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Liebe Eva,
zu dem Thema hattest Du uns ja schon einmal Bilder gezeigt und Detlef und ich hatten Dir auf Deine Fragen geantwortet.
Ein Missverständnis scheint noch zu bestehen: Chloroplasten sind keine Zellen sondern Bestandteile (Zellorganellen) der "grünen" Zellen des Assimilationsparenchyms (der Blätter, bei Sprossen sagt man auch Chlorenchym). Mit Hilfe der Chloroplasten läuft - vereinfacht - die Photosynthese ab.
Sie können also nicht auf den Epidermiszellen liegen sondern sie liegen in den Zellen unter der Epidermis.
So weit ich mich erinnere, gibt es bei der sukkulenten Aloe vera kein klassisches Palisadenparenchym, unter dem ein Schwammparenchym liegt. Deine Bilder zeigten auch einen homogenen Gewebeaufbau unter der Epidermis mit Chloroplasten auch in den tiefer im Blattinneren liegenden Zellen. Eigene Erfahrungen mit der Pflanze habe ich jedoch nicht.
Ob die Pflanze Spaltöffnungen auch auf der Blattoberseite hat, kann ich leider nicht sagen. Das kannst Du aber mit einen Blattabdruck leicht selbst feststellen. Dazu besorgst Du Dir im einfachsten Falle UHU Hart und streichst diesen unverdünnt dünn auf Blattober- und Unterseite. Nach kurzer Zeit kannst Du die Kleberschicht mit einer feinen Pinzette abziehen und vorsichtig auf einen Objektträger legen. Ein Deckglas lässt sich leicht mit Klebeband befestigen (Achtung, nur am Rand festkleben, sonst sieht man nix mer ... ;D).
Nun kannst Du im Durchlicht nach den Abdrücken der Spaltöffnungen suchen.
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo Eva,
zu Deiner letzten Frage, der nach dem Palisadenparenchym: bei dem "Normblatt" (was sehr selten ist) wäre das so. Aber, das Blatt der Aloe entspricht nicht dieser Norm. Du findest dort, und das zeigen Deine Fotos doch, mehr oder weniger isodiametrische und relativ großvolumige Zellen, die alle ziemlich gleich aussehen und in denen Du auch die Chloroplasten findest (kleine, grüne Körner).
Verlass Dich auf das, was Du selbst siehst und mit Deinen Fotos belegen kannst und stell das zur Diskussion. Ruhig auch hier, wir helfen gerne und geduldig!
Detlef
Hallo Eva,
ja, das sieht schon ganz gut aus. Nur, was ist das, was Du mit Epidermis beschriftet hast? Die Epidermis besteht aus Einer Schicht von Zellen, die nach außen zusätzlich zur Zellwand,von einer Cuticula bedeckt sind. Also, Deine äußerste Zellschicht muss demnach die Epidermis sein. Vergleiche das nochmals mit Deinen Beobachtungen.
Du bist auf einem guten Weg!
Detlef
Ja, genau so ist es. Zur Präzisierung: die Zellwände der Epidermiszellen nach außen sind oft stark verdickt und darauf befindet sich die Cuticula, die durchaus auch mehrschichtig sein kann und zusätzlich noch mit einer Wachsauflage versehen sein kann. Vergleiche das mit Deinen Schnitten!
Detlef
Liebe Eva,
gerne, nichts zu danken! Und wieder was gelernt: Aloe vera hat tatsächlich auf beiden Blattseiten Stomata. Somit also vielen Dank für Dein Experiment. :)
Die Zeichnung gefällt mir auch sehr gut, da bleibt eigentlich nur die von Detlef schon angesprochene Korrektur rund um Epidermis und Cuticula.
Die Etzoldfärbungen mit dem Farbstoff Chrysoidin (z.B. Etzold FCA) bilden die Cuticula übrigens sehr schön ab. Besonders, wenn während der Färbezeit einmal leicht erhitzt wird.
Herzliche Grüße
Jörg