Liebe Pflanzenfreunde,
eine Verwandte des Teestrauches, die Kamelie (Camellia japonica) steht im Garten unseres Nachbarn, sie wird wegen ihrer rosenähnlichen Blüten und immergrünen Blätter liebevoll gepflegt.
Systematik
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Teestrauchgewächse (Theaceae)
Gattung: Kamelien (Camellia)
Art: Kamelie
Wissenschaftlicher Name: Camellia japonica
Volkstümliche Bezeichnung: Die Pillnitzer Kamelie
Der Legende nach brachte der schwedische Botaniker Karl Peter Thunberg (1743 - 1828) vier Kamelienpflanzen von seiner Japanreise 1779 in die Königlichen Botanischen Gärten Kew bei London. Ein Exemplar verblieb in Kew, die anderen drei Pflanzen sollen in die Gärten Herrenhausen bei Hannover, Schönbrunn bei Wien und Pillnitz bei Dresden weiter gegeben worden sein.
Diese Küstenpflanze stammt aus Ostasien. In China und Japan werden die Kamelien schon seit vielen Jahrhunderten kultiviert. Im 18. Jahrhundert fanden die ersten Kamelien den Weg nach Europa und bereits einige Jahrzehnte später war die Pflanze in ganz Europa verbreitet. Erst nach dem 2. Weltkrieg erwachte das Interesse an Kamelien wieder, vielleicht bedingt durch die Entdeckung neuer Arten und die Einführung neuer Sorten, die teilweise winterhärter sind, als die bis dahin bekannten Sorten und Arten.
Es gibt über 200 Arten und ca. 30.000 Sorten.
Bild 01 Freilandkamelie, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_38573246.jpg)
Ausgeblühte Pflanze – Ende Mai
Bild 02 Freilandkamelie
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_37999227.jpg)
Das Laub er Camellia japonica ist tiefgrün und auffällig glänzend.
Die zahlreichen Arten und Sorten unterscheiden sich vor allem durch die Blüten. Die Blüten der Freilandkamelie sind fünfblättrig, rot, leicht trichterförmig und nur 5 bis 8 cm breit.
Die Farbskala reicht von weiß über Rosatöne zu dunkelrot.
Die Blütezeit der Kamelie ist je nach Sorte und Art zwischen September und Mai. Der Duft der Kamelienblüten ist sehr intensiv.
Kamelien wachsen von Natur aus langsam und bilden dichte Kronen. In ihrer natürlichen Heimat (Ostasien) ist die Kamelie ein Baum von 6 bis 9 m Höhe.
Die Vermehrung der Kamelie erfolgt entweder über Stecklinge, Absenker oder durch Samen. Sortenechte Vermehrung ist nur durch die erstgenannten Methoden möglich. Bei der Vermehrung durch Samenentstehen oftmals völlig neue Sorten. Die Sämlinge blühen teilweise erst nach einigen Jahren.
Bild 03 Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_14464454.jpg)
Schnittstellen
Spross, Querschnitt 30 µm
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Bild 04 Spross, ungefärbter Schnitt, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_56171711.jpg)
Eier eines Schädlings.
Bild 05 Spross, ungefärbter Schnitt, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_21338800.jpg)
Schädlingseinwirkung in der Epidermis und in der Korkschicht.
Arbeitsanleitung:
Original Färberezept siehe Seite von Herrn Armin Eisner http://www.aeisner.de/
W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau) modifiziert
Arbeitsablauf :
Spross - Querschnitt
Reichert - Jung Schlittenmikrotom Hn 40 - Schnittstärke beträgt 30 µm.
Probe lag in AFE – Gemisch
Fixiergemisch auswaschen in 70 % Ethanol 5 Minuten
1. (Querschnitte) mit 70 % Ethanol
2. Alkoholreihe bis zum 30%igen Ethanol
3. Wasser entmin. 3x wechseln je 1 Minute
4. Vorfärbung Acridinrotlösung 8 Min.
5. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
6. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen- Lupenkontrolle) 15 Sekunden.
7. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
8. Nachfärbung Astrablaulösung 2 Minute.
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 5 : 1 verwendet.
9. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben
10. Entwässern mit 2x gewechseltem Isopropylalkohol ( 99,9 % )
11. Als letzte Stufe vor dem Eindecken Xylol einsetzen
12. Einschluss in Entellan
Ergebnis :
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot. Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot, Suberin hellrosa.
Fotos erstellt mit Nikon D5000.
Die Übersichtsaufnahmen wurde mit ,,MagniFlash" erstellt.
Bild 06
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_2475594.jpg)
Kleiner LED - Beleuchtungstisch mit Lupe (zur Färbekontrolle)
Bild 07 Spross, Übersicht, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_34390501.jpg)
Die Übersichtsaufnahmen wurde mit ,,MagniFlash" erstellt.
Bild 08 Spross, Vergrößerung aus der Übersicht, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_724419.jpg)
Bild 09 Spross mit Beschriftung, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_29701196.jpg)
Ep = zerdrückte Epidermis
K = Kork
pR = primäre Rinde mit Collenchym
pP = primäre Phloemfasern
sP = sekundäres Phloem
Xy = sekundäres Xylem
Ma = Markparenchym
Spross, Längsschnitt 30 µm
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Bild 10 Spross, Übersicht, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/65564_14319264.jpg)
Die Übersichtsaufnahmen wurde mit ,,MagniFlash" erstellt.
Bild 11 Spross, tangentialer Längsschnitt , Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_9789523.jpg)
Holzparenchym, ringförmige Protoxylemelemente, primäre Rinde, Kork, Epidermis.
Bild 12 Spross, Steinzellen im Parenchym, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_65826126.jpg)
Die isodiametrischen Steinzellen sind verholzt und haben zahlreiche Tüpfelkanäle, die zum Zellkern hin fusionieren.
(Unter isodiametrischen Zellen bzw. Zellen mit isodiametrischer Form versteht man Zellen, die in alle Richtungen des Raums in etwa den gleichen Durchmesser besitzen).
Blattstiel, Querschnitt 30 µm
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Bild 13 Blattstiel, Übersicht Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_14516641.jpg)
Die Übersichtsaufnahmen wurde mit ,,MagniFlash" erstellt.
Bild 14 Blattstiel, Vergrößerung mit Beschriftung, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_58311379.jpg)
Der Blattstiel ist unbehaart. Cuticula (gelblich) und Nebenleitbündel
Bild 15 Blattstiel, Vergrößerung mit Beschriftung, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_41956309.jpg)
Xy = Xylem
Ph = Phloem
Fa = Faserstränge
Blattstiel, Längsschnitt Camellia japonica
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Bild 16 Blattstiel, Übersicht , Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_42487106.jpg)
Die Übersichtsaufnahmen wurde mit ,,MagniFlash" erstellt.
Bild 17 Blattstiel, Vergrößerung, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_64249753.jpg)
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Bild 18 Blatt, Übersicht, Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_16994179.jpg)
Die Übersichtsaufnahmen wurde mit ,,MagniFlash" erstellt.
Die Blätter lassen sich schwierig färben, sie sind auffällig glänzend und von einer wasserabweisenden Schutzschicht überzogen.
Bild 19 Blatt, Vergrößerung mit Beschriftung Camellia japonica
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/65564_25672722.jpg)
Interessante Kamelien-Seite:
http://www.kamelien.de/
Literatur zu Kamelien:
Andreas Bärtels:
Das grosse Buch der Kamelien
ISBN 3-8001-4145-0
William L. Ackermann
Growing Camellias in Cold Climates
Piero Hillebrand - Giambattista Bertolazzi
Antiche Camelie del Lago Maggiore
ISBN 88-7245-111-6
Franco Ghirardi:
HIGO CAMELLIA
a flower for the third millennium
Haikal, Mustafa
Der Kamelienwald
Die Geschichte einer deutschen Gärtnerei
ISBN 3-378-01043-6
Lieber Detlef, herzlichen Dank für Deine Unterstützung .
Mit freundlichem Gruß
Hans-Jürgen