Mikro-Forum

Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Parallax in November 18, 2010, 11:47:52 VORMITTAG

Titel: Mikroskop gesucht, aber welches
Beitrag von: Parallax in November 18, 2010, 11:47:52 VORMITTAG
Hallo Mikroskopprofis,

ich habe eine Frage an euch.

Ich kenne mich mit Mikroskopen nur absolut spärlich aus (ich weiß meistens wo man reinkucken muss, mehr nicht)

Ich benötige ein Mikroskop zur Materialuntersuchung, zB Filterschläuche, Metallbauteile, aber auch Holzpellets (Spänegrößen, Verunreinigung).

Dazu werde ich wahrscheinlich ein Auflichtmikroskop benötigen, soweit hab ich mich bereits erkundigt.
Dadurch das die Bauteile nicht immer eben sind, ist wohl ein Stereomikroskop zu empfehlen.

Bis jetzt wurden unsere Aufnahmen unter einem Rasterelektronenmikroskop gemacht, bei Vergrößerungen von 25 - 200x

Die von uns gewünschte Vergrößerung sollte so von 25-150x gehen. Gerne auch mehr, jedoch wird aufgund der unebenen Bauteile wohl mehr nicht drin sein.

Angeschaut habe ich mir das Zeiss Axio Lab A1.
Kann mir jemand sagen ob das für uns geeignet wäre.
Und wenn ja warum und wenn nein, ebenfalls warum und was wäre für uns vorteilhaft und was müssen wir preislich rechnen.

Haben so ca. 1500-2500 € angepeilt, so als grober Anfangswert.


Für alle Antworten bin ich dankbar,

Grüße
Andre
Titel: Re: Mikroskop gesucht, aber welches
Beitrag von: Werner Jülich in November 18, 2010, 11:52:10 VORMITTAG
Das Axio Lab.MAT wäre eine Möglichkeit, das Zeiss Discovery.V12 oder V20 eine andere, ohne weitere Informationen kann man diese Fragen nicht beantworten.
Werner Jülich
Titel: Re: Mikroskop gesucht, aber welches
Beitrag von: Parallax in November 18, 2010, 11:54:46 VORMITTAG
Ah, cool danke... ging ja rasend schnell

Welche Informationen bräuchte man den?

Mfg
Andre
Titel: Re: Mikroskop gesucht, aber welches
Beitrag von: gast in November 18, 2010, 12:18:27 NACHMITTAGS

Bis jetzt wurden unsere Aufnahmen unter einem Rasterelektronenmikroskop gemacht, bei Vergrößerungen von 25 - 200x


Das geht echt, 25 - 200x ???  ??? ??? ???
Titel: Re: Mikroskop gesucht, aber welches
Beitrag von: Parallax in November 18, 2010, 12:21:37 NACHMITTAGS
Angeblich....

zumindest steht unter den Bildern Vergrößerungen zwischen 25 und 200

und angeblich ist es ein Rasterelektronenmikroskop... ob die Information stimmt kann ich net sagen

Grüße
Andre
Titel: Re: Mikroskop gesucht, aber welches
Beitrag von: Klaus Herrmann in November 18, 2010, 13:03:15 NACHMITTAGS
Hallo Andre,

REM-Untersuchungen im Vergrößerungsbereich 25-200 ? Der Sinn kann sich mir nicht erschließen?

Das ist ein Bereich, der sehr schön von einem guten Stereomikroskop oder Makroskop abgedeckt wird.

Was will man denn genau sehen? Wenn es kleine Verunreinigungen sind in einem größeren Teil, dann sucht man erst mit dem Stemi und anschließend geht man ins Auflicht-Mikroskop um das Detail zu visualisieren, wenn möglich zu identifizieren. Eventuell muss man noch frei präparieren oder einen Mikrotomschnitt machen.
Was man lichtmikroskopisch nicht sieht, das ist normalerweise auch kein Qualitätsproblem. Ein Einschluss von der Größe 0,1 µm ist üblicher Weise nicht kritisch! :D

Die benötigte Ausrüstung ist nicht so teuer, wie ein REM, aber 2000.- sind schon etwas knapp. Ein Labor in dem ein REM steht sollte schon auch ein paar Euro für eine ordentliche LM-Ausrüstung übrig haben!

Vielleicht kann die Fragestellung ja etwas genauer gefasst werden?
Titel: Re: Mikroskop gesucht, aber welches
Beitrag von: wilfried48 in November 18, 2010, 14:02:57 NACHMITTAGS
Hallo,
25 bis 200 fach im REM ?
Wieso nicht wenn es auf grosse Schärfentiefe ankommt ist das REM auch bei Vergrösserungen von 25 bis 200 fach
dem Lichtmikroskop überlegen.
Allerdings wird es so wenig benutzt weil man inzwischen mit "stacken" auch beim Lichtmikroskop das Schärfentiefenproblem etwas "entschärft" hat.
Der Vorteil ist wenn man dann halt bei 200 fach ein kleines Detail entdeckt hat kann man es ohne Mühe auch bei 200 Kx genauer untersuchen.
Aber man sollte die Farbinformation im Lichtmikrokop trotzdem nicht unterschätzen.
Deshalb würde ich Klaus zustimmen, dass sich das meiste in der Materialforschung mit einem ordentlichen Auflichtmikroskop klären lässt.

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Mikroskop gesucht, aber welches
Beitrag von: Parallax in November 18, 2010, 14:11:17 NACHMITTAGS
Das REM gehört nicht uns.
Wir haben die Untersuchungen an eine andere Firma abgegeben.
Es geht zum Beispiel darum das Filterschläuche sich durch das Aggressive Holzgas auflösen, das kann man sehr schön auf den Bildern sehen.
Teilweise werden auch Metallteile durch das Gas (enthält zT. Ammoniak) angegriffen.
Noch dazu haben wir Holzpellets. Allerdings funktionieren die im Holzvergaser nur unter ganz kritischen Qualitätsmerkmalen.
Dabei macht eine Spänekorndifferenz von 0,5mm zu 1mm sehr viel aus. Auch hat man unter einem Lichtmikroskop sehr schön gesehen das schlechter gepresste Pellets teilweise kein Lignin zwischen den Körnern gebildet haben oder die Abstände der einzelnen Sägespäne teils doppelt so groß sind. (Erfüllen alle die DIN für Pellets aber sind nur sehr bedingt für uns verwendbar.)
Deswegen suchen wir nach einem Mikroskop mit dem wir schnell mal so einen Blick drauf werfen können.
Die Pellets kann man nicht beliebig dünn schneiden, allerhöchstens anschleifen. Auch die Filterschläche können wir nicht einfach in Scheibchen schneiden,
deswegen benötigen wir wahrscheinlich ein Auflichtmikroskop.

Mfg
Parallax
Titel: Re: Mikroskop gesucht, aber welches
Beitrag von: Klaus Herrmann in November 18, 2010, 14:41:57 NACHMITTAGS
Hallo Andre,

ZitatDie Pellets kann man nicht beliebig dünn schneiden, allerhöchstens anschleifen. Auch die Filterschläche können wir nicht einfach in Scheibchen schneiden
,

das Erste ist richtig: ohne Einbettung kann man sie nicht dünn schneiden und Schleifen gibt Probleme mit dem Schleifstaub, der sich überall in die Zwischenräume setzt. Es geht auch eleganter...

Auch bei den Filterschläuchen gibt es gute Möglichkeiten... ;)

Zitatdeswegen benötigen wir wahrscheinlich ein Auflichtmikroskop.

Das sehe ich auch so! Aber ein zusätzliches Stemi wäre dringend ins Auge zu fassen. Ich wüsste gar nicht wie ich Werkstoff-Untersuchungen machen sollte ohne Stemi!