Hallo,
Spirogyra kennt jeder Mikroskopiker und so mancher hat schon versucht, sie in ihrer dreidimensionalen Schönheit darzustellen. Mit Stackingprogrammen geht das schnell, aber das Ergebnis ist fast immer flach - im wahrsten Sinn des Wortes. Zu vernünftigen Ergebnissen kommt man hier nur mit manuellem Stacken bzw. dem "digitalen Zeichnen", wie es Wolfgang Bettighofer mal genannt hat. Dabei kann man unterschiedliche Zellbestandteile auch ein wenig einfärben und sie damit besser erkennbar machen.
Hier ist ein solcher Versuch, der allerdings einen anderen Fehler hat: Die Zahl der aufgenommenen Ebenen war zu gering, der Chloroplast hat daher Lücken. Aber immerhin ahnt man schon, wie sich der spiralförmige Chloroplast kuppelartig über die Protoplasma-Tasche mit dem Zellkern in der Zellmitte wölbt. Auch die Plasmafäden, mit denen die Kerntasche verankert ist, sieht man einigermaßen.
(http://www.bewie.de/Suchbar/Mikrowelt2/IMAGES/G_SPIROGYRA_2010_11A14000JPG.JPG)
Noch ein Bild mit abgenommener "Kuppeldecke". Die Plasmatasche ist rotbraun eingefärbt, der Zellkern bläulich:
(http://www.bewie.de/Suchbar/Mikrowelt2/IMAGES/G_SPIROGYRA_2010_11A14B000JPG.JPG)
Viel Spaß beim Anschauen und schönen Abend!
Bernd Wiedemann
Hallo Bernd,
finde ich sehr interessant. Womit hast Du so selektiv eingefärbt?
Herzlich
Martin
Lieber Bernd,
das ist sehr beeindruckend. Die Protoplasmatasche samt Zellkern habe ich mit meinem Hellfeld noch nicht entdecken können. Spirogyra ist im Aukammbach immer zu finden. Muß ich mal wieder rausfischen.
Mich interessiert genau wie Martin auch die Technik Deines Vorgehens!
Liebe Grüße
Regi
Hallo Regi, hallo Martin,
der Vollständigkeit etwas mehr zur Technik: Axioskop 2+, DIK, Panasonic GH1, Blitz. Die Farben der Plasmatasche in der Zellmitte und ihrer Verankerungen habe ich mit Photoshop selektiv eingefärbt, obwohl sie auch im Original gut zu erkennen sind. Die Farbe macht das Stapelbild allerdings plastischer. Hier eines der Originalbilder aus dieser Ebene:
(http://www.bewie.de/images/FuerExterneSeiten/SPIROGYRA_20101103_6162.JPG)
Ich sehe die Plasmatasche mit dem Kern längst nicht in jeder Algenzelle. Es gibt gelegentlich Fäden, bei denen man beim Durchfokussieren Plasmatasche und Kern erkennen kann. In den meisten Fäden kann ich diese Strukturen im Zellzentrum dagegen nicht sehen. Ob das an unterschiedlichen Spezies liegt oder ob es Varietäten ein und derselben Spezies sind, vermag ich nicht zu sagen, weil ich diese Algen bisher noch nicht in Konjugation gesehen haben und ich mich mit Algen ohnehin nicht gut auskenne.
Herzliche Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
lustige Idee, die Anfärbung. In der Regel sieht man den Kern und die Plasmatasche nicht gut, aber manchmal:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51405_37327587.jpg)
Schöne Grüsse
Eckhard
Hallo Eckhard,
interessantes Bild! Ist das Phasenkontrast oder nur stark zugezogene Aperturblende?
Herzliche Grüße
Bernd
Guten Morgen Bernd,
dies ist Phasenkontrast. Ich hab davon auch noch eine DIC Aufnahme:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51635_4011345.jpg)
Herzliche Grüsse
Eckhard
Hallo Bernd,
ich habe auch einmal probiert Spirogyra zu stacken. Aufgrund dieser Erfahrung bin ich jetzt der Meinung, dass das Stacken für Spirogyra gänzlich ungeeignet ist, weil ein bildmässiges Chaos entsteht. Ich glaube nicht, dass dies durch eine Unmenge von zu stackenden Bildern behoben werden kann. Das Stacken hat meiner Ansicht auch Grenzen.
Franz
Hallo Eckhard, hallo Franz,
@Eckhard: Das ist ein ausgezeichnetes Bild!! Man sieht sehr gut, wie die Kerntasche an den Chloroplastenspiralen aufgehängt ist und der Kern selbst liegt genau in einer Lücke der Spiralen, so dass er gut rauskommt. Wunderbar getroffen!
@Franz: Das ist auch meine Erfahrung: In manchen Fällen leisten die Stacking-Programme Hervorragendes, in anderen Fällen versagen sie. Das hängt von der Objektstruktur selbst und von der Aufnahmetechnik ab. Vor allem bei DIK-Aufnahmen sehe ich oft Probleme.
Herzliche Grüße und schönen Mikroabend
Bernd