Hallo,
gestern hatten wir unseren Themenabend über Auflicht-Fluoreszenz und Auflichtmikroskopie im allgemeinen in der Tübinger Mikroskopischen Gesellschaft.
In der Diskussion wurde meine früher im Forum mal subjektiv getätigte Aussage, dass die von Stephan Hiller verbaute Cree LED in meinem uralten Zeiss Standard GFL den 100 W Halogenbeleuchtungen in den modernen Forschungsmikroskopen in unserem Institut in der Helligkeit sogar überlegen sei, etwas misstrauisch betrachtet.
siehe auch mein damaliger Beitrag:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1379.msg7502#msg7502
Um objektive Daten zu schaffen, habe ich heute mit einem geeichten Stahlungmessgerät die Helligkeit unter dem Objektiv bei den verschiedenen Auflichtmikroskopen nachgemessen:
LED Cree XR-E 7090 Q5 von Stephan Hiller in Zeiss Standard GFL, Epiplan 40x/ 0,85 : 12000 Skt
100 W Halogen in Forschungsmikroskop Zeiss Axiophot, Epiplan Neofluar 50x/0,75 mit Weissfilter : 5000 Skt
ohne Weissfilter : 24000 Skt
100 W Halogen in Forschungsmikroskop Olympus BX 51, MPlanFLN 50x/0,80 mit Weissfilter:4500 Skt
ohne Weissfilter:18000 Skt
Der Detektor ist zwar in Lux geeicht, aber ich habe trotzdem nur die Einheit Skalenteile angegeben, da die Lichtsonde unter dem Objektiv kleiner ist als die Messfläche des Detektors. Für relative vergleichende Messungen genügt das ja auch.
Fazit ist jedenfalls dass die Forschungsmikroskope mit 100 W Halogen nur besser sind wenn man gelbstichiges Licht in Kauf nimmt.
Bei Weisslicht ist die 3,7 W LED der 100 W Halogen überlegen.
erleuchtende Grüsse
Wilfried
Ja, so kann man es machen, aber was halten Sie denn davon, wenn Sie der LED ein Filter verpassen, dass die wellige Kurve etwas gerader biegt, etwa so, wie es die Halogenlampe liefert. Dann sehen die großen Zahlen für die LED schon etwas bescheidener aus.
Man kann sich das sehr schön anschaun, wenn man bei der neuen LED-Kaltlichtquelle Zeiss CL9000 das Filter zur Glättung der Kurve einschiebt, gehen ca. 30% Intensität verloren.
Es ist aber schon klar, von Sonderfällen einmal abgesehen geht die Zeit der Halogenlampen dem Ende zu.
Werner Jülich
ZitatJa, so kann man es machen, aber was halten Sie denn davon, wenn Sie der LED ein Filter verpassen, dass die wellige Kurve etwas gerader biegt, etwa so, wie es die Halogenlampe liefert. Dann sehen die großen Zahlen für die LED schon etwas bescheidener aus.
Das ist ja interessant! Was ist denn das für ein Filter, der sogar fehlende Teile aus dem Spektrum füllen kann?
Ich dachte eigentlich, daß man mit einem Filter nur Bereiche des Spektrums wegfiltern kann.
Zitat von: Nomarski in Oktober 01, 2010, 21:04:52 NACHMITTAGS
ZitatJa, so kann man es machen, aber was halten Sie denn davon, wenn Sie der LED ein Filter verpassen, dass die wellige Kurve etwas gerader biegt, etwa so, wie es die Halogenlampe liefert. Dann sehen die großen Zahlen für die LED schon etwas bescheidener aus.
Das ist ja interessant! Was ist denn das für ein Filter, der sogar fehlende Teile aus dem Spektrum füllen kann?
Ich dachte eigentlich, daß man mit einem Filter nur Bereiche des Spektrums wegfiltern kann.
Hallo Bernd,
....ja, und wo ist da der Widerspruch ???
Herr Jülich schrieb, dass durch die Filter das LED-Spektrum der der Halogenlampe angeglichen wird. Und das erreicht man dadurch, dass so ein Filter eben jene Banden, die "überproportinal" vertreten sind, wegfiltert!
Herzliche Grüße
Peter
Guten Tag
"Das ist ja interessant! Was ist denn das für ein Filter, der sogar fehlende Teile aus dem Spektrum füllen kann?"
Ja, ja, den Filter gibt es. Nur wird er im Mikroskop wohl nicht verbaut.
Das ist die Beschichtung einer Fluoreszenzröhre. Die kann aus UV-Licht so allerhand Spektren machen.
Gruss
Jürg
Hallo Normarski,
Sie verblüffen mich, wie denken Sie denn, funktionieren die Filter, die sonst so am Mikroskop verbaut werden. Konversionsfilter zum Beispiel?
Tragen Sie einmal Intensitäten gegen Wellenlängen auf. Dann schneiden Sie die Spitzen durch einen Filter ab. Dadurch glätten Sie die Kurve und verschieben (meistens) die Farbtemperatur.
So verfahren Sie beim Konversionsfilter hinter der Halogenbirne und genauso verfährt man beim Filter, dass bei den konventionellen LED-Leuchten verbaut bzw. mitgeliefert wird. Oder wie beim neuen Zeiss Axio Lab.A1, wo Sie von vorne herein die Wahl haben, zwischen Haloghenlicht und 2 LED-Versionen mit unterschiedlich glatter Kurve. Bei der Variante mit glatter Kurve messen Sie dann halt weniger Intensität, weil die Spitzen weggefiltert werden.
Werner Jülich
Hallo Wilfried,
Deine vergleichende Technikshow am Donnerstag war ein Erlebnis und ich denke wir alle haben was voneinander gelernt. Sogar ich habe bei meiner Präsentation noch Überraschungen erlebt, die noch der weiteren Überprüfung harren. Xenon gegen Cree Royal Blue mit 455 nm.
Bei Deinem sehr wissenschaftlich ausgelegtem Vergleich (Messwert ist eben doch Messwert) kommen mir 2 Fragen:
1.) Du hast zwar sehr korrekt mit dem gleichen Messinstrument gemessen, aber du hast beim Vergleich drei verschiedene Mikroskope verwendet und drei verschiedene Objektive mit unterschiedlichen Aperturen. Unangreifbar wären die Ergebnisse doch erst, wenn immer mit der selben Konfiguration gemessen wird?
2.) nicht ganz so wissenschaftlich ernsthaft, aber doch auch neugierig: bei der Cree am GFL erwähnst Du einen Hersteller (?) der bei den beiden anderen Varianten nicht genannt wird Osram (?) Phillips (?). Welchen Einfluss hat der auf die Leuchtdichte? :D den andere "Hersteller", die ich kenne nicht haben?
Da ich nicht von Dir autorisiert bin möchte ich Dein Wunderwerk mit 5 verschiedenen LEDs auf einem Kühlkörper nicht zeigen - vielleicht tust Du es?
Es ist es wert in diesem Kontext gezeigt zu werden!
Hallo Herr Jülich,
sie kratzen auch an meinem physikalischen Verständnis. Treibt man nämlich das Spitzenabschneiden auf die Spitze, sind zwar alle Lücken verschwunden, der Rest aber auch. Das ist keine wirkliche Lückenfüllung. Wahrscheinlich meinte es Nomarski so.
Gruß - E. Nowack
Hallo -
die Lücke geht ja nicht auf Null!
Theoretisch könnte man, wenn man z.B. bei einer Seoul Warm White die Intensität per Filtersatz auf 30% reduziert, ein lückenloses Spektrum zwischen 425 und 720 nm erhalten. UV und IR fehlen natürlich.
Gruß
Rolf
Hallo,
ZitatLED Cree XR-E 7090 Q5 von Stephan Hiller in Zeiss Standard GFL, Epiplan 40x/ 0,85 : 12000 Skt
100 W Halogen in Forschungsmikroskop Zeiss Axiophot, Epiplan Neofluar 50x/0,75 mit Weissfilter : 5000 Skt
ohne Weissfilter : 24000 Skt
100 W Halogen in Forschungsmikroskop Olympus BX 51, MPlanFLN 50x/0,80 mit Weissfilter:4500 Skt
ohne Weissfilter:18000 Sk
Was ist denn genau unter einem "Weissfilter" zu verstehen? Mattglas ???
Gruß
Bernd
Zitat von: Werner Jülich in Oktober 02, 2010, 07:52:27 VORMITTAG
So verfahren Sie beim Konversionsfilter hinter der Halogenbirne und genauso verfährt man beim Filter, dass bei den konventionellen LED-Leuchten verbaut bzw. mitgeliefert wird. Oder wie beim neuen Zeiss Axio Lab.A1, wo Sie von vorne herein die Wahl haben, zwischen Haloghenlicht und 2 LED-Versionen mit unterschiedlich glatter Kurve. Bei der Variante mit glatter Kurve messen Sie dann halt weniger Intensität, weil die Spitzen weggefiltert werden.
Werner Jülich
Lieber Herr Jülich,
Das Licht weißer LEDs wird erreicht, indem vor blaue LEDs farbtonändernde Leuchtstoffe montiert werden. Sie besitzen neben dem breiten Spektralbereich des Leuchtstoffes daher einen schmalbandigeren blauen Lichtanteil.
Bei den früheren blaustichigen Weisslicht LEDs war dieser blaue Lichtanteil im Spektrum noch deutlich abgesetzt.
Aber das haben wir doch schon lang hinter uns.
Heutige weiße LEDs werden heute wie Leuchtstofflampen auch für unterschiedliche Arten (Farbtemperaturen) weißen Lichtes gefertigt. Übliche Kategorien sind das ,,kaltweiße", tageslichtähnliche Licht (Farbtemperatur 5500–6000 K) und das ,,warmweiße" Licht, ähnlich dem von Glühlampen (2700–3000 K).
Die von mir oben zitierte Cree LED hat ein tageslichtähnliches Licht, andem es nichts wegzufiltern gibt. Ausserdem hätte es der Hersteller ja dann auch schon gemacht, denn er wollte ja eine tageslichtähnliche Farbtemperatur haben. Dass es möglich wäre sie wärmer herzustellen zeigt ja die warmweisse Version.
Wenn Zeiss nun da noch etwas herumfiltert, dann sicher nur als Kompromiss für die wärmere Farben liebenden Mikroskopiker. Das sind die meisten halt gewohnt weil die elektrisch gedimmten Halogenlampen auch mit Konversionsfilter kein tageslichtähnliches Spektrum haben. Aber eine natürliche Beleuchtung ist das dann natürlich nicht.
viele Grüsse
Wilfried
Danke für den Hinweis, Sie wollen damit sagen, dass es keinen Einbruch in der Kurve gibt? Keine zwei Höcker?
Werner Jülich
Zitat von: wilfried48 in Oktober 02, 2010, 15:13:58 NACHMITTAGS
Bei den früheren blaustichigen Weisslicht LEDs war dieser blaue Lichtanteil im Spektrum noch deutlich abgesetzt.
Aber das haben wir doch schon lang hinter uns.
Lieber Wilfried,
selbst wenn bei oberflächlicher Betrachtung kein Blaustich erkennbar ist, haben sehr viele vermeintlich "weiße" Hochleistungs-LED
kein ausgeglichenes Spektrum. Es nutzt da auch nichts, auf die Marktbezeichnung der Hersteller zu vertrauen.
Blaustich heißt ja eigentlich nur, dass überproportional viel Blau im Licht ist. Das kann auch bei einem ansonsten kontinuierlichen Spektrum so sein. Das Problem "weißer" Hochleistungs-LED ist deren geringe Intensität im mittleren Bereich des Spektrums, welcher dummerweise mit dem Maximum unserer menschlichen Fähigkeiten zusammenfällt.
Das "Weiß" der "weißen" LED wird durch Mischung des primären Blauanteils mit einem sekundären, mehr oder weniger starken langwelligen Maximum erreicht. Dieses entsteht, wie Du es schreibst, durch die aufgebrachten Leuchtstoffe. Um nun aber das prinzipbedingte Grün- und Blaugrün-Minimum zwischen der Anregungsstrahlung und der emittierten Strahlung in einen Bereich zu bringen, der der Charakteristik einer Halogenlampe ähnelt, muss so viel Leuchtstoff aufgebracht werden, dass die Gesamtleistung stark gedrückt wird. Mag sein, dass die Hersteller da schon wieder besser geworden sind, aber das Prinzip wird dabei das Gleiche bleiben.
Wie schon öfters betont, kann es durchaus sein, dass der fehlende Grün- und Blaugrünanteil "weißer" Hochleistungs-LED nicht stört, aber bei Aufgaben, die eine einigermaßen homogene spektrale Verteilung voraussetzen (z.B. Dünnschliff-Petrografie) muss dieser systembedingte Nachteil durch Filterung oder andere Maßnahmen behoben werden. Das geht auch und ist manchmal ganz einfach.
Schöne Grüße aus dem blauen Licht des Nordatlantiks, Thomas
Zitat von: Klaus Herrmann in Oktober 02, 2010, 09:41:39 VORMITTAG
Hallo Wilfried,
Deine vergleichende Technikshow am Donnerstag war ein Erlebnis und ich denke wir alle haben was voneinander gelernt. Sogar ich habe bei meiner Präsentation noch Überraschungen erlebt, die noch der weiteren Überprüfung harren. Xenon gegen Cree Royal Blue mit 455 nm.
Bei Deinem sehr wissenschaftlich ausgelegtem Vergleich (Messwert ist eben doch Messwert) kommen mir 2 Fragen:
1.) Du hast zwar sehr korrekt mit dem gleichen Messinstrument gemessen, aber du hast beim Vergleich drei verschiedene Mikroskope verwendet und drei verschiedene Objektive mit unterschiedlichen Aperturen. Unangreifbar wären die Ergebnisse doch erst, wenn immer mit der selben Konfiguration gemessen wird?
2.) nicht ganz so wissenschaftlich ernsthaft, aber doch auch neugierig: bei der Cree am GFL erwähnst Du einen Hersteller (?) der bei den beiden anderen Varianten nicht genannt wird Osram (?) Phillips (?). Welchen Einfluss hat der auf die Leuchtdichte? :D den andere "Hersteller", die ich kenne nicht haben?
Da ich nicht von Dir autorisiert bin möchte ich Dein Wunderwerk mit 5 verschiedenen LEDs auf einem Kühlkörper nicht zeigen - vielleicht tust Du es?
Es ist es wert in diesem Kontext gezeigt zu werden!
Hallo Klaus,
zu 1) da die Messfläche des Strahlungsmessgeräts bei allen drei Objektiven viel grösser ist als der Durchmesser des von den Objektiven entworfenen Strahls dürfte die Objektivapertur nicht eingehen. Ich messe ja die gesamte Lichtintensität unter dem Objektiv und nicht die Leuchtdichte (da würde die Apertur natürlich eingehen).
Die drei verglichenen Mikroskope haben bis zum Objekt alle den gleichen Köhlerschen Auflichtsstrahlengang mit gleicher Anzahl optischer Elemente. Bei den beiden modernen Forschungsmikroskopen könnte die Linsenvergütung natürlich etwas besser sein als am alten GFL, aber das würde ja noch mehr zugunsten LED sprechen.
zu 2) Was meinst du mit Hersteller ? Den Leuchtmittelhersteller oder den Kühlkörperhersteller ? ;D
Der Kühlkörperhersteller ( in meinem Fall Stephan Hiller) hat natürlich nur einen Einfluss auf die erzielte Intensität, wenn er die LED nicht optimal plaziert. Da hat Stephan aber mein vollstes Vertrauen und die gemessene Intensität rechtfertigt das ja auch.
Der Leuchtmittelhersteller ist natürlich schon mitentscheidend und sowohl Stephan als auch ich halten die Cree wegen ihrer neutralen Farbe ihrer gut passenden Abstrahlfläche und der Strahlungsausbeute (Lumen/Watt) für die derzeit beste Einchip-LED.
Dass zwischen den 100 W Halogenlampen von Osram und Philips hingegen grosse Unterschiede herrschen glaube ich hingegen nicht.
Meine LED "Testorgel" für die Zeiss Leuchte 200 (Kürbis) habe ich hier im Forum doch schon gezeigt:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4740.0
Aber vergleichende Testmessungen an diesem alten Fluoreszenz Universal mit angesetztem Hukepack Lampenträger wären ja nun wirklich nicht mit anderen Mikroskopen vergleichbar.
Ich wollte am Donnerstagabend ja noch an deinem Fluoreszenzmikroskop messen (hatte den Detektor dabei)
aber du hattest plötzlich schon abgebaut ;D
viele Grüsse
Wilfried
Zitat von: wilfried48 in Oktober 02, 2010, 15:13:58 NACHMITTAGS
Heutige weiße LEDs werden heute wie Leuchtstofflampen auch für unterschiedliche Arten (Farbtemperaturen) weißen Lichtes gefertigt. Übliche Kategorien sind das ,,kaltweiße", tageslichtähnliche Licht (Farbtemperatur 5500–6000 K) und das ,,warmweiße" Licht, ähnlich dem von Glühlampen (2700–3000 K).
Die von mir oben zitierte Cree LED hat ein tageslichtähnliches Licht, andem es nichts wegzufiltern gibt. Ausserdem hätte es der Hersteller ja dann auch schon gemacht, denn er wollte ja eine tageslichtähnliche Farbtemperatur haben.
ein schön kontinuierliches und ausgewogenes spektrum is es aber nicht
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/48241_56311930.jpg)
stammt aus dem xr-e datenblatt (http://www.cree.com/products/pdf/xlamp7090xr-e.pdf)
Zitatein schön kontinuierliches und ausgewogenes spektrum is es aber nicht
Es sei denn, man filtert alles ab, daß etwa 20% verbleiben.
klar, kann aber kaum zweck der übung sein ;)
Deswegen werden auch noch die Glühlampen und der Blaufilter genommen, wenn die alten Farbdiafilme belichtet werden sollen, damit die Farben wieder passen. ;)
Zitat von: smashIt in Oktober 02, 2010, 21:11:11 NACHMITTAGS
ein schön kontinuierliches und ausgewogenes spektrum is es aber nicht
Das sah bei den blaustichigen Weislicht-LEDs von früher viel schlimmer aus, da ging der Einbruch zwischen den zwei Höckern (Blaugrün Schwäche) nahezu auf Null.
Die von mir favorisierte 5000K Variante von Cree hat ihren Höcker bei 550 nm, also genau im Empfindlichkeitsmaximum des Auges und bricht im Blaugrünen nur um etwas mehr als 50 % ein. Ich finde visuell hat sie ein tageslichtähnliches weiss. Übrigens verliert eine Halogenlampe zwischen 550 nm und dem minimum der LED auch ca. 33%.
@Bernd
wenn man an der 5000 K Cree LED schon etwas herumfiltern will, so genügt es daher das maximum bei 550 nm auf etwa 50% seines wertes abzusenken und nicht auf 20%.
Wenn man den Peak im tiefen blau auch noch dämpfen will kann man das weitgehend ohne eine merklichen Verlust an physiologischer Helligkeit tun, weil hier das Auge hier sowieso nur noch 5% Empfindlichkeit im Bezug zum Maximum hat.
Meine Vergleichsmessung Halogen zu LED habe ich wie oben gesagt natürlich mit einem Radiometer gemacht, das in Lux geeicht ist also durch einen Filter mit der Helligkeitsempfindung des Auges gewichtet.
@TPL
Lieber Thomas,
das mit der Problematik bei der Auswertung in der Polarisationsmikroskopie sehe ich ein. Daher habe ich die 100 W
Halogen an meinem Universal Pol Mikroskop bisher auch drangelassen, obwohl man gerade da ein wenig mehr Licht gebrauchen könnte.
viele Grüsse
Wilfried
Zitat...Daher habe ich die 100 W
Halogen an meinem Universal Pol Mikroskop bisher auch drangelassen, obwohl man gerade da ein wenig mehr Licht gebrauchen könnte.
Tja Wilfried, da warst du wohl am vorgestrigen Abend nicht schnell genug mít deinem Radiodingsda... ;D
Viele Grüße
Bernd
Ein etwas später Nachtrag.
An meinem Olympus BH-2 BHT Stativ mit original 20 Watt Halogenleuchte habe ich schon seit langer Zeit die Halogen, gegen LED getauscht. Ab Juni dann auf eine LED von Cree XR-E 7090 R2 umgestellt.
Ergebnis :
Halogenleuchte 9000 Lux , LED 16000 Lux. Gemessen an der Leuchtfeldblende mit einem Gossen Mavolux.
Es geht aber nicht nur um die Intensität, sondern bei LEDs auch um die 2 Vorteile:
1. fast konstante Farbtemperatur
2. konstanter Lichtstrom, keine Welligkeit durch die Wechselspannung und somit Intensitätsmodulation!
Die beiden Bilder zeigen die Auswirkungen, je nach Belichtungszeiten bei der Verwendung einer Digitalkamera. Je nach Sensortyp und Auslesung des Bildinhalts können diese ungeliebten Störungen auftreten.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/48458_16747940.jpg)(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/48458_15576908.jpg)
Nur als Zusatzgedanke bei dem Vergleich Halogen - LED.
Viele Grüße
Peter
O.T.
ich bedanke mich für die vielen Genesungswünsche und bedauere dass ich in Emden nicht dabei sein konnte.
Auch Halogenlampen lassen sich mit Gleichspannung betreiben und bei den LED hat man diesen Streifeneffekt bei kurzen Belichtungszeiten, wenn die Siebung nach der Gleichrichtung nicht ausreichend ist.
Hallo Zusammen,
nachdem Wilfried dieses Thema angesprochen hat und mich als "Hersteller" seiner am GFL verbauten LED genannt hat vielleicht noch ein paar Anmerkungen von meiner Seite:
Ich habe sowohl das Design des Kühlkörpers als auch die Ansteuerschaltung, mit der Wilfried seine LED am GFL betreibt "verbrochen".
Daß die LEDs ein "unausgewogenes" Spektrum zeigen ist nichts neues. Einen Vergleich zur sicherlich auch sehr häufig noch eingesetzten Niedervolt Lichtwurflampe 6V/15 Watt habe ich schon mal im alten Forum vorgestellt:
http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?1,38775,38785#msg-38785
Wie schon von verschiedener Seite erwähnt, hat man heute die Möglichkeit zwischen sehr vielen Farbtemperaturen auszuwählen - das beginnt bei 2600K und endet (noch) nicht bei 8000K. Insofern ist wirklich für jeden "Geschmack" was drin. Letztendlich kommt es auf die visuelle Eigenbewertung und natürlich auf die Objekte an, die man beobachtet.
Ich habe noch von keinem der Nutzer, der LED Umbauten im Einsatz hat gehört die Farbwahrnehmug durch die Umstellung auf "LED" sei ihm unangenehm. Daher würde ich sagen das "unausgewogene Spektrum" der Datenblätter ist in der Praxis weniger oder vielleicht sogar gar kein Problem.
Als wirklich sehr guter Kompromiss hat sich eine Leuchtfarbe von ca 4000k - 4700K herauskristallisiert. Diese wird von den allermeisten "vital Mikroskopikern" als am "ausgewogensten und natürlichsten" empfunden.
Folgendes ist vielleicht noch zu beachten: je niedriger die K Zahl, umso geringer die Intensität die man aus einer LED herausholen kann. Wenn man das gelbliche Licht der Halogen oder Niedervoltleuchten "liebt", hat man bei den 3000K LEDs bei weitem weniger Intensität zu Verfügung als bei den höheren K Werten. Man kann mit hochwertigen Bins zwar hellere Selektionen in einer Farbtemperaturgruppe kaufen (zu teilweise viel höheren Preisen - sofern man sie überhaupt als Privatmann in kleiner Stückzahl bekommt) aber die Tendenz bleibt trotzdem bestehen.
Ohne die Vorteile von guten Halogenbeleuchtungen in Abrede stellen zu wollen, die es ja durchaus gibt, sollte man aber noch auf folgende Punkte hinweisen, die für die LEDs als Mikroskopbeleuchtungen sprechen und die hier noch nicht angesprochen worden sind:
Nahezu kein Infrarotanteil - also minimale Wärmebelastung für die beobachteten Objekte (ein Grund warum gerade Planktonmikroskopiker gerne LEDs einsetzen)
Die Farbkonstanz bei Dimmung ersparen das Hantieren mit Neutralfiltern.
Die Lebensdauer ist extrem hoch, die LEDs sind absolut erschütterungsunempfindlich.
Wesentlich geringerer Stromverbrauch (viel mehr Lumen/Watt bei den LEDs) was die LED Beleuchtungen zum Feldeinsatz geradezu prädestiniert (mit einem 2000 mAh Akku Pack kann man Stundenlang mikroskopieren) und die Ansteuerschaltungen kann man ja wirklich klein und kompakt halten:
http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?1,45005,45050#msg-45050
Durch "Farb" Power-LEDs die in einem rel. schmalbandigen Wellenbereich emittieren ergeben sich für den "kleinen" Geldbeutel interessante Möglichkeiten sich ein Fluoreszenzmikroskop aufzubauen (siehe Lösung von Herrn Herrmann oder von Wilfrieds "LED Orgel" im Zeiss "Lampenkürbis"). Das geht fast an allen Mikroskopen und ist nicht auf Zeiss beschränkt (Rene van Wezel wird in Kürze von mir eine Implementation für seine Olympus Auflichtmikroskope bekommen).
Die Welt der UV-Mikroskopie mit seiner gesteigerten Auflösung (Herr Höbel hat hier ja schon ganz phantastische Aufnahmen gezeigt) kann elegant mittels UV LEDs von Nichia realisiert werden (365 nm) und vermeidet die aufwendigen, kostspieligen und nicht ganz ungefährlichen HBO Brenner mit entsprechenden Filtersätzen und seinen voluminösen Steuergeräten und der umständlichen Handhabung. Da ist dann selbst der rel. hohe Preis für eine Nichia LED noch günstig, wenn man sich damit beschäftigen möchte (immer vorausgesetzt man beachtet die Laser Klasse 3B Vorschriften wenn man mit solchen LEDs umgeht, deren optische Ausgangsleistung im UV-A Bereich mit extremer Vorsicht zu geniessen ist!)
Dass die Leistung der Weisslicht LEDs mittlerweile die von hochwertigen Halogen-Brennern erreicht, oder sogar übertrifft, dürfte angesichts dieser Aspekte etwas in den Hintergrund treten, da egal welche Anwendung man wählt, fast alle modernen Power LEDs für ihren speziellen Anwendungsbereich eine sehr hohe Leistung abgeben können. Und hat man unterschiedliche Anwendungen, dann legt man sich eben zwei oder gleich mehrere LEDs zu.
Der Vormarsch der LEDs scheint unaufhaltsam (nicht nur in der Mikroskopie)!
Grüße
Stephan Hiller