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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Klaus B in Dezember 10, 2010, 12:08:21 NACHMITTAGS

Titel: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Klaus B in Dezember 10, 2010, 12:08:21 NACHMITTAGS
Hallo liebe Mikroskopiker.

Für die Pappenheim-Färbung von Eigenblut-Ausstrich (ohne spätere Versiegelung zum Dauerpräparat)
brauche ich ja zur May-Grünwald Lösung und Giemsa Lösung auch noch Phosphatstandardpuffer PH 7,4.

Ich gehe den Weg über May-Grünwald, da ich diese Lösung schon habe.

Nun würde 1 Liter des Puffers (Kleinstmenge lieferbar meiner Stammapotheke) ca. 70 Euro kosten.

Also: selber machen.
Nun stiess ich in einem anderen Forum auf Rezept:
---------------------------------------------------------
Lösung A 13,61g Kaliumdihydrogenphosphat
in 1 l dest Wasser gelöst.
Lösung B 17,2g Dinatrium- hydrogenphosphat-Dihydrat in 1l dest Wasser.

Für PH 7,4 A und B im Verhältnis 1:4 mischen
----------------------------------------------------------

Ok, beide Chemikalien (je 25g) bestellt. Kostet zusammen mit dest. Wasser 3,5 Euro

Nun google ich weiter und stosse auf den Begriff "PBS-Puffer"
Dürfte ebenfalls der Standardpuffer sein.
z.B.
http://de.wikiversity.org/wiki/PBS-Puffer (http://de.wikiversity.org/wiki/PBS-Puffer)

Nun meine Frage: Ist Rezept oben richtig, oder Rezept wie im Link?

Herstellung bei beiden sehr einfach, aber ich will halt gleich das Richtige machen.

Freue mich auf Antworten.

LG Klaus
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Rene in Dezember 10, 2010, 12:20:12 NACHMITTAGS
PBS= phosphate buffered saline. A standard mixture in use for all kind of physiological experiments. Not the same, probably gives similar results, but I couldn't say for sure. But I'm sure the Apotheke could supply you with a bottle of PBS for next to nothing, might be worth to try.

HTH, Rene
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Klaus B in Dezember 10, 2010, 12:26:44 NACHMITTAGS
Hallo Rene,

Zu PBS habe ich, wie Du schreibst, auch gelesen, dass es eben psysiologisch ist/wirkt.
Das bedeutet ja, Bedingungen wie im Blut des lebenden Menschen?

Würde es also für den Blutausstrich egal sein ob Rezept/Link?

Und Link-Rezept wäre auch für andere Sachen brauchbar?

LG Klaus

PS: Ich hoffe ich kann deutsch zurückschreiben? Mein Englisch wäre fatal, noch dazu mit Fachbegriffen.
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Rene in Dezember 10, 2010, 13:16:55 NACHMITTAGS
Keinen Problem Klaus. Ja, Bedingungen wie im Blut. I don't expect however buffer composition to be critical for this kind of work.

Good luck, please show the results here,
Rene.
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Klaus B in Dezember 10, 2010, 13:36:50 NACHMITTAGS
Hello Rene, Thanks!

I mix the Buffer as shown in the Link.
KCl and NaCl (both pure) are standard in my chemistry "collection".

And its sure not false to make the link-receipe.

I tried english  :D

Der PH-Wert ist sehr wichtig um das richtige Färbe-Ergebnis zu erhalten.
Ich kann hier auch den PH-Wert sehr genau messen und bei Bedarf anpassen.

So, thanks to you, Rene
Have a nice weekend!

Greets, Klaus
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Hyperion in Dezember 10, 2010, 15:43:24 NACHMITTAGS
Wer nicht zwei Salze kaufen will, kann auch nur eines der Salze kaufen und dann den korrekten pH Wert mit verd. Phosphorsäure / NaOH / KOH am pH Meter einstellen.

Das geht ind er Praxis meist schneller als zwei Sachen genau einzuwiegen.

Ab gesehen davon würde ich von diesen Salzen nicht nur 25 g kaufen, da zahlt man meist drauf. Von solche Standardchemikalien dürfens ruhig mindestens 100, wenn nicht gar 250 g sein.

Die Puffer im Kühlschrank aufbewahren, optional sterilfiltrieren. Die Sachen neigen zum schimmeln...

Ausserdem macht man bei sowas eher nen 10x Stock, der schimmelt nicht so schnell und man muss nicht dauernd frischLösungen ansetzen.

(Mit Kaliumdihydrogenphosphat kann man ansonsten auch schöne Kristalle züchten, welche 1000 nm Licht in 500 nm licht umwandeln.)
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Klaus B in Dezember 10, 2010, 15:56:59 NACHMITTAGS
Zitat von: Hyperion in Dezember 10, 2010, 15:43:24 NACHMITTAGS
Wer nicht zwei Salze kaufen will, kann auch nur eines der Salze kaufen und dann den korrekten pH Wert mit verd. Phosphorsäure / NaOH / KOH am pH Meter einstellen.

Das geht ind er Praxis meist schneller als zwei Sachen genau einzuwiegen.

Hm, da hast Du sicher recht, die Phosp.Ac. / NaOH und KOH habe ich natürlich in rauen Mengen da. Kenn mich nur mit Pufferlösungen nicht aus (Eigenschaften welche die haben müssen

Ab gesehen davon würde ich von diesen Salzen nicht nur 25 g kaufen, da zahlt man meist drauf. Von solche Standardchemikalien dürfens ruhig mindestens 100, wenn nicht gar 250 g sein.

Mit den 25g Mengen komme ich ewig aus, wenn nicht, ist schnell nachgekauft oder hergestellt
Die Puffer im Kühlschrank aufbewahren, optional sterilfiltrieren. Die Sachen neigen zum schimmeln...
Herzlichen Dank für diese Info, war mir unbekannt!

Ausserdem macht man bei sowas eher nen 10x Stock, der schimmelt nicht so schnell und man muss nicht dauernd frischLösungen ansetzen.

(Mit Kaliumdihydrogenphosphat kann man ansonsten auch schöne Kristalle züchten, welche 1000 nm Licht in 500 nm licht umwandeln.)
Hehe, was würden wir ohne KDP machen, ohne unsere 532nm grünen Pointer aus 1064 nm IR  :)


So, die Apo hat sich gemeldet. Meine Chems sind da... bin eine Weile unterwegs.
Danke nochmal!

LG Klaus
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Hyperion in Dezember 10, 2010, 18:58:33 NACHMITTAGS
Kein Problem! Ich brauche PBS und co eh ständig weil ich viele Immmunochemische Sachen mache.

Ich würde also die Menge, die Sie für 1 Liter 1x brauchen für 100 ml nehmen und diesen 10x Stock dann immer relativ frisch 1 : 10 verdünnen.

Es reicht wenn man nur den Stock sterilisiert und die verdünnung dann (Datum drauf schreiben) in den Kühlschrank stellt. Manche stellen auch den Stock in den Kühlschrank, aber je nachdem wie kalt Ihr Kühlschrank ist, kann da evtl. was ausfallen. Einfach mal ausprobieren, wenn was ausfällt wieder bei RT lagern.
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Klaus B in Dezember 10, 2010, 19:39:27 NACHMITTAGS
Hallo,

Bei der Heimfahrt ist mir ein "Unfall" passiert. Das Säckchen mit den 2 Dosen ist mir aus dem Fahrradkorb gefallen und einige Autos drüber  :'(.. Nur das Dinatriumhydrogenphosphat-Dihydrat hat überlebt.

Muss wohl das Chemieforum bemühen, wie ich aus Phosphorsäure und KOH / K2CO3 Kaliumdihydrogenphosphat herstelle. (Welche Mengen von den beiden Stoffen). Ist ja keine vollständige Neutralisation.
Habe zur Sicherheit trotzdem das KDP gleich nochmal bestellt, falls ich zu faul bin  ;)

@Hyperion... mit "Stock" ist sowas wie "Einheit" gemeint, oder?
Warum die Sterilisation oder besser WIE sterilisiere ich? Hab nur Mikrowelle und normalen Herd da.
Mit Chemikalien wird da wohl kaum sterilisiert... Also eher Hitze?
Ist das zwingend notwendig? plane nur an 1-3 Tage so ca. 10 Blutausstriche herzustellen.
Bei den geringen Preisen setze hätte ich einfach wenig angesetzt und dafür bei Bedarf öfter.

LG Klaus
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Hyperion in Dezember 10, 2010, 19:49:35 NACHMITTAGS
Zitat@Hyperion... mit "Stock" ist sowas wie "Einheit" gemeint, oder?

"Stock" ist Englisch und bedeuted soviel wie Stammlösung.

Wenn also die Gebrauchsfertige Lösung z. B. 1,5 g / L enthält, so enthielte ein 10 x stock 15 g / L.
Zitat
Warum die Sterilisation oder besser WIE sterilisiere ich?

Die Lösung in eine Laborflasche füllen, den Deckel NICHT ganz zuschrauben (nur auflegen und eine kleine Drehung) und im Schnellkochtopf (unten 2 cm Wasser einfüllen) für 20 Minuten erhitzen. Zeit zählt, wenn der Böppel komplett herausen ist. Den Topf erst öffnen, wenn er wieder auf Raumtemperatur abgekühlt ist, wenn die Flasche auch wieder RT hat, kann man sie zuschrauben.

Wenn Sie keinen Schnellkochtopf haben, es gibt sterile Spritzen Vorsatzfilter, die kann man vor eine Spritze stecken, die Lösung von oben hineinfüllen, den Kolben aufsetzen und dann die Lösung in ein sterilisiertes Gefäß hineinfüllen.
Das Gefäß kann man auch im Backofen sterilisieren.
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Klaus B in Dezember 10, 2010, 19:57:09 NACHMITTAGS
Dankeschön!

Ich wähle die Variante mit dem Schnellkochtopf.
Das mit "Stock" verstehe ich jetzt auch.

Warum habe ich mir eigentlich Sorgen gemacht, wie ich die Pufferlösung schnell herstelle, wo doch die Giemsa Lösung auch erst nächste Woche kommt  :D Daran habe ich erst jetzt gedacht.

Rene, Hyperion, ich danke Euch/Ihnen!

Fragen sind geklärt, verstanden und zur Kenntnis genommen.

Schönes Wochenende noch!

Gruesse, Klaus
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Pommbaer in Dezember 11, 2010, 16:48:11 NACHMITTAGS
Kann man sich einen Puffer mit Kohlensäure nicht auch herstellen wenn man Dest-Wasser in einen Soda-Maxx steckt, anhand des ph-wertes c bestimmt und dann entsprechend das Salz der Säure zugibt ?
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Hyperion in Dezember 11, 2010, 17:04:09 NACHMITTAGS
Das Kohlensäure / Carbonat Puffersystem gibt es in der Tat (z. B. im Blut), nur ist er ziemlich unpraktisch, da Kohlensäure instabil ist und wieder zerfällt. Es dürfte sehr schwierig werden damit konstante Konzentrationen hinzubekommen.

Essigsäure / Acetat Puffer kann man auch sehr leicht selber machen:

Suhrig Essigessenz enthält 25 % Essigsäure und keine Zusätze, Natriumacetat Trihydrat gibt es in Form dieser Wärmekissen mit dem Metallplättchen zum knicken frei zu kaufen. In der Metro gibt es auch 80 % ige Essigsäure.

Andere Puffer komponenten wären noch HEPES, MOPS, TRIS, PIPES, Morpholinoethansulfonsäure uvm. Das sind nun wieder Chemikalien die man irgendwo her bekommen müsste.


Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Klaus B in Dezember 11, 2010, 23:45:30 NACHMITTAGS
Hallo, ich noch mal...

Habe einen tollen Link im Chemieforum bekommen, der vielen hier sicher nützlich ist (Pufferlösungen-Berechnung)

http://www.liv.ac.uk/buffers/buffercalc.html (http://www.liv.ac.uk/buffers/buffercalc.html)

Der Rechner spuckt Klartextangaben aus, keine weiteren Rechnereien notwendig.

Hab damit erfolgreich vorhin meinen benötigten Puffer hergestellt.

LG Klaus
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Hyperion in Dezember 12, 2010, 01:17:27 VORMITTAG
Ahhh, coole Seite! Vielen Dank!

Aber natürlich ist es wie mit der Benutzung eines Taschenrechners, man sollte schon wissen was da berechnet wurde und es notfalls trotzdem selber machen / nachvollziehen können!

Gerade der Umgang mit Mol und Konzentrationen ist etwas, was selbst oft viele Studenten / Diplomanden immernoch nicht ordentlich gebacken kriegen. Das ist zumindest meine Erfahrung aus mehrjähriger Betreuertätigkeit....
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Klaus B in Dezember 12, 2010, 01:47:50 VORMITTAG
Hehe,

Da gebe ich Dir Recht... Aber selbst gestandene Chemiker straucheln oft bei Mol, Konzentration etc.
Ich auch, bin aber auch kein Chemiker  :D

Naja, das Einfachste ist ja auch nicht unbedingt...Massen%, Mengen%, molare Masse, 1ml/L = 1001 ml oder 1000ml Gesamt, etc...

Ich trichtere mir derzeit nur Sachen ein, die ich unbedingt oder gerade brauche... wiki und google wollen ja nicht arbeitslos werden  ;D

Und was wäre ein Forum ohne Fragen...

LG Klaus
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: Pommbaer in Dezember 12, 2010, 14:22:43 NACHMITTAGS
Mit Hilfe der Enderson-Hasselbach'schen Gleichung kann man eigentlich ziemlich schnell Puffer berechnen und herstellen. Den pks-wert sollte man dafür allerdings kennen ( lässt sich sonst auch rechnerisch ermitteln ).

ph = pks + lg(A/AH)

Wobei A für das Acetat und AH für die Säure. A/AH beschreibt das Verhältnis der Massen in mol zueinander.
Titel: Re: Phosphatstandardpuffer PH 7,4
Beitrag von: treinisch in Dezember 12, 2010, 16:02:09 NACHMITTAGS
Zitat von: Pommbaer in Dezember 12, 2010, 14:22:43 NACHMITTAGS
Wobei A für das Acetat und AH für die Säure. A/AH beschreibt das Verhältnis der Massen in mol zueinander.

Hallo lieber Pommbaer!

bitte erlaube ein paar Anmerkungen, der Hauptgrund für die oftmals
herrschende Verwirrung beim chemischen Rechnen ist doch wohl die herrschende
Verwirrung im Ausdruck. Zunächst heisst die Gleichung Henderson Hasselbalch.

A- steht natürlich nicht für Acetat, naja, manchmal schon, aber eben nur bei Acetatpuffer.

A-/AH beschreibt das Verhältnis der molaren Gleichgewichtskonzentrationen zueinander.

Massen kann man nicht in mol messen, Stoffmengen wohl, klar kann man, wenn beide Spezies in
der selben Lösung sind auch Stoffmengen verwenden. Massen oder molare Massen natürlich nicht.

Zu guter letzt sollte der Hinweis auf Gleichgewichtskonzentrationen nicht fehlen, wenn die beiden
pKa Werte weit genug auseinander liegen und der Puffer hinreichend stark konzentriert
ist, dann ist die Gleichung einfach in der Anwendung, d.h. man kann die Ausgangskonzentrationen verwenden. Phosphat ab 10mM sollte in Ordnung sein. Zitronensäure geht nur sehr ungenau.

Viele liebe Grüße

Timm