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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Georg Abele in Juli 09, 2011, 08:18:50 VORMITTAG

Titel: Konoskopiefähiges Mikroskop
Beitrag von: Georg Abele in Juli 09, 2011, 08:18:50 VORMITTAG
Guten Morgen!

Um an meinen Dünnschliffen selbst Freude zu haben und sie auch Gästen zu zeigen, bin ich dabei ein konoskopiefähiges Mikroskop anzuschaffen.

Frage: Genügt als größtes Objektiv ein Plan-Neofluar 40x/0,9? Oder ist es für die Konoskopie noch zu schwach? Ich meine zwar, es sollte wohl für die meisten Fälle ausreichen, bin mir aber nicht ganz sicher.

Vielen Dank im Voraus

Grüße aus Aalen

Georg Abele
Titel: Re: Konoskopiefähiges Mikroskop
Beitrag von: hinrich husemann in Juli 09, 2011, 09:56:47 VORMITTAG
Hallo Herr Abele,
für die Konoskopie kommt es doch i.A. - insbesondere z.B. zur Erfassung auch größerer Achsenwinkel zweiachsiger Kristalle - hauptsächlich auf die Numerische Apertur, weniger auf den Abbildungsmaßstab des Objektivs an. Und "trocken" - d.h. wenn man nicht "ölen" will - kommt man doch sowieso kaum über NA = 0,9 hinaus. Nur wenn man mehr will, muß man eben "ölen" (s. u.). Und da tut es m. E. sicher oft ein "einfaches" 100 / 1,25.
Konoskopie-freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann

Nachtrag: Und das hätte ich fast vergessen: auch den Kondensor.
Titel: Re: Konoskopiefähiges Mikroskop
Beitrag von: TPL in Juli 11, 2011, 12:01:35 NACHMITTAGS
Lieber Georg,
Dein 40er hat mit seiner hohen Apertur schon eine ganz wichtige Voraussetzung für die Konoskopie. Ähnlich wichtig ist aber, dass das zu konoskopierende Mineral beim Drehen des Objektitisches nicht aus dem Gesichtsfeld wandert. Dazu müssen der Tisch und das betreffende Objektiv exakt zentriert, bzw. zentriebar sein. Das hört sich nach Erbsenzählerei an, aber gerade bei der Konoskopie ist es die Voraussetzung dafür, dass man ein Achsenbild eines Kristalls bekommt und keine unkontrollierten Überlagerungen verschieden orientierter Kristalle.

Schließlich wäre ein Pol-taugliches, also möglichst spannungsfreies Objektiv, wünschenswert, da ansonsten die Achsenbilder flau werden. Da kann man aber auch bei Objektiven, die nicht so gekennzeichnet sind (rot eingelegte Gravur oder Aufdruck) Glück haben.

Herzliche Grüße, Thomas
Titel: Re: Konoskopiefähiges Mikroskop
Beitrag von: olaf.med in Juli 12, 2011, 10:14:00 VORMITTAG
Hallo Georg,

Thomas hat natürlich völlig recht - die erstaunlich hohe Apertur von 0,9 Deines 40x Objektivs reicht völlig zur Erzeugung guter Achsenbilder aus. Wir arbeiten in der Regel nur mit einer Apertur von 0,65 und das geht auch schon gut. Ein stärker vergrößerndes Objektiv hat lediglich den Vorteil, dass bei kleinen Körnern ein größeres Areal des Gesichtsfelds ausgefüllt wird und damit Störungen durch benachbarte Körner kleiner werden.

Gruß, Olaf
Titel: Re: Konoskopiefähiges Mikroskop
Beitrag von: Georg Abele in Juli 12, 2011, 19:29:03 NACHMITTAGS
Vielen Dank für die Antworten! So kann ich also beruhigt zuschlagen...
Viele Grüße

Georg Abele