Hallo Pflanzenfreunde,
Sommer-Magnolie (Magnolia sieboldii)
Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Magnoliengewächse (Magnoliacae)
Gattung: Magnolien (Magnolia)
Art: Sommer-Magnolie
Wissenschaftlicher Name: (Magnolia sieboldii)
Fruchtart: Hülsenfrüchte
Geschlecht: zwittrig
Blattanordnung: wechselständig
Blattform: elliptisch
Blattgrund: glattrandig
Die Sommer-Magnolie hat ihre Heimat in Japan und Korea.
Die Sommer-Magnolie ist ein großer, sommergrüner Strauch oder kleiner Baum, der eine Wuchshöhe bis zu zehn Meter erreicht. Der Stamm verzweigt sich kurz über dem Boden und bildet eine trichterförmige, weit ausladende Krone. Die jungen Zweige sind grau-braun und behaart, ältere Äste sind kahl und besitzen eine hellgraue Rinde.
Die wechselständigen (hierbei stehen die Blätter einzeln entlang der Sprossachse, d. h. keines steht mit einem anderen auf gleicher Höhe), ledrigen Laubblätter werden neun bis 15 Zentimeter lang und etwa vier bis neun Zentimeter breit. Die Blattform ist breit umgekehrt eiförmig. Die Blattspitze läuft kurz spitz aus, der Blattgrund breit keilförmig bis leicht herzförmig. Auf der Unterseite sind die Blätter bläulich bereift und mit Haaren besetzt. Die Nebenblätter sind auf der halben Länge des Blattstiels mit diesem verwachsen.
Die Blütenform variiert dabei von sternförmig, tulpenförmig bis schalenförmig und die Blütenfarbe reicht von weiß, rot, rosa, creme bis gelb, einige duften sogar. Die Blütezeit ist das Frühjahr.
Eine Ausnahme ist die Sommermagnolie Magnolia sieboldii welche im Juni/Juli blüht, also erst nach dem Blattaustrieb.
Magnolien sind langsam wüchsig, relativ robust und winterhart, lediglich die Blüten können durch Spätfröste Schaden nehmen (Blütenblätter verfärben sich braun und fallen vorzeitig ab). Die Pflanzen selber nehmen aber keinen Schaden dadurch. Spät blühende Arten/Sorten haben das Problem natürlich nicht.
Bild 1 Sommer-Magnolie (Magnolia sieboldii)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/48846_32468916.jpg)
Der rote Pfeil zeigt die Schnittstelle
Die Proben habe ich im Arboretum in Bad Grund (Harz) gesammelt.
Die Probe lag seit August 2010 in Alkohol-Formol-Eisessig-Gemische (AFE-1 Gemische) und ist mit dem Schlittenmikrotom Reichert-Jung Hn 40 auf eine Dicke von 35 µm geschnitten.
Arbeitsanleitung:
W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)
Arbeitsablauf :
1. AFE-Gemisch auswaschen
2. (Querschnitt 35 µm) mit 70 % Ethanol
3. Alkoholreihe bis zum 30%igen Ethanol
4. Wasser entmin. 3x wechseln je 1 Minute
5. Vorfärbung Acridinrotlösung 8 Min.
6. Auswaschen mit Aqua dest. 15 Sek.
7. Acriflavinlösung 30 Sekunden
8. Auswaschen mit Aqua dest. 15 Sek.
9. Nachfärbung Astrablaulösung 40 Sek.
Bei der Nachfärbung mit Astrablau habe ich eine Spur Acrflavin beigemischt.
10. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben
11. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol ( 99,9 % )
12. Als letzte Stufe vor dem Eindecken Rotihistol einzusetzen
13. Einschluss in Entellan
Ergebnis :
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot. Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb. Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot, Suberin hellrosa.
Fotos erstellt mit Nikon D5000.
Bild 2 Magnolie (Magnolia sieboldii) Übersicht
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/48846_56157172.jpg)
Der Spross hat einen Durchmesser von 4 mm.
Bild 3 (Magnolia sieboldii) Ausschnitt aus dem Sprossquerschnitt
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/48846_38783181.jpg)
Bild 4 (Magnolia sieboldii) Ausschnitt aus dem Sprossquerschnitt mit Beschriftung
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/48846_46606586.jpg)
Cu = Cuticula
Ep = Epidermis
Ri = Rindenparenchym
Sk = Sklerenchymzylinder
pZ = parenchymatische Zellen
Ph = Phloem
Ma,p = parenchymatische Markstrahlzellen
Ma,s = sekundäre Markstrahlzellen
Xy = Xylem
Ma = Markparenchym
Bild 5 Sommer-Magnolie (Magnolia sieboldii)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/48846_31821867.jpg)
Fluoreszenz
Bild 6 Sommer-Magnolie (Magnolia sieboldii)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/48846_29628144.jpg)
Sklerenchymring
Magnolien entwickeln zahlreiche Sklerenchymfasern (dickwandige, häufig verholzte Zellkomplexe, die hauptsächlich mechanische Funktion haben) im Phloem. Wenn der Spross im Verlaufe des sekundären Dickenwachstums immer mehr an Umfang zunimmt, wird der außen gelegene Sklenenchymzylinder an einigen Stellen aufgesprengt. In die so entstandenen Lücken wachsen parenchymatische Zellen ein.
Bild 7 Sommer-Magnolie (Magnolia sieboldii)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/48846_6794371.jpg)
sekundäre Markzellen
Manchmal produzieren Markstrahlzellen einige in der Mitte der Gefäßbündel gelegene Kambiumzellen plötzlich keine Phloem- und Xylembestandteile mehr, sondern teilen sich quer in kürzere Kambiumzellen und bilden dann nur noch Parenchymzellen, die die sekundären Markstrahlen aufbauen.
Bild 8 Sommer-Magnolie (Magnolia sieboldii)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/48846_10133764.jpg)
verkorkte Lentizellen
Bei der Magnolie sind die Lentizellen des Füllgewebes verkorkt; dieses ist fest zusammengefügt. Es kommt vor, dass dünnwandiges, lockeres Gewebe mit dickwandigem, kompaktem Gewebe im Jahresrhythmus abwechselt.
Bild 9 Sommer-Magnolie (Magnolia sieboldii)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/48846_12831165.jpg)
parenchymatische Markstrahlzellen
Das zwischen den Gefäßbündeln gelegene interfaszikuläre Kambium besteht aus kürzeren Zellen und lässt parenchymatische Markstrahlzennen entstehen.
Bild 10 Sommer-Magnolie (Magnolia sieboldii)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/48846_56315743.jpg)
parenchymatische Markstrahlzellen
Mit freundlichem Gruß
Hans-Jürgen
Hallo Hans Jürgen,
Schöne bilder und schön dokumentiert.
Herzlichen Gruss
Jan
Lieber Hans-Jürgen,
das sind schöne Abbildungen des Holzstrahlparenchyms.
Viele Grüße
Mila
Hallo Mila und Jan,
danke für Eure Stellungnahme.
Trotz einer neuen Klinge hatte ich Probleme den harten Spross der Magnolie zu schneiden.
Hat jemand eine Idee, wie ich die Probe "weicher" bekomme ?
Gruß
Hans-Jürgen
Hallo Juergen,
ich koche Zweige in 50% Glyzerin fuer etwa 45 Minuten.
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2879.0
Herzliche Gruesse
Eckhard
Hallo Eckhard,
danke für die Hilfe. Ich werde Deine Methode gleich am Montag testen.
Gruß
Hans-Jürgen