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Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: BTA in Mai 25, 2011, 14:46:35 NACHMITTAGS

Titel: Knochen von einer Hausmaus
Beitrag von: BTA in Mai 25, 2011, 14:46:35 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

nachdem ich schon viele interessante Beiträge in diesem Forum verfolgt habe, möchte ich mich nun auch beteiligen :)
Im Rahmen meiner Ausbildung zur BTA, habe ich ein Projekt durchgeführt, bei dem es darum ging, die Knochen einer Maus histologisch zu untersuchen. Ich war die erste, die dieses Projekt mit Knochen jemals an der Schule durchgeführt hat. Dementsprechend aufgeschmissen bin ich deswegen teilweise leider auch, wenn es darum geht, die einzelnen Strukturen zu benennen :- Vielleicht kann mir hier der eine oder die andere weiterhelfen? Das wäre suuuper ;D
Ich habe die Knochen mit EDTA enkalkt, mit einem Schlittenmokrotom geschnitten und anschließend mit einer HE-Färbung gefärbt.

Hier ein Ausschnitt des Brustbeins, aufgenommen mit 10er Objektiv:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65535_47737142.jpg) (http://imageshack.us/photo/my-images/708/sbq1brustbeindetail10x.jpg/)

Hierbei handelt es sich um das Hüftgelenk, Übersicht mit 2.5er Objektiv:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65535_11065766.jpg) (http://imageshack.us/photo/my-images/24/shgq1bersicht25x.jpg/)

Und das ist ein weiterer Ausschnitt von der Hüfte, 10er Objektiv:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65535_51043248.jpg) (http://imageshack.us/photo/my-images/194/shgq1detail210x.jpg/)

Insgesamt habe ich 37 Aufnahmen gemacht...

Viele Grüße
Saskia
Titel: Re: Knochen von einer Hausmaus
Beitrag von: Dieter Stoffels in Mai 25, 2011, 19:16:57 NACHMITTAGS
Hallo Saskia,

vielen Dank für die schönen Knochenschnitte. Knochen zu schneiden ist harte Arbeit, was auch in Deinen Aufnahmen zu sehen ist. Da Du bereits so weit gekommen bist, möchte ich Dir davon abraten, Deine Bilder von Anderen beschriften zu lassen. Vielmehr möchte ich Dich ermutigen, auch den letzten Schritt selbst zu tun. Hierbei kann ich Dir folgendes Buch empfehlen:

Wolfgang Kühnel: Taschenatlas der Zytologie, Histologie und mikroskopischen Anatomie; ("9. Auflage"),  
                       Thieme Verlag.

Hierbei handelt es sich um ein günstiges Taschenbuch aus dem Thieme Verlag, das auch gebraucht zu erwerben ist. Schaue hier unter dem Thema "enchondrale Knochenbildung" (Gelenke) und Du wirst selbst in der Lage sein, Deine mühevoll erstellten Knochenschnitte zu beschriften.

Viel Erfolg dabei!

Dieter
Titel: Re: Knochen von einer Hausmaus
Beitrag von: Ronald Schulte in Mai 27, 2011, 21:59:18 NACHMITTAGS
Saskia,

Bemerkenswert wie sich die Knochen schneiden lassen. Wie lange hast du denn entkalkt und wieviel prozentig.
Mit die Benennung schließe ich mich die Meinung von Dieter an!

Grüße Ronald
Titel: Re: Knochen von einer Hausmaus
Beitrag von: Rawfoto in Mai 28, 2011, 12:44:52 NACHMITTAGS
Liebe Saskia,

Gratulation zu Deinen Schnitten, die sind wirklich toll geworden. Ich habe noch nie versucht Knochen zu schneiden und kann auch zu den Einzelheiten nichts beitragen!

:-)

Gerhard
Titel: Re: Knochen von einer Hausmaus
Beitrag von: BTA in Juni 15, 2011, 12:49:33 NACHMITTAGS
Hallo an alle :)
Heute finde ich endlich wieder die Zeit, hier zu schreiben.
Vielen Dank an Dieter für den Buchtipp. Ich habe es Dank intensiver Recherche tatsächlich noch geschafft, die Bilder zu beschriften. Neben interessanten Büchern, gibt es auch hilfreiche Internetseiten zu diesem Thema. Nur irgendwann sah ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr ::) Mein Projekt habe ich nun aber erfolgreich beendet und "sehr gut" abgeschlossen.

Insgesamt habe ich  60 Stunden entkalkt. Nach ca. 24 Stunden habe ich die Knochen in "frisches" EDTA überführt. Das EDTA habe ich selbst angesetzt. Das "Rezept" dafür hatte ich aus dem Romeis, 18. Auflage. Es war für 1 L EDTA ausgelegt, ich habe es dann auf 500 mL umgerechnet:

Ansetzen von 500 mL EDTA:
- NaOH (40 %) ansetzen: 20 g Natriumhydroxid im 50 mL Becherglas abwiegen und vorsichtig mit dest. Wasser auf 50 mL auffüllen! Achtung! Dampft und wird sehr heiß!
   Am besten das 50 mL Becherglas zur Kühlung in ein größeres, mit kaltem Wasser befülltes, Becherglas stellen.
- 125 g EDTA abwiegen und in ein 600 mL Becherglas überführen
- Mit 100 mL dest. Wasser aufschlämmen
- Vorsichtig erwärmen und unter dauerndem Umrühren 25 mL NaOH (40 %) zusetzen
- Mit dest. Wasser auf etwa 400 mL auffüllen
- Tropfenweise NaOH (40 %) zugeben, bis eine vollständige Lösung eintritt (pH = 7,4)
- Mit dest. Wasser auf 500 mL auffüllen

Viele Grüße
Saskia

PS: Vor der Entkalkung und nach der Fixierung habe ich die Knochen zuerst dehydriert und anschließend wieder rehydriert. Durch diese Alkoholbehandlung wird eine Härtung und Denaturierung hervorgerufen, die das Weichgewebe widerstandsfähiger macht und die durch den Entkalkungsprozess bedingten morphologischen Veränderungen reduziert.