Hallo,
was kürzlich beim Trockenen System schon zur Steigerung der Auflösung geführt hatte mittels der ringförmigen Beleuchtung habe ich nun mit einem 100er Achromaten und einem immergierten 1,4er Kondensor probiert:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62348_41999765.jpg)
1. Zunächst wieder die Surirella Gemma im Phasenkontrast. Die Punkte lassen sich schon mühelos zählen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62348_44268787.jpg)
2. Selbes Objekt bei ringförmiger Beleuchtung mit VG9-Filter im Strahlengang, die Bildbearbeitungsprozedur angewendet wie von Gunther Chmela empfohlen.
Damit noch nicht genug, so habe ich mir noch eine Amphipleura pellucida geschnappt und an ihr dasselbe Verfahren angewendet:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62348_3080956.jpg)
Nicht schön, aber selten. ;D
Viele Grüße
Bernd
Alle Achtung, Bernd!
Also - die Amphipleura hab ich so gut noch nie auflösen können, nicht einmal mit einem Planapo 63/1,4! Am nächsten Regentag werde ich mich damit einmal ein bisschen beschäftigen müssen.
Beste Grüße!
Gunther
Hallo Gunther,
nun bekomme ich es aber schon langsam mit der Angst zu tun, daß du diesmal keinen Einspruch erhebst. ;D
Nun habe nochmal folgendes gemacht: Den ganzen Plunder mit dem RAW-Format habe ich mir diesmal eingespart und in JPG. gespeichert, das spart Speicherplatz in der Kamera und auf der Festplatte.
Zum einen habe ich das Objekt ohne den VG9 fotografiert, was dem Eindruck aus der Beobachtung am nächsten kommt und ein Bild mit dem VG9, das ich eben in S/W gewandelt habe, sonst wäre es ja hier grün. Und aus dem Grünkanal ist dann dieses Bild entstanden:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62366_15075203.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62366_14103557.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62366_41374962.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62366_18651849.jpg)
Bei diesen Bildern hatte ich allerdings die Dunkelfeldblende aus dem 1,4er PH-Kondensor genommen für die Ringformige Beleuchtung. Der Lichtring ist dabei für das 100er/1,25 noch etwas zu breit, so daß man eine größere Blende bräuchte. Bei der oberen Aufnahme hatte ich aber erstmal mit einer Zusatzblende im Filterhalter improvisiert, weil ich den Kondensor nicht extra aufschrauben wollte.
ZitatAlso - die Amphipleura hab ich so gut noch nie auflösen können, nicht einmal mit einem Planapo 63/1,4!
Ich übrigens auch nicht. ;D
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd!
Willkommen im Club! - http://micro.sakura.ne.jp/bod/hrs_1.htm
Wenn alle Parameter stimmen, dann gibt es solche Fotos! Leider muß man einige Hardware Sachen selber basteln, die Firmen reagieren auf solche Wünsche gar nicht. Ich arbeite gerade an einem Universal-Kondensor, der diese Technik vereint (BF,DF,PH.COL,Oblique und deren Kombinationen) für ein modifiziertes Nikon Unendlichmikroskop. Für ein 160 Endlichsystem hab ich diesen Kondensor schon betriebsbereit fertig. Mal sehen ob mir das auch bei dem Nikon gelingt.
LG Thomas
Hallo Gunther,
hier mein Ergebnis zur Amphipleura pellucida.
Leitz ORTHOPLAN PL APO 63:1 / 1.40 konzentrisches Hellfeld mittels Immersions-Dunkelfeldkondensor Ap 1.40 HBO 50 Interferenzfilter 405 nm SONY CCD XC-ST50 CE.
Fazit: Top Objektiv, kurze Wellenlänge, allseits schiefe Beleuchtung - diese Kombi machte den Trick.
Herzliche Grüsse
Holger
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62371_26528307.jpg)
Hallo Bernd und alle, die es interessiert!
Was ich immer schon geahnt und sehr bald auch gewusst habe: Das Verfahren (RFB / COL, wie auch immer) kostet zwar nichts und ist mit jedem "anständigen" Mikroskop zu realisieren. Aber es setzt beim Anwender Geduld, Willen zur Perfektion, Basteltalent und eine gewisse Hartnäckigkeit voraus. Das Zusammenspiel von Objektivapertur, Kondensorapertur und Ringblenden-Durchmesser ist äußerst komplex und lässt sich kaum völlig befriedigend mit einer Art "Bedienungsanleitung" beschreiben. Gerade der Blendendurchmesser, passend zum verwendeten Objektiv, zum Kondensor und auch zur Dicke des Präparats, ist eine sehr empfindliche Größe! Oft entscheiden Bruchteile eines Millimeters über "optimal", "geht einigermaßen" und "unbrauchbar. Auch spielt beim Kondensor die Schnittweite eine Rolle. Je größer die ist, desto mehr Chancen hat man, ihn hoch genug einzustellen, um eine möglichst große Ringblende verwenden zu können.
Wenn man all diese Schwierigkeiten in den Griff bekommt, ja dann ... siehe Dein Amphipleura-Bild im ersten Beitrag, Bernd. (Und dann bleibt immer noch die Frage, ob der Erfolg jederzeit reproduzierbar ist...)
Es wundert mich schon längst nicht mehr, dass das Verfahren es nie zur Serienreife geschafft hat, obwohl darüber vor langer Zeit zumindest in einer namhaften Firma nachgedacht worden ist. Es ist, so kann man wohl sagen, nicht standardisierbar.
Wenn man allerdings bereit ist, zu probieren, zu probieren, zu probieren - dann kann man sehr viel Freude daran haben.
Beste Grüße an alle!
Gunther Chmela
Zitat von: Holger Adelmann in April 03, 2011, 19:59:06 NACHMITTAGS
Hallo Gunther,
hier mein Ergebnis zur Amphipleura pellucida.
Hallo Holger,
Also allmählich kriege ich Minderwertigkeitsgefühle! Ich sehe schon, ich werde mich sehr anstrengen müssen in der nächsten Zeit!
Aber im Ernst: Ich freue mich sehr, dass dieses Verfahren, für das ich ja durchaus auch die Werbetrommel gerührt habe über die Jahre hinweg (Mikrokosmos-Artikel, Beiträge hier im Forum), Anhänger hat und findet - und dass so schöne Ergebnisse zu sehen sind!
Beste Grüße!
Gunther
Hallo Gunther, hallo Thomas,
ZitatWenn alle Parameter stimmen, dann gibt es solche Fotos!
Mit deiner Canon EOS 7D kann das nur noch besser werden. Ich schrieb ja schon, daß ich nur eine EOS 350 D verwende, der Unterschied wie zwischen einem Golf II zum Porsche Cayenne. Und wenn man zu sehr von einer Einstellung am Mikroskop abweicht, sieht man schon keine Feinstruktur mehr.
Zitat(Und dann bleibt immer noch die Frage, ob der Erfolg jederzeit reproduzierbar ist...)
Man muß nur einmal das Prinzip verstanden haben.
ZitatEs wundert mich schon längst nicht mehr, dass das Verfahren es nie zur Serienreife geschafft hat, obwohl darüber vor langer Zeit zumindest in einer namhaften Firma nachgedacht worden ist. Es ist, so kann man wohl sagen, nicht standardisierbar.
Das würde schon alleine einigen Anweisungsschritten in den Bedienungsanleitungen, insbesondere die Köhlerei, widersprechen, wie man sie eben bei den anderen gängigen Kontrastverfahren macht. Für die Routine wäre das zu aufwändig und zu umständlich, deswegen hat man es wohl seitens der Mikroskophersteller wohl gelassen.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Gunther!
Genau so ist es. Wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, kann man es für fast jedes Mikroskop adaptieren. Der eigentliche Aufwand liegt einerseits beim Lichtweg und andererseits beim genauen Maß der Blende, die an einem bestimmten Punkt liegen muß, da man sonst große Farbartefakte im Bild zu sehen bekommt. Ich habe bei ungefähr 10 Mikroskopen (160er) das Prinzip hinbekommen, mußte aber für jedes einzelne Objektiv eine eigene neue Blende produzieren. Apropos Reproduzierbarkeit-mit Meßskalen an der Hardware- ist das möglich! Es gibt nur einen einzigen Minuspunkt dieser ganzen Angelegenheit - das ganze kostet fast nichts (außer ein bischen Hirnarbeit und Bastelei)!! Auf jeden Fall ist die Bastelei bei den alten 160er Sytemen wesentlich einfacher und es eignen sich, wie Du schon geschrieben hast, nur wenig alte Kondensoren.
Viele Schiefe COL Grüße Thomas
Zitat von: Thomas U in April 03, 2011, 21:25:12 NACHMITTAGS
mußte aber für jedes einzelne Objektiv eine eigene neue Blende produzieren.
Ich arbeite mit einem ganzen Satz von Blenden mit Durchmessern von 8 bis 24 mm auf Objektträgern, die ich auf den Filterhalter schiebe und von Hand zentriere. Oft muss ich bei ein und demselben Objektiv je nach Präparat unterschiedliche Blenden verwenden.
In einem Phako-Kondensor habe ich allerdings auch fest eingebaute Blenden, die für bestimmte Objektive (meistens!) passen.
ZitatApropos Reproduzierbarkeit-mit Meßskalen an der Hardware- ist das möglich!
Das interessiert mich. Kannst Du das bitte genauer erläutern?
Beste Grüße!
Gunther
Hallo Gunther
Die Blenden selbst liegen bei den meisten Konstruktionen in einem quasi Phakokondensor, wobei jede einzelne Blende auch genau justierbar ist. Das ist sehr wichtig, die Blende muß bei jeder Kondensorhöhe genau im Zentrum liegen und darf nur minimal ausweichen, am besten garnicht! Obliquekontrast mache ich mit einer Linsenkonstruktion und nicht mit Blenden; das ergibt qualitativ ein besseres Ergebnis, die Farbsäume sind wesentlich geringer und bei hochwertigen Flour oder Apos fast nicht mehr zu sehen. Diese Linse befindet sich im Bereich zwischen Feldblende und Kondensor und kann ganz einfch mit Justierpunkten wie beim Kreuztisch abgelesen werden. Die eigentliche Kunst ist die Kombination Kondensor und Linse; das hat bei mir viel mit try and error zu tun gehabt und ist schon 40 Jahre aus und das ganze mit einem schwer modifizierten alten russischen Biolam. Gut Ding braucht also Weil!
LG Thomas
Hallo Thomas,
modifiziertes Biolam???
Das interessiert mich aber doch sehr!
Ich schraube ja auch viel an diesen Greäten und staune immer wieder, was man alles damit machen kann.
Wens geht, bitte eine kleine Info.
Danke
Wolfgang
Hallo Holger,
tolles Ergebnis ! Zum Jahresende werden dann von Dir Bilder folgen, so dass ich meine bisherigen Aufnahmen zum Schrottplatz bringen kann ;)
Es geht also auch ohne UV-LED oder gelbes Medium !
Viele Grüße
Peter
Hallo Wolfgang!
Ich habe soviel wie alles an den Biolams verändert, was man nur irgendwie verändern konnte und es ist trotzdem immer ein Mikroskop geblieben. Besonders der Grob und Feintrieb, in all den Variationen die es gegeben hat, hat mich länger beschäftigt und ich begann diesen um 180 Grad auf den Kopf zu stellen; dann konnte man den Tisch in der Höhe verstellen um das Gewicht sämtlicher Adaptionen nicht auf den Trieb lasten zu lassen. Dazu wurden die Mikroskope radikal auseinander geschnitten und völlig neu aufgebaut. Ich glaube ich habe nicht viel beim Modifizieren ausgelassen; alles was irgendwie möglich war, habe ich auch ausprobiert. Im Laufe meiner Jugend lernte ich viel von den Biolams, erst später im Studium hatte ich die Gelegenheit, die optischen Grenzen der Biolams zu erkennen, konnte aber meine Ideen und die Modifikationen auf andere hochwertigere Mikroskope umsetzen und anwenden. Durch die vielen Reparaturen dieser Geräte bekommt man dann ein ganz anderes Verhältnis zur Technik der Mikroskope, das wiederum hilft sehr bei den Umsetzungen der eigenen Ideen.
Die Grundidee COL mit Linsen stammt noch von den Biolams und konnte dann erfolgreich bei Leitz Dialux, Laborlux und Diaplan, Reichert Biovar, Zetopan etc.. umgesetzt werden.
So Long !
LG Thomas
Hallo Thomas,
Zitat von: Thomas U in April 03, 2011, 21:56:58 NACHMITTAGS
...wobei jede einzelne Blende auch genau justierbar ist. Das ist sehr wichtig, die Blende muß bei jeder Kondensorhöhe genau im Zentrum liegen und darf nur minimal ausweichen, am besten garnicht!
So weit, so gut. War mir von Anfang an klar. Ich habe nie anders gearbeitet.
ZitatObliquekontrast mache ich mit einer Linsenkonstruktion und nicht mit Blenden
Ich fürchte, das übersteigt meine technischen und auch meine handwerklichen Möglichkeiten. Es würde mich aber trotzdem interessieren, wie die Konstruktion dieser Anordnung aussieht!
Zitatdie Farbsäume sind wesentlich geringer und bei hochwertigen Flour oder Apos fast nicht mehr zu sehen.
Ich habe bei optimaler Einstellung mit meinen Zentralblenden eigentlich keine Farbsäume - mit Achromaten vielleicht minimale.
ZitatDiese Linse befindet sich im Bereich zwischen Feldblende und Kondensor und kann ganz einfch mit Justierpunkten wie beim Kreuztisch abgelesen werden.
Wie sieht diese Linse aus? Welche optischen Merkmale hat sie? Ich kann mir die Wirkung auf den Beleuchtungsstrahlengang nicht vorstellen. Schließlich brauchen wir doch allseitig schiefe Beleuchtung.
ZitatDie eigentliche Kunst ist die Kombination Kondensor und Linse; das hat bei mir viel mit try and error zu tun gehabt
Das glaube ich gern!
Obwohl ich denke, dass ich nicht den Ehrgeiz haben werde, Ähnliches zu verwirklichen, würden mich aber doch die grundsätzlichen Einzelheiten sehr interessieren.
Beste Grüße!
Gunther
Zitat von: Gunther Chmela in April 03, 2011, 20:09:01 NACHMITTAGSEs wundert mich schon längst nicht mehr, dass das Verfahren es nie zur Serienreife geschafft hat, obwohl darüber vor langer Zeit zumindest in einer namhaften Firma nachgedacht worden ist. Es ist, so kann man wohl sagen, nicht standardisierbar.
Lieber Gunther,
Leitz hat serienmäßig einen Kondensor produziert, der sehr schöne ringförmige Beleuchtung erlaubt. So wurde das in den Leitz-Broschüren zwar nicht beschrieben, sondern da hieß es (1959) "Weiteres Heben des Spiegelkörpers (...) lässt das Bild des leuchtenden Rings wiederum wachsen, bis er nicht mehr vom Phasenring beeinflusst wird. Diese Einstellung (...) ergibt sehr kontrastreiche Hellfeldbilder."
Wer ihn kennt, weiß nun schon, worum es geht: der
Heine-Kondensor kann das.
Beste Grüße, Thomas
PS: dieses Wunderwerk von einem Kondensor lässt sich übrigens auch an Mikroskopen anderer Hersteller einsetzen. Sogar am "Junior" (mit Zentrierfassung und per Zahn und Trieb höhenverstellbar!), siehe hier: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=3567.0. Durch den sehr schmalen Phasen-Lichtring und die fast unbegrenzte Auswahl des Durchmessers passt er auch zu allen mir bekannten Phasenobjektiven. Ob er auch ein wirtschaftlicher Erfolg war? Zeiss warb ganz kräftig damit, dass seine Phako-Kondensoren eben
nicht frei variable Lichtringe hatten, sondern immer die Gleichen ("reproduzierbar"). Für den Phako-Routinebetrieb ist das natürlich ein starkes Argument...
PPS: es würde mich nicht wundern, wenn nicht auch mit den pankratischen Kondensoren von Zeiss Ost und West RFB machbar wäre...
Hallo TPL!
Natürlich kenne ich den Heine Kondensor, ich habe ihn sowohl bei meinem 160 Eigenbau adaptiert und letzlich jetzt auch beim Unendlich Nikon. Dieser Kondensor ist ja wahrlich ein Meisterwerk und funktioniert auch bei allen andere Objektiven in ähnlicher Weise wie bei den Pv´s von Leitz. Ich verwende ihn manchmal für Vergleichsfotos zu COL. Die Bilder sind ähnlich aber genau genommen nicht wirklich vergleichbar! Außerdem müsste man den Heine Kondensor für die neuen Objektive schon wegen des größeren Sehfeldes neu berechnen, was leider nicht passieren wird.
LG Thomas
Zitat von: TPL in April 03, 2011, 23:55:29 NACHMITTAGS
Leitz hat serienmäßig einen Kondensor produziert... der Heine-Kondensor kann das.
Lieber Thomas,
das wusste ich bereits. Da ich aber ausstattungsmäßig Zeissianer bin (so ist es nun einmal), hab ich mich weiter nicht darum gekümmert. Obwohl ich es immer sehr schade fand, dass ich nicht zu den Glücklichen gehöre.
Meine Frage wäre: Ließe sich der Leitzsche Heine-Kondensor auch an ein Zeiss Standard WL adaptieren? Und zwar so, dass das Instrument jederzeit wieder auf normalen Zeiss-Betrieb umrüstbar bleibt? Ein schwarzes Junior (Junior KF) hab ich zwar auch, aber dort wäre die Umrüstung nicht sehr sinnvoll (Platzmangel wegen installierter LED-Beleuchtung).
Der pankratische Kondensor von Zeiss West ist ja kaum reversibel an das WL adaptierbar. Aber vielleicht weiß ja Bernd da mehr (???).
Bleibt natürlich noch das Problem: Man müsste so einen Kondensor erst einmal haben. Woher nehmen, und nicht stehlen?
Herzliche Grüße!
Gunther
Zitat von: Gunther Chmela in April 04, 2011, 00:27:14 VORMITTAG
Ließe sich der Leitzsche Heine-Kondensor auch an ein Zeiss Standard WL adaptieren? Und zwar so, dass das Instrument jederzeit wieder auf normalen Zeiss-Betrieb umrüstbar bleibt? Ein schwarzes Junior (Junior KF) hab ich zwar auch, aber dort wäre die Umrüstung nicht sehr sinnvoll (Platzmangel wegen installierter LED-Beleuchtung).
Der pankratische Kondensor von Zeiss West ist ja kaum reversibel an das WL adaptierbar. Aber vielleicht weiß ja Bernd da mehr (???).
Bleibt natürlich noch das Problem: Man müsste so einen Kondensor erst einmal haben. Woher nehmen, und nicht stehlen?
Lieber Gunther!
Den Heine-Kondensor hatte ich - außer am Opton Junior - an einem Zeiss-Winkel STANDARD GF, einem CZ STANDARD Universal und dem CZ Photomikroskop im Einsatz. Dann sollte es auch am WL klappen.
Ernsthaft: Bernd hatte die originale Leitz-Schwalbe durch die Steckhülse mit 39,5 mm Durchmesser ersetzt (auch das ist - selbst für mich - reversibel). Einmal abgesehen davon, dass die Höhe dieser Hülse natürlich stimmen muss (um nicht in der höchsten Position der Heine-Vertikal-Einstellung das Präparat vom Tisch abzuheben aber trotzdem nahe genug für die Kondensor-Immerison zu sein) schien das eine übersichtliche Aufgabe für einen begnadeten Mechanikus.
Legt man jetzt noch um die Steckhülse einen Klemmring mit der Ringschwalbe der STANDARD-Kondensoren (wiederum keine übermäßige Herausforderung für den Besagten), dann hängt der Heine-Kondensor auch an den Zeiss-Geräten mit einer zentriebaren Kondensorfassung. Umrüsten muss man dazu am Stativ nichts (gar nichts!).
Heine-Kondensoren gibt es immer mal wieder in der Bucht, allerdings sind die Preise in der Größernordnung eines Phako-VZ-Kondensors oder drüber.
Vom pankratischen Kondesnor weiß ich nichts aus eigener Anschauung. Allerdings scheint er seine eigene Kollektor-Optik zu erfordern - ist also, wie Du schreibst, kein einfach zu montierendes Zubehörteil.
Beste Grüße!
Thomas
Lieber Thomas, liebe Kollegen,
der Heine Kondensor ist sicher ein tolles Geraet, aber fuer die hier angestrebten maximalen Aufloesungen mit seiner max Apertur von ca. 1.0 nicht ausreichend, ich habe es selbst probiert.
Billiger und auch haeufiger ist ein Immersions DuFeld Kondensor der bei hochaperturigen Hellfeldobjektiven eine gute, allseits schiefe Beleuchtung erzeugt.
Herzliche Gruesse
Holger
... ach ja, und so einfach war das auch bei mir nicht, trotz der tollen Leitz Optik, lieber Peter (H) ;)
Deine UV Bilder sind top, nicht wegwerfen.
Auch mit meinem Equipment bekomme ich so etwas nicht in 10 min eingestellt. Wegen der hohen Pixelqualitaet aber niedrigen Empfindlichkeit der vervendeten CCD Kamera musste ich mittels Argus Image Prozessor 10 sec auf dem Chip integrieren.
H.
Und ich habe in Wirklichkeit mein Bild nur mal eben mit dem Bleistift auf Papier gekritzelt und eingescannt. Das hat keine 5 Sekunden gedauert.
P.S.:
ZitatEs geht also auch ohne UV-LED oder gelbes Medium !
Damit macht man nur die Präparate kaputt.
... das dachte ich mir gleich ;D
H
Hallo Holger, hallo Kollegen,
Alles was du Holger geschrieben hast, trifft zu. Die einfachere und billigere Lösung ist ein hochwertiger DF-Kondensor oder der Selbstbau mit DF-Scheibe und hochaperturigen Hellfeldkondensor (1.30- 1.40). Der Heine Kondensor, so wie er konstruiert ist, kann da nicht mehr mithalten (COL, DF), wenn es um Höchstauflösungen geht.
Lg Thomas
...habe ich 'was von Höchstauflösung geschrieben?
Hallo Holger und Thomas,
meine Beiträge zum Heine-Kondensor bezogen sich auf Gunthers Klage, die Hersteller hätten die allseitig schiefe oder ringförmige Beleuchtung nicht serienreif produziert. Höchstauflösung ging schon zu Zeiten des Heine-Kondensors ganz anders: mit einem Elektronenmikroskop (damals auch noch Übermikroskop genannt)!
Ich sehe in dem Streben nach lichtmikroskopisch höchster Vergößerung eine nette, sportliche Übung, die auch dabei hilft, seine Werkzeuge besser zu verstehen und optimal in Schuss zu bringen / zu halten. Aber sonst...? Mir gefällt die schiefe Beleuchtung (auch die allseitige) weil man damit ohne großen apparativen Aufwand auch bei schwierigen Objekten (z.B. Ton-Suspensionen) einen guten Kontrast erreicht.
Beste Grüße, Thomas
Hallo an alle COL Kollegen!
COL mit dem Heine Kondensor funktioniert allerdings nur sehr beschränkt, und war ja in diesem Sinne auch nicht dafür gedacht, sondern ergab sich durch diese Konstruktion zufällig als Beigabe. Für ordentliches COL, und ich glaube da mit Gunther überein zu stimmen, braucht es immer fast die ganze Apertur des Kondensors, die Breite des Lichtringes muss immer genau auf das Objektiv angepasst werden oder noch besser variabel sein. Das ist mit dem Heine Kondensor nicht möglich! An diesem Punkt nochmals herzlichen Dank an Herrn Gunther Chmela für den Artikel (pdf) über die RFB, denn ich leider erst im letzten Jahr des alten Forums durchstudieren konnte und mich ermutigte weiter zu basteln!
Ein weiteres Danke an Heribert Cypionka und sein kostenloses Programm Picolay, endlich eine Software mit der man vor allem sehr schnell und allem Komfort den Hintergrund in fast allen Kontrastmethoden bereinigen kann.
LG Thomas
Lieber Gunther,
ich bin nicht sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe aber ich zeig mal, was in meinem Besitz war: den Pankraten von CZ gabs in 2 Versionen: einmal mit fester Verschraubung des Trägers für die Standard 14-18 und edel für WL und Universaltypen mit der Klemmschwalbe.
Edit: Kleine rote Hervorhebung wegen diverser Anfragen ;D
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62429_1665145.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62429_1162102.jpg)
Eine professionelle Adaption des Heinekondensors an CZ-Standard WL liegt bei mir in einer Kiste, brauche ich nicht mehr, weil ich kein WL und keinen Heine mehr habe.
Prophyllaktisch merke ich gleich mal an: ja ich weiß, das das WL - wie die anderen erwähnten Mikroskope auch - zur Familie der Standard-Mikroskope gehört ;)
Hello to all, I'm still drooling over Holger's marvellous image of Amphipleura pellucida, I'm sure he doesn't mind me including that here again:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62432_47646214.jpg)
I was only capable myself of producing this level of image quality in COL with polarized light. Now, assuming the white lines are striae with pores (I'm never sure in COL), I was wondering why even the black lines appear dotted. If you check Herr Hoebel's marvellous FESEM image of A.pellucida, the interstriae are quite rigid bars. Simply interference, or does anybody have a more thorough explanation??
Best wishes, René
A.pellucida by Peter Hoebel:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/62432_15006601.jpg)
Hi Renè,
i can use a Porsche to bring a letter with the label "very urgent!" to the letter-box. But it will not arrive earlier at the receiver. ;D
Regards
Bernd
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62531_61419761.jpg)
100/1,25 Öl, Achr.Apl. Kondensor 1,4 immergiert m. Öl, Interferenzfilter 510nm.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62531_35182257.jpg)
...in Farbe und bunt!
Zitat von: Gunther Chmela in April 04, 2011, 00:27:14 VORMITTAG
...
Der pankratische Kondensor von Zeiss West ist ja kaum reversibel an das WL adaptierbar. Aber vielleicht weiß ja Bernd da mehr (???).
Bleibt natürlich noch das Problem: Man müsste so einen Kondensor erst einmal haben. Woher nehmen, und nicht stehlen?
Herzliche Grüße!
Gunther
Hallo Gunther,
der pankratische Kondensor ist schon reversibel an das WL adaptierbar und kann wie ein normaler Kondensorträger angesetzt werden. Auch der Aperturblendeneinsatz für den Pankraten läßt sich wie die Leuchtfeldblende in den Fuß einbauen. Das System muß aber sehr präzise justiert sein, damit es im Beleuchtungsstrahlengang keine einseitigen Vignettierungen gibt, deswegen ist ein Hin- und herbauen nicht sinnvoll. Einen speziellen Kollektor gibt es für den Pankraten nicht.
Um nun hier die "Chmela'sche Beleuchtung" zu realisieren, bedarf es nur eines kleinen Scheibchen, das man auf einen Glasfilter legt:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62633_64129809.jpg)
Dieser Nietkopf an der Stelle hat zufällig als Blende für das Plan-Neofluar 63/0,9 gepasst.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62633_12076512.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62633_25374947.jpg)
Plan-Neofluar 63/0,9. Pankratischer Kondensor mit 0,9er Linse, RFB-Blende, VG9-Filter.
Viele Grüße
Bernd