Liebe Leserinnen und Leser,
was ich hier zeige, ist gewiss nichts Aussergewöhnliches. Vermutlich hat das jeder Tümpler schon oft beobachtet. Beeindruckend finde ich aber die Schnelligkeit, mit der meine "Amöbe des Tages" sich einen grossen Happen begeisselten Grünzeugs (auf dem ersten Bild oben rechts) einverleibt - man achte auf die Zeitangabe in den Bildern. Ich denke, es handelt sich um eine Mayorella-Art.
Ob sie ihre Beute schon riecht?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/56489_38337680.jpg)
Das Interesse ist definitiv geweckt:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/56489_28341026.jpg)
Ein erster Versuch, den Happen zu umfliessen...
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/56489_21131402.jpg)
Die Beute ist erstmal entwischt, kommt aber nicht weit:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/56489_61081128.jpg)
Jetzt geht es schnell:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/56489_21298310.jpg)
Der Fang wird allseitig umschlossen...
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/56489_815509.jpg)
... und in der neu gebildeten Nahrungsvakuole beginnt die Verdauung:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/56489_33435885.jpg)
Eine Minute später ist der Salat schon pampig:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/56489_28694032.jpg)
und man beginnt sich nach weiteren Happen umzusehen...
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/56489_35604647.jpg)
Ach, nicht schon wieder Kieselalgen...
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/56489_50504386.jpg)
...die ersten liegen noch schwer auf...
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/56489_57413914.jpg)
Im letzten Bild ist deutlich zu sehen, dass sich das frische Grün des Futters (jetzt im oberen Teil der Amöbe, direkt über dem blass blaugrünlichen Nucleus) bereits nach Gelbbraun zu verfärben beginnt.
Inzwischen hatte ich auch Hunger, so dass ich die Amöbe letztlich sich selbst und ihrer Verdauung überliess.
Mahlzeit!
Daniel
Hallo Daniel,
eine tolle Serie zeigst du da! ("Mord im Wassertropfen" wäre ein Titel! ;) )
Ist eigentlich bekannt, wie diese recht zielgerichtete Bewegung gesteuert wird? Über einen Denkapparat verfügt der Rhizopode nicht. Wie detektiert er seine Beute und steuert diese dann so genau an?
Weiß jemand aus dem Forum, wie das funktioniert?
Mit freundlichem Gruß
Herbert
Hallo Herbert,
es erscheint wirklich fast magisch, wie die Amöbe ihr Futter "spürt". Man umschreibt das Phänomen mit dem Begriff der Chemotaxis, d.h. die Bewegungrichtung wird gesteuert durch die vom Objekt der Begierde ausgesandten chemischen Stoffe. Näheres steht, glaube ich, bei Hausmann, Protistology, den ich aber momentan nicht zur Hand habe. Ich werde später mal nachschauen.
Herzliche Grüsse,
Daniel