Hallo Experten,
Beim dem Versuch Vergleichsfotos zwischen dem Phomi III und dem Axiostar Plus
anzufertigen, tritt beim Axiostar eine merkwürdige Erscheinung auf. Beim Foto des
Objektmikrometers tritt ein ganz deutliches, stark links versetztes und kopfstehendes
Geisterbild auf! Wie entsteht dies und wie kann ich den Fehler beheben?
Aufnahmedaten: Axiostar Plus, 10x A-Plan, Orig.ZEISS Objektmikrometer auf Metall OT.
Kamera Adapter 1,6x von Askania Rathenow, Canon EOS 550D. Bild2-Bel. 2,5sek. -1,0 EV
Bild 1) läst das Geisterbild noch nicht erkennen. Dagegen ist es im Binokular ganz
deutlich und sehr scharf zu sehen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/53142_61734048.jpg)
Bild 2) ist bewußt überbelichtet, wobei nun auch im Foto das Geisterbild erkennbar wird.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/53142_48068012.jpg)
Viele Grüße
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
bin zwar kein Experte,doch könnte es sich hiebei um Reflexionen/Streulichter im Strahlengang des Mikroskops handeln.Ich hatte mit ähnlichen Phänomenen zu kämpfen,hab ich beseitigt,indem ich den Fototubus mit schwazem Papier ausgekleidet habe.
Schönen Gruß
Manfred
Hinterlässt Papier nicht auf Dauer Staub ?
Hallo Pommbär,
diese Frage habe ich erwartet.
Ich kann dazu nur folgendes sagen:Ich verwende schwarzes Papier aus dem Bastlerladen,zu einem Röllchen gedreht passt sich dieses der Innenwand des Tubus an und wird eigentlich nicht weiter verändert,auch die Kamera darüber ist fix montiert,kann mir nicht vorstellen,das das Papier zeit meines Lebens zu Staub zerfällt... ;D
ich bezweifel irgendwie das ein nicht schwarz lackierter tubus ne gestochen scharfe reflexion ergibt
schaut mir mehr nach ner fehlenden entspiegelung einer linse/filter aus
Hallo Wolfgang,
ich weiß nicht mit welcher Art Tubus Du fotografierst? Bei den "großen" Trinokulartuben von Zeiss gibt es in der Regel ein Schiebemechanismus um den binokularen Einblick vor einer fotografischen Aufnahme zu schließen. Somit ist nur der Fotoausgang offen. Dieser Absperrmodus ist meines Wissens eingeführt worden, um zu vermeiden, dass über die Okulare Licht von außen eingespiegelt wird. So soll es Kunden gegeben haben, die auf ihren Aufnahmen stets sonderbare Lamellenstrukturen abgebildet haben. Letztendlich waren diese Lamellenstrukturen auf die Metallgitter der Neonlampen der Deckenbeleuchtungen zurückzuführen. Es hat aber wohl lange gedauert, bis das Phänomen aufgeklärt wurde. Bitte decke Deine Okulare doch einmal ab und versuche erneut ein Geisterbild aufzunehmen.
Herzliche Grüße!
Dieter
Hallo,
Ich hoffe ich habe richtig aufgefasst: es ist ein Durchlicht-Objektmikrometer. Metall ist nur der Objektträger in dem das Mikrometer eingesetzt ist!
Das muss ja eine Reflexion des Objektmikrometers an einer Linse(?) sein, die wie ein Hohlspiegel wirkt, der den Fokus nahe der Ebene des Mikrometers hat.
Hohlspiegel deshalb, weil das Bild auf dem Kopf steht.
Verschwindet das Geisterbild, wenn Du den Kondensor senkst? Verändert es seine Lage, wenn Du mit der Zentrierung des Kondensors spielst?
@Manfred,
Reflexe würde ich ausschließen. Das Geisterbild tritt ja nicht nur auf dem Weg zur Kamera auf, sondern auch im Binokular.
@Smashit
ich bin auch der Meinung, daß Reflexionen im Tubus nicht diese Schärfe haben können.
@Dieter,
Das Axiostar hat ja schon von Haus aus einen sehr kurzen Trinokulartubus. Darauf sitzt direkt und ohne weitere Zwischentuben
der Fotoadapter (5cm hoch). Da mich das Teil 490 Euro gekostet hat gehe ich davon aus, daß es dem Stand der Technik entspricht. ;D
Hallo Klaus,
ich denke, daß Deine Überlegungen wohl in die wahrscheinlichste Richtung zielen.
ZitatIch hoffe ich habe richtig aufgefasst: es ist ein Durchlicht-Objektmikrometer. Metall ist nur der Objektträger in dem das Mikrometer eingesetzt isten.!
Ja und nein. Das mikrometer ist im Metallträger eingesetzt. Da es aber die helle Skala auf schwarzem Grund zeigt, ist es selbst auch metallisiert
Keine Ahnung, was man da aufgedampft hat. Jedenfalls spiegelt es von unten und oben.
ZitatDas muss ja eine Reflexion des Objektmikrometers an einer Linse(?) sein, die wie ein Hohlspiegel wirkt, der den Fokus nahe der Ebene des Mikrometers hat. Hohlspiegel deshalb, weil das Bild auf dem Kopf steht.
Da käme aber doch nur die Frontlinse des Kondensors infrage?
ZitatVerschwindet das Geisterbild, wenn Du den Kondensor senkst?
Verändert es seine Lage, wenn Du mit der Zentrierung des Kondensors spielst?
Nein, es bleibt bei jeder Kondensorhöhe gleich. Es verändert sich auch nicht, wenn ich den Kondensor dezentriere. Auch die Schärfe bleibt immer gleich. Die Lage des Geisterbildes ändert sich aber mit jeder Bewegung des Objektträgers. Immer Gegenläufig zur Bewegung und es bleibt immer auf dem Kopf stehend. Man kann es bei einer bestimmten Objektträgerposition fast deckungsgleich hinbekommen.
Ich bedanke mich bei Allen für Ihre Beiträge
Viele Grüße
Wolfgang
den kondensor können wir glaub ich ausschließen
wenn es der währe müsste das spiegelbild ja wieder durch das objektmikrometer, und das hat nunmal keine dazu passenden löcher in der maske
@wolfgang: schon mit einem anderen objektiv probiert?
Moin Grübler,
ein sehr interessanter Fall! Etwas für die Sherlock Holmes´ der Optik. Fakt ist:
-das Geisterbild ist gleichgroß und scharf, d.h seine Abbildungsstrahlen nahmen, wenn überhaupt, nur einen
äußerst kleinen Umweg;
-die Spiegelung ist zentralsymmetrisch, also sowohl um Horizontal- als auch Vertikalachse;
-die Spiegelachse liegt ca. 45 zu diesen Achsen;
Frage an Wolfgang: Wie ändert sich die relative Position des Geisterbildes, wenn das OM verschoben oder verdreht wird?
Gruß - Eckhard N.
Vielleicht sollte sich der zuständige Händler bzw. dessen Werkstatt einmal das Teil anschaun?
Nur so als Idee.
Werner Jülich
@Chris - meine Güte, nachts nach 3 Uhr mit den Problemen anderer Mikroskopiker beschäftigt! Respekt!
Zitat@wolfgang: schon mit einem anderen objektiv probiert?
Ja, gerade eben. A-Plan 5x zeigt ein ganz wenig nach oben links versetztes Geisterbild.
Dieses bewegt sich aber nicht vom Mikrometerbild weg, wenn das Mikrometer verschoben wird. A-Plan 40x zeigt keinerlei Geisterbild. Dieses ist also eindeutig dem
10x Objektiv zugeordnet!
@Eckhard,
ZitatFrage an Wolfgang: Wie ändert sich die relative Position des Geisterbildes, wenn das OM verschoben oder verdreht wird?
Ich ließ es schon in der Antwort an Klaus Herrmann anklingen. Wenn das Objektmikrometer verschoben wird, egal in welche Richtung, macht das Geisterbild immer eine synchrone Bewegung - aber immer genau entgegengesetzt und immer kopfstehend.
Ich füge zur Veranschaulichung noch mal 2 Bilder an. Die Überbelichtung war unvermeidbar um das Geisterbild auf dem Foto sichtbar zu machen. Im Binokular ist es dagegen auch schon zu sehen, wenn die Beleuchtung stark zurück geregelt ist.
@Herr Jülich,
ZitatVielleicht sollte sich der zuständige Händler bzw. dessen Werkstatt einmal das Teil anschaun?
Das wird sich wohl so ergeben. Vielleicht genügt ja auch schon das 10er Objektiv - falls Sie überhaupt noch ein Axostar in
der Werkstatt haben. :D Auffällig ist, daß ich es bisher nur an dem verspiegelten Objektmikrometer bemerkt habe.
Allen herzlichen Dank
Wolfgang
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/53266_43177338.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/53266_25440407.jpg)
Hallo Wolfang -
darf ich auch mal raten? Auch die beste Vergütung kann ja Reflexe nicht ganz vermeiden. Deshalb würde ich drauf tippen, das die Frontlinse die Skala zurückspiegelt. Davon würde man gar nix mitkriegen, wenn nicht das Mikrometer völlig verspiegelt wäre und das schwache Spiegelbild 100%ig zurückwürfe.
Vom Bewegungsverhalten würde ich mal vermuten, dass das APlan 5 eine flache Frontlinse hat, während sie beim APlan10 konkav oder ist - (oder umgekehrt? -auf jeden Fall bei den Objektiven verschieden). Dann kommt ja noch der unterschiedliche Arbeitsabstand dazu, beim 40er ist die Apertur so groß, dass die refelktierten Strahlen kein Bild mehr geben sondern nur noch zu leichten Konstrastminderung beitragen.
Gruß
Rolf
Hallo Wolfgang,
Rolf hat diesbezüglich vollkommen recht. Der Reflex entsteht beim Lichtaustritt an
der Unterseite, auf der Deine Skala aufgebracht ist. Jede Glasfläche spiegelt einmal beim
Lichteintritt und einmal beim Lichtaustritt. Die Spiegelungen an den Objektiv Frontseiten
verstärken das Ganze noch zusätzlich. Es gibt dann regelrechte Geisterbilder.
Das ist z.B. ein Riesenproblem mit den Filtern bei einem Sonnen-Coronographen. Die
Spiegelungen an den einzelnen Filterflächen bekommt man hierbei nur durch minimales
Verkanten der Glasfilter in den Griff.
Minimales Verkanten bedeutet ein Verkanten im hundertstel Millimeterbereich. Ich weiss nicht
ob es bei Deiner Anordnung möglich ist das einmal zu testen in dem Du die Messplatte einmal
leicht verkantest. ???
...nur mal so als Idee...
viele Grüße
Horst-Dieter
ZitatJede Glasfläche spiegelt einmal beim
Lichteintritt und einmal beim Lichtaustritt.
Hallo Horst-Dieter,
Unbestritten! Aber stehen diese Geisterbilder dann wirklich auf dem Kopf und sind seitenverkehrt?
Gruß - Eckhard N.
mit einem hohlspiegel sollte man gefühlt (habs nicht nachgerechnet da ich keinen dunst habe wie ;D ) schon ein antisymetrisches bild um die optische achse zusammenbringen
das hätte dann auch die beschriebenen eigenschaften
Hallo Eckhard,
ZitatUnbestritten! Aber steht das Geisterbilder dann wirklich auf dem Kopf und ist seitenverkehrt?
Dafür brauchts natürlich eine Linsenwirkung z. B. ein "Hohlspiegel" der auch die Oberfläche der Frontlinse des Objektivs sein kann.
Man schaue sich mal die Frontlinse des Objektivs an, bei dem der Effekt auftritt. Der seitliche Versatz kann auch durch kippen des Objektmikrometers aus der Orthogonalen der optischen Achse herrühren!
ZitatDafür brauchts natürlich eine Linsenwirkung z. B. ein "Hohlspiegel" der auch die Oberfläche der Frontlinse des Objektivs sein kann.
Hallo Klaus,
um damit aber so zu spiegeln, daß die Bilder seitenverkehrt sind
und auf dem Kopf stehen, müßte das Objekt außerhalb deren halbem Krümmungsradius stehen. Das ist sicher nicht so.
ZitatMan schaue sich mal die Frontlinse des Objektivs an, bei dem der Effekt auftritt. Der seitliche Versatz kann auch durch kippen des Objektmikrometers aus der Orthogonalen der optischen Achse herrühren!
Zweifellos! Dann wäre das Spiegelbild aber weder seitenverkehrt noch stünde auf dem Kopf. Das Abbild Deines edles Hauptes zwischen Toilettenspiegeln verweigert es ja auch.
Gruß - Eckhard Franz Heinrich N. :)
PS. : Um Verwechslungen auszuschalten, werde ich künftig meine Postings mit den restlichen zwei Vornamen zeichnen.
Hallo Eckhard Franz Heinrich N ;)
Zitatum damit aber so zu spiegeln, daß die Bilder seitenverkehrt sind und auf dem Kopf stehen, müßte das Objekt außerhalb deren halbem Krümmungsradius stehen. Das ist sicher nicht so.
was würdest Du denn annehmen wo der Brennpunkt des "Frontlinsenhohlspiegels" liegt, bei dem Krümmungsradius?
wenn Du etwas Abstand von Deinem Rasierspiegel nimmst, dann steht das Bildnis, das laut Mozart so bezaubernd schön ist, nämlich seitenverkehrt Kopf! :D
Zitatwenn Du etwas Abstand von Deinem Rasierspiegel nimmst, dann steht das Bildnis, das laut Mozart so bezaubernd schön ist, nämlich seitenverkehrt Kopf!
Hallo Klaus,
natürlich, das gehört sich auch so! Der Kopf befindet sich dann außerhalb des halben Krümmungsradius´des Rasierspiegels. Dieses Abstandskriterium entscheidet auch, ob man zu einer Sammellinse Lupe oder Objektiv sagt.
Gruß - Franz Heinrich ;D
@Rolf
ZitatDeshalb würde ich drauf tippen, das die Frontlinse die Skala zurückspiegelt. Davon würde man gar nix mitkriegen, wenn nicht das Mikrometer völlig verspiegelt wäre und das schwache Spiegelbild 100%ig zurückwürfe.Vom Bewegungsverhalten würde ich mal vermuten, dass das APlan 5 eine flache Frontlinse hat, während sie beim APlan10 konkav oder ist - (oder umgekehrt? -auf jeden Fall bei den Objektiven verschieden).
Inzwischen denke ich auch, das hier die Ursache zu suchen ist. Heute durchgeführte Aufnahmen mit unverspiegelten Gitternetzen sind einwandfrei und ohne Doppelbilder. Die Frontlinse des A-Plan 10x liegt so tief in der Fassung, daß ich keinen Einblick in flachem Winkel hatte. Direkt in Aufsicht konnte ich aber keine Wölbung erkennen.
@Horst-Dieter,
ZitatMinimales Verkanten bedeutet ein Verkanten im hundertstel Millimeterbereich. Ich weiss nicht
ob es bei Deiner Anordnung möglich ist das einmal zu testen in dem Du die Messplatte einmal leicht verkantest.
Ich habe versucht mir einen Keil mit einhundertstel Steigung zu schnitzen. Leider ohne Erfolg. ;D
In der Not habe ich dann zu einem Papierstreifen mit 8 Hundertstel Dicke gegriffen. Auf der Schmalseite des Trägers untergelegt
musste ich zwar deutlich die Schärfe nachregeln, aber das Geisterbild verharrte an genau der selben Stelle.
Viele Grüße an alle Mitwirkenden :D
Wolfgang