Liebe KollegInnen
Wo kann man nach Eurer Erfahrung den Ersatz einsetzen und wo das Original?!?
Vor dem Eindecken, zum Reinigen der Objekttraeger, zum Verduennen von Malinol, ... um eine Richtung zu geben.
Das Datenblatt und die Hochglanzbroschuere kenne ich, den entsprechenden Mikrokosmosartikel habe ich leider nicht ...
Ich habe derzeit nur XYLOL in Einsatz, wuerde aber gerne Zweigleisig fahren und auch das ungiftiger Ersatzmittel einsetzen. Jetzt brauche ich aber Eure Erfahrung wo ich das ohne Qualitaetsabstriche machen kann ...
:-)
Gerhard
nein nein nein. Only use this kind of stuff before embedding tissues in wax. I've heard people using it immediately before slide mounting in resins, but I wouldn't gamble on it. Basically, this stuff doesn't dry without residue like xylene, so do not use it as a solvent when it is ment to disappear in the end by evaporation (like for diluting resin mountants)!
HTH, Rene
Hallo Gerhard,
ich setze Roti®-Histol zum Entparaffinieren
von botanischen Schnitte als Ersatz für XYLOL ein.
Ich habe damit nur gute Erfahrungen gemacht.
Das Arbeiten damit ist wesentlich angenehmer als mit dem "giftigen" XYLOL.
Einziger Nachteil: Der Raum riecht danach stark nach Apfelsinen :D
Herzliche Grüße
Frank
Hallo Gerhard,
Ich schliesse mich Frank an, auch ich habe gute Erfahrungen mit Rotihistol zum entparafinieren.
Auch zum eindecken von Preparate als vorletzte Stufe nehme ich Rotihistol
Man soll das Preparat ein paar Tagen liegen lassen bis alles verdunstet ist vorher man es studieren kann.
Um Malinol zu verdunnen nehme ich grundsätzlich Xyleen, das geht besser.
Gruss
Jan
Habe ca 15 Jahre lang damit nach der aufsteigenden Alkoholreihe histol. Schnitte behandelt und nach dem Rotihistolbad direkt in Rotihistokitt eingedeckelt (noch feucht). HF, DF und Phasenkontrast waren und sind auch bei den Schnitten von 1995 noch sehr gut möglich. Kann ich nur empfehlen- auch wenn es ebenfalls kräftiges Lüften braucht, da es wie schon angeklungen aus Zitrusschalenöl gewonnen wird. Aber Xylol kommt mir zuhause nicht auf den Tisch und im Labor nur unter dem Abzug (wenn überhaupt noch) nachdem mir ein sehr namhafter Hämatologe mal von seinen Versuchen zur Blutbildveränderungen/ Leukämiepotenzial von Xylol berichtet hat.
Liebe ForumskollegInnen
In der Zwischenzeit setze ich Rotihistol auch schon seit einem Jahr erfolgreich ein, allerdings hauptsächlich um Paraffie vor der Färbung aufzulösen und zum Putzen von Messern, dem Heißluftofen und sonstigem Färbegeschirr ...
Mein Xylolbedarf ist durch diese Entscheidung auf unter 10% gesunken, ich habe mich aber bisher nicht getraut es vollkommen zu ersetzen ...
:-)
Gerhard
Hallo Gerhard,
zunächst der Hinweis, dass die Eigenschaften des Rotihistols nicht mit den Eigenschaften des Xylols gleichgesetzt werden können!
Rotihistol ist eine terpenoide Verbindung, während es sich bei Xylol um ein aromatisches Lösungsmittel handelt. Rothihistol lässt sich im Rahmen der histologisch botanischen und histologisch zoologischen Einbettung gut als Intermedium verwenden und zeichnet sich durch eine deutlich geringere Härtung der Gewebe aus (vergleichbar mit Einbettungen über tertiärem Butanol). Das sei an einem Beispiel beschrieben: Wird ein Dünnschnitt eines Holzkörpers von absolutem Alkohol in Rotihistol übertragen, ist nahe keine Schrumpfung zu beobachten. Wird der gleiche Übertrag in Xylol vorgenommen, ist umgehend ein "Verschrumpeln" des Schnittes festzustellen. Werden diese Schnitte nach dem Einschluss unter Druck gestreckt, reißt das Gewebe an vielen Stellen ein. Diese Rissbildung kann sich auch erst Wochen nach dem Einschluss zeigen.
Wie bereits von Rene beschrieben, ist es keinesfalls zu empfehlen, Rotihistol als Ersatzlösungsmittel für xylolhaltige Einschlussmittel zu verwenden. Schnitte, die von Rotihistol in Einschlussmittel übertragen wurden, neigen dazu, gewebsgebundene Rotihistolreste ausbluten zu lassen! Dieses Ausbluten ist an gelben Verfärbungen, Trübungen und, je nach verwendetem Einschlussmittel, auch an der Bildung umrandender, tröpfchenförmiger Zonen zu erkennen. Rotihistol muss somit vor einem endgültigen Einschluss vollständig gegen ein anderes Lösungsmittel (Methylbenzoat, Xylol, usw.) ausgetauscht werden. Rotihistol-taugliche Einschlussmittel besitzen häufig eine leicht gelbe Eigenfarbe und nach Trocknung nicht die hohe Transparenz typischer, polyacrylsäureesterhaltiger Einschlussmittel.
Ein weiteres Beispiel: Soll ein Knochenschnitt eingeschlossen werden, ist es sinnvoll ihn zunächst über eine steigende Rotihistol-Xylol-Reihe in reines Xylol zu übertragen. Die Schrumpfung ist hierbei minimal, so dass der Knochenschnitt nahezu plan eingeschlossen werden kann.
Neben der hohen Kompatibilität des Xylols gegenüber der gebräuchlichsten Einschlussmittel haben aromatische Intermedien die herausragende Eigenschaft den Geweben eine hohe Transparenz und somit auch eine hohe Farbbrillianz zu verleihen. Dies gilt besonders für Methylbenzoat. Diese besondere Eigenschaft fehlt den Ersatzprodukten, so dass die Schnitte bei einem mikroskopischen Vergleich eher farbblass erscheinen. Für eine routinemäßige Bewertung von Präparaten (z. B. in der Pathologie) spielt diese Qualtiätsminderung sicher keine Rolle, aber wie verhält es sich bei dem Hobbyisten?
An dieser Stelle soll natürlich nicht verschwiegen werden, dass aromatische Lösungsmittel gesundheitsschädlich sind! Leider ist auch beim Rotihistol festgestellt worden, dass es ein hohes, allergieauslösendes Potential besitzt (siehe Vergleich zu Latexallergien).
Ein richtiger Weg wäre sicher, zunächst zu überdenken, welche Eigenschaft das hergestellte Präparat haben soll um anschließend entscheiden zu können, welcher Präparationsgang unter Verwendung welcher Lösungmittel am geeignesten ist.
Viele Grüße!
Dieter
ZitatAber Xylol kommt mir zuhause nicht auf den Tisch...................zur Blutbildveränderungen/ Leukämiepotenzial von Xylol berichtet hat.
Ich denke das Florian Stellmacher zur dieses Thema schon mal ein gutes Bericht geschrieben.
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2768.msg16859#msg16859
Grüße Ronald
Hallo Dieter
Exakt,, genau aus diesen Gruenden gibt es bei mir Xylol noch zu 10%, aber zu 100% vor der Einbettung. Das mit der alergischen Reaktion kann nur jeder selbst beurteilen, ich habe da zum Glueck kein Problem damit und moechte Rotihiston nicht mehr missen ...
:-)
Gerhard