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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Chris in März 08, 2011, 13:49:30 NACHMITTAGS

Titel: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Chris in März 08, 2011, 13:49:30 NACHMITTAGS
Ich würde gerne ein Zeiss Axiovert 100 (Inverses Mikroskop) mit einer digitalen Kamera ausrüsten. Hierzu habe ich mir im Netz ein paar Möglichkeiten herrausgesucht:

Canon 600D (800 Euro) + Adapter von LM-Micro Tech Lab (800 Euro)

Zeiss AxioCam ERc 5s (1000 Euro) + Adapter  (400 Euro)

Moticam pro 252A (2000 Euro) + Adaper ?

Nun meine Frage, was spricht denn für bzw. gegen eine DSLR-Lösung? Welche Vorteile haben spezielle Mikroskopkameras?

Es sollen vorallem Standbilder von Zellen in Zellkultur gemacht werden.

Beste Grüße

Chris Brone


Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: liftboy in März 08, 2011, 17:00:54 NACHMITTAGS
Hallo Cris,
aus eigener Erfahrung würde ich Dir tatsächlich eine Mikro-Digicam empfehlen; der unterste Wert sollte 1,3Mp und der obere Wert nicht über 5Mp sein.
Die Digicams mit hoher Auflösung haben Probleme mit bewegten Objekten, sind jedoch ideal für scharfe Standaufnahmen,-... also eigentlich ideal für Deinen Zweck.
Such mal das Forum durch, über das Thema wurde schon eifrig referiert.
Gruß
Wolfgang
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Haus@Hund in März 08, 2011, 17:11:57 NACHMITTAGS
Ich möchte Wolfgang beipflichten, auch was die Auflösung betrifft.

Aus meiner Erfahrung ist das einzige Argument, was für eine DSLR oder Digitalkamera spricht, daß man sie auch für andere Zwecke (halt: Photos machen) verwenden kann. Da ihre Sensoren nicht für die Verwendung an Mikroskopen gemacht sind, ist der optische Aufwand zur Adaption teilweise erheblich. C-Mount-Adapter mit den passenden Vergrößerungen für die unterschiedlichen Chipgrößen (1/2", 1/1.8", 2/3", 1" usw.) sind i. d. R. leicht erhältlich und auch vergleichsweise günstig.

Gruß,
Jörg
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Detlef Kramer in März 08, 2011, 17:35:09 NACHMITTAGS
Lieber Wolfgang, lieber Jörg,

Eure Antworten sind ja nicht falsch. Aber, es gibt durchaus auch ein paar andere Argumente. Die besten Bilder dürfte die Canon 600 machen. Warum? Weil diese hochgezüchteten Consumer-Kameras intern mit mindesten 14 bit arbeiten und dies auch im RAW-Bild transportieren. Der Chip ist größer, was das S/R-Verhältnis verbessert.

Ich hatte zu dem Thema im vergangenen Jahr Diskussionen mit Herren von Zeiss. Dort wird mittlerweile auch gesehen, dass im Allgemeinen der relativ hohe Preis für die Video-Kamera nicht durch entsprechende Qualitätsunterschiede gerechtfertigt ist.

Ich möchte dies nur vorsichtig andeuten und nicht weiter vertiefen. Auch zu der ERc 5s müsste man noch anführen, dass es sich um eine 8-bit CMOS-Kamera handelt, die es in fast gleicher Ausstattung von einem anderen Hersteller für ca. 400 € gibt. Zeiss hat sie nur mit Bauchschmerzen auf den Markt gebracht, der allerdings danach gefragt hat (nach der Kamera nicht nach den Bauchschmerzen).

Der preiswerteste Weg ist übrigens eine der neuen spiegellosen 4/3-Kameras von Olympus oder Panasonic, da braucht man nicht einmal mehr einen optischen Adapter (s. z.B. Beiträge von Gerd Günther hier im forum zu diesem Thema).

Ich bitte die Nachdenklichkeit meiner Einwände zu beachten.

Herzliche Grüße

Detlef
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: peter-h in März 08, 2011, 17:39:06 NACHMITTAGS
Hallo Jörg,

da werde ich aber ganz neugierig !  ;D
Zitat:
C-Mount-Adapter mit den passenden Vergrößerungen für die unterschiedlichen Chipgrößen (1/2", 1/1.8", 2/3", 1" usw.) sind i. d. R. leicht erhältlich und auch vergleichsweise günstig.

Was ist in der Regel, was ist leicht erhältlich und was ist günstig?

Bitte nicht mit CMEX drohen  :o
Aber sollte es Adapter (Plural - denn ein Universaladapter gibt es nicht) für Endlich- wie auch Unendlichsysteme geben, welche die Qualität eines PlanApos von Leitz, Nikon, Olympus oder Zeiss (alphabetische Reihenfolge) auf den Chip übertragen können, dann wäre es fast eine Sensation.

Also bitte ....... Butter bei de Fische ::)
Gruß
Peter
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Werner Jülich in März 08, 2011, 17:56:15 NACHMITTAGS
Hallo Herr Höbel,
Videoadapter mit C-Mount von Zeiss:

0,3-0,5x vario
0,4x
0,5x
0,63x
1,0 ohne Zwischenoptik

oder von Hund:
0,5x
1,0x ohne Zwischenoptik
1,6x

Ich behaupte mal, es wäre auch für Hund kein Problem, bei entsprechender Nachfrage die benötigten Videoadapter zur eigenen 160er Optik zu bauen. So  kompliziert sind die Dinger ja wirklich nicht.

Werner Jülich
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Rene in März 08, 2011, 18:07:18 NACHMITTAGS
But what is guenstig? 500 euro for any lens containing item is kinda default (at least in the Olympus lists).

Anyway, we know the most cost effective quality solution: a dSLR. We also know the environment: student friendly (?). Purpose: (single) cells in culture vessels, probably looked at with typical routine LWD lenses. A critical amateur decides differently, but for this work a simple Tucsen or TIS solution with a 1.0 (empty) adapter will do fine! Purists can frown upon this solution, but really, for 400euro you're up and running, and quality is decent.

Rene
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: reblaus in März 08, 2011, 18:41:26 NACHMITTAGS
Lieber Detlef -

nicht vergessen: Die spiegellosen Olympus/Panasonic zeigen im Gegensatz zur erwähnten Canon das hier häufig diskutierte Erschütterungsproblem (auch ohne Spiegelschlag) durch den recht rauhen Verschlussablauf (selbst ausprobiert).

Viele Grüße

Rolf
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Chris in März 08, 2011, 19:00:23 NACHMITTAGS
Vielen Dank für die schnellen Antworten! Leider habe ich immer noch nicht ganz verstanden was der Vorteil der Mikro-Digicams ist und was genau ist der Nachteil der DSLR wenn ich damit die beste Bildqualität bekomme?

Also ich tendiere jetzt zur Canon-Lösung. Ist der Adapter von Micro Tech Lab ok? Oder gibt es Alternativen?


Chris
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Detlef Kramer in März 08, 2011, 20:26:12 NACHMITTAGS
Lieber Rolf,
Zitatnicht vergessen: Die spiegellosen Olympus/Panasonic zeigen im Gegensatz zur erwähnten Canon das hier häufig diskutierte Erschütterungsproblem (auch ohne Spiegelschlag) durch den recht rauhen Verschlussablauf (selbst ausprobiert).

Das stimmt, aber stimmt es auch an einem Axiovert? Das ist ja schließlich auch eine Frage der Masse. Aber, Du hast recht: in dieser Frage ist die Canon besser.

@ Chris: ich bin sicher, dass Zeiss einen solchen Adapter liefern kann. Dem würde ich den Vorzug geben, auch wenn er mit Sicherheit ein wenig teuerer ist. Man müsste das mit dem Kamera-Assistenten auf der Zeiss-HP eruieren können.

Detlef
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Werner Jülich in März 08, 2011, 20:44:17 NACHMITTAGS
Hallo Chris,
wie D. Kramer schon schreibt, wäre es so abwegig, den vorgesehenen Adapter von Zeiss zu nehmen?
Zufälligerweise ist er für Mikroskope von Zeiss entwickelt worden und er ist noch nicht mal teuer.

Werner Jülich
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Detlef Kramer in März 08, 2011, 21:53:05 NACHMITTAGS
Lieber Rolf,

ein kleiner Nachtrag:

ein Foto, das ich bei einem guten Freund mit besagter 4/3 Panasonic an einem Zeiss Standard 16 (das, glaube ich, noch vor kurzem auf Deinem Schreibtisch gestanden hat) mit starrer Verbindung zum Trino-Tubus (nicht von Zeiss). Siehst Du da Verwacklungsartefakte? Die Exif-Datei gibt für die Belichtungszeit 10/1000 an, also wohl 1/100 sec (?).
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/60613_45846538.jpg)

Herzliche Grüße

Detlef
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: peter-h in März 08, 2011, 22:49:07 NACHMITTAGS
Liebe Fotografen,

der Teufel und das Weihwasser ------ oder ----- Die Mikroskopiker und die Canon mit liveview.
Man muß doch Canon nicht lieben oder Aktien bei der Firma haben, aber es funktioniert nun mal ohne jede Erschütterung bei diesen Modellen. Und selbst von ganz eingefleischten Nikon-Fans habe ich vor wenigen Tagen lautstark vernommen, dass nur Canon ohne jede Erschütterung am Mikroskop funktioniert. Überläufer !!!

Sicher glauben immer noch Generationen, dass ich bei meinen Messungen abgeschrieben oder gefälscht habe. So ist das nunmal, wenn nicht sein darf was nicht sein soll , oder umgekehrt.

Na dann ...... mit Canonalen Grüßen
Peter H.

der weder die Welt noch die Mikrowelt verbessern will  ;D
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Detlef Kramer in März 08, 2011, 22:59:56 NACHMITTAGS
Lieber Peter,

nicht ganz so ernst, aber, warum schreibst Du
ZitatSicher glauben immer noch Generationen, dass ich bei meinen Messungen abgeschrieben oder gefälscht habe. So ist das nunmal, wenn nicht sein darf was nicht sein soll , oder umgekehrt.

Ist das Solidarität zu Deinem Landsmann? Oder ist es Fishing for compliments? Ich hoffe, ich darf das einmal sagen?! Deine betreffenden Aussagen sind stets so wasserfest belegt, dass man sie überhaupt nicht anzweifeln kann - habe sie selbst ja schon x mal zitiert. Übrigens, das da oben war Christian Morgenstern, hättest Du angeben müssen  ;D ;D ;D

So, und damit ist der Fasching für mich endlich überstanden!

Gute Nacht und herzliche Grüße

Detlef
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: peter-h in März 08, 2011, 23:16:49 NACHMITTAGS
Lieber Detlef,

manchmal muß ich in eine bestimmte Kerbe schlagen, sorry  ;D
Aber ganz sicher fische ich nicht, weder im Trüben noch im Klaren und ich stehe auch nicht in Verbindung zu meinem Landsmann  ;D ;D ;D
Dumm dass Du mich erwischt hast, dass ich diese Fußnote vergaß  >:( , ei wie ärgerlich  :(

Aber in < 1 Stunde ist die Narrenzeit vorbei und dann sind wir wieder ganz bei der Sache.
Herzliche Grüße nach Hessen
Peter
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: listenpreis in März 16, 2011, 23:37:45 NACHMITTAGS
Moin!

Hier ist jetzt nur die Rede von Bildern - aber nicht von Videos. Die neueren Canons (5DM2, 7D, 550D, 60D) haben ja eine hervorragende Videofunktion (FullHD 1920x1080 @ 30/25/24 fps) - wie sieht es denn da mit Alternativen aus. Ich las (leider finde ich den passenden Thread gerade nicht), dass es spezielle Mikroskopkameras gibt, die eine Bildwiederholrate von 160 fps haben - wäre natürlich der Knaller! Aber sicher auch wieder ein für Otto-Normal-Hobbyist nicht bezahlbarer... oder?

Grüße,

Jan
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: peter-h in März 17, 2011, 00:01:11 VORMITTAG
Nur nebenbei. Mit einigen Einschränkungen kann selbst die kleine CMOS Kamera DFK72 bis 92 Bilder/s.
Da werden "richtige" Kameras das doch leicht überbieten.

Gruß
Peter H.
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Christian Linkenheld in März 17, 2011, 10:03:48 VORMITTAG
Zitat von: listenpreis in März 16, 2011, 23:37:45 NACHMITTAGS
Moin!

Hier ist jetzt nur die Rede von Bildern - aber nicht von Videos. Die neueren Canons (5DM2, 7D, 550D, 60D) haben ja eine hervorragende Videofunktion (FullHD 1920x1080 @ 30/25/24 fps) - wie sieht es denn da mit Alternativen aus.

Hallo,

gängige Mikroskopkameras werden per USB2.0 mit dem PC verkabelt. Die tatsächlich verfügbare Datenübertragungsrate ermöglicht videotaugliche Auflösungen mit einer Bildfrequenz von 30Hz "nur" bis etwa 1024x768. Je nachdem reichen auch geringere Bildfrequenzen noch aus um brauchbare Videos zu erzeugen. Trotzdem: obwohl spezielle per C-Mount adaptierbare Kameras ein Livebild bieten ist deren Bildfrequenz zur Erzeugung flüssiger Videos oftmals nicht ausreichend.

viele Grüße

Christian
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Werner Jülich in März 17, 2011, 11:17:09 VORMITTAG
Gehen wir noch einen Schritt weiter. Viele Mikroskopkameras sind inzwischen auch in einer Version mit GigaEthernet ausgestattet, was nach unseren Erfahrungen etwa einen Faktor 2 an Übertragsgeschwindigkeit bringt und 10GigaEthernet-Kameras sind der nächste Schritt.
Werner Jülich
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: listenpreis in März 17, 2011, 13:02:51 NACHMITTAGS
Wie läuft per Ethernet dann die Datenübertragung? Greift dort dann eine eigens für die Kamera geschriebene Software den Stream ab?
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Christian Linkenheld in März 17, 2011, 13:47:29 NACHMITTAGS
Zitat von: listenpreis in März 17, 2011, 13:02:51 NACHMITTAGS
Wie läuft per Ethernet dann die Datenübertragung? Greift dort dann eine eigens für die Kamera geschriebene Software den Stream ab?
Hallo,

Näheres siehe hier: http://www.machinevisiononline.org/vision-standards-details.cfm?type=5
Das ist allerdings kein offener Standard, weshalb Lizenzgebühren anfallen. Zudem haben entsprechende Kameras meiner Information nach einen höheren Stromverbrauch und erwäremen sich stärker, was dann wieder Probleme durch verstärktes Rauschen bringt.

viele  Grüße

Christian
Titel: Re: DSLR oder spezifische Mikroskopkamera?
Beitrag von: Werner Jülich in März 17, 2011, 14:03:08 NACHMITTAGS
Natürlich werden die passenden Treiber mit den Kameras mitgeliefert.
Der Stromverbrauch der Treiber ist geringfügig höher, was dann in der Theorie z. B. bei Langzeitaufnahmen mit ungekühlten Kameras mit CCD-Sensor als verstärktes Rauschen sichtbar sein sollte. Nach meinen bisherigen Erfahrungen verhalten sich die Kameras aber völlig unauffällig, der erwartete erhöhte Rauschpegel fällt nicht auf.
Ich möchte auf einen entscheidenden Vorteil hinweisen, die Kabellänge kann großzügig bemessen werden, sodaß man auch aus kritischen Umgebungen Aufnahmen erhalten kann.
Werner Jülich