Mikro-Forum

Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: woru in November 26, 2010, 20:28:03 NACHMITTAGS

Titel: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in November 26, 2010, 20:28:03 NACHMITTAGS
Hallo Mikrofotografen,

ich bitte mal um ein Urteil zu diesem Bild. Nicht Schnitt oder Färbung, sondern die Fototechnik.
Daten: Phomi III, ganz einfaches achromatisches Objektiv 10x kein Plan, Einfaches Lomo Okular K5x,
          DSLR-Canon 550D am Tubus oberhalb des Okulars. Ich weiss es - das sind keine optimalen Bedingungen.

Viele Grüße
Wolfgang

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51613_46008681.jpg)
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Detlef Kramer in November 26, 2010, 21:10:08 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

was soll man da meckern. Ich finde das Foto wirklich gut. Den Daten nach zu schließen, zeigt der Bildausschnitt nur einen relativ kleinen Teil dessen, was man durch die Okulare sieht und daher auch keine Randunschärfe und andere fiesen Dinger. Aber, so geht es doch auch!

Von mir herzlichen Gückwunsch!

Aber, Du solltest uns noch verraten, welchen tollen Schnitt du hier fotografiert hast.

Herzliche Grüße

Detlef
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in November 27, 2010, 00:03:54 VORMITTAG
Hallo Detlef,

danke für Dein Urteil.

Zitatwas soll man da meckern. Ich finde das Foto wirklich gut. Den Daten nach zu schließen, zeigt der Bildausschnitt nur einen relativ kleinen Teil dessen, was man durch die Okulare sieht und daher auch keine Randunschärfe und andere fiesen Dinger. Aber, so geht es doch auch!
Nein, nicht bei diesem Bild. Der Bildausschnitt zeigt in der Längsachse fast das komplette Bild des Binokulars! Für das Phomi III habe ich noch keine passende Zwischenoptik, wodurch direkt das Okularbild aufgenommen wird. Um den Aufbau niedrig zu halten habe ich auch nur einen kurzen Kameratubus (38mm vom Okular bis Kamerabajonett + 44mm bis Sensor) angesetzt. Das führt leider dazu, daß ich keine Parfokalität
erreichen kann. Die Nachjustierung ist aber minimal und die Scharfstellung an der Canon 550 macht keine Probleme. Vielleicht führt dieser Aufbau zu dem Kamerabild ohne wesentliche Nachvergrößerung.

ZitatVon mir herzlichen Gückwunsch!
Aber, Du solltest uns noch verraten, welchen tollen Schnitt du hier fotografiert hast.

Das ist ein Schnitt durch einen Clematisstängel. Etzold Färbung, Euparaleinschluß. Gefertigt 1992 unter der Regie der Altmeister
Krauter und Streble in Inzigkofen. :D

Viele Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: HDD in November 27, 2010, 07:27:18 VORMITTAG
Hallo Wolfgang,

Das Bild ist eigentlich schon recht gut. Ist Dir mal die leichte Vignettierung am oberen Bildrand
auf der linken und rechten Seite aufgefallen? Ich denke da stimmt die optische Achse nicht ganz.

Kontolliere bitte mal ob die Canon gerade und rechtwinklig auf dem Fototubus sitzt. Da wirken
sich ein oder zwei zehntel Millimeter Verkantung beim Anklemmen schon dramatisch aus.

Viele Grüße

Horst-Dieter
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: sirdul in November 27, 2010, 09:51:18 VORMITTAG
Hallo Wolfgang,

ich finde das Bild gut, wie Detlef sagt, da gibt es nichts zu meckern.
Die leichte Vignettierung läßt sich sehr gut mit dem Programm Lightroom 3 beheben.
Dies Programm kann ich empfehlen, wenn Du im RAW Format fotografierst und Deine Bilder archivieren möchtest.

Gruß aus Kronach

Ludger Benning
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Franz in November 27, 2010, 11:31:01 VORMITTAG
Hallo Wolgang!

Das Bild finde ich gut, dennoch würde ich den Kontrast (mit einem Computerprogramm - Photoshop etc.) etwas verstärken, weil die Farben in der rechten oberen Ecke etwas flau wirken.

Franz
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Klaus Herrmann in November 27, 2010, 12:20:55 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

ZitatDas ist ein Schnitt durch einen Clematisstängel. Etzold Färbung, Euparaleinschluß. Gefertigt 1992 unter der Regie der Altmeister
Krauter und Streble in Inzigkofen

Ja das waren noch Zeiten - leider Historie, weil keiner die Nachfolge antreten wollte. Heinz Streble meinte: jetzt hab is 30 Johr gmacht, jetzt könnet a mol andere!
Aber es hat sich keiner gefunden!

Die Clematis haben wir in jedem Kurs gemacht; ein störrisches Präparat, der äußere Ring hat sich oft gelöst beim Schneiden und er hat sich gerne gewellt. Das könnte auch der Grund für die partielle Unschärfe sein: der Schnitt liegt nicht vollständig plan!

Bevor Du Deine Hardware verbiegst solltest Du erst mal ein sicher planes Objekt (Objektmikrometer) zum Test heranziehen!
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Nomarski in November 27, 2010, 21:53:38 NACHMITTAGS
Außerdem:
Zitat...ganz einfaches achromatisches Objektiv 10x kein Plan...
;)

ZitatEinfaches Lomo Okular K5x
Wirkt als Projektiv, da
Zitat.noch keine passende Zwischenoptik, wodurch direkt das Okularbild aufgenommen wird..

Daß keine Parfokalität hinzukriegen ist, würde mich noch stören, aber auch das läßt sich hinzaubern.
Gegen die dunklen Ecken könnte das ausklappen der Kondensorfrontlinse evtl. helfen.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in November 28, 2010, 01:30:20 VORMITTAG
Hallo Horst-Dieter,
Im Bino ist das nicht zu sehen, im Foto ist es mir aufgefallen. Kontrolle nach Deinem Hinweis ergab, daß eine etwas weitere Öffnung der Leuchtfeldblende die Vignettierung verschwinden ließ.

Hallo Ludger
Ich arbeite noch mit Photoshop Elements und habe mit RAW noch keine Erfahrungen sammeln können. Kommt aber noch ;D

Hallo Franz,
ich habe es mal mit Photoshop probiert. Wenn die Ecke richtig erschien zeigte aber der sonstige Teil des Bildes für mein dafürhalten schon zu viel Kontrast. Ich habe aber die Ecke durch weitere Korrekturen von Leuchtfeldblende und Kondensoreinstellung etwas verbessern können.

Hallo Klaus,
ZitatJa das waren noch Zeiten - leider Historie, weil keiner die Nachfolge antreten wollte. Heinz Streble meinte: jetzt hab is 30 Johr gmacht, jetzt könnet a mol andere!
Aber es hat sich keiner gefunden!
Die Clematis haben wir in jedem Kurs gemacht; ein störrisches Präparat, der äußere Ring hat sich oft gelöst beim Schneiden und er hat sich gerne gewellt. Das könnte auch der Grund für die partielle Unschärfe sein: der Schnitt liegt nicht vollständig plan!

Bevor Du Deine Hardware verbiegst solltest Du erst mal ein sicher planes Objekt (Objektmikrometer) zum Test heranziehen!

Ja, das ist schade. Ich habe ab 1986 fünf mal Inzigkofen besucht und es war immer eine interessante Woche. Iris Kick rief mich an und teilte mir das endgültige Aus mit. Damit ging dann eine jahrzehnte lange sehr schöpferische Mikroskopie Aera zu Ende.
Ich habe mal Deinen Rat befolgt, siehe Bild. Es ist wohl auch die mangelhafte Optik; eines Phomi III nicht würdig. ;D. Ich muss aufrüsten.

Hallo Bernd,
ZitatDaß keine Parfokalität hinzukriegen ist, würde mich noch stören, aber auch das läßt sich hinzaubern.
Es stört mich auch und wenn ich den Tubus verlängere / Okular anhebe, ist es ja auch zu erreichen. Aber alles wird dann etwas wackelig.
ZitatGegen die dunklen Ecken könnte das ausklappen der Kondensorfrontlinse evtl. helfen.
Ich habe geglaubt, beim 10er Objektiv ginge das schon nicht mehr. OK, morgen wird es ausprobiert.

Danke für alle Beiträge, einen schönen Sonntag und
Gute Nacht
Wolfgang

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/51710_58699600.jpg)

Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: wilfried48 in November 28, 2010, 11:27:03 VORMITTAG
Zitat von: woru in November 28, 2010, 01:30:20 VORMITTAG
Ich habe mal Deinen Rat befolgt, siehe Bild. Es ist wohl auch die mangelhafte Optik; eines Phomi III nicht würdig. ;D. Ich muss aufrüsten.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/51723_23997888.jpg)

Hallo Wolfgang,

ich meinte mich erinnern zu können, dass bei dem Phomi III aus der Bucht schon Planapos dran waren.
Was gibt es da noch aufzurüsten ?

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Nomarski in November 28, 2010, 12:12:16 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

ZitatEs stört mich auch und wenn ich den Tubus verlängere / Okular anhebe, ist es ja auch zu erreichen. Aber alles wird dann etwas wackelig.
Und wozu hast du die Drehbank? ;)

ZitatIch habe geglaubt, beim 10er Objektiv ginge das schon nicht mehr. OK, morgen wird es ausprobiert.

Das ist natürlich eine Frage des Kondensors, den du dafür einsetzst. Ich kenne das das Problem allerdings auch, daß auf dem Foto auf einmal die Ecken dunkel werden, was man bei der Beobachtung noch gar nicht so wahrgenommen hat, insbesondere bei schwachen Vergrößerungen. Wenn du also den 0,9er Kondensor mit ausgeschwenkter Klapplinse benutzt, muß dessen Iris voll geöffnet und die Hilfslinse ebenfalls ausgeklappt sein.

Schönen 1. Advent
Bernd
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in November 28, 2010, 18:26:44 NACHMITTAGS
Hallo Wilfried,

Zitatich meinte mich erinnern zu können, dass bei dem Phomi III aus der Bucht schon Planapos dran waren.
Was gibt es da noch aufzurüsten ?

Dein Erinnerungsvermögen ist, verglichen mit meinem, hervorragend. :D
Am Phomi waren ein 4x, ein 25x und ein 40x Planapo. Aber leider kein 10er, und genau dieses setze ich am häufigsten ein.
Ich habe zwar eines am Axiostar, aber halt Unendlichoptik. Ein neues 10er-Plan ist z.Zt. nicht erschwinglich. So hoffe ich
wieder auf ein eBay Angebot und behelfe mich mit der Lomo Optik.


Hallo Bernd,
ZitatDas ist natürlich eine Frage des Kondensors, den du dafür einsetzst. Ich kenne das das Problem allerdings auch, daß auf dem Foto auf einmal die Ecken dunkel werden, was man bei der Beobachtung noch gar nicht so wahrgenommen hat, insbesondere bei schwachen Vergrößerungen. Wenn du also den 0,9er Kondensor mit ausgeschwenkter Klapplinse benutzt, muß dessen Iris voll geöffnet und die Hilfslinse ebenfalls ausgeklappt sein.

Ich habe den Aplanat 1.4 drin. Abschraubbare Frontlinse. Gerade mal ausprobiert und die Ausleuchtung beim 10x Objektiv wird tatsächlich besser, was die Abdunklung der Ecken angeht. Ich habe aber den Eindruck, das Bild wird flauer. Wenn ich allerdings die Hilfslinse noch ausschwenke, zieht ein Regenbogen übers Bild. ;D Jetzt werden deutlich die Glühwendel sichtbar! Egal wie hoch der Kondensor steht und die Längsverschiebung der Lampe ist am Ende. Zur Orientierung füge ich mal die Bilder an.

Viele Grüße an alle Leser
Wolfgang

Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in November 28, 2010, 18:33:12 NACHMITTAGS
Bitte um Entschuldigung, Bilder vergessen.
Wolfgang

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51764_19369861.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51764_55966811.jpg)
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Nomarski in November 28, 2010, 18:47:00 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

und die Aperturblende an dem Kondensor hast du auch voll geöffnet gehabt bei der Aufnahme?
Das wird nämlich gerne vergessen, da diese geöffnet sein muß und die Abertur nun mit der Leuchtfeldblende im Fuß geregelt wird, da diese in dem Fall nun die Aperturblende ist.
Das mit der abgebildeten Wendel dürfte trotzdem nicht sein. Bist du denn wegen der befürchteten Instabilität etwa von der 160mm Tubuslänge abgewichen? Die Okularabgleichlänge zwischen Lomo und Zeiss dürften da auch um ein paar Millimeter differieren.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: reblaus in November 29, 2010, 00:26:12 VORMITTAG
Hallo Wolfgang -

die Regenbogenfarben kommen sicherlich von dem DIC-Schieber II, den du bisher übersehen hast -
passiert bei Gebrauchtgeräten öfter  ;D. Schau mal ob deine Frontlinse rot beschriftet ist .....

Gruß

Rolf
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in November 29, 2010, 16:49:48 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,
Zitatdie Regenbogenfarben kommen sicherlich von dem DIC-Schieber II, den du bisher übersehen hast -

danke für den Hinweis. Das Phomi hat leider keine DIC-Einrichtung, die hätte ich mit Freuden wahr genommen. :D

Hallo Bernd,
die Einstellungen waren alle so wie Du es beschrieben hast.

ZitatDas mit der abgebildeten Wendel dürfte trotzdem nicht sein. Bist du denn wegen der befürchteten Instabilität etwa von der 160mm Tubuslänge abgewichen? Die Okularabgleichlänge zwischen Lomo und Zeiss dürften da auch um ein paar Millimeter differieren.

Ich füge mal zur besseren Verständlichkeit ein Bild an. Zu den angegebenen Maßen addiert sich noch das Auflagemaß mit 44 mm bei der Canon.
Dieser Aufbau ergab sich rein empirisch, Methode trial and error, weil er das Bild ohne Abschattung der Ecken und mit der geringstmöglichen Nachvergrößerung, woran ich interessiert bin, darstellen konnte. Mir ist klar, daß dieser Aufbau sicher nicht die optimalen und theoretisch richtigen Bedingungen erfüllt. Leider bin ich auch nicht in der Lage, daraus jetzt die resultierende Tubuslänge zu errechnen. Die Addition der beiden Längenmaße ist es doch sicher nicht? Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar.

Viele Grüße
Wolfgang

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/51839_26416684.jpg)
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in November 29, 2010, 16:58:18 NACHMITTAGS
Nachtrag:

Ich möchte die Mikrofotografen nicht verärgern.
Deshalb die Frage, liege ich mit diesem Thread im Fotoforum richtig, oder müsste ich ihn ins Mikroskopie-Forum verschieben?

Viele Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Nomarski in November 29, 2010, 19:24:29 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

Danke für das Foto, das Lomo-Okular wird wahrscheinlich bis zum Anschlag in dem Senkrechttubus drinstecken und ein Bild ins Unendliche projezieren, so wie man es beim Einblick mit dem Auge braucht. Der Chip ist aber in einer endlichen Entfernung plaziert. Es ist das Okular also anzuheben, damit es ein Bild auf dem Sensor entwirft, ohne daß du umfokussieren müßtest. Du kennst das bestimmt von der Dia-Projektion, wenn die Leinwand dichter am Projektor steht, ist das Objektiv entsprechend rauszudrehen.
Der Bildkreis wäre entsprechend an das Zwischenbild und das Sensorformat anzupassen.
Bevor du aber Ringe drehst, kannst du zunächst mit verschieden breiten Pappstreifen und Tesafilm experimentieren.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in November 29, 2010, 20:37:58 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,
vielen Dank für die Erleuterungen.
ZitatBevor du aber Ringe drehst, kannst du zunächst mit verschieden breiten Pappstreifen und Tesafilm experimentieren.

Dann werde ich mal wieder experimentieren und hoffentlich auch Parfokalität erreichen.

Viele Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: wilfried48 in November 29, 2010, 21:46:12 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

ich habe früher mit dem gleichen Adapterstück an einer analogen Spiegelreflexkamera gearbeitet und da war
Parfokalität durch Anheben des Okulars über den Klemmadapter selbst zu erreichen. Das Okular steckte dabei
im Klemmadapter. Allerdings fehlen an deinem Klemmadapter nach meiner Erinnerung zwei zusätzliche Zwischenringe, die den Auszug kameraseitig verlängern.

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: reblaus in November 29, 2010, 22:27:04 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang -

auf die Gefahr hin, dass Bernd jetzt der Schlag trifft:
Sei mutig und gebe dem oberen Ende des Messingrohrs des kleinen Senkrechttubus durch kräftigen Daumendruck o.ä. eine kleine Unrundung (Okular vorher rausnehmen  ;). Bereits sehr wenig genügt und dein Okular steckt hinreichend fest, damit du es die paar mm raufziehen kannst bis Parfokalität erreicht ist!

Gruß

Rolf
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Nomarski in November 29, 2010, 23:01:37 NACHMITTAGS
Warum dem Tubus mit Okular nicht gleich einen Körnerschlag versetzen, damit es fixiert ist oder mal eben im Schraubstock mal eben leicht anstauchen? ::)
Das alte Fett, was gerade noch aus dem schwergängigen Optovar rausgekratzt wurde, könnte alternativ auch noch als Haftmittel verwendet werden. ;D

Aber wie soll man denn die richtige Höhe finden, wenn man an das Okular gar nicht rankommt, wenn die Kamera aufgesetzt ist? Man müßte die optimale Höhe also regelrecht erfrickeln trotz Liveview der Kamera.
Ein Parameter sollte jedenfall von außen zugänglich verstellbar sein, sei es die Anhebung des Okulares oder die Distanz der Kamera zum Okular.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: reblaus in November 30, 2010, 00:39:50 VORMITTAG
Hallo Bernd -

Körnerschlag geht nicht, das Messingrohr federt zu stark. Aber das Pfriemeln mit Ab- und Ansetzen der Ringe benötigt ja nur wenige Stunden, danach genügt ein Tropfen Cyanacrylat in die Ritze und man braucht sich für lange Zeit keine Sorgen mehr zu machen, dass sich das Okular ungewollt verstellt.

Das Bild wird übrigens nur in der Mitte parfokal - die Bildfeldwölbung bei dem Projektionsabstand von ca 100 mm wird dafür sorgen.

Viele Grüße

Rolf

Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Herne in November 30, 2010, 01:02:40 VORMITTAG
Hallo zusammen, nur mal´n Tipp:
Als Distanzringe verwende ich für solche Fälle einfache Gummiringelchen. Kosten nix und sind ausreichend stabile, ein Okular axial fest zu legen. Wenn das richtige Maß der Verschiebung gefunden ist, messe ich das ganze aus und gehe an die Drehbank ...  ;)
Irgendwo bei Kurt Michel gibt´s auch eine Formel, mit der man die erforderliche Anhebung errechnen kann.

m.f.G.
Herbert

Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in November 30, 2010, 21:27:47 NACHMITTAGS
Hallo Wilfried,

Zitat von: wilfried48 in November 29, 2010, 21:46:12 NACHMITTAGS
ich habe früher mit dem gleichen Adapterstück an einer analogen Spiegelreflexkamera gearbeitet und da war
Parfokalität durch Anheben des Okulars über den Klemmadapter selbst zu erreichen. Das Okular steckte dabei
im Klemmadapter. Allerdings fehlen an deinem Klemmadapter nach meiner Erinnerung zwei zusätzliche Zwischenringe, die den Auszug kameraseitig verlängern.

Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Dieses einfachste Verfahren konnte ich leider nicht anwenden, da der Mono-Tubus zu kurz war und die Klemmung viel zu wacklig wurde. Du hast recht, ein 10mm Ring ist noch vorhanden, der größere war leider nicht dabei. eBay Kauf.

viele Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in November 30, 2010, 22:14:25 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

ZitatAber wie soll man denn die richtige Höhe finden, wenn man an das Okular gar nicht rankommt, wenn die Kamera aufgesetzt ist? Man müßte die optimale Höhe also regelrecht erfrickeln trotz Liveview der Kamera.
Ein Parameter sollte jedenfall von außen zugänglich verstell bar sein, sei es die Anhebung des Okulares oder die Distanz der Kamera zum Okular.

Der Kameratubus hat zwar eine Schwalbenkupplung, aber dieses Kamera runter - Okular ein paar mm hochsetzen - Kamera wieder drauf - Kontrolle - neues Spiel, neues Glück (oder auch nicht) ist nervtötend. Um wenigstens eine vorausgehende Orientierung zu bekommen habe ich ein Laborstativ neben das Phomi gebaut und eine feine Mattscheibe (als Sensorersatz) höhenverstellbar überm Okular angeordnet. So konnte ich sehr schnell die Maße ermitteln, bei denen ich ein scharfes Bild mit 28mm Durchmesser und parfokal zum Bino erzielen konnte. Erstaunlich, daß ich dafür das 5x Okular um 25mm anheben musste. Die richtige Länge des Kameratubus war durch einen Griff in das Astro-Zubehör zu ermitteln, wo sich ein höhenverstellbares Tubusstück mit T2 Gewinde fand. Aber nun habe ich ein parfokales Bild und ein gut ausgeleuchtetes Foto ohne Abschattung und kann die Drehbank an werfen.

Viele Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in Dezember 01, 2010, 00:06:58 VORMITTAG
Hallo Rolf,

Zitatauf die Gefahr hin, dass Bernd jetzt der Schlag trifft:
Sei mutig und gebe dem oberen Ende des Messingrohrs des kleinen Senkrechttubus durch kräftigen Daumendruck o.ä. eine kleine Unrundung (Okular vorher rausnehmen  . Bereits sehr wenig genügt und dein Okular steckt hinreichend fest, damit du es die paar mm raufziehen kannst bis Parfokalität erreicht ist!

Drei Gründe sprechen dagegen: 1) Ich möchte es mit Bernd nicht verderben, bisher waren seine Ratschläge wertvoll.  ;D. 2) Mit achtzig ist mein Daumendruck nicht mehr kräftig genug um ein Tubusrohr zu deformieren. 3) Ich möchte gern den Zustand erhalten in dem ein Okular schön satt im Tubus gleitet, weil ich dies ab und zu auch mal wechsele.  :D

                                                                    ____________________________

Hallo Herbert,

ich habe das Problem mit einer Gummidichtungsscheibe für normale 1/2 Zoll Gartenschlauch Verschraubung gelöst. Sie passt stramm über ein 23mm Okular.

ZitatIrgendwo bei Kurt Michel gibt´s auch eine Formel, mit der man die erforderliche Anhebung errechnen kann

Die würde mich interessieren! Weiss jemand eine Internet Quelle?

Viele Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Nomarski in Dezember 01, 2010, 09:35:35 VORMITTAG
Hallo Wolfgang,

ZitatIrgendwo bei Kurt Michel gibt´s auch eine Formel, mit der man die erforderliche Anhebung errechnen kann

Die würde mich interessieren! Weiss jemand eine Internet Quelle?

Diese Formel steht übrigens auch in der Mikrofibel, die man hier runterladen kann:
http://www.mikroskopie-muenchen.de/mikrofibel.pdf
Und zwar auf Seite 149.

Der arme Kerl hat sich mit dem Werk so viel Mühe gegeben und ist immer ganz frustriert, wenn immer Leute
kommen und das hier fragen, was dort schon drinsteht. ;)

ZitatUm wenigstens eine vorausgehende Orientierung zu bekommen habe ich ein Laborstativ neben das Phomi gebaut und eine feine Mattscheibe (als Sensorersatz) höhenverstellbar überm Okular angeordnet. So konnte ich sehr schnell die Maße ermitteln, bei denen ich ein scharfes Bild mit 28mm Durchmesser und parfokal zum Bino erzielen konnte. Erstaunlich, daß ich dafür das 5x Okular um 25mm anheben musste. Die richtige Länge des Kameratubus war durch einen Griff in das Astro-Zubehör zu ermitteln, wo sich ein höhenverstellbares Tubusstück mit T2 Gewinde fand. Aber nun habe ich ein parfokales Bild und ein gut ausgeleuchtetes Foto ohne Abschattung und kann die Drehbank an werfen.
Mit etwas Pergamentpapier läßt sich das ganze auch schön beobachten, letztendlich ist das nichts anderes, was bei dem bereits beschriebenen Beispiel mit dem Diaprojektor passiert. Aber wenn du das soweit fertig hast, kannst du uns die Resultate gerne mal zeigen, am besten auch mit dem Objektmikrometer. Vielleicht ersetze ich ja doch noch mal das KPL6,3/18 gegen das K5x von Lomo. ;)

Beste Grüße
Bernd

Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in Dezember 01, 2010, 22:39:06 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

ZitatDiese Formel steht übrigens auch in der Mikrofibel, die man hier runterladen kann:
http://www.mikroskopie-muenchen.de/mikrofibel.pdf Und zwar auf Seite 149.
Der arme Kerl hat sich mit dem Werk so viel Mühe gegeben und ist immer ganz frustriert, wenn immer Leute
kommen und das hier fragen, was dort schon drinsteht.

Asche auf mein Haupt. Die Mikrofiebel liegt ausgedruckt seit Jahren in der Mikroschublade. Man denkt einfach
nicht an diese excellente Informationsquelle und fängt immer gleich an zu googlen.

ZitatMit etwas Pergamentpapier läßt sich das ganze auch schön beobachten, letztendlich ist das nichts anderes, was bei dem bereits beschriebenen Beispiel mit dem Diaprojektor passiert. Aber wenn du das soweit fertig hast, kannst du uns die Resultate gerne mal zeigen, am besten auch mit dem Objektmikrometer. Vielleicht ersetze ich ja doch noch mal das KPL6,3/18 gegen das K5x von Lomo.

Ich füge mal drei Bilder an. Objektiv 10x Noname, Okular K5x Lomo, Köhler, mit etwas zu tief gestelltem Kondensor
um das Glühwendelbild und Dreck in der eingebauten Optik los zu werden. Da wartet noch viel Arbeit.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/52041_65049948.jpg)

Derzeitiger Aufbau, mit dem ich endlich Parfokalität erreicht habe und Eckenabschattung kaum noch warnehmbar ist.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/52041_49802179.jpg)

Die leichte Unschärfe links ist auch schon im Binokular sichtbar, also kein Justierfehler im Kameraaufbau. Ich denke,
es ist wohl das Noname Objektiv. Trotzdem bin ich, gemessen an dem behelfsmässigen Aufbau, mit dem Bild zufrieden.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/52041_28623447.jpg)

Wie gewünscht auch das Objektmikrometer (5mm + 100/100) mit dessen Hilfe ich auch feststellen konnte, daß das
Bildfeld im Binokular eine Breite von 1,32mm hat und in der Kamera 0,73mm davon abgebildet werden. Links taucht
wieder die Unschärfe auf. Für das Farbenspiel möchte ich garnicht mal die Optik verantwortlich machen, sondern
wieder die Glühwendel. Bringe ich ein Mattglas in den Beleuchtungsstrahlengang ist es verschwunden.
So, das nächste Kapitel Phomi III wäre dann wohl Ausbau und Reinigung der Leuchtfeldblende, sie knirscht!  ;D

Viele Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Nomarski in Dezember 01, 2010, 22:58:04 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

Gratulation, bislang hast du alles gut gemeistert!  8)

ZitatSo, das nächste Kapitel Phomi III wäre dann wohl Ausbau und Reinigung der Leuchtfeldblende, sie knirscht!  

Auch das läßt sich beheben. Problem könnte für dich das Einsetzen der Lamellen werden. Es sind dafür aber keine Kräfte notwendig, wie von Rolf bereits geschildert, um den Tubus zu verbeulen, sondern eher das Feingefühl, wie es die Uhrmacher haben, wenn die den Anker und die Unruh wieder einbauen müssen, ohne daß die dünnen Zapfen dabei abbrechen.  ;)

Beste Grüße
Bernd

P.S.: Noch eine Anmerkung zum Bildausschnitt. Deine Bildbreite erfasst nun 690µm des Objektes. Vorher waren es jedenfalls mehr, man kann es aber nicht genau vergleichen, da dein Objektmikrometer anders plaziert war. (Vorausgesetzt es war dasselbe Objektiv). So hast du nämlich auch die vorherige Eckenabschattung beseitigt.
Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: woru in Dezember 03, 2010, 00:25:27 VORMITTAG
Hallo Bernd,

danke für das Lob. :D

ZitatP.S.: Noch eine Anmerkung zum Bildausschnitt. Deine Bildbreite erfasst nun 690µm des Objektes. Vorher waren es jedenfalls mehr, man kann es aber nicht genau vergleichen, da dein Objektmikrometer anders plaziert war. (Vorausgesetzt es war dasselbe Objektiv). So hast du nämlich auch die vorherige Eckenabschattung beseitigt.

Nanu, ich sehe auf dem Monitor 730µm - wie kommt das zustande?

Ich füge zum Vergleich jetzt noch einmal die Diagonal fotografierten Objektmikrometer an.

Dies war der alte, kürzere Aufbau. Nicht Parfokal, aber größeres Bildfeld (1210µm)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/52127_55516513.jpg)

Dies ist der neue, nun längere Aufbau. Schön Parfokal, aber nochmals eine Einbuße beim Gesichtsfeld. (870µm). Schmeckt mir garnicht.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/52127_61584554.jpg)

Viele Grüße
Wolfgang

Titel: Re: Bitte um Bildbeurteilung
Beitrag von: Nomarski in Dezember 03, 2010, 09:14:48 VORMITTAG
Hallo Wolfgang,

bei deinem ersten Aufbau hast du auch mit einer zu kurzen Tubuslänge gearbeitet, die mit den 160mm über das Binokular nicht parfokal war. Dadurch ändert sich eben auch der Abbildungsmaßstab. Manche Objektive tolererieren die Abweichungen von der berechneten Tubuslänge, manche weniger und lassen dann in der Bildqualität nach.

Viele Grüße
Bernd