Hallo,
kann mir jemand erklären, warum die Ausleuchtung der Apertur eines Zeiss Neofluar 63/1,25 (160/-) an einem Zeiss Standard 16 nicht zu 100% möglich zu sein scheint? Ich benutze einen immergierten Revolverkondensor mit einer achr. apl. 1,4 Frontlinse. Die Hilfslinse ist ausgeklappt. Trotzdem bleiben ca. 20% des äusseren Randes dunkel. Ich habe den Eindruck, dass dort eine Blende im Inneren des Objektivs sitzt, da der Hell/Dunkel-Übergang sehr scharf ist. Die hintere, ausschraubbare Blende des Objektivs ist es jedenfalls nicht. Ein "Köhlern" ist ohne Hilfslinse auch nicht mehr möglich, und mit Hilfslinse ist die Ausleuchtung noch schlechter. Warum hat das Zeiss so konstruiert? Oder sind Hilfslinse, Kondensor und Objektiv, die alle ein unterschiedliches Alter haben nicht zu 100% kompatibel?
Viele Grüße
Gerd
Hallo Gerd,
I have no problems with Koehlern of the 1.4NA condenser WITH Hilfslinse, vielleicht lies the problem there. So how does it behave with a normal 100x oil objective??
Internal DIC prisms often work as a diaphragm, for example.
Gruesse, René
ps, Verzeihung for my use of english, reply in german is fine.
Hallo,
nur eine Frage: Ist das vom Kollektor der Mikroskopleuchte in der Ebene der Kondensorblende entworfene - bzw. zu entwerfende - Lichtquellenbild (z.B. von der Flachkernwendel der Lampe) dort sichtbar und füllt es deren Öffnung genügend aus? Vielleicht muß die Lampe nachjustiert werden.
Nur eine Möglichkeit.
Freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann
Hallo Gerd,
das Ausklappen der Hilfslinse ist schon der erste Schritt, um die Apertur besser ausleuchten zu können. Die Leuchtfeldblende im Fuß, die dann in dem Fall keine mehr ist, wäre dann zunächst vollständig zu öffnen. Als nächstes bliebe dann nur noch, die Lampe in der Fassung achsial zu bewegen, bis die beste Ausleuchtung stattfindet.
Das Neofluar 63/1,25 braucht außerdem relativ viel Öl. Wenn man da zu sehr knausert, kann es schon sein, daß die scharfe Abgrenzung, die du wahrgenommen hast von dem sich einschnürenden Öltropfenrand kommt.
Gleiches gilt für die Kondensorseite.
Viele Grüße
Bernd
Herr Husemann, Bernd,
ich muss allerdings zugeben, dass die Beleuchtung nicht mehr Original Zeiss ist. Ich arbeite mit einer 3 Watt - LED, vor der sich ein Teil eines ausgedienten 12,5x KPL-Okulars als Kollektor befindet. Das Ganze befindet sich in einem Lampenhaus hinter dem Mikroskop (saubere Feinmechanikerarbeit). Wenn ich dieses Lampenhaus nun axial bewege, bewegt sich die beobachtete Begrenzung der Beleuchtungsapertur nicht. Daher hatte ich die Beleuchtung als Fehlerquelle bereits ausgeschlossen. Diese Begrenzung besitzt nicht nur einen scharfen Rand, sie ist auch exakt rund und absolut konzentrisch zur Hinterlinse des Objektivs. Es ist auch genug Öl unter der Frontlinse.
Gerd
Dann nehmen Sie einmal das KPL heraus. Das kostet dann zwar Intensität, klärt aber, ob es nicht doch daran liegt.
Werner Jülich
Hallo Gerd,
so wie ich dich jetzt verstehe, benutzt du dieses 12,5x KPL-Okular als Kollektor. Kollektor mit LED zusammen achsial zu bewegen wird aber nicht viel bringen, du mußt die LED gegenüber dem Kollektor, also dem Okular bewegen. Dabei kommt es nun auch darauf an, wie groß die Emitterfläche der LED ist, die mittels dem Okular in die Aperturebene projeziert wird und wie groß eben der Durchlass ist, der mit zunehmender Entfernung von der Leuchtfeldblenden-Linse eine gewisse Rolle spielt.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Herr Jülich, Bernd,
Danke für die Tipps. Werde ich alles ausprobieren und dann hier berichten.
Die Beleuchtung ist natürlich verdächtig, weil nicht Original. Ich halte die Konstruktion dennoch für recht gut gelungen. Die regelbare 3 Watt "Luxeon Star Lambertian" gibt genug Helligkeit für alle Vergrößerungen und Kontrastmethoden. Nebenbei bemerkt: Die 5 Watt-Variante ist in dieser Beleuchtungskonstruktion nicht heller, sondern besitzt nur eine größere Chipfläche, die nicht genutzt werden kann.
Gerd
Hallo,
ich mische mich jetzt auch noch ein, mit der Absicht, eventuelle Missverständnisse auszuräumen.
Mit welcher Anordnung hast Du dieses Phänomen beobachtet? im Beobachtungsstrahlengang mit normelem Okular oder im Beleuchtungsstrahlengang mit einem Hilfsmikroskop zur PH-Justierung.
In letzterem Fall siehst Du mit dem Hilfsmikroskop in der Tat die Aperturblende des Objektivs, wenn Du darauf fokussierst, und die kann niemals das ganze Gesichtsfeld einnehmen sondern wird es begrenzen. Die muss aber ausgeleuchtet sein und nach Deiner Beschreibung ist das der Fall.
Im ersteren Fall wäre die Ursache ganz woanders zu suchen.
Meine Fragen sind vielleicht naiv, dann bitte ich um Entschuldigung!
Detlef
Zitat von: infusorien in Juli 12, 2011, 13:22:32 NACHMITTAGS
Die Beleuchtung ist natürlich verdächtig, weil nicht Original. Ich halte die Konstruktion dennoch für recht gut gelungen. Die regelbare 3 Watt "Luxeon Star Lambertian" gibt genug Helligkeit für alle Vergrößerungen und Kontrastmethoden. Nebenbei bemerkt: Die 5 Watt-Variante ist in dieser Beleuchtungskonstruktion nicht heller, sondern besitzt nur eine größere Chipfläche, die nicht genutzt werden kann.
Hallo,
benutzt du die Linse aus dem KPL Okular als Ersatz für die Kollektoroptik im Beleuchtungsrohr oder ist diese Kollektoroptik mit der mattierten Linse auch noch im Beleuchtungsrohr. Und wie stellst du sicher dass die Beleuchtung geköhlert ist ?
Die Leuchtfeldblende ist ja immer über den Kondensor in die Objektebene abbildbar. Aber geköhlert ist erst, wenn gleichzeitig auch das Bild der Lichtquelle in die Brennebene des Objektivs abgebildet wird und das würde ich für die Lichtquelle in dem externen Gehäuse erstmal sicherstellen bevor man über ausgenutzte Chipflächen disskutiert.
Also mit Kondensor Leuchtfeldblende in Objektebene scharfstellen. Phasenblende eines Phasenkontrastobjektivs mit dem Hilfsfernrohr scharfestellen und dann müsste man das Lichtquellenbild gleichzeitig scharf sehen. Vorher braucht man sich nicht über die Ausleuchtung dieser Ebene und ausgenutzte Chipfläche unterhalten.
viele Grüsse
Wilfried
Detlef,
ja, meine Beobachtungen erfolgten mit dem Hilfsmikroskop. Dann sehe ich wohl in der Tat die Aperturblende des Objektivs, und die ist voll ausgeleuchtet. Man sieht aber auch die Umrisse der hinteren Linse, und die ist eben etwas grösser. Das hatte mich irritiert, weil z.B. bei einem 40/0,75 sieht es anders aus. Vielen Dank für die Einmischung.
Wilfried,
die originale Beleuchtungsoptik wurde entfernt. Aber wie schon beschrieben: Die Abbildung der Leuchtfeldblende in der Objektebene funktioniert nur mit der eingeschwenkten Hilfslinse, und dann ist keine 100%ige Ausleuchtung der Objektiv-Apertur möglich.
Gerd
Hallo Gerd,
ZitatAber wie schon beschrieben: Die Abbildung der Leuchtfeldblende in der Objektebene funktioniert nur mit der eingeschwenkten Hilfslinse, und dann ist keine 100%ige Ausleuchtung der Objektiv-Apertur möglich.
Doch, die Leuchtfeldblende kann dann auch abgebildet werden, wenn man den Kondensor weiter absenkt. Der Ölfilm reißt dann zwar schon ab, aber der Punkt, an dem die Aperturebene am besten ausgeleuchtet wird, liegt noch etwas höher, wo der Ölfilm noch hält.
Darf man fragen, was für ein Stativ du da hast, das hattest du soweit ich das sehe, noch nicht erwähnt.
Viele Grüße
Bernd
Hallo Bernd,
es ist ein Standard 16, ursprünglich mit Beleuchtungsrohr und Flachwendel-Lampe.
Bezüglich Abbildung der Lichtquelle in der Brennebene des Objektivs:
Die Struktur der Chipfläche lässt sich auch bei verändertem LED-Kollektorlinsen-Abstand nur undeutlich erkennen. Dies ist wahrscheinlich auf die Kunststofflinse zurückzuführen, in die der Chip eingegossen ist. Das externe Lampenhaus besitzt die Möglichkeit eine 2. Lichtquelle mit einem Strahlteiler einzuspiegeln. Hier ist ein Lichtleiter mit einem KPL 10x als Kollektorlinse angeschlossen. Die Struktur dieses Lichtleiters (mit angeschlossener Kaltlichtleuchte) ist in der Brennebene des Objektivs sehr gut zu erkennen. Diesen 2. Eingang des Lampenhauses nutze ich für ein Blitzlicht.
Gerd
Hallo Gerd,
ob nun die Struktur der Chipfläche in der Brennebene zu sehen ist, das ist weniger wichtig. Wenn du das Objektiv mit seiner vollen Apertur ausnutzen möchtest, muß die Brennebene bis zum Rand ausgeleuchtet sein. Das sieht dann etwa so aus:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68653_58402165.jpg)
Dazu muß in manchen Fällen die Hilfslinse ausgeklappt werden, was du ja auch schon machst.
Nun wirst du irgendetwas im Beleuchtungsstrahlengang haben, das die Abbildungsgröße der Lichtquelle in der Brennebene begrenzt, was dann etwa diese Auswirkung hat:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68653_45678551.jpg)
Hast du die Möglichkeit, deinen KPL12,5x/20 Br-Kollektor gegen das normale Leuchtrohr auszuwechseln, um zu prüfen, ob damit die Ausleuchtung sich verbessert?
Viele Grüße
Bernd
it's easier to simply put a mirror under the condenser, and shine a penlight on it in different angles. If you turn the phase rings around, it is quite easy to see what the maximum possible cone would be, in my case it is the DIC prism III which is limiting the effective NA to around 1.1. The Hilfslinse (not sure what number on it, am not gonna take it out) does no harm at all, and focussing on the field iris is no problem; without the Hilfslinse I have to lower the condenser half a turn or so.
René
Bernd,
ich denke die Sache ist geklärt worden. Ich gehe jetzt davon aus, dass das 63/1,25 eine Aperturblende besitzt, die - mit der Bertrand-Linse betrachtet - etwas kleiner erscheint als die Hinterlinse. Im Unterschied dazu erscheint z.B. bei einem Neofluar 40/0,75 die gesamte Hinterlinse ausgeleuchtet.
Viele Grüsse
Gerd
Hallo Gerd,
man sieht mit der Bertrandlinse eigentlich die Austrittspupille vollständig bis zum Rand bei jedem Objektiv, auch beim Planapo 63 mit der Apertur 1,4.
Wie sollte man sonst prüfen können, ob die Objektive in Ordnung sind und nicht etwa am Rande Delaminationen aufweisen?
Die Austrittspupille vom Neofluar 40/0,75 auszuleuchten schafft man mit dem 1,4er Kondensor auch schon ohne Immersion, da der Strahlenkegel einen kleineren Winkel hat.
Viele Grüße
Bernd
Hallo,
einen Teil der beobachteten Phänomene konnte ich jetzt wohl klären:
Ich hatte bei der Beobachtung der Apertur-Ausleuchtung des 63/1,25 stets ein Präparat der Fa. Lieder benutzt. Es war das Diatomeen-Testpräparat DTS 06. Hier gibt es nun eine Variante A (Einschluss in Luft) und B (Einschluss in Balsam). Vermutlich habe ich die Variante A (Angabe von Lieder fehlt leider). Lege ich ein in Euparal eigeschlossenes Präparat auf, so kann ich den mit dem Hilfsmikroskop sichtbaren Bereich des Objektivs tatsächlich voll ausleuchten (Vielen Dank Bernd, dass Du so hartnäckig widersprochen hast). Die Apertur wurde also höchstwahrscheinlich von der Luftschicht unter dem Deckglas begrenzt. Wozu wird so ein Präparat überhaupt hergestellt, da man ja zur Auflösung der Strukturen sehr hohe Aperturen braucht?
Weiterhin rätselhaft bleibt die Tatsache, dass ich weiterhin bei vollständig ausgeleuchteter Apertur des 63/1,25 (Hilfslinse ausgeklappt) keine Einstellung nach Köhler hinbekomme. Könnte es evtl. daran liegen, dass die Linse im Stativfuss (in der Einheit mit Leuchtfeldblende und Umlenkspiegel) nicht zum Kondensor passt?
Viele Grüsse
Gerd
Hier noch Bilder, die ich durchs Hilfsfernrohr aufgenommen habe:
1. Lieder Präparat (Lufteinschluss), maximal mögliche Ausleuchtung ohne Hilfslinse
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68794_55971058.jpg)
2. Präparat mit Euparal-Einschluss, maximal mögliche Ausleuchtung ohne Hilfslinse
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68794_13112008.jpg)
3. Präparat mit Euparal-Einschluss, Ausleuchtung mit Hilfslinse, Einstellung nach Köhler
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/68794_721433.jpg)
Gerd
Hallo Gerd,
ZitatWeiterhin rätselhaft bleibt die Tatsache, dass ich weiterhin bei vollständig ausgeleuchteter Apertur des 63/1,25 (Hilfslinse ausgeklappt) keine Einstellung nach Köhler hinbekomme. Könnte es evtl. daran liegen, dass die Linse im Stativfuss (in der Einheit mit Leuchtfeldblende und Umlenkspiegel) nicht zum Kondensor passt?
Es gibt verschiedene Hilfslinsen für die Standards, die alle unterschiedliche Brennweiten und unterschiedliche Positionen zwischen dem Kondensor und der Leuchtfeldblende haben. Zum Beispiel die Hilfslinse I in der dünnen Fassung direkt unter dem Kondensor, die Hilfslinse I in der dicken Fassung eine Etage tiefer, die Hilfslinse IV, die noch weiter unten sitzt und die Hilfslinse EL, die man in die neueren Kondensoren direkt unten einschrauben kann, sofern sie eine Gewindefassung dafür haben.
Und da gibt es noch verschiedene Kondensoren, wie z.B. den 0,9er mit der Klapplinse und den 1,4er zum Immergieren.
Je nach Kombination von Hilfslinse und Kondensor gibt es unterschiedliche "Ausleuchtverhalten" der Brennebenen.
Ich habe nun festgestellt, daß die Köhler-Einstellung nunmal nicht die optimale Brennebenenausleuchtung ergeben muß. Ich nutze sie daher nur, um den Kondensor bequem zentrieren zu können. Danach klappe ich die Hilfslinse meistens aus und stelle die optimale Höhe mit der Bertrandlinse ein, da ich in kritischen Fällen die Objekte, meistens Diatomeen, mit eingeklappter Hilfslinse gar nicht aufgelöst bekomme.
Auf deinem letzten Bild ist jedenfalls zu erkennen, daß die Leuchtfläche der LED nur teilweise abgebildet wird, da die Linsenfassung deines KPl-12,5x-Kollektors scheinbar zu klein ist, wenn er an der Stelle platziert ist. Er müßte also an die Leuchtfeldblende dichter ranrücken können.
Viele Grüße
Bernd