Mikro-Forum

Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Christian Linkenheld in November 18, 2010, 15:58:00 NACHMITTAGS

Titel: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: Christian Linkenheld in November 18, 2010, 15:58:00 NACHMITTAGS
Hallo,

wer hat eine µFT-Kamera ans Mirkoskop adaptiert und kann hierzu seine Erfahrungen wiedergeben (wie erfolgt die Adaption und wie sind die Bildresultate)? Mich interessiert in erster Linie die Fotografie ohne Blitz.

viele Grüße

Christian
Titel: Re: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: treinisch in November 18, 2010, 21:06:50 NACHMITTAGS
Hallo Christian,

ich habe eine Panasonic GH-1 per Ofenrohr am Axioskop 20.
Das Ofenrohr hat Herr Stahlschmidt für mich gedreht, es baut auf einem
gekauften µFT/T2 Adapter auf, den man auseinanderschrauben kann.

Die Adaption würde man glaube ich parfokal nennen. In meinem Fall bedeutet das,
dass wenn ich am LCD Schirm der Kamera scharf stelle das Bild auch durch die Okulare scharf ist,
umgekehrt nicht immer.

Die GH-1 hat einen Adapter serienmäßig mit dem man die Kamera an das Stromnetz
anschließt, was ich enorm praktisch finde. Eine Übertragung der Vorschau auf den HDMI-Anschluss
oder gar den Computer ist mir bisher nicht gelungen.

Auslösen tue ich über einen Fußtaster wie er hier schon öfters gezeigt wurde, das gefällt mir sehr gut.

Diese beiden Bilder sind ohne Blitz entstanden. Es gibt für mich ganz klar
ein Problem mit Erschütterung durch den Verschluss. Befriedigende Bilder
gibt es nur, entweder mit Blitz, oder mit längerer Belichtungszeit.
Ich glaube bei den beiden Bildern lag die Belichtungszeit bei 1s oder etwas
weniger (kürzer).

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=6967.0
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=7219.0

Ich könnte noch Fotos von einem Objektmikrometer und ein Histogramm des
Rauschens bei schwarz beisteuern.

Viele liebe Grüße

Timm
Titel: Re: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: Christian Linkenheld in November 19, 2010, 10:37:58 VORMITTAG
Hallo Timm,

vielen Dank für die Antwort. Anscheinend hat also auch das µFT-System heftig mit Erschütterungsproblemen zu kämpfen. Ein LiveView müsste mit der Kamera auch möglich sein? Aber vermutlich ackert auch hierbei der Verschluß noch bei jedem AUslösen.

viele Grüße

Christian
Titel: Re: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: JoachimHLD in November 19, 2010, 10:47:32 VORMITTAG
Hallo Christian,
meine Suche nach einer Kamera die aus dem Liveview ohne Schliessen des Verschlusses auslöst
hat mich bisher leider nur zu den Canon EOS 500D oder ähnliche der gleichen Firma gebracht.
Ich habe noch eine Angrage dazu in einem Foto-Forum laufen, wenn ich da eine etwas erfreulichere
Nachricht bekomme werde ich es posten.
Gruss
Joachim
Titel: Re: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: rekuwi in November 19, 2010, 17:33:58 NACHMITTAGS
Lieber Christian,

auch ich nutze die Lumix G1 mit einem T2-Adapter und einem weiteren gekauften Adapter.
Bei langen Belichtungszeiten (1/5tel bis mehrere Sekunden) werden die Bilder scharf, allerdings löse ich über die Selbstauslöserfunktion mit 2 Sek. Verzögerung aus. Dies ist nur bei unbeweglichen Objekten möglich.

Sehr kurze Verschlußzeiten (mit voll aufgedrehtem Licht) sind angebracht wenn das Viech in der Tümpelprobe sich nicht allzu heftig bewegt. Dann wird es auch noch hinreichend scharf. (Ich benutze auch hier die 2 Sek. Verzögerung, dann sind gezielte "Schüsse" allerdings nicht möglich). Abstriche ergeben sich bei mir auch durch die Planobjektive von Hund die mit den Deinen nicht konkurrieren können.

Ein Fernauslöser wie Timm ihn benutzt ist sicherlich hilfreich.
Live-View gibt es nur bei den teureren Modellen der Lumix. Hab die Modellnummer grad nicht parat.

Liebe Grüße
Regi
Titel: Re: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: Päule Heck in November 19, 2010, 19:05:36 NACHMITTAGS
Hallo zusammen, hallo Joachim,

<<meine Suche nach einer Kamera die aus dem Liveview ohne Schliessen des Verschlusses auslöst
hat mich bisher leider nur zu der Canon EOS 500D ....gebracht>>

Wieso leider? Ich habe genau diese Kamera an mein Amplival adaptiert und bin äußerst zufrieden (Liveview mit großem Bildausschnitt, Bedienung mit der Maus, etc.).

Herzliche Grüße
Päule
Titel: Re: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: JoachimHLD in November 19, 2010, 22:19:02 NACHMITTAGS
Hallo Päule,
etwas mehr Vielfalt fände ich gut.
Ich würde mich freuen wenn meine Pentax auch dieses Feature hätte (habe Pentax u.A. wegen des Spritzwasserschutzes und des IS im Gehäuse).
So hat halte jede ihre Vor- und Nachteile :-(
Viele Grüsse
Joachim
Titel: Re: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: Peter V. in November 19, 2010, 22:47:43 NACHMITTAGS
Hallo!

Ich habe soeben noch auf dem MAR-Treffen in Gladbeck eine an ein Ortholux II adaptiert Lumix GH-1 gesehen und auch der Mikroskoper bestätigte, dass es - obgleich die Kamera zweifellos viele Vorzüge hat, z.B. eine tadellose Videofunktion - ohne Blitz in der Regel keine befriedigend scharfen Fotos gebe, bedingt durch den Verschluss. So schrieb es ja auch Timm und Bernd Wiedemann hat es mir ebenfalls bestätigt.
Wenn man also nicht grundsätzlich immer ( also auch bei statischen Objekten ) blitzen möchte, wird man wohl um eine Canon EOS 500 oder 550 nicht herumkommen, denn ich habe mich auch intensiver damit beschäftigt und bin ebenfalls nur auf diese Kameras ( und natürlich die noch "höheren" und teureren ) Canon-Modelle gekommen.
Die 500 oder 500 werde ich mir wohl auch zulegen.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: Günther Langer in November 20, 2010, 15:50:22 NACHMITTAGS
Hallo,

es wäre sicher interessant auf die neuen spiegellosen Systemkameras zu warten. Einige sind bereits auf dem Markt. Ev. findet sich da eine brauchbare Mikroskopkamera, die auch ohne Blitz scharfe Bilder liefert.

Viele Grüße

Günther
Titel: Re: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: treinisch in November 21, 2010, 13:59:28 NACHMITTAGS
Hallo,

ein Hinweis noch:

Das Problem mit der Verwackelung durch den Verschluss tritt meines Erachtens bei
Präparaten nicht auf, sondern nur, wenn das Objekt eher lose ist, wie zum Beispiel bei
lebendigen Tümpelproben oder einem lose auf einem OT liegenden Objekt.

Das folgende Foto ist mit 1/400 ohne Blitz gemacht. Man muss natürlich bedenken, dass das
Foto zur Kalibration gemacht wurde, ich glaube es war ein wenig unterbelichtet:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51154_16685799.jpg)

Hier noch ein Ausschnitt bei 200% Vergrößerung:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51154_13029119.jpg)

Herzliche Grüße

Timm
Titel: Re: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: Hagen in Dezember 31, 2010, 18:36:06 NACHMITTAGS
Christian et Al.,

Ich nutze eine Lumix G2 und wie mir auch Panasonic nach Nachfrage bestätigt hat, ist eine Ausloesung ohne Vorhang nicht möglich. Ich habe dort angeregt, dass man dies bei Firmware-Updates berücksichtigen solle, da ich mir vorstellen kann, dass es aus folgendem Grund technisch möglich sein sollte:
Man kann Standbilder während Video-Aufnahmen ohne Ausloesen des Vorhanges schießen. Das Bild hat dann allerdings eine geringere Aufloesung.

Ich schieße im Moment frei Hand und kann keine Verwackelungen sehen -bin allerdings Anfaenger und die Profis hier setzen da vielleicht die Latte hoeher als ich.

Das Schoene an der Kamera ist, dass sie kompakt ist und daher auch fuer Urlaub und Co. gut nutzbar. Das drehbare Display ist Klasse fuer Aufnahmen mit dem Mikroskop. Sie hat auch eine Lupenfunktion, die beim manuellen Scharfstellen hilft.

Gruß Hagen

Titel: Re: Erfahrungen mit Micro Four Thirds Kameras
Beitrag von: Christian Linkenheld in Januar 06, 2011, 13:59:01 NACHMITTAGS
Hallo,

in der aktuellen FOTOTEST (1/11) findet sich auf Seite 66 ein Artikel zum Schwingungsverhalten von MFT-Kameras im Vergleich zu DSLRs mit APS-C-Sensoren. Danach treten bei den MFT-Kameras durch die diversen Verschlussbewegungen größere Erschütterungen auf, als bei DSLRs - selbst wenn keine Spiegelvorauslösung eingesetzt wird. Das deckt sich auch mit Aussagen aus diversen Foren, wo immer wieder über unscharfe Bilder z.B. bei Makroaufbauten geklagt wird. Im Gegensatz zu den Lumixen soll es bei den Pens von Olympus allerdings die Möglichkeit geben zwischen der ersten Verschlussbewegung (Schließen des Verschlusses um den Sensor für die Aufnahme vorzubereiten) und dem Öffnen des Verschlusses für die Aufnahme eine Pause einzuprogrammieren, in welcher die durch das Schließen des Verschlusses hervorgerufenen Erschütterungen abklingen können. Diese Vorgehensweise soll sogar recht effektiv sein, da durch das Schließen größere Erschütterungen resultieren, als durch das Öffnen des Verschlusses.

Inzwischen besitze ich übrigens eine Lumix G1 (das Gehäuse wird derzeit bei ebay neu für 250€ angeboten). Durch das sehr geringe Auflagemaß von 20mm ist es prinzipiell möglich MFT-Kameras über einen Zwischenadapter per C-Mount an einem Mikroskop zu adaptieren. Hierzu kommen nur (optiklose) C-Mount-Adapter 1x in Frage. Die üblichen bildverengenden Adapter (z.B. 0.5x) liefern einen viel zu kleinen Bildkreis.

Die Adaption der Kamera an ein Stereomikroskop sieht dann z.B. so aus:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/55508_66845715.jpg)

Die gesamte Adaption im obigen Beispiel (C-Mount-Adapter 1x, Zwischenadapter auf MFT, Kamera Lumix G1 und - nicht dargestellt - Fernauslöser) kommt auf 400€. Der C-Mount-Adapter ist leider sehr schmal geraten und produziert wohl auch deshalb trotz Riffelung der Innenfläche einen deutlichen Hot Spot, den ich zunächst provisorisch mit einfachsten Mitteln (Auskleidung mit durch einen Tintenstrahldrucker schwarz bedrucktem Papier) unschädlich gemacht habe. Die erzielbaren Bildresultate - zwei Beispiele nachfolgend - sind dann aber richtig gut.


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/55508_38021410.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/55508_15373950.jpg)

Die Aufnahmen sind Verkleinerungen (keine Ausschnitte) von Bildern, die im Format 3:2 (4000x2672 Pixel) statt 4:3 (4000x3000) erstellt wurden. Es wird also nicht - wie im originären 4:3 Format - der komplette Sensor ausgenutzt, sondern auf 11% der Fläche verzichtet. Durch die Auskleidung des Adapters mit Papier (dieses liegt nicht wirklich der Wand direkt an) gibt es nämlich im 4:3-Format ganz geringe Abschattungen in den Ecken, die ohne Auskleidung nicht auftreten. Nach Ersatz des Provisoriums - z.B. wohl durch Kameralack - dürfte auch diese kleine Einschränkung entfallen.

Allerdings - und damit wieder zum Anfang zurück - musste ich erstaunt feststellen, dass bei stärkeren Vergrößerungen eben bei bestimmten Belichtungszeiten (irgendwo unterhalb 1 Sekunde) tatsächlich auch am Stereomikroskop bereits unscharfe Aufnahmen durch die Erschütterungen entstehen.

viele Grüße

Christian