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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Daniel Steiner in Januar 29, 2011, 21:35:24 NACHMITTAGS

Titel: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Daniel Steiner in Januar 29, 2011, 21:35:24 NACHMITTAGS
Geschätztes Forum,

mich beschäftigt seit einiger Zeit die folgende Frage, zu der ich bislang keine erschöpfende Antwort, geschweige denn ein aussagekräftiges Beispielbild gefunden habe: Wie gross sind die Unterschiede in der Abbildung mit besseren mittel-bis hochaperturigen Objektiven, wenn man statt eines einfachen Abbe-Kondensors mit n.A. 1.25 einen achromatisch-aplanatisch korrigierten verwendet? Ist jemand hier in der Lage und geneigt, den Unterschied im Bild darzustellen, z.B. mit einer Diatomeenaufnahme, Durchlicht-Hellfeld, 60 - 100x, mal mit Abbe, mal mit dem bessern Stück, alles andere gleich (aber natürlich optimal geköhlert)?
Hintergrund für meine Frage bildet die Suche nach der bestmöglichen Abbildung, die wohl jeden von uns umtreibt. Es ist mir bewusst, dass der Kondensor hierbei nur ein Glied in der Kette ist, aber eben, ein wie wichtiges?

Mit bestem Dank für Erhellung!
Daniel
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: peter-h in Januar 29, 2011, 23:55:30 NACHMITTAGS
Guten Abend,

ich besitze sowohl einen achr.aplanatischen Kondensor mit NA 1,4 , wie auch einen achromatischen mit NA 1,25.
Wie soll denn ein Test stattfinden? Objektiv müßte also auch mit NA 1,4 sein, oder ?
Kondensor voll geöffnet ? Ist dann aber nicht nach der üblichen Regel. Welche Beleuchtung soll es sein ?
Monochromes Licht sicher nicht. Schiefe Beleuchtung wohl auch nicht. Was wird erwartet? Nur eine einfache Aufnahme einer Diatomee? Welche Kamera soll/muß es sein?  Reichen 1,3 MPixel oder doch 12 MPixel ? Kamera monochrom oder farbtüchtig? Welcher Maßstab für das Bild?

Fragen über Fragen  ???  Ich sehe den Wald vor Bäumen nicht  :D

Wenn es geht helfe ich, aber dazu benötige ich auch sehr konkrete Angaben.

Nächtliche Grüße
Peter
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Daniel Steiner in Januar 30, 2011, 09:57:44 VORMITTAG
Hallo Peter,

dann versuche ich mal die Versuchsanordnung genauer zu definieren: Einfache Aufnahme einer Diatomee, z.B. Pleurosigma angulatum, im geraden Hellfeld mit Halogenlicht und Tageslicht(blau)filter. 100x Oel Apo. Kondensoren beide auf 1.0 abgeblendet. Farbaufnahme mit DSLR, 100 Mikrometer breiter Ausschnitt aus der Bildmitte im hier üblichen ca. 600 Pixel breiten Format. Ich hoffe, mit diesen Angaben lässt sich etwas anfangen. Vielen Dank für deine Hilfsbereitschaft, ich bin sehr gespannt auf den Vergleich!

Beste Grüsse, Daniel
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Werner Jülich in Januar 30, 2011, 10:53:50 VORMITTAG
Nehmen Sie zum Testen bzw. Auswerten ein möglichst einfaches Präparat, z.B. ein Objektmikrometer. Normieren Sie Helligkeit und Farbtemperatur und betrachten Sie dann den Intensitätsverlauf der benachbarten Pixel von hell nach dunkel.
Werner Jülich
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: peter-h in Januar 30, 2011, 12:20:30 NACHMITTAGS
Guten Morgen,

gleich vorweg, der Test / Vergleich läßt keine Aussage zu ! Die kleinen Abweichungen resultieren von der sehr diffizilen Schärfeeinstellung, denn der Feintrieb wirkt fast wie ein Großtrieb.
Trotzdem die Bilder. Natürlich habe ich nicht alle Vorgaben exakt einhalten können.

1. Pleurosigma angulatum
2. Apochromat 90/1,4 Öl
3. 20 Watt Halogenleuchte mit Tageslichtfilter KB-4 (Olympus)
4. a) Kondensor achromatisch NA 1,25 nicht immergiert , damit nahe NA 1,0
4. b) Kondensor achr. aplanatisch NA 1,40 nicht immergiert , s.o.
5. Farbaufnahme mit Canon 450D , Bildbreite 130 µm

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/57643_67004175.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/57643_62816646.jpg)

Alle Deutungsversuche sind mit dieser Kombination unmöglich !

@ Herr Jülich,
Sie haben absolut recht. Nur an extremen hell/dunkel Übergängen und der folgenden Pixelauswertung könnte ein Unterschied herausgearbeitet werden. Aber das überlasse ich nun anderen freiwilligen Testpersonen  ;D

Einen schönen Sonntag und Grüße
Peter Höbel
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Werner Jülich in Januar 30, 2011, 12:37:52 NACHMITTAGS
Ich habe gerade mal einen Versuch nachgestellt. Einfach mal den Rand der Leuchtfeldblende aufnehmen und auswerten. Dabei ruhig ein paar Pixel weiter nach innen und aussen gehen und vergleichen.
Das sollte für Amateuransprüche ausreichen.

Werner Jülich
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Jürgen Boschert in Januar 30, 2011, 13:17:57 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

was können wir rein theoretisch von einem solchen Versuch eigentlich erwarten ? Sicher keine Unterschiede im Hinblick auf Auflösung und sonstige Abbildungsleistungen, denn diese hängen - bei, wie gefordert, gleicher Beleuchtungsapertur - ausschließlich von den Parametern des Objektives ab. Einen deutliche Unterschied wird man nur hinsichtlich der Abbildungseigenschaften des Kondensors erkennen können, also bezüglich der Güte der Abbildung der Leuchtfedblende. Undhier sind die Unterschiede recht dramatisch. Der achromatisch-aplanatische Kondensor bildet diese eben vergleichsweise knackscharf und farbrein ab, während ein schlechter korrigierter Kondensor hier Bildfeldwölbung und chromatische Farbfehler zeigt. Man hat so die Wahl den Leuchtfeldblendenrand mit der Kondensorhöhenverstellung mehr bläulich oder mehr rötlich darzustellen.

Beste Grüße !

JB
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Eckhard F. H. in Januar 30, 2011, 13:24:38 NACHMITTAGS
ZitatDer achromatisch-aplanatische Kondensor bildet diese eben vergleichsweise knackscharf und farbrein ab, während ein schlechter korrigierter Kondensor hier Bildfeldwölbung und chromatische Farbfehler zeigt.

Nanu, muß ich umdenken? Was bildet der Kondensor denn ab?
Gruß - EFH
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Detlef Kramer in Januar 30, 2011, 13:41:22 NACHMITTAGS
Lieber Eckhard,

Der Kondensor bildet bei Köhler-Beleuchtung die Feldblende in der Objektebene ab. Und genau da sieht man die Unterschiede zwischen den unterschiedlich korrigierten Kondensoren, wie von Werner Jülich und Jürgen Boschert ausgeführt. Auf die eigentliche Objekt-Abbildung hat das alles keinerlei Auswirkung. Den Vorteil des apl/achr. Kondensors mag man darin liegen, dass man die Feldblende bei stark vergrößernden Objektiven weiter zuziehen kann, ohne dass Farbverschiebungen auftreten.

Herzliche Grüße

Detlef
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Daniel Steiner in Januar 30, 2011, 14:56:46 NACHMITTAGS
Hallo,
Ganz herzlichen Dank vorweg an Peter Höbel, der sich die Mühe gemacht hat, den Versuch durchzuführen! Ich finde die Bilder durchaus aussagekräftig. Meine Neugier haben sie jedenfalls schon mal befriedigt.
Ich schliesse daraus, dass die Korrektur des Kondensors tatsächlich keinen Einfluss auf die Objektabbildung hat, wie Detlef ja ausführt. Allfällige Farbsäume gingen dann aufs Konto von Objektiv, Tubuslinse und Projektionsoptik. Ich könnte mir aber dennoch vorstellen, dass Objektkanten ausserhalb des Schärfentiefebereichs (der hier gegen Null geht) mit dem Abbe-Kondensor infolge seiner schlechten chromatischen Korrektur zu Farbsäumen neigen mögen, was bei nicht planen Objekten sichtbar werden könnte - wenn mich nicht alles täuscht, lässt sich dies an den Fotos hier erahnen?
Das Ergebnis hat mir jedenfalls gezeigt, dass sich die Jagd nach dem ultimativen achro-aplanatischen Kondensor (das müsste dann ein zentrierbarer, wie am Olympus BH-A verwendeter sein, siehe hier: http://earth2geologists.net/Microscopes/Olympus_images/BHA_aplanat_condenser.JPG) für meine Bedürfnisse kaum lohnt und Verbesserungen leichter im Bereich der Adaption der Kamera und mit höher korrigierten Objektiven zu erzielen sind. Andersrum, dass hier nicht der Kondensor der limitierende Faktor ist. FL-Objektive z.B. sollten gegenüber den Planachromaten also auch mit dem Abbe-Kondensor eine Verbesserung bringen.

Einen schönen Sonntag noch!
Daniel



Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: A. Büschlen in Januar 30, 2011, 17:19:57 NACHMITTAGS
Lieber Daniel,

Du schreibst:

Das Ergebnis hat mir jedenfalls gezeigt, dass sich die Jagd nach dem ultimativen achro-aplanatischen Kondensor (das müsste dann ein zentrierbarer, wie am Olympus BH-A verwendeter sein, siehe hier: http://earth2geologists.n...BHA_aplanat_condenser.JPG) für meine Bedürfnisse kaum lohnt

Ich kenne diesen Kondensor persönlich. Mindestens einen Vorteil hat dieser Kondensor gegenüber allen andern, du kannst damit hervorragend die schiefe Beleuchtung anwenden. Er hat einen eingebauten Schieber mit dem du die Aperturblende seitlich verschieben und drehen kannst. Ich meine, dass es für die Anwendung der schiefen Beleuchtung eine absolut geniale Lösung ist. Diesen Typ Kondensor bauten auch Nikon und Wild. Den von Zeiss kenne ich nicht persönlich.

Ich habe noch eine Frage in die Runde: Ist den die Auflösung das einzige Kriterium (Testobjekt Diatomee) für einen Test? Wie sind dann die Kriterien bei hochwertiger Farbfotografie am Beispiel von gefärbten histologischen Präparaten?

Freundliche Grüsse

Arnold Büschlen
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Daniel Steiner in Januar 30, 2011, 17:57:29 NACHMITTAGS
Zitat von: A. Büschlen in Januar 30, 2011, 17:19:57 NACHMITTAGS
Er hat einen eingebauten Schieber mit dem du die Aperturblende seitlich verschieben und drehen kannst. Ich meine, dass es für die Anwendung der schiefen Beleuchtung eine absolut geniale Lösung ist. Diesen Typ Kondensor bauten auch Nikon und Wild. Den von Zeiss kenne ich nicht persönlich.

Lieber Arnold,

das wäre tatsächlich ein grosser Vorteil gegenüber der jetzigen Bastellösung, bei der die verschiebbare Blende etwas unterhalb der Iris zu liegen kommt. Weisst du (oder jemand anders hier), ob es bei Zeiss, Nikon und Wild passende Steckdurchmesser gibt? Mein CX31 erfordert 36.75 mm (was meist als 37 mm angegeben wird). Den verlinkten Olympus-Kondensor habe ich bis jetzt nirgends als Angebot gefunden. Generell dürften diese Kondensoren wohl recht teuer sein.
Mit der 100x Immersion verhält es sich übrigens bei meinem Gerät so, dass das Schliessen der Kondensorblende zu einem hübschen, wenn auch nicht zweckdienlichen Farbenspiel führt; neutrale Ausleuchtung ist nur durch weiteres Oeffnen möglich, wodurch etwas Kontrast verlorengeht.

Freundliche Grüsse, Daniel
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: peter-h in Januar 30, 2011, 18:16:00 NACHMITTAGS
Mit dem BH2-AAC Kondensor gelingt bei geringer Objektivvergrößerung nur eine ungleichmäßige Ausleuchtung. In solchen Fällen nehme ich den BH2-SC.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/57669_23500942.jpg)

Dieser Punkt ist bei Fotos sehr wichtig, es sei denn man macht eine Flatfieldkorrektur.

Gruß
Peter Höbel
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: A. Büschlen in Januar 30, 2011, 18:55:28 NACHMITTAGS
Lieber Daniel,

Wild hat einen Steck-Durchmesser von 39mm.

Hier noch ein Link zu einem Thread im alten Forum: http://www.mikroskopie.de/mikforum/read.php?2,26096,26096#msg-26096
Der Thread ist sehr lang und darin wird ausführlich über die oben erwähnten Fragen geschrieben.

Mache doch eine Anfrage bei Olympus Schweiz.

Gruss Arnold Büschlen
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Rawfoto in Januar 30, 2011, 20:10:03 NACHMITTAGS
Liebe Kollegen

Was ich mich bezüglich des Tests noch frage, ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch Öl auf den Kondensor gehört und das noch einmal eine Qualitätsverbesserung bringt. Damit erreicht man mit dem 1,4er bei der 1,4er Optik noch einmal eine deutliche Verbesserung. Also meiner Erfahrung nach bringt der Kondensor eine höhere Auflösung zustande. Ich habe sogar eine bessere Qualität wenn ich das S-PLAN APO 40x mit Öl zwischen Kondensor und Objektträger verwende. Das ist keine Öl-Optik, daher nur da unten und ja nicht zwischen Deckglas und Objektiv Öl einsetzen!!! So nebenbei bemerkt, das Öl hat auch Einfluss auf die Stellung des Deckglas- Korrekturrings (bei gleichem Präparat und damit unter gleichen Bedingungen) ...

Das mit der besseren Korrektur bezüglich Farbsäumen unterschreibe ich sofort ...

:-)

Gerhard
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Jürgen Boschert in Januar 30, 2011, 20:16:42 NACHMITTAGS
Hallo Gerhard,

aber das ist jetzt der berühmte Vergleich Äpfel mit Birnen. Im obigen Versuchsaufbau wurden die Kondensoren nicht immergiert und haben daher eine Beleuchtungsapertur von c. 0,95; dagegen erreicht der immergierte achromatisch-aplanatische Kondensor die höchst mögliche von 1,4 und damit natürlich das Gesamtsystem Mikroskop nach der Abbe´sche Lehre die maximale Auflösung. Darüberhinaus bewirkt eine Immergierung auch eine deutliche Reduktion von Streulicht.

Beste Grüße !

JB
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Rawfoto in Januar 30, 2011, 20:38:33 NACHMITTAGS
Ja Juergen,

Das ist mir schon bekannt, aber muss ich diese Tatsache in der Bewertung nicht einbeziehen?!

:-)

Gerhard
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Detlef Kramer in Januar 30, 2011, 23:39:53 NACHMITTAGS
Lieber Gerhard,

nein, denn das hat Daniel Steiner explizit nicht gewollt.

Herzliche Grüße

Detlef
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: rhamvossen in Januar 31, 2011, 10:00:16 VORMITTAG
Hallo,

ZitatDas Ergebnis hat mir jedenfalls gezeigt, dass sich die Jagd nach dem ultimativen achro-aplanatischen Kondensor (das müsste dann ein zentrierbarer, wie am Olympus BH-A verwendeter sein, siehe hier: http://earth2geologists.n...BHA_aplanat_condenser.JPG) für meine Bedürfnisse kaum lohnt


Ich glaube, das hast Du gut verstanden. Auch ich habe einem achr apl 1.4 (Zeiss) Kondensor. Ich glaube nicht, dass ich jemals wirklich einen Unterschied gesehen habe  zwischen der achr apl und meinem 1.3 Abbe. Während der gesamten Literatur sagt das die achromatisch aplanatisch korrigierten Kondensoren sehr gut geeignet sind für die Fotografie, also besser als der Abbe, sage ich: zeig es mal. Eine gute Lichtquelle und gut Korrigierten Objektive haben viel mehr Auswirkung, es lonnt sich um da zu investieren. Beste Grüsse,

Rolf






Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Jürgen H. in Januar 31, 2011, 10:28:43 VORMITTAG
Liebe Mitmikroskopiker,

Angeregt durch das Thema habe ich gestern gleichfalls einen Versuch gestartet: Mit meinem Leica DMLS und zum einen mit dem achromatisch aplanatischen Kondensor zum anderen mit dem gewöhnlichen CL KOndensor, beide mit der Apertur 0,9 nicht immergiert. Versuchsobjekt war ein gefärbtes histologisches Präparat.

Visuell ist beeindruckend, wie scharf das Bild der Leuchtfeldblende  bei Verwendung des achr/Apl Kondesor erscheint. Nun versteckt man das ja ohnehin außerhalb des Sehfeldes. Weiterhin fällt auf, dass das Beleuchtunglicht visuell beim gewöhnlichen Kondensor etwas gelbstichig erscheint. Die Farben beim achr/apl Kondensor wirken reiner. Aber das ist ein ganz subjektiver Eindruck.

Nimmt man das Photo hinzu und lässt die Kamera bei beiden Kondensoren einen Weißabgleich machen, belässt sonst aber alle Einstellungen gleich, kann ich keinen Vorteil des achr/apl Kondensors mehr erkennen. Dieses Ergebnis hat mich erstaunt.

Einen Vorbehalt muss ich allerdings machen: Das Ergebnis ist immer vom schlechtesten Glied innerhalb der Kette Beleuchtung, Kondensor, Objektiv, Okular Kamera abhängig. Das ist bei mir sicher die Kamera: eine Nikon Coolpix 4500. Möglicherweise ergeben sich feinere Differenzierungen bei Verwendung einer anderen Kamera.

Mikrogrüße

Jürgen
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Werner Jülich in Januar 31, 2011, 10:32:14 VORMITTAG
Lieber Herr Rhamvossen,
eine solche Aussage reizt dann doch zum Widerspruch.
Auf dem komplexen Weg zum guten Bild ist der apl. achr. Kondensor ein Baustein. Sicher gibt es viele Präparate und Fragestellungen, bei denen ein solches Teil überflüssig ist, aber immer dann, wenn der Kontrastumfang der Probe ein bestimmtes Maß überschreitet, spielt der auskorrigierte bzw. besser korrigierte Kondensor eine Rolle.
Wie man da individuell entscheidet ist ein anderes Thema, aber damit wird die Physik ja nicht auf den Kopf gestellt.

Werner Jülich
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Werner Jülich in Januar 31, 2011, 10:36:31 VORMITTAG
Hallo Herr Harst,
ja, die kleine Coolpix wird es nicht bringen, versuchen Sie mal eine MRc5 oder vergleichbare Kamera.
Zum Weißabgleich und der damit möglichen Einschränkung der Dynamik könnte man auch noch stundenlang diskutieren.

Werner Jülich
Titel: Die Farben des Kondensortyps
Beitrag von: peter-h in Januar 31, 2011, 11:36:49 VORMITTAG
Liebe Kondensoren  ;D

Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist die Farbtransparenz der Kondensoren. Je weniger Linsen im Spiel, um so bläulicher der Bildeindruck. Die Technik hier :
Mit fixem Weißabgleich ein Bild von einem Objektmikrometer aufgenommen. Dann mit dem Programm Fitswork im mittleren Bildfeld eine Pixellinie analysiert. Die beiden steilen Flanken zeigen die schwarzen Balken des Mikrometers.
Deutlich die Anhebung des Rotanteils bei höherer Linsenzahl. Selbst beim Klappkondensor ist der Unterschied der eingeschwenkten Frontlinse gut sichtbar. Das starke "Gezitter" ist nicht Kamerarauschen, sondern der ebenfalls ausgemessene Schmutzanteil  :(

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/57724_42586613.jpg)(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/57724_1220682.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/57724_50047981.jpg)(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/57724_38701310.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/57724_43249863.jpg)(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/57724_28413945.jpg)

Viel Spass
Peter H.
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: rhamvossen in Januar 31, 2011, 12:22:35 NACHMITTAGS
Hallo Herr Jülich,

Zitateine solche Aussage reizt dann doch zum Widerspruch

Das ist auch der Zweck, sonst haben wir keine Diskussion  ;). Aber seriös, glaubst Du nicht das die ander Teilen wie die verwendete Objektive, Okulare, Beleuchtung und Kamera viel wichtiger sind als der Kondensor"? Und Du kanst natürlich immer auf diesem Forum sehen lassen wie gross der Unterschied ist, überzeug uns mal mit ein paar Foto's. Und dan auch mit und ohne gebrauch eine Leuchtfeldblende, mach mal was experimente. Beste Grüsse,

Rolf

Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Jürgen H. in Januar 31, 2011, 17:55:54 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

Danke für die präzisen Angaben und informativen Bilder. Was bedeutet fixer Weißabgleich? Beim ersten Kondensor hast Du einen Weißabgleich gemacht und dann keine Änderung mehr?

Zu vermuten ist ja wohl auch, dass die Pixelwerte der Farben nicht nur von der Anzahl der Linsen, sondern auch von der Art der verwendeten Gläser abhängen?

Mikrogrüße

Jürgen

Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: peter-h in Januar 31, 2011, 19:34:30 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

der fixe Weißabgleich hat beim ersten Versuch stattgefunden - richtig. Und selbstverständlich hängt es bei der Transmission auch sehr von der Glassorte ab. Gläser der Typen SF , oder LASF mit hohem Brechwert sind teilweise richtige Gelbfilter.

Beispiel : Schott P-SF68 hat einen Brechwert von 2,016 @ 546nm und eine Transmission von 0,7% bei einer Glasdicke von 10mm.

Dass der Olympus achr.aplan. Kondensor mit NA 1,40 und 7 Linsen für meine UV-Aufnahmen bei 365nm noch tauglich ist verwunder sehr.

Grüße
Peter
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Jürgen H. in Februar 01, 2011, 16:40:45 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

Zitatder fixe Weißabgleich hat beim ersten Versuch stattgefunden - richtig. Und selbstverständlich hängt es bei der Transmission auch sehr von der Glassorte ab.

D.h. doch IMHO, dass nur ein sicherer Schluss aus Deinen Versuchen möglich ist: Die Kondensoren weichen hinsichtlich der Farbtransparenz voneinander ab. Nicht mehr nicht weniger. Du setzt den ersten Kondensor zur Norm mit dem Weißabgleich. Welche Verschiebungen im Spektrum die Kamera beim Weißabgleich vornimmt, ergibt sich aus dem Versuch nicht. Würde man mit dem  achr/apl Kondensor 1,4 einen Weißabgleich fix machen und dann den ersten Kondensor testen, käme vermutlich heraus, dass er gegenüber diesem Kondensor die Blauanteil verstärkt durchlässt, oder?

Ich frage mich, worin denn theoretisch der Vorteil des achr/apl Kondensors bestehen soll, der sich in meinem Mikrobildern nicht zeigen will. Eines ist klar: Das Leuchtfeld wird scharf begrenzt. Dadurch kann ich das Leuchtfeld exakt dem Sehfeld anpassen, ohne dass es an den Rändern zu Farbveränderungen kommt. Beim gewöhnlichen Kondensor müsste ich hierzu die Leuchtfeldblende wohl etwas weiter öffnen. Hierdurch könnte sich eine Kontrastverbesserung beim achr. apl Kondensor  ergeben. Und sonst? Besteht ein theoretischer Vorteil der Beseitigung chromatischer Aberration vor dem Objekt? Dieses wird ja so oder so von einem Bündel von Strahlen aus der Beleuchtungsquelle getroffen?

Mikrogrüße

Jürgen


Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: peter-h in Februar 02, 2011, 11:19:12 VORMITTAG
Hallo Jürgen,

meine Vergleiche sind eher als kleine Spielerei zu sehen. Selbstverständlich kann die Kamera jede Farbvariante ausgleichen. Es ging mir nur um die Unterschiede einmal besser darzustellen.
Beim achr.aplan. Kondensor kann ich ohne Gefahr am Rand Farbverfälschungen zu bekommen die Feldblende stärker zuziehen. Resultat : Geringere Gefahr von Reflexen im Tubus und damit manchmal einen besseren Bildkontrast.

Aber ! Bei Objektiven mit Vergrößerung < 4x leuchtet der Olympus achr.aplan. nicht das ganze Bildfeld aus, bzw. zum Rand zu gibt es Farbverschiebung. Daher wechsle ich bei Aufnahmen meist auch mit der Vergrößerung den Kondensor.

Viele Grüße
Peter
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: fabelfroh in März 04, 2012, 13:49:32 NACHMITTAGS
Hallo.

Bitte entschuldigt wenn ich dieses Thema noch einmal hochhole, aber ich finde es sehr spannend.

In einem Techniklexikon habe ich folgende Definition gefunden: "Der achromatisch-aplanatischer Kondensor hat eine Teilkorrektur sphärischer und chromatischer Aberrationen. Dieser Kondensortyp erlaubt die Verwendung von Immersionsobjektiven hoher numerischer Apertur."

Könnte es daher sein das sich die Vorteile eines achromatisch- und aplantisch korrigierten Kondensors erst bei hohen Vergrößerungen sichtbar ist, da dort die Objektive i.d.R. sehr hohe numerische Aperturen haben?  ???

Wie sieht es denn eigentlich mit dem Zusammenspiel mit wenig korrigierten Optiken (Objektiven) und stark korrigierten Optiken wie Fluaren oder Apochromaten aus? Die meisten Apochromaten haben ja deutlich höhere num. Aperturen als z.B. A-Plans.

Leider fehlen mir die Mittel für einen Test. Demnächst bekomme ich zumindest eine Gelegenheit einen achromat.-aplanat. Kondensor zu testen. Allerdings nur mit normalen Achroplans.
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: Detlef Kramer in März 04, 2012, 18:10:10 NACHMITTAGS
Hallo,

Zitat"Der achromatisch-aplanatischer Kondensor hat eine Teilkorrektur sphärischer und chromatischer Aberrationen. Dieser Kondensortyp erlaubt die Verwendung von Immersionsobjektiven hoher numerischer Apertur."

In dieser Aussage erkenne ich keinerlei Logik. Um die Auflösung hochaperturiger Immersions-Objektive ausnutzen zu können, muss der Kondensor eine annähernd ähnliche Apertur aufweisen. Das hat mit dem Korrektionsgrad des Kondensors m. M. nichts zu tun.

Unbestritten ist aber, dass die Abbildung der Feldblende in der Objektebene mit einem korrigierten Kondensor besser funktioniert - also Köhlern geht leichter. Außerdem wird durch die schärfere Abbildung der Feldblende Streulicht besser vermieden. Vielleicht ist das damit gemeint :-\.

Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: fabelfroh in April 26, 2012, 15:02:53 NACHMITTAGS
So. Nach fast zwei Monaten hat Zeiss es geschafft, den neuen Kondensor endlich zu liefern.  >:(

Ein erster Test zwischen altem normalen Kondensor und neuen achromat.-aplanat. Kondensor hat kaum Unterschiede zu Tage gefördert. An den äußersten Rändern gibt es ein paar Vorteile vom achromat.-aplanat. Kondensor. Jedoch sind diese in der Praxis wohl kaum relevant. Sicherlich sind meine N-Achroplans auch die limitierenden Faktoren hier im Moment. Aber davon mal abgesehen, ist mir aufgefallen, dass ich den neuen Kondensor eine ganze Ecke weiter abblenden muss, um auf die gleiche Schärfentiefe zu kommen. Woran mag das liegen? Sind die Blendenlamellen vielleicht anders eingestellt? Nicht das es mich stören würde, aber eine Erklärung dafür finde ich im Moment auf die schnelle nicht.
Titel: Re: Auswirkungen des Kondensortyps?
Beitrag von: BergerN in April 26, 2012, 21:02:14 NACHMITTAGS
Hallo Kondensorengeplagte,
darf ich mal , fast off topic, hereinplatzen?

Weiter vorne im Faden hieß es "das schwächste Glied in der Kette" etc, dazu kann ich nur beistimmen.
Kürzlich erhielt ich eine unbenutzte Frontlinse (für sagenhafte 1€!) für meinen 1,4 Kondensor, frei von Kratzern und Schlieren; und :siehe da, aus zwei der 40er Briefbeschwerer, wurden brauchbare Okulare.
Monsti würde sagen: "Die Sonne ging auf".  :) :)

Bin schon wieder weg,
Nick