Hallo liebe Zeiss-Weise, Drehbänkler, Fräser, Zerspanungskünstler und Mikroskopadaptierer,
für meine Kameraadaption am Zeiss Universal (Canon A620) bin ich auf der Suche nach den Maßen für die Ringschwalbe, um eine komplett neue Lösung zu realisieren. Meine momentane Lösung mit hat zu viel Spiel in den zahlreichen Verbindungen.
Ich weiss dass Nomarski sowas schon mal gemacht hat, habe da auch schon einige Forenbeiträge durchstöbert aber die Infos die ich suche waren nie dabei.
Um meinen guten Willen zu demonstrieren habe ich meine Ringschwalben vermessen und ihr könnt das Ergebnis unten sehen. ;)
Mit der Schieblehre kommt man allerdings nicht in alle Ecken. In der Grafik könnt ihr die Bemaßung sehen. Es handelt sich um eine Ringschwalbe die bei meiner alten Kameraadapterlösung dabei war und aussen ein 58 mm Gewinde hat (Habe ich in der Zeichnung weggelassen...).
Falls also jemand genauere Maße hat, und diese teilen möchte, würde ich mich sehr darüber freuen. Besonderes Interesse hätte ich an den Winkeln...
Beste Grüße,
Bastian
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/61523_34685551.jpg)
Hallo Bastian,
so traumhafte Zeichnungen kann ich nicht, aber was zeigen. Von Zeiss gabs diese Teile ganz edel ich habe leider das falsche für M 49, deshalb habe ich mir aus Edelstahl eines nachmachen lassen mit M 52 (Edel und edel teuer!).
Wieso brauchst Du M 58 für die A 620? das Filtergewinde des Televorsatzes ist doch M 52?
Man sieht nicht so gut aber ahnt vielleicht, dass die Flanken des Nachbaus nicht diesen Absatz haben passt aber trotzdem sehr gut!
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/61529_12821480.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/61529_55918671.jpg)
Hallo Klaus,
ich kenne den 52 Adapter auch, aber meiner hat 58 mm. Es scheint da zweierlei zu geben. Fakt ist, dass ich das Gewinde garnicht benötige, da ich vorhabe einen ganz neuen Adapter zu bauen und zwar vom Tubuskopf bis zur Kamera und nicht aus drei Verbindungen besteht) Die Canon-Zubehör-Glocke hat durch die Schraubenbefestigung am Das Zeiss Winkel "Ofenrohr" ein Spiel von fast 1mm aus der Senkrechten. Nicht gerade ideal, wenn man schon (wie ich) zunächst mal keine neue Kamera kaufen will.
Da ich die Ringschwalben selber drehen werde wollte ich eben so nah wie möglich an die Zeiss Originale..
Bastian
ZitatDa ich die Ringschwalben selber drehen werde wollte ich eben so nah wie möglich an die Zeiss Originale..
Hallo Bastian,
sag mal, du wirst doch sicherlich noch einen Okulartubus haben, den du vorne am Universal befestigst, oder etwa nicht? Die Schwalbe davon hat übrigens dieselben Maße, warum nimmst du nicht die ab?
So habe ich das übrigens auch gemacht, ohne daß hinterher was klappert.
Mich würde bei deiner Zeichnung allerdings mal interessieren, wie du die beiden Winkel in dem Bemaßungsdschungel so präzise vermessen konntest.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bastian
Ich weiß, es ist schwierig die Durchmesser zu vermessen, da die abgeschrägte Kante stört.
Du könntest eine dieser Schieblehren aus Messing - ich weiß nicht ob Du die kennst - sie sind etwa 10 cm lang, nehmen und die beiden schrägen Winkel in die Meßschenkel einfeilen, und wenn Du noch genauer sein willst, danach einschaben.
So kannst Du dir eine Art Winkelmeßlehre herstellen.
Es kommt natürlich auch darauf an daß Du diese kerben auf gleicher Höhe der Meßflächen anbringst, Endmaße wenn Du die hast sind dabei hilfreich
Grüße
Gerd
Hallo Gerd und Bernd,
die Winkel sind schlicht und ergreifend konstruiert, nachdem ich alle Dimensionen die ich messen konnte ausgemessen habe. Probleme machen eben nur die Winkel:147.75 und 128.94 sind mit Sicherheit nicht die richtigen Winkel. Deswegen ja auch mein Beitrag.-
Nein Endmaße habe ich nicht...
Vielen Dank euch!
Bastian
Hallo Bastian,
der Winkel 128,94 hat ohnehin keine Relevanz, da es sich nur um Fase bzw. Senkung der Offnung handelt.
Auch die Kantenbrechungsmaße 0,5 müssen nicht sklavisch eingehalten werden. Hauptsache, man hat keinen Grat oder eine harte Kante, an der man sich verletzen könnte.
VG
Bernd
Der einzig wichtige Winkel ist doch der 147,... Grad
Klassischerweise ist ein Schwalbenschwanzwinkel im allgemeinen Maschinenbau oft 55° (+90°=145°)
Da die Zeiss-Konstrukteure ohne Not sicher keinen exotischen krummen Winkel genommen haben, weil man dafür einen teuren Sonderfräser hätte schleifen müssen, würde ich mal von 55° ausgehen und zur Kontroille eine Papierschablone schneiden und hinhalten.
Genauer bekommst du den Winkel ohne Winkelmesser nicht bestimmt.
Die Breite des Schwalbenschwanzes bestimmt man typischerweise mit 2 eingelegten Passstiften leicht messbarer Dicke und dann misst man den Stiftabstabstand mit einer Schieblehre.
Einfach zu messen, genau, aber mit ein bisschen Mathematik.
Ich wußte gar nicht, daß man die Schwalbe mit einem Fräser einfräsen muß. Könnte man natürlich auf der Fräsmaschine mit einem Rundtisch machen...
Zitat von: mikromeister in März 20, 2011, 22:22:12 NACHMITTAGS
Da die Zeiss-Konstrukteure ohne Not sicher keinen exotischen krummen Winkel genommen haben, weil man dafür einen teuren Sonderfräser hätte schleifen müssen, würde ich mal von 55° ausgehen und zur Kontroille eine Papierschablone schneiden und hinhalten.
Da bin ich ganz Deiner Meinung. Ich werde es schon noch ausgemessen bekommen. Schablone! Oh Mann, da hätte ich ja auch wirklich selber drauf kommen können.
Besten Dank,
Bastian
Lieber Bastian,
zunächst wird der Schwalbendurchmesser auf 43,7 gedreht, dann wird die Schräge in einem Winkel von 22,5° angefertigt. Anschließend wird die scharfe Kante gebrochen auf 43,5 . Die Schwalbentiefe (oder auch -stärke) beträgt 5,3. Ich fertige alles - so gut es geht- auf Nennmaß. Alle anderen hier nicht genannten Maße sind für die Funktion nicht relevant.
Das kann man alles am Original messen bei Einsatz entsprechender Technik, die mir im Ruhestand aber auch nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung steht.
Viel Spaß beim Basteln und beste Grüße von Jürgen aus Hagen!
PS: Die Kondensorschwalbe hat etwas andere Maße. Diese Maße spielen aber keine so große Rolle, da Zentrierungen vorhanden sind.
Lieber Jürgen,
danke für die Info. Die 22.5 Grad hatten mir noch gefehlt. Jetzt kann ich das noch einpflegen, so dass es ein schöner verstellbarer Adapter wird.
Danke auch fuur die praktischen Fertigungsratschläge :) Den Spaß beim Basteln werde ich bestimmt haben...
Bastian
Hallo Bastian,
ich kann mir das Teil noch nicht vorstellen. Das ist doch letztlich ein Ofenrohr mit Bajonett für die Kamera (oft der Schwachpunkt, weil durch Fertigungstoleranzen Luft in der Verbindung ist) und ein Schraubadapter auf das Okular (so das ein Gewinde besitzt) Oder ein Überwurfklemmer.
Wie willst Du das nun lösen?
Hallo Klaus,
ja Du hast Recht ist ein Ofenrohr. Nichts anderes. Aber da ich ein Spielkind bin, gerne in der Werkstatt stehe, und sehr neugierig bin will ich mir ein Ofenrohranschluss bauen der weniger Toleranzen hat als meine jetzige Lösung.
Okular im Schnitt ist nur Platzhalter. Ansonsten ist das Ganze ein mit einem Feingewinde in der Höhe verschiebbarer Tubus, da sich die Eintrittspupille der A620 ja nach Zoom Stellung verändert. Außerdem ist die Höheneinstellung andernfalls ziemlich frickelig.
Was dann letztendlich daraus wird wird man sehen. Die Zeichnung unten ist als Gehirnstürmung gedacht und wird sich sicher noch ändern, sollte aber die Grundgedanken meiner Idee wider spiegeln...
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/61619_21787968.jpg)
Hallo Bastian,
das Teil gibt (gab) es bei Zeiss in verschiedenen Varianten, dafür braucht man keinen verschärften Wind im Oberstübel, aber wie wird da jetzt die A 620 angeflanscht - oder habe ich Deine Zeichnung falsch verstanden.
Wenn ich das richtig verstehe setzt Du das Ringschwalben-Ofenrohr an Stelle des Bitubus bei einem CZ-Standard "mono" auf? Oder oben auf den Kopf eines Universal?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/61635_696594.jpg)
Hier die neueren ganz edlen Versionen, von CZ für die A 620 ausdrücklich angepriesen; gibt es aber auch für die 160 mm-Reihe, aber eben nur mit Abstrichen für die A 620, weil es keine Okulare mit Austrittspupille 40 mm und Kompensation gibt.
Hallo Klaus,
oh ich bin mir sicher dass es das alles bei Zeiss gibt (gab) und wenn ich als Archäologe/Archäometallurge irgendwann mal die Kohle mit dem Rechen einharke, dann werde ich mir das auch dort besorgen.-
Bis es soweit ist werde ich mir allerdings weiterhin meine Dinge selber bauen (müssen) ;D
Was in der Zeichnung nicht ist - genau wir Du das angemerkt hast - ist der Anschluss an die A620. Der funktioniert ganz einfach über eine weiter Ringschwalbe mit Filtergewinde und Filteradapter von Canon (bei mir mit M58 x 0.75). Dafür habe ich den Absatz am oberen Ende eingeplant. In der Skizze habe ich mir ebenso die drei Klemmschrauben gespart ein zu zeichnen...
Ich hoffe jetzt habe ich endlich mal alles richtig erklärt.
Bastian
Hallo Bastian,
wenn das Teil fertig ist, musst du es unbedingt zeigen! Gefühlsmäßig würde ich sagen es wird etwas lang ohne Optik dazwischen, aber das hast Du ja sicher berechnet! Oder hast Du ∞-Optik?
Vor solchen tollen Zeichnungen habe ich immer einen Heidenrespekt. Wenn ich eine Skizze abliefere, dann sind die Experten Maschinenbauer immer aus dem Häuschen, weil da nix stimmt. Aber die Teile werden trotz meiner Zeichenkünste immer perfekt! :D
Hallo,
Ich habe jemanden gefunden, der mir so eine Zeiss West Ringschwalbe drehen kann. Allerdings brauchen wir dazu eine Zeichnung.
Die Zeichnung im ersten Beitrag hier https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=8743.msg61523#msg61523 wollte ich als Grundlage nehmen. Allerdings konnte ich einige der Messwerte nicht reproduzieren.
Also habe ich versucht, die fehlenden Werte graphisch zu rekonstruieren. Als gegebene Werte habe ich angenommen:
Minimaler Durchmesser: 41.5 mm (gemessen)
Maximaler Durchmesser (nach Abnehmen des Grates): 43.5 mm
Winkel: 67.5 Grad (22.5 Grad wie von Juergen angegeben und von mir mit Schablone gemessen)
Hoehe der Ringschwalbe: 5.3 mm (gemessen)
Geteilt in 1 mm, 2.3mm, 2 mm (geschaetzt)
Damit ergibt sich ein maximaler Durchmesser von ca. 44.4 mm (graphisch ermittelt), bevor die Ringschwalbe auf 43.5 mm gebrochen wird.
Was halten Sie davon?
Beste Gruesse, Jon
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/166297_43029267.jpg) (http://s1178.photobucket.com/user/jayb37/media/Zeissdovetail_zpsffda412a.jpg.html)
Hallo Forum,
Keine Meinungen? ;)
Wenn das so stimmt, dann haetten wird endlich mal eine Referenzzeichnung fuer diese Ringschwalbe :o
Beste Gruesse, Jon
Hallo Jon,
ZitatKeine Meinungen? Zwinkernd
Schweigen ist Zustimmung! ;) Ich finde nichts dran auszusetzen, jetzt kann man in Serie gehen. :)
Danke für deine Mühe!
Das ist ja alles Geschichte
Trotzdem
Grias aich alle`midanand
Aus reiner Rechthaberei, und
Weil, wenn man wie auf Seite 1 etwas rät, sollt`man das auch selber gemacht haben.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/166415_6159627.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/166415_51218143.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/166415_19569087.jpg)
Ich messe 20 Grad,
Ich habe diese Lehre vor 2, oder 3 Jahren gemacht, viele Flächen sind genau winklig und plan eingeschabt.
Wenn ich mich recht erinnere
Aber ob 20 oder 22,5 ist doch egal.
Das Ding diente aber eigentlich dazu, das Messen überflüssig zu machen, denn wenn der Schwalbenkegel gut zu sein scheint, schaut man damit einfach am eingespannten Werkstück nach ob`s passt.
Im unteren Bild sieht man den Spalt von Winkelmesser 2 Grad mit einem guten rechten Winkel
grüß
euch
gerd
Ob jetzt Schweigen auch immer Zustimmung ist ?
also , i woas net.....
Lieber Jon,
ich glaube, dass ich im März 2011 schon die Maße genannt habe, die für eine gute, passgenaue Schwalbe reichen. Ich kenne aber auch die Mikroskopiker seit vielen, vielen Jahren.
Deshalb noch genauer: wichtig ist der Winkel mit 22.5 Grad ( er ist verbrieft), dieser aber auch nur im Zusammenhang mit dem Durchmesser der Schwalbe. Aber mit welchem Durchmesser? Dafür hat der Konstrukteur eine Messebene festgelegt. Sie steht im Zusammenhang mit der Konstruktion der Ringschwalbenaufnahme, d.h. mit den Schraubensitzen. Diese Messebene liegt 3,45 mm über dem Ringschwalbengrund und hier beträgt der Durchmesser 42,7mm +-0,02mm.
Nun gilt es zu rechnen!
Ich werde allerdings meine Schwalben (und die für meine Mikrofreunde) weiterhin nach der im März 2011 beschriebenen Methode drehen und sie sind hinreichend genau, glaube mir!
Mit der Bitte, nicht zu fragen, woher ich das alles weiß, herzliche Grüße von Jürgen
Jürgen,
meine Ringschwalbe ist schon etwas abgenutzt - werd`n Deine Maße schon stimmen -
man nimmt halt was man hat.
Und für mich passt das Stück was ich damit gedreht habe.
Ein zweites brauch ich nicht.
Aber was tut man nicht alles um das, was man UNBEDINGT haben will, zu kriegen.
grüß
Dich
Gerd
Hallo Juergen,
Vielen Dank! Bei bekanntem Winkel fehlte mir eine definierte Bezugsebene (Durchmesser/Hoehe); nachmessen hatte nicht ausgereicht, denn die Zeissprodukte fallen so unterschiedlich aus.
Beim Durchmesser von 42,7 mm, 3,45 mm unterhalb der Auflageflaeche weicht meine Zeichnung noch ca. 0.08 mm auf beiden Seiten ab. Da werde ich die Zeichung noch mal machen.
Beste Gruesse, Jon
OK. Hier die ueberarbeitete Zeichnung. Kritische Werte in schwarz, unkritische Werte in rot.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/166437_64135077.jpg) (http://s1178.photobucket.com/user/jayb37/media/Zeissdovetailnew_zpsbc89b0fd.jpg.html)
Morg`n, ich nochmal
Da es, wie auch ich schon früher zu glauben anfing, etliche verschiedene Ringschwalben zu geben scheint, hab`ich eben versucht zwei von denen, die ich habe, zu vermessen.
Hier die Ergebnisse.
Ich habe nicht betrogen, leider kriege ich die Winkelskala und den Schwalbenspalt schlecht in ein Bild. Man muß mir halt glauben.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/166449_61213258.jpg)
hier messe ich 20 Grad
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/166449_26715616.jpg)
hier hab ich auf etwa 22 gestellt
Das oben war die Ringschwalbe von meinem MGF ( medizinische Gerätefabrik, ehemals ein Zeiss Jena Werk), der Durchmesser ist etwa 39 cm, fast keine Fase am Rand.
Hier eine zweite
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/166449_21598449.jpg)
Auch hier messe ich etwa 7o Grad, die Messung liese sich leicht in den Räumen der Berliner Mikroskopieschen Vereinigung nachprüfen lassen.
Stelle ich auf 22, 5 Grad sehe ich einen Spalt.
Grüß euch
Gerd
Lieber Gerd,
20 Grad gibt es bei PZO und bei Zeiss Ost. Beide aber mit unterschiedlichen Höhen und Durchmessern.
Beste Grüße von Jürgen
Hallo Jürgen
Man weiß halt nicht was man auf z. B. Ebay angeboten bekommt.
Ich muß noch sagen, bei dem unteren Bild könnten es auch 71 Grad sein
Grüße
Gerd
Liebe Schwalbendreher,
hier eine Kopie einer Originalzeichnung von Zeiss.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/166459_16014678.jpg)
Vielleicht hilft es ?
Gruß
Peter
Hallo Peter,
Perfekt, vielen Dank!
Beste Gruesse, Jon