Kann mir jemand von euch sagen, um was es sich bei diesem Objekt handeln könnte?
Das Objekt wurde auf einer Krustenflechte (lecanora?) gefunden.
Der Innendurchmesser der strukturierten Scheibe beträgt 0,1mm.
Der Durchmesser mit dem Wimpernkranz beträgt ca. 0,24 mm.
Bei einem Bild sieht man, wie sich die strukturierte Scheibe aus dem Wimpernkranz gelöst hat.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/54373_64489026.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/54373_26804393.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/54373_25238292.jpg)
Vielen Dank
Jürgen Steinkohl
So ein Objekt hatte ich auch mal gefunden.
Habe das aber nie weiter verfolgt.
Hier handelt es sich um keine Lecanora.
Hallo Jürgen,
tolles Teil! Kannst Du uns was über die Größe sagen? Ich dachte zuerst an einen Myxomyceten (sowas wie Diderma floriforme) hab ich aber wieder verworfen... (Myxos treten selten so alleine auf..).
Gruß
Martin
Hallo Martin
die Größenangaben des "Objektes" findest Du in der Vorstellung. Nachdem sich aus meinem mikroskopischen Freundeskreis auch niemand vorstellen kann, um was es sich bei diesem winzigen Objekt auf der Krustenflechte handeln könnte möchte ich weitere Details hinzufügen.
Das Rindenstück mit dem Flechtenbewuchs fand ich im Schnee, es stammt von einer alten Buche. Beim Durchmustern unter dem Stereo sind mir zwei so winzige Objekte aufgefallen. Erst mit starker Vergrößerung konnten weitere Details erkannt werden. Apothecien von Flechten sehen anders aus, so dachte ich an einen Pilz oder einen winzigen Samen, aber eben alles nur Vermutungen.
Über das Stereo Mikroskop habe ich dann bei stärkster Vergrößerung einige Bilder (gestapelt) aufgenommen und mit Helicon Focus und Photoshop bearbeitet.
Vielleicht hilft diese zusätzliche Information als Bestimmungshilfe auch weiteren Lesern
etwas weiter.
Mit freundlichem Gruß
Jürgen
Hallo zusammen,
könnte das evtl. ein Peristom einer Sporenkapsel eines Laubmooses sein ?
http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/e46/46c.htm
http://www.heimbiotop.de/moos.html
Auch bei Frahm findet man ähnliche Abbildungen.
Beste Grüße !
JB
PS Edit: Link ergänzt.
Hallo Namenskollege Jürgen,
zunächst vielen Dank für Deine große Mühe mit den beigefügten Links zu Details bei Moosen. Es ist verblüffend, wie sich die dort gezeigten inneren und äußeren Peristomzähne (bei mir Wimpernkranz) mit meinem "Objekt" auf der Krustenflechte ähneln. Es wird dort ja auch auf eine Basilar Membran hingewiesen.
Ich habe, bevor ich hier antworte, meine Maßangaben nocheinmal überprüft. Es bleibt bei den Maßen, also die strukturierte Scheibe hat wirklich nur 0,1mm Durchmesser und der Wimpernkranz etwa 0.24mm. Auf der Oberfläche der Krustenflechte sind diese winzigen Objekte mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbar. Der Durchmesser von Sporenkapsel Abdeckungen bewegt sich aber sicher im Millimeterbereich. Langsam wird die ganze Sache spannend und ich bin wirklich gespannt, ob mir hier im Forum zu einem Ergabnis verholfen werden kann.
Herzlichen Gruß
Jürgen
Hallo Herren Boschert, Steinkohl,
für das Peristom eines Laubmooses halte ich das fragliche Gebilde nicht.
Reife Peristomzähne in so geöffnetem Zustand sind braun und der Zugang zum Kapselinnern ist offen und nicht wie hier durch eine scheinbare "Siebplatte" verschlossen.
Die Basilarmembran ist ein durchsichtiges, häutiges Gebilde und Bestandteil des inneren Peristoms (Endostom) gewisser Laubmoose.
Mehr weiß ich leider im Moment auch nicht beizutragen.
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Kaiser
Zunächst möchte ich allen in die Runde noch ein gutes 2011 wünschen!
Nachdem das unbekannte Objekt auf der Krustenflechte bisher im Forum noch nicht eingeordnet werden konnte, möchte ich zwei weitere Aufnahmen als Bestimmungshilfe nachreichen.
Auf dem bereits gezeigten Rindenstück konnte ich nach weiterem Durchmustern mit dem Stereomikroskop, die beiden Objekte mit verschiedenen Scheibenoberflächen auffinden.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/55149_7843366.jpg)
Auf einem neu gefundenem Buchenrindenstück, konnte ich erneut die Besiedelung der Krustenflechte mit diesem unbekannten Objekt wiederfinden.
Ich möchte noch einmal erinnern, dass das winzige Objekt auf dem Rindenstück mit blossem Auge nicht zu erkennen ist.
Der gesamte Durchmesser des Objektes beträgt lediglich 0,24 mm.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/55149_53142588.jpg)
Noch einmal vielen Dank!
Jürgen Steinkohl
Hallo Jürgen,
Danke für die neuen Aufnahmen! Da die Objekte immer gleich ausgerichtet sind, handelt es sich nicht um daraufgefallene Dinge wie Peristome sondern etwas, was dort "wächst".
Es wäre vielleicht hilfreich, wenn Du einen Schnitt durch so ein Ding wagst oder zumindest ein Quetschpräprat herstellst (falls Du über ein Durchlichtmikroskop verfügst), damit man etwas über das Innenleben erfährt.
Herzlich
Martin
Hallo Martin
nachdem ich ein weiteres Rindenstück gefunden habe, worauf sich das seltsame Objekt wiederfindet, ist es anscheinend nicht so selten anzutreffen.
Was mir bei dem Bild mit den beiden Objekten aufgefallen ist,dass sich die Form des "Wimpernkranzes"unterscheidet. Bei der strukturierten Scheibe sind die "Wimpern" abgesetzt spitz, bei der hellbraunen Scheibe sind sie gerade durchlaufend.
Mit Deinem Vorschlag, von dem Objekt evtl. einen Schnitt oder ein Quetschpräparat anzufertigen, hast Du mich auf eine Idee gebracht.
Ich bin gerne bereit, das neu gefundene Rindenstück zur Verfügung zu stellen.
Wenn jemand aus dem Forum die Möglichkeit hat, entsprechende Untersuchungen durchzuführen, wäre das natürlich super und vielleicht gelingt es dann, das unbekannte UFO mit einem Namen zu versehen.
In diesem Falle bitte ich um Kontaktaufnahme per Email, damit ich das Rindenstück "zum Sezieren" verschicken kann.
Über evtl. Untersuchungsergebnisse würde ich das Forum natürlich weiter informieren.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Steinkohl
Hallo,
ich vermute es handelt sich um einen Flechtenparasiten auf einer Lepraria. Diese werden seit einem Jahrzehnt verstärkt beforscht. Dazu habe ich Dir eine PN geschickt.
Mit bestem Gruß
ewald
Hallo ewald,
wieso PN? Das interessiert doch Viele hier!
Detlef
Das würde ich auch sagen! Am meisten wunderts mich ja, daß das offenbar noch keinem der hier anwesenden begegnet ist. Auffällig genug ist es ja!
Herzlich
Martin
ZitatHallo,
ich vermute es handelt sich um einen Flechtenparasiten auf einer Lepraria. Diese werden seit einem Jahrzehnt verstärkt beforscht. Dazu habe ich Dir eine PN geschickt.
Mit bestem Gruß
ewald
Ein Flechtenparasit ist das nicht.
Ich hatte schon ein Paar selber gehabt und diese verhalten sich nicht so, wie dieses Objekt.
Sie verändern meistens den Thallus oder Fruchtkörper. Die Flechte sieht danach nicht mehr so aus, wie sie sein sollte.
Ob es sich hier um eine Lepraria handelt, kann man nicht wirklich sagen. Dazu müsste man sich die Flechte genauer ansehen.
Hallo Detlef, hallo Martin,
ich habe Jürgen eine Adresse mitgeteilt eines Fachmannes, von dem ich nicht weiss, ob er diese öffentlich preisgeben will. Wenn er etwas zum Problem beitragen kann wird Jürgen es sicher veröffentlichen.
Lieber Mike, ich stimme mit Dir überein, dass das Substrat wahrscheinlich keine Lecanore ist (oder doch Lecanora expallens?). Das Lager, wenn es eine Flechte ist und keine Luftalge, sieht leprös aufgelöst aus. Deshalb mein erster Verdacht, nicht Diagnose, dass es sich um eine Lepraria handeln könnte.
Freundliche Grüße
Ewald
Zu dem Thema Flechtenparasiten fällt mir nur
D. L. Hawksworth
ein. In Deutschland befasst sich noch
Wolfgang von Brackel
http://www.ivl-web.de/von_brackel.htm
mit diesem Thema.
Hallo in die Runde
zunächst bedanke ich mich für das rege Interesse, welches ich mit meinem "UFO" geweckt habe. In den letzten Tagen habe ich mir zugängige Literatur über Moose, Flechten, Schleimpilze durchgesehen. Nirgends irgend ein Anhalt über evtl. Zwischenformen von Entwicklungsstadien.
Professor Ulrich Kirschbaum und Prof. Lenzenweger können mir auch nicht weiterhelfen, wollen die Aufnahmen aber an weitere "Experten" weiterleiten. Ich bin wirklich gespannt, was sich da auf Niederbayerischen Buchenästen so angesiedelt hat.
Mit meinem Freund Prof. Lenzenweger bin ich inzwischen aber der Meinung, dass es sich hierbei nur um die Kolonialisierung von Zieralgen handeln kann, die sich über den von Bakterien angetrieben Zahnkranzrotor weltweit ausbreiten können. Damit wäre jetzt endlich auch die Ausbreitung der Zieralgen gesichert. Wie sagt der Schwabe "Spässle gmacht".
Herzlichen Gruß
Jürgen Steinkohl
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures009/55381_29189470.jpg)
Nachdem mir das "Objekt" keine Ruhe lässt, habe ich den Neufund (kleine Buchenrinde) nocheinmal fotografiert. Diesmal aber mit dem Durchlichtmikroskop (zweckentfremdet) mit Objektiv 10x und Vergrößerungsfaktor des Optovar mit 1,6x.
Beleuchtet mit LED (zwei Arme) und dann mit 21 Einzelaufnahmen gestapelt und Helicon Focus bearbeitet, Ausarbeitung mit Photoshop. Aufnahme im Vollformat.
Was bei diesem neuen Objekt im Gegensatz zu den vorherigen Aufnahmen auffällt, ist der myzelartige Höcker auf der Scheibe, die Struktur ist recht schön zu erkennen. Es sind also doch anhand der gesamten Bilder einige Entwicklungsstadien zu erkennen. Vielleicht hilft dieses Foto zu einer Namensfindung.
Jürgen Steinkohl
Hallo Juergen,
das ist ja wirklich ein spannendes UFO ! Ich denke da muessen wirklich Paraffin oder Plastikschnitte gemacht werden.
Kannst Du versuchen, die Dinger mal im Verlauf der Jahreszeiten am Fundort zu beobachten und evt. andere Stadien finden?
Eine Kultur eines Rindenstueckes im Garten in einer grossen Petrischale koennte auch helfen, dann kann man von Zeit zu Zeit mit dem Stereomikroskop nach evt. "Ablegern" suchen ...
Herzliche Gruesse
Holger
Hallo Jürgen,
kann's das Cleistothecium eines Mehltaupilzes sein?
Gruß, Heiko
Hallo Heiko -
eher nicht: Größe, helle Farbe ... aber wer weiß?
Gruß Rolf
Hallo UFO-Forscher,
hier kommt ein vielversprechender Vorschlag: Ich habe den Lichenologen Paul Diederichs auf diesen Thread aufmerksam gemacht. Er hät die Objekte für Insekteneier. Wahrscheinlich von Wanzen.
Zum Vergleich habe ich mal welche rausgesucht: http://magickcanoe.com/blog/2007/06/08/the-bug-that-laid-the-silver-eggs/
http://entomology.unl.edu/ornamentals/beneficials/bugs/assassinbug_eggs.jpg
Herliche Grüße
Martin
Hallo Martin und Heiko
danke für Euer Interesse, das UFO zu benennen. Zu den Insekteneiern muss ich sagen, die Oberfläche hat Ähnlichkeit mit dem immer noch nicht einzuordnenden Objekt, aber sie scheiden leider wegen der Größe mit Sicherheit aus. Die Stapelaufnahme die ich gestern noch hier eingestellt habe, wurde über Photoshop (Analyse) mit Pixelgenauigkeit vermessen. Es wird nocheinmal bestätigt, dass das Innere, also die Scheibe einen Durchmesser von 0,135mm hat und mit bloßem Auge nicht sichtbar ist.
Über Cleistothecien von Mehltau habe ich keine Literatur, kann also dazu auch nichts sagen, obwohl es schön wäre, wenn die Sucherei bald zu einem verbindlichen Ergebnis führen würde.
Übrigens konnte ich gestern feststellen, woher die Rindenreste auf dem Schnee stammen. Ein Specht hat gestern in einer hohen Buche die Äste bearbeitet, um Nahrung zu finden. Dafür sucht er sich sicher ältere Äste am Baum aus, wo die Rinde eben schon etwas morsch ist. Das zur Herkunft der Rindenreste.
Noch einmal vielen Dank für Euer Interesse
Jürgen
Hallo Herr Steinkohl,
haben Sie iegentlich schon einmal versucht, so ein Objekt unter dem Stemi frei zu präparieren, um es in seiner ganzen Pracht zu sehen ?
Beste Grüße !
JB
Hallo Jürgen
Du hast sicher Recht.dass das der nächste Schritt sein sollte, aber ich wollte mir zunächst das "Objekt" erhalten, um es so gut als möglich mit meinen einfachen Mitteln zunächst einmal zu fotografieren. Eine Probe werde ich Martin zuschicken, so wie ich es angeboten habe.
Nachdem ich mit so winzigen Objekten mit der Präparation meine Schwierigkeiten hätte, wäre ich froh, wenn mir das jemand aus dem Forum abnehmen könnte. Wie die bisherige Umfrage zeigt, scheint das Objekt mit der Bestimmung Probleme zu machen und so wäre ich wirklich dankbar, wenn die Untersuchungen an einem Original von geeigneter Stelle etwas mehr Licht ins Dunkel bringen könnten.
Nachdem dies mein erster Beitrag im Forum nach meiner Registrierung war, bin ich wirklich positiv über die "Mitarbeit" zur Bestimmung meines UFO´s überrascht.
Allseits Danke
Jürgen
Hallo Jürgen,
diese Wanzeneier sind wohl zu groß für Deine UFOs. Bin gespannt...
Grüße
Martin
Hallo Martin, Hallo in die Runde
nachdem ich die Bilddokumentation von der Oberfläche des UFOs abgeschlossen hatte, machte ich den Versuch, das Objekt mit einer Stecknadel unter dem Stereomikroskop freizulegen. Bei der beschriebenen Objektgröße von kleiner 1mm war das mit der Nadel mit ähnlichem Durchmesser kein fachgerechtes Freilegen, aber es hat sich endlich gezeigt, was nach diesem "Wimpernkranz" zum Vorschein kam! Es zeigte sich ein hellbrauner, tonnenförmiger Anhang, der Deckel ist bei der "Präparation" als erstes abgesprungen.
Die Vermutung des von Dir erwähnten Lichenologen Paul Diederichs dürften sich somit bestätigt haben, es müssen Insekteneier sein, allerdings von winzigen Insekten, weil die als Beispiel gezeigten Wanzeneier sind ja mit dem bloßen Auge leicht zu erkennen.
Damit dürfte das UFO endlich einen Namen haben.
Ich bedanke mich im Forum für die rege Teilnahme.
Jürgen Steinkohl
Lieber Jürgen,
dann frag doch mal die Spezialisten im: http://www.insektenforum.com/forum/index.php?sid=
Die sind kompetent und sehr hilfbereit!
Liebe Grüße
Regi
Lieber Jürgen und alle UFO-Interessierten,
Jürgen hat mir ein Stück Rinde mit dem von ihm zuletzt gezeigten Objekt geschickt. (Vielen Dank dafür!)
Zunächst habe ich auch ein paar Makroaufnahmen gemacht. Die brauche ich hier nicht zu zeigen, da sie keine neuen Informationen bringen. Außerdem sind Jürgens Bilder besser.
Dann habe ich mich an das Freilegen gemacht. Ich habe dazu ein spitzes Wachsmesser genommen und es bei 40x Vergrößerung unter dem Stemi versucht. Es kam wie es kommen mußte: als ich es fast freigelegt habe von Flechten und Rindenpartikeln, war es plötzlich weg! Wahrscheinlich habe ich einmal zu tief geatmet....
Daraufhin habe ich eine viertel Stunde lang die Brösel auf der Präparierplatte durchsucht. Und ich habe es tatsächlich wiedergefunden! Ich habe es dann in einen Wassertropfen auf einem Objektträger überführt, damit es nicht wieder wegfliegt.
Betrachtet habe ich es dann mit dem 10er Ojektiv bei improvisiertem Auflicht. Hier das Ergebnis:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/55787_56374463.jpg)
Nicht gerade umwerfend mein Stackversuch, aber man sieht, worauf es ankommt: die wabenartige Struktur der Außenhaut. Ich bin mir auch sicher, es ist ein Ei.
Jetzt vergleiche man mit diesen wirklich umwerfenden Aufnahmen von Insekteneiern (sicher kolorierte REM-Bilder):
http://ngm.nationalgeographic.com/2010/09/insect-eggs/oeggerli-photography
Herzliche Grüße,
Martin
Hallo Martin,
einfach genial! :)
Jetzt muss man nur noch die Bestimmung machen, aber Hauptrichtung ist klar durch Deine akribische Präparation!
Zitat von: Klaus Herrmann in Januar 09, 2011, 16:31:56 NACHMITTAGS
einfach genial!
Hmpf.. Na, ja...
Ich hatte jedenfalls auf den Morgenkaffee verzichtet, um ein ruhiges Händchen zu haben.... ;D
Hallo Martin, Hallo Regi, Hallo an die Runde
Da kann ich mich zunächst nur einmal ganz tief vor Martin verbeugen, das ist eine Glanzleistung der Präparation und der Fotografie, was Du uns mit dieser Aufnahme dokumentiert hast. Ich machte ja auch einen ähnlichen Versuch, hatte das Gebilde schon mit einer dünnen Nadel freigelegt, beim Übertragen auf den Objektträger hat die Prozetur dann erfolglos geendet.
Das ist das Schöne am Forum, wo man selbst nicht mehr weiter weiß, irgend wie findet sich Dank der zahlreichen Helfer ein neuer Hinweis, und plötzlich ist die Lösung fast perfekt.
Es ist bei allen gefundenen Eiern immer so, dass sie im Substrat "versenkt" sind, dass es immer nur ein Ei, in einem Fall mal zwei Eiablagen sind, und wie man aus den eingestellten Bildern entnehmen kann, ist die Oberfläche( Wimpern und Scheibe) je nach Reifezustand immer etwas verschieden in der Farbe und in der Struktur.
Martin hat mich noch gefragt, wann ich die Rinde mit der Flechte gefunden habe, es war Ende Dezember in enem Buchenwald.
Herzlichen Gruß
Hans Jürgen Steinkohl
Hallo mal in die Runde
Ich habe nun die "UFO-Jagt" mit spannung verfolgt! Und Martin, klasse Bild, das war wohl noch der fehlende Hinweis.
Hans Jürden Du hast geschrieben, das ein Specht sich and dem Baum zu schaffen gemacht hatte. Und ich habe die Bilder von der Wanze gesehen, die ähnlichkeit der Eier.
Vielleicht war es ein ganzes Gelege und durch den Specht ist es auseinander geraten?
Das Ei mag vielleicht viel kleiner sein als das von der Wanze auf dem Link, aber es gibt ja auch winzig kleine Spinnen (Milben)! Vielleicht ist es eine sehr kleine Wanze, oder Milbe die das Ei gelegt hat und das dann durch die "Bauarbeiten" des Spechts in das Flechtenlager flog?
Gruß Heiko
Hallo Heiko
ich muß Dir Recht geben, die UFO Jagd war eine spannende Aktion und wie gesagt, vielleicht kommt ja auch noch der richtige Name des Insekts durch weitere Informanten des Forums heraus.
Martin hat mir den Vorschlag gemacht, das vorhandene Rindenstück in ein Glas zu geben, möglicherweise schlüpft das winzige Insekt in absehbarer Zeit und man könnte es dann weiter bestimmen.
Doch nun zu Deiner Frage wegen der Specht Aktivität:
Das erste Rindenstück, welches diese ganze "Suchaktion" ausgelöst hat, ist in der Fläche unverletzt, es hat etwa die Abmessung von 3/9 Zentimeter. Die Rindenunterseite zeigt sehr schön, dass es sich von einem älteren Ast gelöst hat.
Die auf dieser Rindenoberfläche gefundenen 4 oder 5 "UFOs" waren über die Fläche verstreut angeordnet und immer nur als Wimpernkranz zu sehen, immer war das Ei ins Substrat eingelagert.
Inzwischen habe ich weitere Rindenstücke gesammelt (leider ohne weiteren Befund) dort vermute ich, dass auch der Frost das Ablösen der Rinde verursacht hat.
Herzlichen Gruß
Hans Jürgen (um Verwechslungen mit einem anderen Jürgen zu vermeiden)
Hallo Hans Jürgen
Na, dann hoffe ich mal, das in dem Ei noch was drin ist.
Das wäre wirklich zu hoffen das wir noch erfahren welches Insekt oder Spinne das daß ist, die solche schönen und winzigen Eier legt.
Gruß Heiko
Hallo,
Ich weiß, ich stehe da jetzt mit Bringschulden da. Ich habe mir in der UB das dreibändige Werk "Biology of Insect Eggs" besorgt. Da gibt es zahllose REM-Aufnahmen von ähnlichen Eiern, aber nichts was wirklich genau wie "unsere" aussieht. Ich bin noch auf der Suche...
Grüße,
Martin
Hallo,
ich habe den Fall natürlich nicht "zu den Akten" gelegt, sondern er beschäftigt mich immer noch.
Im 3 bändigen Werk Biology of Insect Eggs von H.E. Hinton (1981) fand ich folgende Abbildungen:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/57459_25872502.jpg)
Die oberste zeigt ein Ei des Bläulings Lysandra bellargus, das apical ein sehr ähnliches "Diaphragma" zeigt, darunter ein Ei von Diabrotica virgifera, das von der Struktur des Chorions (Außenhaut) sehr ähnlich ist und ganz unten sieht man verschiedene respiratorische Apparate (Atmungsvorrichtungen/Micropylae) von Insekteneiern.
Alles schon sehr ähnlich, aber noch nicht "genau das!"
Herzlich
Martin
Hallo Martin
Ich sehe schon, Dich interessiert das Ei genauso brennend wie mich!
Finde ich toll, was Du bis jetzt schon herausgefunden hast.
Gruß Heiko