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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Johannes_Es in Juli 11, 2011, 11:30:09 VORMITTAG

Titel: Zeichenspiegel
Beitrag von: Johannes_Es in Juli 11, 2011, 11:30:09 VORMITTAG
Hallo,

kann mir jemand vielleicht einen Tipp bezüglich "Zeichenspiegel" geben:

Ich nutze eine Leica CME Trino, v.a. für entomologische Anwendungen. Leider gibt es laut Auskunft Leica dafür keinen Zeichenspiegel. Kann ich einen von einen anderen Hersteller benutzen, kann ich mir selbst einen basteln/modifizieren?

Vielen Dank

Johannes
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: ortholux in Juli 11, 2011, 12:08:39 NACHMITTAGS
Lieber Johannes,

ein Zeichenspiegel ist kein Hexenwerk. Lediglich ein Spiegel mit dem Du eine Okularprojektion auf die Tischfläche vornimmst. Von Leitz gab es mal den hier, der bei ebay regelmäßig auftaucht und rund 25 Euro kostet:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68492_31184083.jpg)(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68492_3479010.jpg)

Da ich das CME nicht kenne, weiß ich auch nicht, ob er auf den Tubus passt. Aber ich denke er lässt sich mühelos adaptieren. Da es noch nicht mal ein Oberflächenspiegel ist, würde auch alles anderere (selbstgebastelte) fuktionieren. Einziges Manko beim Trinotubus ist die Lichtstärke, die sich der "gespiegelte" Strahlengang mit noch ein oder zwei anderen teilen muß. Hier ist ein Monotubus besser.

Wolfgang
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Johannes_Es in Juli 11, 2011, 12:33:29 NACHMITTAGS
Lieber Wolfgang,

danke für die schnelle Antwort!

Dieses System war mir völlig unbekannt! Kenne nur das System bei dem man zwischen "Kopf" und unteren Teil einen Rohr einfügt und dann durch die Okulare sowohl Präparat als auch die Hand mit Stift sieht.
Wäre sowas auch machbar?


lg Johannes

Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: ortholux in Juli 11, 2011, 13:02:57 NACHMITTAGS
Lieber Johannes,

du meinst das hier?

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68495_8421711.jpg)

Den gab es mit verschiedenen Ringschwalbendurchmessern für Laborlux und Ortholux2 und vielleicht noch andere.

Eine weitere Lösung ist das hier:

http://cgi.ebay.com/Leitz-Microscope-Camera-Lucida-Drawing-Attachment-/290586244074?pt=LH_DefaultDomain_0&hash=item43a84a33ea

Mit verschiedenen Graufiltern zur Helligkeitsanpassung. War für verschiedene Tuben erhältlich (30° und 45° Neigung)

Leider kenne ich die moderneren Geräte nicht, so daß ich Dir nur die Prinzipien zeigen kann.

Viele Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: reblaus in Juli 11, 2011, 19:08:40 NACHMITTAGS
Hallo -

bei Zeissens gab's eine Art Zeichenspiegel bei dem man mittels eines teildurchlässigen Prismas gleichzeitig das Objekt und über einen Oberflächenspiegel (mit Schutzklappe bei Nichtgebrauch) das Zeichenblatt mit Hand und Stift betrachten kann. Das Blatt muss aber gut beleuchtet sein, damit man wirklich alles sieht (beim konventionellen Projektionsverfahren muss man dagegen das Zimmer verdunkeln).

Das Ding wird auf dem Okular aufgeklemmt und dieses lässt sich wiederum mit einem Stellring (nicht auf dem Foto) im Tubus gegen Verdrehen schützen.  Passt wahrscheinlich auf alle Mikroskopokulare deren oberer Rand 28 mm Durchmesser hat.
Das Teil schaut sich in seinem Holzetui sehr nett an und wäre mir sogar feil - allerdings zweifle ich ob man damit so recht glücklich wird, zumal entweder ein Senkrechttubus verwendet werden muss, oder ein geneigtes Zeichenbrett neben das Mikroskop gestellt werden muss. Für Brillenträger ist es wohl auch eher nix.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68520_49290179.jpg)

Viele Grüße

Rolf


Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: reblaus in Juli 11, 2011, 19:10:28 NACHMITTAGS
Hallo -
habe gerade gesehen, dass es im Prinzip das gleiche System ist wie das von Wolfgang zitierte
Gruß
Rolf
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Nomarski in Juli 11, 2011, 20:05:46 NACHMITTAGS
Hallo,

es gab auch bei Zeiss zwei Zeichenapparat-Systeme:
1. Das Mikrobild wird über einen Spiegel oder ein Prisma auf ein Blatt Papier projeziert, man muß dann abzeichnen.

2. Das Blatt Papier mit dem Stift zum Zeichnen wird in das Mikrobild eingespiegelt, man muß also in das Mikroskop schauen und dabei die Konturen abzeichnen. Ist ein Zwischentubus mit Strahlenteiler und einem langen Rohr dran mit Umlenkspiegel.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Jürgen H. in Juli 11, 2011, 20:58:56 NACHMITTAGS
Lieber Bernd

Zitates gab auch bei Zeiss zwei Zeichenapparat-Systeme:
1. Das Mikrobild wird über einen Spiegel oder ein Prisma auf ein Blatt Papier projeziert, man muß dann abzeichnen.

2. Das Blatt Papier mit dem Stift zum Zeichnen wird in das Mikrobild eingespiegelt, man muß also in das Mikroskop schauen und dabei die Konturen abzeichnen. Ist ein Zwischentubus mit Strahlenteiler und einem langen Rohr dran mit Umlenkspiegel.

wie Du weißt, ziemlich alte Prinzipien. Hier ein Bild zu Deiner Ziff. 2, aber von der Fa. Leitz, baugleich gabs das ja auch von der Fa. Zeiss:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68530_10651417.jpg)

Nicht ganz original ist allerdings eine Brillenhilfslinse, die ich einmontiert habe :-)

Seit ich erfahren habe, was ein neuer Zeichenspiegel bei der Fa. Leica kostet, kommt das alte Schätzchen meines Schwiegergroßvaters noch mehr zu Ehren....

Schöne Grüße

Jürgen
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Nomarski in Juli 11, 2011, 21:36:22 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,

das finde ich aber nett, daß du extra für mich diesen Aufbau gemacht hast.
Das hat was! 8)

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: beamish in Juli 11, 2011, 21:43:07 NACHMITTAGS
Hallo,

und dann gibt es noch dieses schwenkbare Prisma:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68535_34054952.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68535_54075782.jpg)

Es ist zwar unbezeichnet, aber ich habe es an einem Leitz-Projektiv vorgefunden (es wird mit der Rändelschraube einfach angeklemmt).
Ich denke, mit sowas sollte es auch gehen.

Grüße

Martin
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: ortholux in Juli 11, 2011, 22:26:09 NACHMITTAGS
Lieber Martin,

das Prisma ist für die Projektion. Und da mit Projektiv ausgeliefert, auch für große Abstände (die Korrektion erfolgt natürlich nicht im Prisma sondern im Projektiv). Ferner lässt es sich nicht so kippen, daß es auf die Tischpaltte projiziert.

Will man große Zeichungen machen, und somit das Papier an die Wand heften, dann ist das aber sicher das Mittel der Wahl.

Wolfgang
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: beamish in Juli 11, 2011, 23:02:04 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

ist es dem Prisma nicht eigentlich egal, was es projeziert? Es findet da ja keine Veränderung des Fokus statt. Wenn ich das Prisma also auf ein normales Okular setze, müßte das doch gehen. Da das Prisma über einer großen Radius schwenkbar ist, sollte auch eine geeignete Projektionsfläche zu finden sein (besonders am Binotubus, weniger am Fotoausgang eines Trinos); starke Lichtquelle vorausgesetzt. Ich kann heute keine Versuchsanordnung mehr antesten, da ich noch was anderes vorhabe, aber gerne demnächst.

Grüße,

Martin
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Nomarski in Juli 11, 2011, 23:33:32 NACHMITTAGS
Hallo Martin,

bei deinem Projektionsokular muß der Bino-Tubus aber tiefliegende Prismen haben. Da das aber im allgemeinen doch nicht der Fall ist, läuft ed auf eine verlängerte Tubuslänge hinaus.
Gehören tut dieses Prisma jedenfalls zum großen Mikrovorsatz vom Leitz Prado Universal.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: ortholux in Juli 12, 2011, 07:25:53 VORMITTAG
@Martin
wenn das Prisma entsprechend schwenkbar ist, ist es ihm egal, was es projiziert (bzw. umlenkt, denn die Projektion macht ja das Okular). Da hast Du recht. Und mit einem geneigten Tubus könnte das gehen.

@Bernd
das mit der verlängerten Tubuslänge verstehe ich nicht. Meinst Du wegen der Okularprojektion? Klar ist das immer eine "Vergewaltigung", aber beim Zeichnen kommt es ja nicht auf die höchstmögliche Abbildungsqualität an.

Wolfgang
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Nomarski in Juli 12, 2011, 13:47:47 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang

Zitat@Bernd
das mit der verlängerten Tubuslänge verstehe ich nicht. Meinst Du wegen der Okularprojektion? Klar ist das immer eine "Vergewaltigung", aber beim Zeichnen kommt es ja nicht auf die höchstmögliche Abbildungsqualität an.


Das Okular/Projektiv, das Martin zeigt, hat einen langen Stutzen und muß entsprechend tief in den Okularstutzen gesteckt werden. Bei den Binokulartuben geht das meist nicht, weil irgendwann schon die Prismen kommen. Oder es kommt eine Stufe im Tubus, die verhindert, daß die Projektive mit den langen Stutzen vollständig bis zur Schulter eintauchen können.
Das Bild soll zwar im Endlichen abgebildet werden, aber eben nicht im Nahbereich. Wäre derselbe Effekt, als würde man beim Dia-Projektor das Objektiv zu weit herausschrauben, was man auch machen muß, wenn die Brennweite zu lang ist und das Zimmer zu klein. :D

VG
Bernd
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Herbert Dietrich in Juli 12, 2011, 14:21:32 NACHMITTAGS
Hallo Johannes,

wenn es für Dich hilfreich ist: ich habe eine Beschreibung und Gebrauchsanweisung für einen Zeichenaufsatz von ZEISS WINKEL
für 45° geneigten Okulartubus.
Bei Interesse sende mir doch Deine e-Mail-Adresse, ich werde die Anleitung dann abfotografieren und Dir senden. Zum Einstellen von
Bildern im Forum stelle ich mich zu dumm an.

Meine Adresse:  herbert.dietrich@online.de

Viele Grüße
Herbert Dietrich
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Klaus Herrmann in Juli 12, 2011, 17:46:57 NACHMITTAGS
Hallo Herbert,

ZitatZum Einstellen von Bildern im Forum stelle ich mich zu dumm an.

dito auch zum schreiben einer funktionierenden email-Adresse:

herbert .dietrich@online.de

so sollte es gehen: ;)


herbert.dietrich@online.de

vielleicht auch:

herbert.dietrich@t-online.de  das müsste man probieren!

Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: beamish in Juli 12, 2011, 19:33:54 NACHMITTAGS
Hallo,

natürlich ist das Projektiv zu lang für einen (Zeiss) Binotubus. Ich habe in meiner Grabbelkiste auch kein kürzeres Okular, das im Durchmesser (für das Prisma) passen würde. Ich werde es dann einfach mal mit einem Mono-Schrägtubus versuchen. Da habe ich dann auch mehr Licht. Option ist auch der Diskussionswürfel mit Mono-Geradtubus. Da kann man dann im 90° Winkel auf den Tisch projezieren (aber dann halt wieder nur mit 50% der Lichtausbeute...).

Grüße

Martin
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Herbert Dietrich in Juli 12, 2011, 21:43:36 NACHMITTAGS
Hallo Klaus,

lass das t ruhig weg, ansonsten hast Du recht.
Du bist halt ein schlaues Kerlchen und ich brauch eine neue Brille

Viele Grüße
Herbert
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Klaus Herrmann in Juli 12, 2011, 23:11:30 NACHMITTAGS
Hallo Herbert,

ZitatDu bist halt ein schlaues Kerlchen und ich brauch eine neue Brille

Zum ersten Halbsatz muss ich Dir uneingeschränkt zustimmen - ich werde das morgen auch meiner Frau zeigen, dass es auch anderen nicht verborgen bleibt ;D

Beim 2. Halbsatz wirst Du schon recht haben ;) Gibts ja jetzt auf "Kasse" ohne Zuzahlung!
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Herbert Dietrich in Juli 13, 2011, 09:01:44 VORMITTAG
Hallo Klaus,

zum 1. Halbsatz: gell, man freut sich ungemein, wenn man das schwarz auf weiß bestätigt bekommt.
                       Wenn Dir das Deine Frau glaubt, so ist sie eine Ausnahme.

zum 2. Halbsatz: Ja ist denn die Gesundheitsreform total an Dir vorbei gegangen oder bist Du brillenlos,
                       dann erhalte Dir Gott Deine Adleraugen!
Zur Brille: Fragt der Optiker Lehrling seine Lehrherrn, was soll ich denn sagen, wenn ein Kunde nach dem Preis
einer Brille fragt. Lehrherr: 400 Euro, wenn er nicht zuckt, dann sagst du das Gestell, wenn er noch nicht zuckt
die Gläser auch 400 Euro, wenn er nicht protestiert, natürlich pro Glas.

Vielleicht verstehst Du jetzt, warum ich für das Geld lieber ein Mikroskop kaufe!

Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche

Gruß
Herbert
Titel: Re: Zeichenspiegel
Beitrag von: Johannes_Es in Juli 14, 2011, 01:20:38 VORMITTAG
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten, war einiges neues dabei!