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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: HDD in April 10, 2011, 06:56:24 VORMITTAG

Titel: Porträt einer Zuckmücke
Beitrag von: HDD in April 10, 2011, 06:56:24 VORMITTAG
Hallo,

Diese Zuckmücke fand ich an der Holzwand eines Gartenhauses. Sie hat in etwa die Größe einer Drosophila.
Die Bilder wurden mit Helicon Focus 5.1 gestackt und leicht geschärft. Optik war ein Epiplan 4 Pol , Kamera
EOS 550 D. Die Beleuchtung wurde mit mehreren LED aus drei Richtungen bewerkstelligt.

Viel Spaß beim Anschauen.

Herzliche Grüße

Horst-Dieter

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62738_36392212.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62738_15685714.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62738_39134529.jpg)[/img]
Titel: Re: Porträt einer Zuckmücke
Beitrag von: Mila in April 10, 2011, 08:35:52 VORMITTAG
Lieber Horst-Dieter,

starke Fotos, besonders das zweite und dritte!

Herzliche Grüße
Mila
Titel: Re: Porträt einer Zuckmücke
Beitrag von: Günther Langer in April 10, 2011, 09:27:35 VORMITTAG
Hallo Horst-Dieter,

schöne Fotos! Du könntest sie aber noch stark verbessern, wenn Du die Reflexe verhindern oder abmildern könntest z.B. mit Transparentpapier, Joghurtbechern etc.

Auf dem 2. Bild z.B. fehlt ein Teil der Fühler über den Augen. Da fehlen wohl einige Ebenen. Beim Stacken ist auch immer interessant, wie viele Bilder für den Stapel verwendet wurden, ev. auch die DOF Angabe  ;D

Viele Grüße

Günther L.
Titel: Re: Porträt einer Zuckmücke
Beitrag von: HDD in April 10, 2011, 22:18:26 NACHMITTAGS
Hallo Mila, Hallo Günther

Vielen Dank für euer Feedback. Günther, danke für die Tips mit den Joghurtbechern. Ich habe noch so
einige Probleme mit dem Stacken einzelner Bildpakete, da sich die Lichtreflexe verschieben und immer
wieder diese unscharfen Stellen entstehen. Es ist mir bisher noch nicht gelungen ein Objekt von 1 mm
Tiefe komplett scharf zu bekommen, obwohl ich genau in o,o1mm Schritten fotografiere.

Anfangs dachte ich immer, dass etwas wackelt oder schwingt. Testaufnahmen zeigen aber dass alles
bombenfest steht. Spiegel sind hochgeklappt etc. Vom Fototechnischen und von der Stabilität her
gesehen ist alles ok.

Nur beim Stacken hapert es noch. Ich bin für Stacking-Tips sehr dankbar.

vielen Dank und herzliche Grüße

         Horst-Dieter
Titel: Re: Porträt einer Zuckmücke
Beitrag von: Günther Langer in April 10, 2011, 22:55:04 NACHMITTAGS
Hallo Horst-Dieter,

was meinst Du mit Bildpaketen? Machst Du mehrere Serien, die Du dann zusammensetzt. Also 1-3= 1. Stack; 4-6 = 2. Stack; Stack 1 +2 = fertiges Bild?
Günstig wäre es, wenn sich das Objekt mit der Beleuchtung auf der Z-Achse verschiebt. Ich nehme an, dass Du mit einem Mikroskop + Epiplan fotografierst. Ein Epiplan kann man auch an einem Balgengerät verwenden. Das ist u.U. einfacher mit der Beleuchtung.
Du musst einfach probieren. Manchmal ist es besser mit der entferntesten Stelle anzufangen oder auch den Stapel statt von a -> z  von z -> a zu kombinieren.
Statt Joghurtbecher kann man auch diese Plastik-Partybecher nehmen.Die sind billig und einfach zurechtzuschnippeln.
Noch etwas zu Reflexen: Alles in der Umgebung, außer den Diffusoren sollte matt schwarz sein, u.U. auch das Objektiv.

Probier doch mal weniger Aufnahmen zu machen. Manchmal hat die SW Schwierigkeiten (HF gehört dazu) feine Strukturen zu verrechnen. Zerene Stacker soll das besser können. Ich habe beide Programme und meine, dass ZS einen Deut besser ist. Kann auch Einbildung sein.

Viele Grüße

Günther L.
Titel: Re: Porträt einer Zuckmücke
Beitrag von: Kurt Wirz in April 10, 2011, 22:56:22 NACHMITTAGS
Hallo Horst-Dieter
Zum Stacken haben sich bei mir die Zeiss Epiplan Objektive (Epiplan HD 4/0.1, HD 16/0.35 und HD 40/0.85) nicht bewährt, frag mich nicht weshalb.
Hingegen sind die Nikon CFN 10/0.3 160/0.17, NIKON M Plan 20/0.4 LWD, 210/0 und NIKON M Plan, 40/0.5 ELWD, 210/0 bestens geeignet.
Ebenfalls geeignet sind alte Mikroskop Objektive. Oder die Zeiss Luminare (Lupenobjektive), das sind ja auch keine Schärfe Giganten im Vergleich zu modernen Mikroskop Objektiven (sie haben aber etwas mehr Schärfentiefe, bedingt durch die kleinere Blende?).
Es scheint fast, je mehr die Objektive für PLAN korrigiert sind, umso schlechter werden die Stacks???
Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist dein Abbildungsmasstab 4:1.
Ein Abstand von Bild zu Bild von 0.03mm sollte eigentlich reichen (du verwendest 0.01mm).
Versuche beim Stacken nur jedes dritte Bild zu verwenden, manchmal wird das Ergebnis bei weniger Bilder besser.

Gut Licht

Kurt
Titel: Re: Porträt einer Zuckmücke
Beitrag von: HDD in April 11, 2011, 18:49:35 NACHMITTAGS
Hallo Günther, Hallo Kurt.

Recht herzlichen Dank für Eure Tips. Ich stacke einzelne Bildgruppen, meistens 6-8 Bilder, und
füge diese dann in einem abschliessenden Stack zusammen.
Ich denke, dass man bei jedem einzelnen Objekt die Stacking Reihenfolge austesten muss. Eure Tips
sind sehr wertvoll, da ich schon in etwa in die selbe Richtung gedacht habe.

Wenn man mal den Bogen raus hat ist sicher alles ganz einfach. Ich arbeite immern nach dem Motto:
Geht nicht , gibts nicht.

Oftmals steht man bei aussergewöhnliche Überlegungen alleine auf weiter Flur. Das kennt Ihr sicher auch.
Anbei in Bild von meinem Fotomikroskop. Der untere Tisch mit der (7kg schweren) Lochplatte ist drehbar und
kann mit einem Handgriff abgehoben werden, so dass ich unter der Optik alles komplett frei habe.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/62817_60739293.jpg)

Viel Dank für Eure Anregungen und

Herzliche Grüße

Horst-Dieter

Titel: Re: Porträt einer Zuckmücke
Beitrag von: liftboy in April 11, 2011, 20:47:07 NACHMITTAGS
Hallo Horst-Dieter,
meine Güte!
Und ich habe geglaubt, ich wäre ein abgefahrener Bastler :-)
Wir sehen uns bei nächster Gelegenheit (ev. Ostern)
Gruß
Wolfgang
Titel: Re: Porträt einer Zuckmücke
Beitrag von: Günther Langer in April 11, 2011, 23:27:48 NACHMITTAGS
Hallo Horst-Dieter,

Dein Setup sieht ja beeindruckend aus. Der x-y-Tisch sieht aus wie der Proxxon KT70. Hast Du die Feintriebknöpfe selbst angebaut?
Was mich stört bei Deinem schönen Aufbau sind die vielen weißen Flächen wegen ev. Reflexe.

Stacken: Mir ist noch einwichtiger Punkt eingefallen. Ich kontrolliere die Einzelbilder auf Schärfe. Manchmal sind welche dabei, die generell unscharf sind und deshalb überflüssig. Das kann auch der Grund für unscharfe Stellen im Endergebnis sein.

Viele Grüße

Günther L.
Titel: Re: Porträt einer Zuckmücke
Beitrag von: HDD in April 12, 2011, 18:32:29 NACHMITTAGS
Hallo Günther,

Der Tisch ist ein Proxxon, aber komplett überarbeitet und die Führungen sind "mikroskopmässig" eingestellt.
Die Handräder sind keine Feintriebe, es sind nur selbstgedrehte etwas größere Handräder, die sich butterweich
drehen lassen. Die Griffenden sind gerändelt. Alles aus Edelstahl.
Mit den Reflexen wegen meiner weißen Laborlackierung habe ich bisher keine Probleme entdeckt, werde es aber
im Auge behalten. Danke für den Tip.

Ich kontrolliere auch jede einzelne Aufnahmen vor dem Stacken und stacke in den relevanten Bereichen auch
manchmal etwas feiner abgestuft. Mit dem Feintrieb kann ich 0,002 mm von Teilstrich zu Teilstrich fahren, das
gibt wenigstens die grosseTrommelskala her.
Ein alter Mechanikprofi wird jetzt sicher müde lächeln aber der Feintrieb ist sehr genau. Ich hab es mit einer elek-
tronischen My-Uhr kontolliert. Es geht recht gut, wenn keiner die Treppe runter läuft oder irgendeine Tür auf und
zu geht. :D :D :D

Die Trommel hat einen Durchmesser von 70 mm und eine Umdrehung entspricht genau 0,2 mm in der Z Achse.

Ich werde Euch mit weiteren Bildern sicherlich noch "beglücken"  und danke Euch Allen für die sehr wertvollen
Anregungen, die mir zeigen, dass ich doch irgendwie auf dem richtigen Weg bin.

Herzliche Grüße

Horst-Dieter



Titel: Re: Porträt einer Zuckmücke
Beitrag von: Günther Langer in April 12, 2011, 23:06:06 NACHMITTAGS
Hallo Horst-Dieter,

eigentlich machst Du ja alles richtig! Was Du ev. noch berücksichtigen solltest, sind Vibrationen vom Verschluss ausgelöst. Und nicht Stacken, wenn ein Lastwagen vorbei fährt ;D ;D

Hast Du Dir mal die Einzelbilder der unscharfen Stellen angesehen? Wie sehen die aus? Hast Du mit den Parametern herumgespielt? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die verschiedenen Stack-Programme in gewissen Situationen unterschiedlich reagieren. Es lohnt sich sicher auch, mal Combine Z, Picolay etc. auszuprobieren. Da sind häufig Unterschiede zu sehen, besonders was Artefakte betrifft.

Schön, wenn man solche Sachen, wie den Umbau des Proxxon Tisches, selbst machen kann. Ich bin eher ein Fan von "African engineering" ;), funktioniert aber auch...

Viele Grüße

Günther