Hallo Nochmal,
ich habe ja gerade in einem anderen Thread erzählt, dass mir ein Standard RA zugelaufen ist. Ich habe hier einige Unendlichoptiken von Zeiss, auch eine Linse fürs Primo-System (10x). Sowohl die "normale" 20x, ein Epiplan 10x und ein Primo 10x funktionieren an meinem Standard. Das einzige ist halt, dass ich immer sehr doll nachfokussieren muss. In dem Erklärthread, wie Unendlich funktioniert, habe ich gelesen, dass die Abbildungsleistung nicht so gut ist, aber auch da wurde schon angemerkt, dass diese Kombination wohl funktioniert. Heute hab ich mir noch ein 40x A-Plan unendlch ausgeliehen, dass versuche ich nachher mal.
Sehe ich es richtig, dass der Hauptnachteil das "nichtaufeinanderabgestimmtsein" ist? Ich bin verwirrt, ich dachte bisher, das geht gar nicht :)
Viele Grüße,
Matthias
Es ist wie so oft in der Optik: gar nicht stimmt nicht. In diesem Fall, klar, man bekommt immer irgendwie ein Bild. Das Objektiv wird in diesem Fall dazu "missbraucht" ein reelles Bild im Endlichen zu liefern. Das geht natürlich nur mit Fehlern, die immer erheblicher werden, je stärker die Vergrößerung ist. Und die Fokusebene stimmt nicht mehr - man muss beim Objektivwechsel erheblich nachfokussieren. Also, es geht, aber nicht gut.
D. K.
Zitatich dachte bisher, das geht gar nicht
Hallo Matthias,
darin bist Du nicht allein. Aber warum sollte das nicht gehen? Alle Objektive sind prinzipiell Sammellinsen und die erzeugen von Objekten, die sich außerhalb ihrer Brennweite befinden
immer ein reelles Bild. Das mit der Korrektur siehst Du völlig richtig. Die wird nur optimal genutzt, wenn die Abbildungsstrahlen das Objektiv parallel verlassen und dann befindet sich auch das Objekt in der richtigen Entfernung. Ich hatte lange mit einem 100er´Unendlich`-Objektiv ohne Tubuslinse mikroskopiert, es also wie eine ´Endlich-Optik`verwandt, quasi ´vergewaltigt`. Der Nachteil fällt geringer aus, als allgemein vermutet wird und ist bei fehlender Vergleichsmöglichkeit nicht augenscheinlich.
Gruß - EFH Nowack
Hallo, noch ein kleiner ergänzender Erfahrungsbericht.
Natürlich ist richtig, dass man mit der sauberen Lösung (jedes Objektiv da anschrauben, wo es werksseitig auch hingehört) im Regelfall die beste Qualität erhalten sollte. Aber es kann sein, dass die Qualitätseinbußen bei bestimmten Objektiven überraschend gering ausfallen, ggf. visuell nicht erkennbar sind und bei anderen Objektiven die Qualität bis zur Fast-Unkenntlichkeit des Bildes verringert wird. Nicht immer muss dies mit der Vergrößerung des Objektivs zusammenhängen. So habe ich z.B. mal ein altes Leitz Planapo Öl 160 (!) / 1.4, unendlich, vermutlich vor Zeiten für Auflicht-Hellfeld-Metallmikroskopie oder andere exotische Anwendungen konzipiert, an einem Leitz-Stativ für 170 mm Tubuslänge im Durchlicht verwendet und mit einem Planapo Öl 100/1,32 verglichen (visuell und fotografisch). Die Qualität des Unendlich-Objektivs war nicht sichtbar schlechter, aber die resultierende Objektivvergrößerung lag immer noch bei circa 130 fach anstelle von 100 fach. Für Vermessungen kleinster Strukturen könnte das Unendlich-Objektiv somit im Grenzfall sogar geeigneter sein als das originale 100 fache. Aus der gleichen Serie ergab aber ein 80-faches Trockenobjektiv (ebenfalls Unendlich-Optik) kein brauchbares Bild am "Endlich-Stativ".
Umgekehrt verwandelte sich ein Leitz Phaco Plan 10/1.30, gerechnet für Stative mit 160 mm Tubuslänge (Orthoplan-Objektiv) an einem Unendlich-Stativ in ein exzellent abbildendes 16 faches Objektiv. Aber das entsprechende Plan Phaco 40 fach war am Unendlich-Stativ miserabel.
Auch einige "Endlich"-Spezialobjektive mit langem Arbeitsabstand für Heiztische konnten von mir an einem Unendlich-Mikroskop gut eingesetzt werden. Hier lag der Charme im Erhalt unüblich langer Arbeitsabstände bei noch höherer Objektiv-Vergrößerung als in der Originalkonzeption.
Fazit: Unendlich-Objektive an Endlich-Mikroskopen ergeben etwa 25-30 Prozent schwächere Realvergrößerungen (Faustformel), im umgekehrten Fall steigt die resultierende Objektivvergrößerung in ähnlicher Größenordnung. Ob dieser atypische Gebrauch etwas bringt, bleibt wahrscheinlich letztlich nur dem Ausprobieren überlassen und hängt ggf. auch von speziellen Aufgabenstellungen ab. Das Ergebnis kann von "prima" bis "Schrott" reichen.
Schöne Mikro-Grüße
Jörg Piper
ZitatUnendlich-Objektive an Endlich-Mikroskopen ergeben etwa 25-30 Prozent schwächere Realvergrößerungen
Hallo Jörg,
stimmt! Ich erlaube mir dennoch, den Satz mit geringfügiger Einschränkung zu versehen:
Unendlich-Objektive an Endlich-Mikroskopen ergeben
bei unveränderter Tubuslänge etwa 25-30 Prozent schwächere Realvergrößerungen.
Gruß - EFH
Hallo Matthias,
mit einem modifizierten Tubus vom Axioskop kannst du aus deinem Standard eine Mikroskop für Unendlich-Optik machen. Dieser Tubus hat nämlich die Linse, um aus dem unendlichen Bild ein endliches zu machen und sie korrigiert auch die Farbfehler. Im Tubus sind dann auch keine KPL-Okulare mehr nötig, zumal es diese mit 30mm Steckdurchmesser sowieso nicht gibt. Und die dolle Nachfokussiererei ist dann auch nicht mehr nötig.
Das war aber nur mal ein Experiment, man sollte lieber doch bei einem oder dem anderen System bleiben. Dieser eckige cremefarbene Binotubus auf dem runden grauen Standard sieht doch etwas gewöhnungsbedürftig aus. ;D
Viele Grüße
Bernd
Hallo Kollegen,
Vielen Dank für die vielen interessanten Antworten. Ich habe noch ein 10x Epiplan versucht, das sah hervorragend aus. Für mich ist das ja alles total neu und es freut mich sehr, hier soviel fundiertes und verständliches Wissen präsentiert zu bekommen. Danke!
Die Idee, ein Standard umzurüsten, ist sehr spannend. Wie muss der Tubus denn modifiziert werden? Passt er grundsätzlich überhaupt? Ich muss mal schauen, ob ich einen auftreiben kann. Heute will ich aber erstmal die LED mit Elektronik in den Fuß basteln.
Viele Grüß,
Matthias
Hallo,
ZitatWie muss der Tubus denn modifiziert werden? Passt er grundsätzlich überhaupt? Ich muss mal schauen, ob ich einen auftreiben kann.
Die Schwalbe passt nicht, deswegen muß man sich entweder eine passende Schwalbe anfertigen (lassen) oder eben ein Übergangsstück.
ZitatHeute will ich aber erstmal die LED mit Elektronik in den Fuß basteln.
Gut so, aber fang da nicht an, irgendwelche Rippen rauszusägen.
Viele Grüße
Bernd
Hallo,
die Anmerkung von E. Nowak betreff unveränderter Tubuslänge ist natürlich richtig. Mein Satz sollte auch so gemeint sein.
Schöne Grüße in die Runde
Jörg Piper
Zitat von: Nomarski in Januar 16, 2011, 11:52:35 VORMITTAG
Gut so, aber fang da nicht an, irgendwelche Rippen rauszusägen.
Ne, keine Angst... Ich bin bisher nicht dazu gekommen, hab am Sonntag ein anderes Rippen-Projekt (http://www.grillsportverein.de/forum/kugelgrill/cola-rib-s-3-2-1-frei-nach-kuchen-121635.html) gehabt ;D Traumhaft lecker!
Ich werd die Elektrik eh erstmal in ein kleines externes Gehäuse bauen, und erst, wenn alles funktioniert in den Fuss basteln. Aber die LEDs sind ja der oberhammer... Was sich da in der letzten Zeit so getan hat ist ja grandios. Ich hab mir die Cree XP-G R5, weiß, 493 Lumen (http://www.leds.de/High-Power-LEDs/Cree-High-Power-LEDs/Cree-XP-G-R5-weiss-493-Lumen.html) gekauft, zwei Linsen dazu. Ich muss heute mal den optimalen Abstand ausnivilieren, aber das Licht ist echt bombe!
Viele Grüße,
Matthias
ZitatIch hab mir die Cree XP-G R5, weiß, 493 Lumen gekauft, zwei Linsen dazu.
Was willst du mit den zwei Linsen? ???
Aber beschwer dich nicht, wenn dir das Bild dann zu hell ist und die 4000stel Sekunde beim Fotografieren noch zu lang.. ;D
VG
Bernd
Die hab ich mir mitbestellt um die 120° Abstrahlwinkel eventuell so hinzubiegen, wie ich die brauche. Also für den Fall, dass ich die LED nicht optimal platziert bekomme. "An sich" müsste das auch ohne gehen... Aber wie das immer so ist. Und ich kann damit dann auch gleich ausprobieren, ob die Dinger auch als Fahrradlampe taugen.
Ich bau mir ja nen Dimmer ein! Sonst muss ich wohl immer mit Sonnenbrille durchgucken. Ich versuch das erstmal mit einem Linearregler (einstellbare Konstantstromquelle) da ich hoffe, dass sich die Lichtfarbe nicht so sehr verschiebt. Sonst halt ein sehr hochfrequentes PWM, aber das möchte ich an sich nicht. Ich berichte über den Fortschritt in einem gesonderten Thread, wenn es soweit ist.
Viele Grüße,
Matthias
Hallo Matthias,
ZitatIch versuch das erstmal mit einem Linearregler (einstellbare Konstantstromquelle)
Das ist auf jeden Fall der richtige Weg - so mache ich das auch immer. Ich hoffe du kommst mit der LED zurecht. Denn, so wie ich das verstanden habe, ist das eine Mehr-Chip-LED. Wenn die einzelnen Chips nicht sehr eng beieinander liegen, wirken sich die Grenzen dazwischen u.U. unangenehm im Bild aus, was man aber mit einer Mattscheibe ausgleichen kann. Hell genug ist die mit Sicherheit!
Berichte, auch über die Art der Schaltung!
Detlef