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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Ralf in November 21, 2010, 21:01:25 NACHMITTAGS

Titel: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Ralf in November 21, 2010, 21:01:25 NACHMITTAGS
Hallo,

angeregt durch den Beitrag von Kurt habe ich mal versucht Schmetterlingsschuppen im Auflicht zu mikroskopieren.

- Ein Stück vom Flügel (1 cm²) mit der Nagelschere ausgeschnitten
- Auf den Objektträger gelegt und mit einem Deckglas geebnet.
- Deckglas mit Nagellack an einer Seite fixiert.
- Beleuchtung mit einer Ikea Jansjö-Leuchte, fast parallell zur Flügeloberfläche ausgerichtet
- 10er Objektiv
- 40 Bilder mit Zerene Stacker gestapelt

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51201_43851707.jpg)

Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Kurt Wirz in November 21, 2010, 23:10:14 NACHMITTAGS
Hallo Ralf
Schöne Flügelschuppen.
Da du ein Deckglas verwendet hast musstest du weniger Aufnahmen anfertigen.
Das Deckglas ist vermutlich auch der Grund, weshalb die Zeichnung der Schuppen nicht sehr detailreich ist.
Ich hänge ein Bild an.
Ich verwendete ein Nikon M Plan20x, 0.4 LWD, 210/0
Den Flügel drückte ich mit einer schwarz eingefärbten Unterlagscheibe flach, unter dem Flügel war ein Magnet.
Beleuchtet mit Ringblitz und Einzelblitz.
Der Einfallswinkel des Einzelblitzes ist sehr wichtig, verändert man ihn um einige Grade, ändert sich der Kontrast, Farbe usw. des Bildes.
Ich verwende nie Deckgläser (es gibt perfekte Deckgläser, doch die kosten über 100 Euro).
Ich habe mein Bild bearbeitet, Schmutz entfernt, Licht angepasst u.s.w. und leicht geschärft.

Ich hoffe man sieht den stundenlangen Einsatz.

Kurt

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51202_53089534.jpg)
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Rawfoto in November 22, 2010, 07:20:17 VORMITTAG
Hallo Kurt

Du machst mich mit den Deckglaesern neugirig, was gibt es fuer optimale Deckglaeser fuer diese Art Aufnahmen?!?

:-)

Gerhard
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Kurt Wirz in November 22, 2010, 11:52:13 VORMITTAG
Hallo Gerhard, grüss dich, das bist ja DU, schön, dich hier zu treffen!
Ich nehme meine Äusserung zurück und behaupte das Gegenteil.
Es war mir als ob ich vor Jahren im Internet entspiegelte, verzeichnungsfreie usw. Deckgläser bei einem Anbieter gesehen habe, zum Preis so etwa um die 100 Euro. Ich habe jetzt erneut gesucht und NIX gefunden das über ein Euro ist.
Wer weiss, ev. stand im Kleingedruckten (100 Stk)?????

Sowohl bei Deckgläsern und Frontlinse des Objektives wirkt sich jedes auftreffende Seitenlicht als Kontrast senkend aus.

Kurt
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: HDD in November 22, 2010, 21:52:57 NACHMITTAGS
Hallo Gerhard, Kurt und Ralf

Das gleiche Problem hatte ich als ich die Fotos von meinen Copepoden machte. Ich musste, um den Tierchen
ein wenig Freiraum zu geben, ca. 2 mm Wasser in der Petrischale stehen lassen.
Die Spiegelungen und  " Kontrast-Verwässerungen "  wirken sich katastrophal aus. Manchmal war ich kurz davor
aufzugeben.
Ich habe endlose Versuche mit entspiegelten Gläsern und kleinen Becken aus entspiegeltem Glas gemacht. Es ist
eine Wissenschaft für sich mit einem Stemi, so naturgetreu wie möglich, im Wasser schwebend, Kleintiere zu
fotografieren. Mein Bestreben ist immer die Wassertierchen so abzulichten als wenn sie im Raum schweben.

Ein Freund von mir ist Glasermeister. Wir entwickeln dann gemeinsam eine Idee zum Produkt. Ich glaube ich
habe bisher für jedes Vieh das ich fotografiert habe eine neue Beleuchtungstechnik entwickelt.

Viele Grüße

Horst-Dieter
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Rawfoto in November 22, 2010, 21:55:00 NACHMITTAGS
Hallo Kurt

Also ich habe 2 & 2 auch nicht zusammengebracht ... Ich dachte an Namensgleichheit und habe Dich fuer einen Deutschen Mikroskopiker gehalten, habe ich in Deiner Vorstellung das Land ueberlesen?

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf weitere Bilder von Dir!

:-)

Gerhard
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Ralf in November 22, 2010, 22:39:48 NACHMITTAGS
Hallo Kurt,

mit dem 20er Objektiv sieht das bei mir so aus:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51305_6228824.jpg)

Deinem Bild erstaunlich ähnlich, wie ich finde, auch die Oberflächenstruktur der Schuppen ist jetzt bei doppelter Vergrößerung besser zu erkennen

Danke für Deine Tipps, ich werde dann mal ohne Deckglas probieren und mtr dem Lichteinfallswinkel spielen.

Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Kurt Wirz in November 22, 2010, 22:56:21 NACHMITTAGS
Hallo Ralf
So schlecht ist deine Auflösung auch nicht.
Bei näherer Betrachtung werde ich neidisch.
Die Linien in deinen Schuppen verlaufen klarer und sauberer wie bei meinen.
Das ist ja trübe S(ch)uppe bei mir.
Woran das wohl liegen mag?

Kurt
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Rawfoto in November 23, 2010, 07:08:06 VORMITTAG
guten Morgen Kurt

Du brauchst Streiflicht un die Zeichnung im Fluegel so gut darzustellen. Dein Ringblitz gibt zu viel Licht ab und damit wirds zu weich fuer die Stackingsoftware, diese benoetigt deutliche Linien. Um so dunkler die Fluegel/Schuppen, um so schwieriger wird es die richtige Position fuer den Blitz zu finden.

Ich beleuchte mit der Studioblitzanlage, Lichtleiter und habe damit Einstelllicht. Da gibts aber auch einfachere Versionen wo Du Deinen Blitz verwenden kannst und drei Lichtleiter zur Verfuegung hast (Gossen und Novoflex glaube ich mich zu erinnern). Dort kannst Du Dir ein Einstelllicht bauen und schiebst nach der Positionierung der Lichtquellen (Lichtleiterarme) einfach das Blitzlicht wieder in Position.

Ich hatte die gleichen Probleme wie ich meine Auflichteinheit Olympus UMA am BH2 ohne Lichtleiter eingesetzt habe. Das Auflicht verwende ich nur um aufzuhellen und Reflexe/Kontraste in den Griff zu bekommen ...

:-)

Gerhard
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Kurt Wirz in November 23, 2010, 09:23:16 VORMITTAG
Hallo Gerhard
Vielen Dank für deine Hinweise.
Es scheint, als ob ich auf dem richtigen Weg bin.
Den Ringblitz gebrauche ich um dunkle Stellen aufzuhellen (bei diesem geringen Arbeitsabstand bringt der Ringblitz nicht viel Licht).
Das Streiflicht bringe ich ebenfalls mit zwei Lichtleitern zum Objekt.
Meine Studioblitzleuchten gebrauche ich nicht, da ihre Abbrennzeit, auch wenn die Leistung gedrosselt ist zu lang ist (etwa 1/500sec.) und somit Verwackelung ergibt.
Weiters vermute ich, dass das Objektiv von Ralf Wagner eine höhere Auflösung hat, soviel ich gesehen habe verwendet er 20/0.5 während ich 20/0.4 verwende.
Ich vermute (weiss ich nicht), dass die optimale Anpassung eine Zwischenlinse verlangt, ich kenne mich da nicht aus.

Gut Licht

Kurt
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Rawfoto in November 23, 2010, 18:12:08 NACHMITTAGS
Hallo Kurt

Ich glaube nicht an das Problem mit der unterschiedlichen NA. Wenn Du die beiden Bilder vergleichst ==> da gibt es auf der einen Seite Kontraste von Lichtern bis Schatten und bei Dir fehlen beide. Du hast auf Basis Deiner Beleuchtungssituation nur Mittentöne und tiefe Schatten ...

Du musst versuchen die Schatten unter den Schuppen deutlich anzuheben. Die Lichtrichtung dafür ist also so auszurichten um das Licht unter die Schuppen zu führen. Wenn Du das nicht machst hast Du einen Zuwachs beim Schatten durch das Stacking.

Die zweite Lichtquelle musst Du so setzen, dass die Längsrillen in den Schuppen mit Streiflicht kontrastieren.

Wenn du noch 180 Grad versetzt ein Aufhelllicht setzt hast Du gewonnen. Wenn Du dann zusätzlich mit einem Ringblitz aufhellst ist sehr viel Feingefühl nötig. Idealerweise hat man bei derartigen Lichtsituationen eine Lichtwanne von oben zur Anhebung der Töne. Da ist aber das Objektiv. Abhilfe bringt ein weisser Karton mit einem Loch so groß wie das Objektiv und das montierst Du dann am Objektiv. Damit bekommst Du von allen drei Lichtquellen eine leichte Aufhellung und dann bist Du am Punkt ...

Bei diesem Motiv sollte 1/500 sek reichen um eine potentielle Verwacklung weg zu bekommen ==> Spiegelvorauslösung verwenden! Dabei ist mir bewußt, die 1/500 ist eine Angabe bei T0,5 und damit sind wir in Wirklichkeit bei ca. 1/125 Sekunde ...

Mit der Studioblitzanlage bin ich in einem Bereich von 1/6000 Sekunde bei T0,1 ==> Deine Landsleute von Broncolor lassen grüßen :-))

:-)

Gerhard
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Ralf in November 23, 2010, 20:22:37 NACHMITTAGS
Hallo Kurt und Gerhard,

so kompliziert braucht man das mit der Beleuchtung nicht zu machen, denn ich habe nur eine IKEA Jansjö LED - Leuchte verwendet. Bei Versuchen mit zwei Leuchten gleichzeitig konnte ich keine Verbeserung erzielen. Meine Belichtungszeiten lagen im Bereich von 0,5 bis 0,8 Sekunden. Da meine Canon G9 sich erschütterungsfrei auslösen lässt, stellen diese langen Zeiten kein Problem dar. Unterschiede gibt es also beim Objektiv, das darf man aber nicht zu hoch einschätzen, in der Beleuchtung, diese war bei mir sehr kritisch was den Einfallswinkel betrifft und in den Kameras, wobei mein Kamerachip wohl eher der schlechtere ist. Nicht unterschätzen darf man auch die nachträgliche Bidbearbeitung. Hier habe ich mit GIMP die Funktionen Weißabgleich und  unscharf maskieren benutzt sowie mit dem Plugin Wavelet entrauschen manuell das Farbrauschen minimiert. Hier zum Vergleich das unbearbeitete Foto, so wie es ZereneStacker (20 Einzelbilder) ausgegeben hat:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51365_28922593.jpg)

und ein Einzelbild aus der Stapelmitte:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51365_44975641.jpg)


Versuche ohne Deckglas stehen noch aus.
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Kurt Wirz in November 23, 2010, 20:51:52 NACHMITTAGS
Hallo Gerhard
Vielen Dank für die ausfühlichen Hinweise.
Da die NA vermutlich nicht der springende Punkt ist, kann ich vorerst mit meinen Objektiven weitermachen, das spart viel Geld.
Broncolor ist ganz in der Nähe, das kostet Geld.
Deine vorgeschlagene Lichtführung werde ich versuchen.
Die Lichtwanne, kann das ein kleiner weisser Kunststoff Becher sein (so was verwende ich bei weniger Vergrösserung, andere nehmen Ping Pong Bälle)?
Der weisse Karton mit einem Loch, wäre bei mir dann der Boden des Kunststoff Bechers (verstehe ich dich richtig?).
Die Blitzzeit messe ich mit einer SIEMENS Silizium-PIN-Fotodiode mit sehr kurzer Schaltzeit SFH 203.
Ich schliesse sie am Mikrofon-Eingang der Soundkarte an (Samplingfrequenz von 96kHz), betrachte und messe die Kurve mit der Software Audacity.

Hallo Ralf
Du machst mir Mut, vielen Dank, doch weshalb ist denn deine Auflösung so gut?
Die Pixel der Canon G9 sind etwa ein Drittel so gross wie die meiner Nikon D300, das hilft sicher.

Also los gehts, ich habe zu tun

Gut Licht

Kurt
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Rawfoto in November 23, 2010, 21:47:41 NACHMITTAGS
Hallo Kurt

Neu koennte ich die Broncolorteile auch nicht finanzieren ...

Es reicht wirklich Papier, der halbe Pingpongball muss vom Licht durchschienen werden. Damit hast Du dann eine andere Lichtart ==> Weiches Licht ... Damit erreicht man vor allem bei Insektenaugen spitzen Ergebnisse ...

Fuer die Messung von Blitzlicht gibt es eine Norm, T 0,1 z.B bedeutet, dass es die Zeitspanne ist in der 90 Prozent der Blitzenergie abgegeben sind. Mit 10 Prozent Blitzenergie bekommt man keine Wischer mehr ins Bild bei bewegten Objekten ... Durch die e-Funktion der Entladung wird die restliche Energie nur sehr langsam abgegeben und kann daher vernachlaessigt werden ...

Du musst also nix kaufen um weitertesten zu koennen:-)

:-)

Gerhard



Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Kurt Wirz in November 23, 2010, 23:28:50 NACHMITTAGS
Hallo Gerhard
Die weissen Joghurt oder Party Trink-Becher finde ich als geeignet.
Ich verwende meine Blitzgeräte nur bei stark gedrosselter Leistung.
Laut meinen aufgezeichneten Kurven fällt die Lichtintensität vor allem bei voller Leistung als e-Funktion ab.
Wird die Leistung gedrosselt, dann würgt (vermutlich) ein Thyristor (Diag, Triag) die Spannung ab und der Lichtstrom bricht schneller ab (steile Kurve).
Bei noch stärker gedrosselter Leistung (1/256) wird der Lichtstrom schon abgebrochen, bevor er sein mögliches Maximum erreicht.
Ich verwende als Anhaltspunkt (für meine Vergleichsmessungen) t0.5.
Bedingt durch den steilen Anstieg und den schnellen Abfall ist der Unterschied zwischen t0.1 und t0.5 bei gedrosselter Leistung nicht mehr gross.
Alles nach dem Moto: Wer misst, misst Mist oder Messen heisst wissen.
Schöne Obe und vielen Dank

Kurt
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Guy Marson in November 24, 2010, 10:33:05 VORMITTAG
Hallo Ralf,

ZitatNicht unterschätzen darf man auch die nachträgliche Bidbearbeitung. Hier habe ich mit GIMP die Funktionen Weißabgleich und  unscharf maskieren benutzt sowie mit dem Plugin Wavelet entrauschen manuell das Farbrauschen minimiert.
Gute Idee, wird gleich mal probiert..
Ciao, Guy
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Kurt Wirz in November 24, 2010, 12:19:56 NACHMITTAGS
Guten Morgen
Das folgende Bild habe ich entsprechend der Kunst alle Empfehlungen anzuwenden, hergestellt.
Um eine möglichst gute Auflösung zu erhalten habe ich mit dem Objektiv Nikon M Plan 40, 0.5 ELWD, 210/0, das Auflagemass (Objektivgewinde bis Filmebene) so weit verkürzt wie möglich. Das Auflagemass betrug dann 120mm. Dies ergab einen Abbildungsmassstab von 24:1 (Verhältnis von Originalgrösse zur Abbildungsgrösse auf dem Foto Chip).
Als Kamera verwendete ich die Nikon D7000 (Bildbreite = 4928Pixel), hier im Internet gestaucht auf 900Pixel.
Im Vergleich zu meinem ersten Bild fällt auf, dass der Kontrast weicher ist und mehr Details gezeichnet werden.
Die Verbesserung ist vorwiegend auf die Lichtführung zurück zu führen.
Somit, vielen Dank und gut Licht

Gestackt habe ich mit dem automatischen Focus Stacking Makroschlitten von Cognisys.
Es wird angegeben, dass man in Schritten von 1/100mm Stacken kann. Jedoch hat der Schlitten auch die Option in Einzelschritten von 0.000496mm zu stacken. Dies funktioniert bei mir nicht, der Schlitten bewegt sich dann nicht bei jedem Schritt. Wählt man aber 6 Schritte, dann bewegt er sich sauber mit jeweilen 0.003mm.
Erwähnenswert ist: Ich bewege mit dem Schlitten nicht die schwere Kamera, sondern das leichte Objekt.

Kurt

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/51392_45557620.jpg)
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Ralf in November 24, 2010, 17:25:58 NACHMITTAGS
Hallo Kurt,

das sieht ja schon wirklich viel besser aus. Besonders gefällt mir die ausgewogene, fast schon warm wirkende Beleuchtung.

Mit dem 40er Objektiv sieht das bei mir so aus:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51402_53288078.jpg)

Die Lichtmenge war hier schon sehr knapp und das Bild ist entsprechend verrauscht. Du scheinst da mehr Licht zur Verfügung gehabt zu haben und überhaupt meine ich, dass Du ein gänzlich anderes Setup verwendest. Zeig doch bitte mal ein Bild davon. Also ich arbeite mit einem normalen Durchlichtmik und entsprechend nah ist das 40er dann am Deckglas. Wenn man so möchte, habe ich das Mik als Auflichtmik missbraucht.


Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Kurt Wirz in November 24, 2010, 17:57:41 NACHMITTAGS
Hallo Ralf
Deine Schuppen sehen schön scharf aus.
Hier zwei Bilder meines Setup.
Bin offen für Fragen

Gut Licht

Kurt

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51406_54036092.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51406_887273.jpg)
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Rawfoto in November 24, 2010, 18:43:11 NACHMITTAGS
Hallo Kurt

Na die Beleuchtung schaut je schon viel besser aus, super ...

Das mit den 6 Schritten macht meiner auch, schaut also richtig aus :-))

Die Kamera/Balgenkombination würde den Motor killen, Du bist also am richtigen Weg. Ich mache es auch so und will mir noch einen Adapter bauen um den Tisch des Olympus BH montieren zu können. In den Kreuztisch habe ich schon einen Contax-Drehtisch eingebaut. Das ist dann spitze zu bedienen und lässt keine Wünsche mehr offen (die Weihnachtstage kommen bestimmt und da habe ich hoffentlich Zeit für die Werkstadt ...

Was mir bei Deiner Aufnahme noch auffällt ==> Du hast einen drastischen Qualitätsabfall in Richtung der Ränder, das kann von der Verkürzung der Tubuslänge kommen!

Hallo Ralf

Deine Beleuchtung ist noch nicht optimal, Du hast Ausleuchtungsprobleme von Links (diese bewirken die Kontrastabfälle in den Schattenbereichen) und Du unterleuchtest die Schuppen noch nicht ... Die Schattenbereiche sind zu wenig aufgehellt, damit hast Du Deine wechselnde Qualität an den Kanten begründet ...

Ihr macht mir richtig Lust mich ins Fotostudio zu begeben, leider muss ich noch 14 Prüfungsarbeiten ansehen (Heul ...) ...

Schönen Abend & Grüß aus Wien

Gerhard

Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Kurt Wirz in November 25, 2010, 20:17:03 NACHMITTAGS
Heureka
(p.s. ich bin nicht nackt!)
Ich bin erst seit einigen Tagen beim Mikroskopie-Forum und schon kann ich gewaltige Fortschritte verzeichnen.
Vielen Dank für die förderlichen Hinweise.
Ich sehe, was ich bei 20x noch nie gesehen habe.
Das NIKON M Plan, 20/0.4 LWD, 210/0 habe ich bei den folgenden Bildern tatsächlich mit einer Auflagedistanz von 210mm verwendet und deshalb eine Abbildung von 20:1 erhalten.
Den Schmetterlingsflügel auf eine Petrischale (mit Boden nach oben) gelegt, die 3 Blitze so angeordnet, dass sie bei den gezeigten Bildern von Links, Rechts und Oben die Schuppen beleuchteten und jeweilen das Licht direkt und kommend von der Petrischale durch den Flügel drang. Vorerst noch unfocusiert.
Um das ganze Objektiv und das Objekt ist ein Trinkbecher Plastik angebracht.
Das erste Bild zeigt das leicht beschnittene und auf 900Pixel Breite reduzierte Gesamtbild.
Das zweite Bild zeigt einen 1:1 Ausschnitt, 900 Pixel sind 900Pixel des Bildes.
Einst waren (siehe Bilder oben) die senkrechten Streifen teilweise nicht sauber sichtbar, inzwischen sind sie sichtbar, sogar die noch feineren (waagrechten) Querstreifen.
Vielen Dank und gut Licht (der springende Punkt)!
Ev. kommt der Unterschied hier nicht so richtig rüber, doch er ist frappant.
Kurt

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/51506_41332949.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/51506_16929314.jpg)
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Ralf in November 25, 2010, 20:47:23 NACHMITTAGS
Hallo Kurt,

einfach super!

Auch ich habe fast alles, was ich bisher an mikroskopischer Technik anwende hier im Forum gelernt. Dies gilt insbesondere für die Mikrofotografie.

Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Rawfoto in November 25, 2010, 21:24:43 NACHMITTAGS
Hallo Kurt

Anbei noch ein Verbesserungsvorschlag Deines 1:1 Ausschnittes. Bei Helicon hast Du die Moeglichkeit der Retusche. Du hast an den Zacken noch Fokusunschoenheiten. Du gehst in die Retusche und kannst Dir die Ebene der unteren Schuppe heraussuchen, von dort traegst Du die Struktur auf. im zweiten Schritt holst Du die Ebene wo die Zacken scharf sind ...

Wenn Du Dir diesen Aufwand auch noch machst bist Du an der Qualitaetsgrenze Deiner Ausruestung ...

:-)

Gerhard
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Kurt Wirz in November 25, 2010, 21:43:29 NACHMITTAGS
Hallo Gerhard
Vielen Dank für den Tip zu retuschieren.
Doch bedenke, wer schlechte Bilder macht, lernt zu retuschieren und damit habe ich Erfahrung.
Am oben gezeigten Bild habe ich nicht's retuschiert um unverfälscht zu fachsimp...n.

Den Mikroskopikern möchte ich hier noch ein Makro Bild eines Schnakenkopfes zeigen.
Nur zur Freude.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/51520_23013239.jpg)
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Bernhard Lebeda in November 25, 2010, 22:39:52 NACHMITTAGS
Wow, Kurt

das ist eine tolle Perpektive.

Ein wunderschönes Foto!!

Viele Mikrogrüsse

Bernhard
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: peter-h in November 25, 2010, 22:56:55 NACHMITTAGS
Ganz O.T.
aber es paßt zum vorherigen sehr schönen Bild und zeigt, wie unterschiedlich die Ansichten sein können.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51540_42787874.jpg)

Viel Spass
Peter
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Kurt Wirz in November 27, 2010, 17:11:08 NACHMITTAGS
Liebe Ratgeber
Hier nun zum Vergleich ein neues Schuppenbild unter Berücksichtigung des gelernten (50 X).
Das zweite Bild sind Schuppen vom Salamis parhassus (40 X).
Vielen Dank
Kurt

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/51662_38637547.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/51662_40635582.jpg)

Nachträglich habe ich folgendes Bild eingestellt:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/51662_55446149.jpg)
Charles Krebs ist absolut der Weltmeiser im Stacken.
Jedoch sind die Bilder hart, vergleicht man seine Bilder mit einem Landschaftsbild oder einem 1:1 Bild, dann fällt auf, dass seine Bilder sofort und erkennbar Mikro Aufnahmen sind. (Über)Schärfe und (zu) starker Kontrast zeichen seine Bilder.
Die Bilder haben etwas Künstliches, so wie die REM Bilder.
Ich möchte Bilder anfertigen, bei welchen nicht schon von der Stimmung her der Abbildungsmasstab verraten wird.
Sie sollen natürliche feine Töne und Übergäge zeigen, wie in einem Landschaftsbild (ob ich das wohl je schaffe?).
Das zweite Bild ist stärker geschärft und der Kontrast wurde erhöht,
ob es besser gefällt ist Geschmacksache, ich zweifle daran
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Ralf in November 27, 2010, 18:24:53 NACHMITTAGS
Hallo Kurt,

die Verbesserung zu Deinen anfangs gezeigten Fotos ist offensichtlich!

Aber wir wollen ja weiter kommen und deshalb erlaube ich mir hier einen Link auf Bilder von Charles Krebs einzufügen.

http://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?t=8114&highlight=butterfly+scales

Wie schon so oft, hat er hier die Messlatte ziemlich hoch gelegt. Es ist halt das, was man mit perfekter Ausrüstung und viel Erfahrung erzielen kann.

Allerdings kann ich Dir jetzt nicht sagen, was genau Du verbessern müsstet, das wüsste ich selber gerne  ??? .
Titel: Re: Flügelschuppen eines Schmetterlings
Beitrag von: Rawfoto in November 28, 2010, 00:14:45 VORMITTAG
Hallo Kurt

Na da hast Du ja wirklich in Lichtgeschwindigkeit gelernt, super Fortschritt :-))

Freue mich auf die nächsten Bilder

:-)

Gerhard