Hallo zusammen,
wie bereits erwähnt benötige ich eure Hilfe bei der Wahl des richtigen Mikroskops. Ich möchte das Mikroskop sowohl beruflich als auch privat nutzen.
Berufliche Anforderungen:
Betrachtung von Lackierfehlern und Oberflächenstörungen in bereits ausgehärteten Lackschichten. Die Trockenschichtstärken liegen zwischen 5µ und 100µm, in Schichtaufbauten auch schon mal bei 200µm. Die Möglichkeit, die Größe der Schmutzpartikel zu messen wäre sinnvoll, ist aber keine Grundvoraussetzung. Desweiteren würde ich mir gerne die Verteilung und Anordnung von ALuplättchen im Lackfilm ansehen. Außerdem interessiert mich die Oberflächenbeschaffenheit von diversen Substraten. Verschiedene Stähle, Nichteisenmetalle und Kunststoffoberflächen.
Private Nutzung:
Bei der privaten Nutzung bin ich mir noch nicht ganz sicher, wohin mich die Reise führen wird. Mein Interesse an der Mikroskopie ist vielfältig und mit jedem Bild, das ich mir anschaue kommen neue Vorstellungen hinzu. Auf jedenfall möchte ich erste Gehversuche mit der Mikrofotografie machen. Welche Objekte dort zum EInsatz kommen sollen ist mir selbst noch nicht so ganz klar. Schön wäre natürlich wenn man sich nicht nur auf transparente oder nicht transparente Proben beschränken müsste, aber das geht wahrscheinlich nicht.
Preislich angedacht sind 500-1000€ incl. Kamera
;D Ich freue mich über eure Antworten ;D
Sushi
Bevor wir uns in die Details stürzen, was verstehen Sie unter 500-1000 Euro inkl. Kamera?
Anzahlung oder Miete?
Sie werden doch sicher ein solches System im Labor stehen haben oder?
Dr. Herrmann hat schon aufgezählt, was man zur Untersuchung benötigt, ich kann mich an keinen Fall erinnern, wo ein solches Mikroskop ohne Kamera und Software unter 30.000 Euro ausgeliefert wurde, alles was mit Auflichtkontrast zu tun hat, wird richtig teuer.
Was ist mit Einweisung usw.?
Sie werden sicher schon festgestellt haben, das Sie noch nicht so ganz im Thema sind?
Werner Jülich
Hallo Sushi,
war ich zu schlampig beim lesen, oder sind die Anforderungen noch nicht
sonderlich exakt definiert?
• wie groß sind die Schmutz-Partikel die du sehen oder messen möchtest? Und warum möchtest Du sie sehen? Reicht es aus nur zu
sehen, dass da etwas ist, oder möchtest Du auch Form und Farbe sehen und wenn wozu...
• wie groß sind die Aluplättchen im Lackfilm?
• Wie genau sieht der berufliche Nutzwert aus? Diagnose von Fehlern zwecks Vermeidung
der Wiederholung, Qualitätssicherung outbound oder inbound? Entwicklung? Zusätzliche Leistung für Kunden?
Zahlt die Firma oder Du?
Auch hier: welches Auflösungsvermögen wäre hier gefragt?
Die Bilder die Klaus gezahlt hat sind natürlich allererste Sahne und sicherlich geeignet einem
kommerziellen Auftraggeber den Zahlschmerz erheblich zu versüßen, aber eventuell muss
es in deinem Fall ja gar nicht so brilliant sein?
Falls der Chef / die Firma zahlt, wäre es sicherlich auch spannend den ROI mal auszurechnen,
vielleicht streckt das ja die Obergrenze etwas?
Viele liebe Grüße
Timm
Sehr geehrter Herr Jülich,
dass ich mir kein 30.000€ Gerät leisten kann dürfte dem ein oder anderen sicher klar sein. Miete oder Anzahlung kommt für mich auch nicht in Frage, schließlich bin ich Schwabe und da wird nichts auf Pump gekauft.
Denken Sie denn dass es abolut aussichtlos ist in meiner genannten Preisspanne ein Gerät zu bekommen, mit dem man zumindest einen Teil meiner Anforderungen abdecken kann?
Wir besitzen im Labor ein etwas in die Jahre gekommenes einfaches Mikroskop. Darunter erkennt man in etwa soviel, wie wenn man sich die Oberfläche mit einer Lupe anschaut. Es besitzt einen Drehring, der mit den Kennwerten 1-4 gekennzeichnet ist. Weitere Angaben finden sich nicht. Eine Beleuchtung ist ebenfalls nicht vorhanden.
Und ja Herr Jülich, mir ist sehr wohl bewusst, dass ich noch nicht ganz im Thema bin, sonst würde ich ja nicht soviele "dumme" Fragen stellen. Ich bin ein absoluter Laie auf dem Gebiet und bitte deshalb um Unterstützung. Für konstruktive Mithilfe wäre ich sehr dankbar.. ;)
Gruß
Hallo Timm,
vielen Dank erstmal für dein Interesse.. :)
Hmm ja, meine Anforderungsliste ist etwas knapp ausgefallen, aber bei meinem Budget scheint sowieso nur noch ein Kindermikroskop in Frage zu kommen.. :D
Aber zurück zum Thema. Die Schmutzpartikel sind sehr vielfältig. Da gibt es z.B. Fasern, Pigmentrückstände, Gelteilchen, Staubpartikel usw. Die sind natürlich alle unterschiedlich groß.
Es wäre toll die Partikel in Form und Farbe zu sehen, damit man den Störfaktoren erkennt und ausmerzen kann.
Zum Beispiel bei agglomerierten Buntpigmenten ist es unumgänglich, da festgestellt werden muss, welches der Buntpigmente zu Problemen führt. Und in den meisten Lacken werden z.B. verschiedene Grün oder versch. Blaupigmente eingesetzt. Eine Trennung mit bloßem Auge ist oft nicht möglich. Da sehe ich eben die Chance mit dem Mikroskop den Unterschied zu erkennen.
Die Aluplättchen sind meistens zwischen 7µm und 20µm.
Außerdem würde ich gerne Oberflächenstörungen im Lack fotografieren und Sie ggf. bei Präsentaionen mit einbauen.
Beruflich möchte ich das Mikroskop nur zur Fehlerdiagnose nützen, ggf. mal zu Entwicklungszwecken. Aber da ich es privat anschaffe, liegt der Hauptanteil natürlich bei der privaten Nutzung (Hobby).
Die Frage mit dem Auflösevermögen kann ich leider auch nicht beantworten. Vielleicht weiß jemand anders Hilfe?
Grüßchen,
die Sushi
Hallo Sushi
das Problem in einem solchen Fall ist doch, dass die Schnittmenge zwischen Ihrem Etat und der gedachten Aufgabe leer sein kann und dann kaufen Sie sich ein Mikroskop nebst Kamera für < 1000 Euro und können damit absolut nichts anfangen.
Vielleicht wäre die richtige Strategie, sich erst einmal in das Aufgabengebiet einzulesen und dann eventuell einmal in einem richtigen Farblabor oder bei einem Farbverbraucher zu hospitieren. Danach können Sie dann mit etwas größerer Zielsicherheit entscheiden, was korrigiert werden muß, Ihr Anforderungsprofil oder Ihr Etat.
Ich würde einmal mit Klaus Herrmann verhandeln, ob er Sie nicht mal für 1-2 Stunden zuschaun läßt.
Werner Jülich
Hallo Sushi,
also, Klaus ist ein netter Mensch und gerade auf Deinem Gebiet ein echter Profi! Und er hat auch verschiedenste Mikroskope zur Verfügung.
Den Vorschlag von Herrn Jülich solltest Du beherzigen und mal freundlich anfragen.
Auch, wenn Du keine Badenserin bist, ist eine Anreise immer noch preiswerter als "herausgeschmissenes" Geld für ein völlig untaugliches Mikroskop.
Unter Umständen sind Deine Wünsche sogar mit etwas Geduld annähernd zu realisieren. Die brauchst Du aber, denn ein Neugerät kommt für Dich bei dem Etat nicht infrage. Ich denke aber an folgende Gerät: Das extrem modulare und vom Preis recht moderate Ortholux, das man recht gut für Auf- und Durchlicht ausrüsten kann, ohne dabei absolut arm zu werden. Allerdings wird es für 500 - 1000 EUR inculsive Kamera definitiv nicht klappen. Für eine Ausrüstung mit Auflicht und Durchlicht wirst Du sicher nicht unter 1000 EUR wegkommen - ohne Kamera!
Aber dazu muss man wissen, welche Leistung für Deine sehr spezielle Aufgabe erforderlich ist. Und das kann Dir nur ein Mikroskopiker sagen, der sich speziell mit Lacken beschäftigt hat - wie eben Klaus.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Herr Jülich, Peter und Safari,
ich denke ein Praxisversuch mit meinen Prüfobjekten wäre wirklich der sinnvollste Weg. Ich werde mal höflich anklopfen und nachfragen. Vielen Dank für den Tipp.. :-)
Grüßchen,
Sushi
Hallo Sushi,
vielleicht solltest Du auch über ein gebrauchtes Vertival von Zeiss Jena nachdenken. Die gibt´s immer mal wieder in Vollausstattung (4 HD-Schlittenobjektive: i. d. R. 6,3x, 12,5x, 25x, 50x - alle für unbedeckte Objekte) z. B. bei Ebay, und dies weit unter 1000,- €. Ist technisch zwar Stand der 1970er Jahre und kann nur mit den alten Unendlich-Objektiven von CZJ (M19-Gewinde) betrieben werden, könnte für Deine Zwecke und für den Anfang ganz brauchbar sein. Zubehör, wie Fototuben oder Polfilter sind meist auch erschwinglich, wenn mann etwas Geduld für´s Suchen aufbringt. Ich spreche da aus Erfahrung, weil ich selber seit einigen Jahren Farbschichten u. a. mit einem Vertival untersuche und auch fotografiere. Da es sich bei mir aber meistens um bröselige Proben von Wandputzen oder bemalten Holzoberflächen handelt, steht im Vordergrund sowieso eher die oft aufwendige Probenherstellung (Querschliffe) und das Mikroskopieren ist dann der nette Part.
Beste Grüße
Stefan