Mikro-Forum

Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Jürgen H. in Oktober 31, 2010, 13:16:01 NACHMITTAGS

Titel: Alkoholkonzentration
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 31, 2010, 13:16:01 NACHMITTAGS
Liebe Mitforisten,

Kann ich ohne Aerometer den Alkoholgehalt grob abschätzen? Ich habe den Verdacht, dass eine Flasche Alkohol nicht wie auf dem Etikett angegeben 96% igen Alkohohl sondern Alkohol erheblich geringerer Konzentration enthält (Riechprobe)

Mikrogrüße

Jürgen
Titel: Re: Alkoholkonzentration
Beitrag von: Denis in Oktober 31, 2010, 13:25:07 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen!

Ganz einfach.

Erhitze eine Probe der Flüssigkeit bei einer Temperatur über 78,4 °C (Siedepunkt Ethanol) aber unter 100°C (Siedepunkt Wasser) und überprüfe, wieviel % der Flüssigkeit durch Verdunstung verschwinden. Et voila  ;)

Gruss
Denis
Titel: Re: Alkoholkonzentration
Beitrag von: Werner in Oktober 31, 2010, 13:58:15 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen!
Am besten geht es mit einer Waage. Prinzip des Pyknometers - siehe Wikipedia.
Da man meist kein Pyknometer hat, behilft man sich mit anderen Gefäßen, beispielsweise einer kleinen Plastikflasche ohne Verschluß, die bis zum Rand gefüllt wird. Erst die Flasche leer wiegen, dann mit dem obskuren Alkohol füllen und wiegen, danach mit Wasser von Raumtemperatur (20°) füllen und nochmal wiegen. Alkohol hat eine Dichte von 790g/100ml, Wasser 998,2g/100ml. Mit dem Taschenrechner kann man dann den Gehalt ausreichend genau ermitteln.
Ich hatte auch schon mal Meßkolben genommen, da entfällt die Wasser-Wägung, weil das Volumen draufsteht.
Viel Glück!   -   Werner
Titel: Re: Alkoholkonzentration
Beitrag von: Klaus Herrmann in Oktober 31, 2010, 14:08:39 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

die von Werner präzise beschriebene Methode geht natürlich nur bei rein wässrigen Alkohollösungen. Den Eierlikör von Udo Lindenberg kann man so nicht bestimmen, da hilft nur die Destille, wie Denis es beschreibt. Allerdings muss der Alkoholgehalt des Destillats genaugenommen auch noch bestimmt werden, weil ja auch noch Wasser mit über geht.

Messkolben hätte ich genügend sehr preiswert abzugeben. ;)

Der professionelle Alkoholiker hat natürlich ein Alkoholometer! ;D Prösterchen!

Edit:
ZitatWasser 998,2g/100ml
ok, da müsste man eben sehr starkwandige Messkolben nehmen, wie sie für Quecksilber verwendet werden! ;D Und beim Vorlagegefäß muss man drauf achten, dass die Destillat-Tropfen keine zu hohe Fallstrecke haben!

# Werner: da hat Dir doch einer 2x eine Null geklaut und nur JB hats gemerkt! ;)
Titel: Re: Alkoholkonzentration
Beitrag von: Jürgen Boschert in Oktober 31, 2010, 14:37:57 NACHMITTAGS
Hallo Werner,

ZitatWasser 998,2g/100ml

das wäre dann aber hyperschweres Wasser.  ;D

Beste Grüße !

JB
Titel: Re: Alkoholkonzentration
Beitrag von: Mila in Oktober 31, 2010, 15:26:59 NACHMITTAGS
... und das wäre doch eine gute Idee: wir verkaufen in der Apotheke 790g Ethanol (zum entsprechenden Preis versteht sich) und füllen den ganz sparsam in ein 100ml-Fläschchen ab, dabei gucken wir selbstverständlich sehr (!) unschuldig!

;D ;D ;D

Viele Grüße
Mila



Titel: Re: Alkoholkonzentration
Beitrag von: Jürgen H. in Oktober 31, 2010, 18:29:26 NACHMITTAGS
Herzlichen Dank für die schnelle Hilfe, lieber Werner.

Auf das Pyknometer hätte ich kommen müssen, hoffentlich liest hier mein alter Chemielehrer nicht irgendwo über den Wolken mit, manchmal ist man vernagelt. Meine Ermittlungen habe ich mit einem geeichten 50ml Gefäß durchgeführt und bin auf einen Wert von 0,798 g/ml gekommen. Ich habe zwar keine Ethanoltabelle, aber das scheint ein guter Näherungswert für den (fast) reinen Alkohol zu sein. Jedenfalls hat mein Apotheker kein Wasser untergemischt, liebe Mila, die Apothekerzunft ist doch absolut vertrauenswürdig....

Lieber Klaus, ich bleibe hinsichtlich des Alkoholgehaltes  bei meinen Weinen lieber bei der semiprofessionellen gustrometrischen Probe ;-)

Mikrogrüße

Jürgen
Titel: Re: Alkoholkonzentration
Beitrag von: Werner in Oktober 31, 2010, 20:08:24 NACHMITTAGS
Ich glaube, ich lasse mir hyperschweres Wasser und hyperschweren Alkohol patentieren.
Genau wie negatives Vakuum. Das ist nämlich nötig, um beide herzustellen.
Man füllt in 1l negatives Vakuum 9l Wasser ein, und es ist immer noch Vakuum.
Füllt man einen weiteren Liter ein, hat man hyperschweres Wasser.

ok, das war leicht OT (kein Objektträger)   -   Werner
Titel: Re: Alkoholkonzentration
Beitrag von: Georg Abele in November 01, 2010, 20:06:22 NACHMITTAGS
Jetzt nochmals im Ernst:

Von der Homepage der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig

www.bfb-bund.de

kann ein spezielles Alkohol-Rechenprogramm mit den "Amtlichen Alkoholtafeln" heruntergeladen werden und damit u.A. über Menge und Gewicht der Alkoholgehalt errrechnet werden.

Viele Grüße aus Aalen

Georg Abele
Titel: Re: Alkoholkonzentration
Beitrag von: Mila in November 01, 2010, 20:48:25 NACHMITTAGS
Klasse, vielen Dank für den Tipp.

Viele Grüße
Mila