Liebe KollegInnen
Ich stehe mir scheinbar wieder einmal selbst im Weg :-)
Es geht mir um Euparal, welches laut "das große Kosmos-Buch der Mikroskopie" (Seite 268) ==> schnell aushärtet?!?
Meine Probleme:
*) 5 Tage bei Raumtemperatur und es ist immer noch nicht 100% hart
*) 2. Versuch auf einer Messingplatte und die liegt wiederum auf der Heitzung (hat also am Tag ca. 35 - 40 Grad) ==> nach 5 Tagen immer noch nicht 100% hart
*) Zieht an den Rändern ein - nicht immer, mir ist bewusst, ich kann Euparal nachgeben und das füllt die Lücken wunderbar aus
Was ist jetzt nicht zu 100% hart, wenn ich überschüssiges Eindeckmittel absprengen will kann ich das Deckglas anheben bevor es zersplittert (wenn ich das bei Malinol mache bricht das Deckglas aus, bei Euparal habe ich das unbeschadet in der Hand und das Präparat haftet bombenfest am Deckglas (ist natürlich mit Xylol wieder los zu bekommen) ...
Meine Theorien zur Fehlerquelle (und genau da würde ich Unterstützung benötigen):
Ich mache die Färbung (Wacker) in Schälchen und das Objekt kommt erst nach der Behandlung zum Eindecken auf die Objektträger, Euparal dazu, Deckglas und dann habe ich mit und ohne Gewicht (5g) getestet. Objekt war die Nordmanntanne, die hat für die letzten 4 Testschleifen herhalten müssen und Ihr kennt sie aus einem anderen Thread von mir in dieser Rubrik).
==> habe ich die Oberfläche falsch gereinigt?!? (ich verwende zum Reinigen der Deckgläser Benzin für die Grobreinigung, aber Tage, ja sogar Wochen zuvor und wische vor dem Eindecken nur den Staub weg (Blasebalg und fusselfreie Küchenrolle). Habe ich da noch Rückstände vom Benzin - der ist reinste Qualität (Wundbenzin, ist aus der Apotheke und ich setzte ihn zum Reinigen meiner Objektive seit Jahren erfolgreich ein)
==> ich gehe nach der Färbung vom ISO ins zweistufige Xylol (was ich ja eigentlich beim Euparal nicht muss da er ja direkt aus einer Ethanol-Stufe (und damit auch aus Isopropanol) einsetzen kann). Ist da mein Einsatz von Xylol die Fehlerquelle, sprich zu viel des Guten?!?
Wo setzt Ihr Euparal (mit seinem 1,48) ein und welche Erfahrungen habt Ihr mit diesem Eindeckmittel?!?
Die von mir zur Zeit eingesetzten Eindeckmittel sind:
Eukitt, Euparal, Glyceringelantine, Hydro-Matix, Malinol und Naphrax ==> setze ich da gerade das "dümmste" Eindeckmittel für die Wacker gefärbten Pflanzenschnitte ein ==> sind ja meine ersten Versuche und ausser beim Eindecken mache ich ja zum Glück Fortschritte ...
:-)
Gerhard
PS: habt Ihr noch Tipps wo ich Entellan herbekomme ==> Hans-Jürgen Koch macht ja damit immer super Ergebnisse und zeigt sie uns hier .-) Das steht noch auf meiner Testwunschliste ...
Hallo Gerhard,
da muss ein Missverständnis vorliegen. "Schnell" ist relativ; jedenfalls, im Vergleich zu Eukitt und Entellan, ist Euparal sehr langsam, mehrere Tage, bis man die Präparate senkrecht lagern kann. Ansonsten ist es, zusammen mit Malinol hervorragend für Pflanzenschnitte geeignet. Ich kann an Deiner Vorgehensweise keinen Fehler entdecken.
Wenn Du Eukitt hast, brauchst Du kein Entellan; ich kann dir aber bei meiner nächsten Lieferung einen Fingerhut voll schicken.
Wenn Du etwas ganz Schnelles haben möchtest, lass Dir von Chemlab.at PVP schicken. das ist mit Wasser mischbar und wird sehr schnell fest; ist aber vom BI her nicht optimal.
Herzliche Grüße
Detlef
Zitat von: Detlef Kramer in Januar 09, 2011, 11:05:00 VORMITTAG
. Ich kann an Deiner Vorgehensweise keinen Fehler entdecken.
Hallo Detlef
könnte es nicht sein, dass das Xylol zusätzlich das Euparal verdünnt und die Trockenzeit verlängert?
Gerhard: ich verwende zum trocknen so was hier:
http://www.severin.de/products/fruehstuecken/joghurt-fix/jg-3516
Hält so um die 40° und die Gläser kann man in der Mikroskopie auch immer brauchen!
Viele Grüsse
Bernhard
Lieber Gerhard,
auch ich kann in Deiner Vorgehensweise keinen Fehler entdecken. Die Xylolstufen kannst Du Dir sparen, in Euparal kannst Du aus reinem (!) Isopropanol eindecken - eine ungesunde Komponente weniger.
Aus Ethanol würde ich nicht ins Euparal gehen. Zum einen enthält es immer mehr Wasser als Isopropanol, da es deutlich stärker hygroskopisch ist und zum anderen ist das Lösungsmittel im Euparal Isopropanol.
Weiterhin teile ich Bernhards Einschätzung, dass das Xylol als "fremdes" Lösungsmittel das Aushärten eher verlangsamt.
Ich habe meine Präparate nach dem Eindecken 7 Tage auf der Heizung, danach kann ich sie auch im Sommer senkrecht stellen. Sicher durchgehärtet sind die aber erst nach ca. 6 Monaten. Erst dann würde ich mich an Schönheitsoperationen machen - z.B. überschüssiges Euparal entfernen.
Wirklich schnell ist Eukitt, das auch sonst recht unkritisch ist (echte Langzeiterfahrung habe ich damit allerdings keine). Es ist nach ca. 25 Minuten soweit erhärtet, dass man die OT senkrecht stellen kann und am nächsten Tag ist es bombenfest. Die optischen Eigenschaften stehen dem Euparal in der Praxis nicht nach - zumindest nicht unter meinem DME mit einfachen C-Planen. Hier benötigst Du aber zwingend die Xylolstufen, da Eukitt Wasser garnicht mag (während Euparal diesbezüglich erstaunlich tolerant ist).
Ich habe es bei einem Projekt an der Schule meiner Tochter (http://www.mikroskopie-bonn.de/berichte_von_treffen_und_aktionen/mikroskopieprojekt_nonnenwerth/index.html) verwendet, da wir am zweiten der vier Projekttage eingedeckt haben und die Präparate am vierten Tag für das Publikum präsentabel sein mussten. Wenn Du Interesse hast, kannst Du dich an Wolfgang ("Liftboy") wenden, er kennt zumindest eine Quelle.
Andererseits: wir Hobbyisten haben doch Zeit. :)
Herzliche Grüße
Jörg
Edit: Absatz zum Eukitt nachgeschoben.
Lieber Bernhard,
Du hast natürlich recht!
Herzliche Grüße
Detlef
Ihr seit spitze, danke
Ich bin also nur über den Begriff "schnell" gestolpert und zu ungeduldig :-))
@Detlef ==> danke für das Angebot, nehme ich gerne an
@Bernhard ==> Danke, ich habe sogar einen Trockenschrank aus Metall mit jeder Menge Platz bei dem ich einen Thermostat habe, ich hab' ihn aber nicht verwendet da ich ja eh 5 Tage Zeit hatte und es ja schnell gehen soll mit dem Aushärten
@Joerg zu "Aus Ethanol würde ich nicht ins Euparal gehen. Zum einen enthält es immer mehr Wasser als Isopropanol, da es deutlich stärker hygroskopisch" ==> habe ich nicht vor, verwende ISO, ist nur ein Zitat aus dem Kosmos-Buch gewesen ... Werde Heute einen zweigleisigen Test durchführen und Eukitt und Malinol einsetzen, da natürlich wieder mit Xylol ... Das das 6 Monate dauert ist ein Schock!
Würdet Ihr da eigentlich einen Lackring zur Sicherung empfehlen und wann ist der richtige Zeitpunkt diesen zu setzen (ich habe das bei zwei von meinen Präperaten nach 7 Tagen gemacht ==> Versuch ...
:-)
Gerhard
Lieber Gerhard,
Euparal braucht in Tat etwas länger zum Aushärten. Ich mache es wie Jörg, wobei ich die robusteren Pflanzenschnitte leicht mit einer Schraubenmutter beschwere. Die Präparate bewahre ich nach schlechten Erfahrungen auch mit anderen Mittel wie Malinol immer waagerecht auf, um ein Rutschen zu verhindern. Das geht, weil ich auch nur einige hundert habe. Leider sind die Mappen dafür recht teuer.
Bei Euparal kann man Luftblasen auch noch kurz nach dem Eindecken entfernen, indem man das Dauerpräparat schräg hält (bis ca. 45°) und mit dem Fingernagel von unten gegen den Objektträger klopft. Weil Euparal lange flüssig bleibt, können die Luftblasen, die sich bei dem Mittel leider auch leicht bilden, dann noch nach oben entweichen.
Euparal hat auch den Vorteil, dass man bei Bedarf die Schnitte auch wieder in Isopropanol lösen kann, um sie neu einzudecken, etwa weil ein Deckgläschen gebrochen ist oder der Schnitt ungünstig liegt. Einfach in Isopropanol einlegen, nach einiger Zeit wird Euparal wieder flüssig, Deckgläschen vorsichtig abheben und den Schnitt nach vollständiger Lösung neu eindecken. Etzold-Färbungen habe ich sogar noch nachgefärbt.
Etzold-Färbungen in Euparal entwickeln übrigens nach einiger Zeit auch brillantere Farben. Ob das auch für Wacker-Farbungen gilt, habe ich noch nicht nachgeprüft.
Viele Grüße
Jürgen
Lieber Jürgen,
eben habe ich einmal nachgewogen. Meine Gewichte wiegen zwischen 63 und 24g. Eine einzelne M8-Mutter hat knapp 5g. Auch die höhere Belastung vertragen die Pflanzenschnitte klaglos und nachher sind sie schön plan.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/55765_58288689.jpg) (http://www.fotos-hochladen.net)
Mit 63g ist das Trompetenmundstück am schwersten, die Schraubentürme liegen zwischen 45 und 24g.
Danke für Deinen Tipp zum Austreiben von Luftblasen! Bei kleineren Blasen, besonders in den Zellen von Pflanzenschnitten kann man im Euparal übrigens zusehen, wie sie sich auflösen. Auch das ist eine sehr angenehme Eigenschaft von Euparal.
Nach meiner Erfahrung dauert es auch bei Wackerfärbungen zwei bis 3 Tage, bis sie ihre volle Brillanz erreichen. Nach meiner Vermutung muss wohl ausreichend Isopropanol verdunstet sein, um in den Bereich eines optimalen Brechungsindex zu kommen.
Das zweite Präparat unten links auf dem Bild enthält Radiolarien, die in Caedax eingedeckt sind. Mit diesem Mittel habe ich keinerlei Erfahrung, ich habe jedoch die Tage festgestellt, dass sich das Deckglas bei senkrechter Lagerung verschoben hat. Das Caedax war - obwohl das Präparat schon älter ist - noch nicht ganz fest.
Von daher musste das gute Stück noch mal auf die Heizung.
Kann jemand etwas zum Aushärte-Verhalten von Caedax beisteuern?
Lieber Gerhard,
bei Entellan, Eukitt, Euparal und Malinol ist meiner Meinung nach kein Lackring notwendig.
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo Jürgen
Danke für den Tipp, habe gerade einen"Auflösungsversuch" mit ISO bei zwei Objektträgern erfolgreich durchgeführt ==> das geht überraschend schnell (2 bis 3 Minuten und der Schnitt war frei, dann habe ich zwei ISO-Stufen nachgezogen und neu eingedeckt ...
Hallo Joerg
Mache mich auch gleich an meine Schrauben und baue ein paar Gewichte zusammen, Du liegst ja deutlich über meinen 5g ... Ich versuch's aber nur mit den 2 neuen eingedeckten ...
:-)
Gerhard
Lieber Gerhard,
ich benutze gerne Wäscheklammern, die ganz billigen aus Holz. Und bloß kein Lackring! Der behindert doch das Entweichen des Lösungsmittels.
Detlef
Danke Detlef
Werde die zwei aussortieren und als Lehrgeld abschreiben :-)
Ich habe jetzt Messing-Drehteile drauf stehen, da habe ich 4 Reste einer nicht mehr benötigten Serie und die haben jetzt eine neue Verwendung gefunden ...
:-)
Gerhard
Hallo Gerhard,
ich nehme nur Euparal direkt aus Isoprop 99,95% überführt. Danach dann für min. 5 Tage bei 60°C mit M8 Muttern beschwert im Trockenschrank. Bisher noch keine Probleme gehabt.
Grüße
Peter
Hallo Gerhard, Detlef, Jörg,
Wäscheklammern muss ich mal probieren.
Nur mit der Herrmannschen Magnetmethode, die er hier einmal empfohlen hat, habe ich schlechte Erfahrungen. Schnitte durch Pflanzen, denen starkes Festigungsgewebe fehlte, wurden durch meine offenbar zu starken Magnete (Bauhaus) regelrecht zermanscht. (Methode: Metallplatte, Dauerpräparate, belastet mit kleinen Magneten).
Beim Eindecken gebe ich übrigens den Schnitt auf das Deckglas, das Eindeckmittel auf den Objektträger, dann setze ich vorsichtig den Objektträger umgekehrt auf den Schnitt und das Deckglas. So bleibt das ganze schön mittig und der Schnitt dicht am Deckglas.
Die von Henkel beschriebene Methode zum Aufkleben der Schnitte mittels Krauters Glyzeringelatine beherrsche ich nicht gut genug. Irgendwie liegt der Schnitt dann nie plan auf dem Objektträger.
Grüße
Jürgen
Hallo Jürgen,
ZitatNur mit der Herrmannschen Magnetmethode, die er hier einmal empfohlen hat, habe ich schlechte Erfahrungen
ich mach das seit Jahren so, lege aber immer ein saugfähiges Papier unter den OT, dadurch wird die Magnetkraft etwas reduziert(Abstandsvergrößerung) und man kann falls mal etwas Euparal überläuft Schmierereien vermeiden!
Hängt sicher von den Magneten ab - der sparsame Schwabe verwendet eben billige mit geringerer Magnetstärke ;)
Kollegen,
Danke für die vielen Anregungen.
Auch ich (wfischer) habe in den letzten Tagen sehr viel Literatur zum Thema "Eindecken" wie z.B Mikroskopisch-Botanisches Praktikum von Gerhard Wanner; Verlag Georg Thieme; studiert.
Jeder Wissenschaftler hat aber seine eigene Meinung und seine eigene Mittelchen (oder mehrere, je nach Bedarf).
Als Anfänger werde ich vorerst euren Rat befolgen!
Auch das mit den Reaktionszeiten ist ein wertvoller Hinweis, da ich selber recht ungeduldig bin.
Habt ihr euch die Wärmekammern selber gebaut? z. B. mit einer Schuhschachtel Styroporverkleidung und einer Lampe etc.?
LG
Walter
Hallo Jürgen,
zum waagrechten Aufbewahren der Präparate.
Auch mir sind die Mappen zu teuer und zu unhandlich.
Ich verwende die normalen Kästen für 100 Präparate
und stelle sie aufrecht wie ein Buch, so lagern die Präparate
immer waagrecht.
Viele Grüße
Herbert