicht so dramatisch und ich kann Olafs Entwarnung bestätigen: die beiden Stoffe sind in ihrer Reinform für die "üblichen" Bauteile eines Mikroskopobjektivs so wenig agressiv, dass sie beide auch als Immersionsöl (zur Verwendung zwischen Objektiv und Präparat) genutzt wurden.
Ich habe viel benutzte Methylenjodid-Objektive gesehen, die keinerlei Korrosionsspuren hatten.
Etwas Anderes sind die von Olaf angesprochenen Mischungen, mit denen der Brechungsindex noch weiter hochgeschraubt werden soll. Die sind aber auch so giftig, das ich davon lieber die Finger lasse.
Schönen Gruß, Thomas
(der seit heute wieder Internet hat)
Hallo Felix,
Zitatch freue mich, daß ich in der Einschätzung der von Methyleniodid ausgehenden Korrosionsgefahr offenbar gründlich falsch liege. Zwei Fragen habe ich dennoch: Warum lieferte Merck das 10ml-Fläschchen in einem "Castor"-Behälter (ein massiver, fest verschraubbarer Metallzylinder) und warum sehen die Fläschchen auf dem Bild in dem Thread, auf den Du verweist, so mitgenommen aus? Und noch einmal, nur um mich zu vergewissern: Gibst Du aufgrund Deiner 30-jährigen Erfahrung grünes Licht für die Verwendung von Meth.iod. (unter einem Deckglas) mit Apos, für die ich einigen Konsumverzicht hinnehmen mußte?
Sorry für die späte Antwort - ich war für 3 Wochen im Netz-losen Urlaub :) :) :). Thomas' Einschätzung bestätige ich völlig!
Unser Dijodmethan wird in einer ganz normalen Glasflasche geliefert, die allerdings wegen der Bruchgefahr in Vermiculit eingelagert in einer verschlossenen Blechdose verschickt wird. Die Korrosion an den Flaschen, die ich im Forum gezeigt habe, geht auf Mischungen von Dihjodmethan mit Arsentribromid zurück. Da entwickeln sich wohl sehr agressive Dämpfe. Bei reinem Dijodmethan selbst in größeren Mengen in meiner 2mm dicken und offenen Immersionszelle habe ich auch über Wochgen hinweg keine Korrosion an den Objektiven beobachtet.
Gruß, Olaf