Hallo zusammen!
Ich habe leider Probleme mit dem indischen Trinotubus an einem Zeiss Standard. Es entsteht ein unscharfes Bild. Außerdem ist der Schwalbenschwanz-Ring für die Montierung am Standard zu klein. Wenn man sich den orginalen Zeiss Trinotubus im Vergleich zu dem indischen anschaut, lässt sich in Bezug auf die Frontlinseneebene ein Unterschied Feststellen. Die äußerste Linse des Zeiss Tubus sitzt tiefer als die des indischen. Vielleicht liegt der Fehler an der Höhe des Schwalbenschwanz-Ringes. Vielleicht weiß von Euch jemand weiter.
@ Mike Guwak: Könntest Du ein Bild von deinem indischen Tubus zum Vergleich reinstellen? Danke!
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/69261_57854984.jpg)
Danke für Euere Bemühungen!
Armin
Hallo Armin,
falls Mike nicht antwortet:
1. nach dem genauen Durchmesser der Schwalbe hat der "Inder" damals genauestens gefragt und der hat bei dem gelieferten Tubus gestimmt (ich hatte ihn für Mike besorgt).
2. die Konstruktion ist natürlich anders, als bei dem Originaltubus von Zeiss. Das besagt gar nichts.
3.
ZitatEs entsteht ein unscharfes Bild.
Was bedeutet diese Aussage? Durch Fokussieren muss doch ein scharfes Bild zu erzielen sein?! Ist es im Fototubus nicht parfocal? Dann muss man die optische Tubuslänge an den Bino-Stutzen entsprechend korrigieren.
Ich helfe gerne weiter - aber diese Fragen müssen geklärt werden.
Detlef
Fremde In(der Nacht).... :D
@ Detlef Kramer: Leider hab ich die Ebay-Benachrichtigung mit dem Durchmesser nicht mehr. Ich habe ihn aber eigentlich 1:1 weitergegeben. Es kann dem indischen Hersteller auch einmal ein Fehler unterlaufen sein. Aber das sollte nicht weiter das Problem sein, den Ring auszutauschen. Ich kann leider nichts zur Parfokalität im Fototubus des Trinos sagen, da irgendwelche Reflexe zusätzlich das Bild beeinträchtigen.
Die Ringschwalbe des Monotubus hat einen Durchmesser von ca. 44mm und die des Tritubus von ca. 42mm. Der Unterschied ist also eigentlich nicht so groß.
Ich habe aber den indischen Trinotubus, mit dem Zeiss Trinotubus und mit einem Monotubus verglichen. Es liegen in Schärfe und Brillianz mit gleicher Einstellung und gleichen Okularen Welten dazwischen.
Hier 2 Bilder im Vergleich.
Das erste ist mit einem Monotubus aufgenommen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/69297_16000463.jpg) (http://imageshack.us/photo/my-images/51/mg25911.jpg/)
Das zweite mit dem indischen Trinotubus.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/69297_52039241.jpg) (http://imageshack.us/photo/my-images/810/mg25921.jpg/)
Im 2. sieht man deutlich Reflexionen (vielleicht), die das Bild zerstören.
Danke für Euere Bemühungen!
Armin
Der Zeiss Standard-Tubus hat doch gar keine Linse, nur Prismen. Die erste Linse nach dem Objektiv ist die Feldlinse des Okulars.
Auf dem Foto des Inders sieht es aber nach Linse aus - oder täuscht das Foto?
Zur Kontrolle: Wenn man ohne Okulare durch den Tubus schaut, sieht man die Gegend wie durch ein Fernglas ohne Vergrößerung.
Wenn das Bild aber unscharf ist, ist eine Linse drin! Das ist dann der falsche Tubus, es ist einer für ein oo-System.
Würde ich mal überprüfen - Werner
Vielen Dank für Deine Antwort!
Man sieht leider nur einen relativ kleinen Lichtpunkt bei abgenommenen Okular. Mit einem 5x Objektiv hat dieser "Lichtpunkt" einen scheinbaren Durchmesser von ca. 1cm. Es lässt sich jedoch trotz korrekter Fokussierung kein Bild erkennen. Wenn ich ein Okular der Tuben für das binokulare Schauen herausgezogen etwas weiter weg (ca. 4cm) halte, bleibt das Bild immer noch scharf, verglichen mit dem Bild, das durch das korrekt eingesetzte Okular entsteht.
Ist es also ein Tubus für ein unendlich System?
Hallo
Du hast geschrieben
Zitat
Die Ringschwalbe des Monotubus hat einen Durchmesser von ca. 44mm und die des Tritubus von ca. 42mm. Der Unterschied ist also eigentlich nicht so groß
Kann es sein das du den Tritubus um 1mm aus der Mitte montiert hast ?
Vielleicht ist ja nur das dein Problem.
LG
Johannes
Hallo Armin
Mikroskope sind eigentlich Praezisionsinstrumente und da sind 2mm extrem viel. Der Toleranzbereich liegt bein Durchmesser bei max 2 Zehntel und bei Auflagen im Hundertstelbereich ...
Dein Hotspot schaut nach einer Reflexion im Inneren aus, siehst Du glaenzente Teile wenn Du in Richtung einer Lichtquelle durchschaust?
Hast Du ein Rueckgaberecht, der Teil passt ja eindeutig nicht!
:-)
Gerhard
Hallo Armin!
Nochmal ausführlicher: Nimm Tuben alleine - ohne Mikroskop und Okulare - und schaue durch die Ringschwalbe Richtung Fenster. Du mußt jetzt zwei Bilder des Fensters wie durch ein Rohr sehen, wobei ein Bild verschwindet, wenn man ein Okularrohr abdeckt. Das ist die Wirkung des Strahlteilerprismas. Das Bild ist aber scharf - probiere mit dem Zeiss-Tubus.
Nun dasselbe mit dem Inder. Wenn das Bild unscharf erscheint, ist sicher eine Linse drin.
Dann nimm eine Lupe vors Auge und bewege sie in Richtung Ringschwalbenachse. Wenn in irgendeiner Stellung ein umgekehrtes (und vignettiertes) Bild des Fensters sichtbar wird, hast Du ein Kepler-Fernrohr simuliert. Der Beweis für eine Linse im Tubus.
Aber Vorsicht! Nicht den Kamerateil verwenden, da könnte eine Linse "drin-sein-dürfen".
Viel Glück - Werner
Hallo,
schicke das Ding zurück, wenn Du Dir sicher bist, dass da etwas nicht stimmt und so sieht es leider aus.
Der "Inder" soll es austauschen - ist doch kein Problem!
Tut mir leid, dass ich nicht weiter helfen kann - der eine, den ich i.A. von Mike gekauft habe, war in jeder Hinsicht einwandfrei.
Herzliche Grüße
Detlef
Vielen Dank für Euere Antworten!
@ Rawfoto: Ich sehe keine glänzenden Teile. Jedoch verschwindet das Strahlenteilerprisma nie ganz aus dem Strahlengang. Ich kann es beim binokularen Schauen sieht man einen schwarzen Teil, der durch die "Strahlenteilerschiene" abgedeckt wird. Ich habe den Tubus versucht so zu verrutschen, dass die Reflexion verschwindet, alllerdings war dies nicht möglich. Aber eine Änderung der Stärke der Reflexion hat sich durchaus ergeben.
Hier sieht man das Strahlenteilerschienenstück, dass nie ganz aus dem Strahlengang verschwindet.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/69338_30443370.jpg)
@ Werner: Ich sehe grundsätzlich schon 2 scharfe Bilder durch die Ringschwalbe. Sie sind beide versetzt. Jedoch ist das eine Bild eine reale Abbildung (es hat viel Kontrast und wirkt so wie es in der Realität vom Auge wahrgenommen wird), das andere Bild ist dagegen hat keinen Kontrast. Ich habe es u. A. meinen Bildschirm anvisiert, da ist die schwarze Schrift bei einem der Bilder schwarz, bei dem anderen hellgrau. Wenn ich einen Okulareinschub abdecke erscheint das jeweils andere Bild kontrastreicher und dunkler. Wenn ich mein Kpl 10x Okular als Linsensystem verwende und vor den Schwalbenschwanzring halte, kommt es schon zu einer Umkehrung.
Das Problem ist, ich habe kein Rückgaberecht mehr, insofern muss ich hoffen, dass der Hersteller sehr kulant ist.
Armin
Hallo Armin,
ich habe ein Indermikroskop mit dem Trinotubus in meinem Gartenhäuschen stehen.
Da werde ich am Wochenende mal nachsehen wie das mit dem Schiebeprisma ist.
Meines wissens ist auch keine Linse drin.
Ich hatte ihn vor ein paar Jahren auch schon mal auf einem Zeiss Standard getestet.
Das ging einwandfrei. Die Ringschwalbe ist zwar etwas kleiner als bei Zeiss.
Aber wenn man die Justierschrauben am Zeiss Stativ für die Schwalbenführung ganz reingedreht hat.
wurde er gerade noch geklemmt.
Nur umgekehrt ging es nicht. Für das Indermikroskop war der Zeiss Tubus zu gross.
Aber wer will auch schon ein edles Indermikroskop mit Zeiss Teilen verschandeln ;D
viele Grüsse
Wilfried
@ Wilfried: Ich habe Bedenken, dass bei Änderung von den Imbusschrauben der Tubus nicht mehr leicht im Strahlengang zu zentrieren ist. Insofern ließ ich bis jetzt meine Finger davon.
Armin
Hallo Armin
Du hast schon min. 2 Gruende warum der Teil nicht passt, die Schwalbe und das ungleiche Bild. Es hilft also nur der Tausch, den falschen Durchmesser bekommst Du mit Justieren ja auf keinen Fall hin ...
Ich habe dienstlich immer wieder mit der Qualitaet des besagten Landes zu tun, die haben ein gaenzlich anderes Wertesystem wie wir und die Worte Qualitaet und Praezision versteht man dort nicht!
Ich hoffe Du bekommst einen der in Ordnung ist ...
:-)
Gerhard
Hallo,
die Justierung in der Zeiss Tubusaufnahme ist unkritisch. Wenn man es ganz genau machen will schaut man mit dem
Hilfsokular die runde Aperturbegrenzung eines Objektives an und stellt diese mit den beiden Madenschrauben zentrisch zum Okularausschnitt.
Viel kritischer sehe ich Kante vom Schiebeprisma die man in der Endstellung von deinem Indertrino noch sieht.
Da scheint der Endanschlag veschoben zu sein. Aber vielleicht kann man das einfach justieren. Also ich würde da schon erst mal reinschauen bevor ich zurückschicke.
Wie gesagt ich werde mal an meinem Tubus nachschauen und mich wieder melden.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Armin,
So hier nun die versprochenen Bilder von meinem indischen Trinotubus.
Von der Schwalbenseite her sieht er so aus:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/69405_7443366.jpg)
der Durchmesser der Schwalbe ist auch 42 mm.
Durch Herausdrehen der vier Schrauben, die im obigen Foto schon fehlen kann man den Deckel auf der anderen
Seite abmachen und reinschauen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/69405_36742557.jpg)
Man sieht dass natürlich keine Linse drin ist, sondern nur ein Schiebeprisma, das den Strahl einmal teilweise in den Fotostahlengang lässt (teilverspiegelter Schiebeprismateil) und in der anderen Stellung voll in das Strahlteilerprisma für die beiden Binoeinblicke spiegelt (vollverspiegelter).
Du kannst bei deinem wirklich gefahrlos auch diesen Deckel abmontieren und mal reinschauen, vielleicht sieht man dann ja was los ist.
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Wilfried,
herzlichen Dank für die hilfreichen Bilder und die Ermutigung, den Deckel abzuschrauben.
So konnte ich auch mein Problemchen mit dem Inder-Tubus lösen: ich konnte den Tubus einfach nicht zentrisch montieren, dazu reichte die Verstellmöglichkeit der 3 Schrauben der Schwalbenschwanzaufnahme nicht aus.
Nun habe ich mich nach einem Blick ins Innere getraut und das Schräubchen schräg vorne unten gelöst, und damit das Strahlenteilerprisma besser einstellen können.
viele Grüße
Günter
@wilfried: Danke dir! Bei mir schaut das Tubusinnenleben etwas anders aus. Bei Dir scheint, dass die Schiebprismaführung in Deinem Bild auch in den Strahlengang ragt. Doch dieses Reinragen ist bei mir im 3. Tubus nicht sichtbar (kann an meinem Ausschnitt der Kamera liegen). Jedoch stößt die Schiebeprismaführung an die Gewindeaufnahme der Schraube oben links. Insofern muss man davon ausgehen, dass das Reinragen nichts ausmacht. Mit der Schraube, die sich an der Schiebprismaführung befindet, kann ich wohl meinen schwarzen Rand beim binokularen Schauen beheben.
Hier ein Foto von meinem Tubus:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/69486_5361635.jpg)
Leider habe ich gesehen, dass bei mir die Verklebung des Strahlenteilerprismas an den Rahmen abgegangen ist. Kennt ihr einen guten Kleber für die Verbindung von Glass und Metall?
Ich werde mich jetzt mal mit dem zerlegten Tubus spielen und versuchen den Fehler zu entdecken. Wenn ihr noch einen Tipp für die mögliche Fehlerquelle habt, wäre ich sehr erfreut.
Armin
Hallo Armin!
Der beste Metall/Glas-Kleber ist immer noch der älteste: Araldit bzw. Uhu-plus.
Heute heißt er Uhu-plus Endfest 300, die Schnellhärter kleben nicht so dauerhaft.
Wichtig: vorher mehrmals gut entfetten! Binder und Härter 1:1 zusammenrühren, bis ein milchiger Baaz entsteht.
Zum Aushärten auf die Heizung legen, die ist ja hoffentlich diese Woche an.
Klebrige Grüße - Werner
Hallo -
und dran denken: Auf der Heizung wird die Mischung so dünnflüssig, dass sie bis zum Abbinden längst weiß Gott wo hin gelaufen ist und dort für dauerhafte Verbindungen sorgt, wo sie nicht sein sollten!
Gruß
Rolf
Lieber Rolf
Werner schreibt zum Aushaerten. Das setzt voraus, dass zuerst der Kleber vermischt wird. Dann wird er beidseitig aufgetragen und man laesst ihn antrocknen und im naechsten Schritt werden die beiden Teile in Position gebracht und verpresst. Jetzt folgt ein antrocknen lassen und erst im letzten Schritt geht es zum Aushaerten.
Dazu eignet sich ein Waermeschrank bei 60 Grad oder im Winter die Heitzung. Dieser Schritt dauert ca. 24 Stunden.
Wenn Dir das Zeug im letzten Schritt davon laeft liegt das an der falschen Anwendung in den ersten Schritten.
Ich persoenlich fuehre vor dem Aushaerten eine Reinigung von ueberschuessigen Kleber durch. Dazu verwende ich mit Reinigungsbenzin leich befeuchtete Wattestaebchen. Doch Achtung, den darf es nicht einziehen, er loest den Kleber an!!! Weniger ist da mehr ...
:-)
Gerhard
Hallo Gerhard -
schon klar! Aber ich dachte eher an die Originaltechnik wie sie am Indischen Fototubus abgebildet ist - dort dient eine dicke Träne Kleber dazu das Strahlenteilerprisma zu fixieren. Wenn man das so mit Uhu plus macht und noch erwärmt, dann läuft die Sache irgendwo nach unten in die Gegend bevor es ausgehärtet ist, falls man nicht irgendeine dichte Fassung gebastelt hat.
Aber nix gegen die Inder - bei Zeiss-Prismen sieht die Befestigung oft ähnlich aus ....
Viele Grüße
Rolf
@all
Darf man als Neuling mal fragen von welchem "Inder" ihr hier die ganze Zeit redet ??? ??? ??? Das mit der Bucht kenne ich ja schon....
Gruß
Kai
Ergänzung:
Das mit der Heizung funktioniert tadellos. Heutige Heizungen haben 30-60 ° Wassertemperatur. Reblaus mit seiner altertümlichen Dampfheizung von 110 ° muß da natürlich aufpassen, da wird der Kleber dünnflüssiger - Kleber-Anleitung lesen.
Wenn die Klebestelle waagerecht liegt, läuft nichts weg, der Tropfen wird klar und breitet sich nur etwas aus. Bereits ausgehärteter alter Kleber bleibt unverändert. Den Aushärtevorgang kann man gut mit einem Zahnstocher testen, erst flüssig, dann gummiartig und dann fest. Die Farbe ist leicht gelblich bis hellbraun. Es ist so auch mögllich, Stück für Stück komplexere Teile zusammenzukleben, kostet aber viel Zeit. Eine Probeklebung mit den Materialien ist empfehlenswert.
Eine höhere Aushärt-Temperatur steigert die Festigkeit, Optik-Kitt und Lackierung könnte aber beschädigt werden.
Die dicke Träne beim Inder könnte Silikonkleber sein, das geht in der Fertigung viel schneller, draufbatzen und weglegen. Silikonkleber halten (leider) nur ein paar Jahre, wie man bei älteren Elektroartikeln erleben kann. Die Klebestellen lösen sich.
In ganz bedenklichen Fällen wird auch Heißkleber verwendet, der hält noch weniger. Beide Kleber erscheinen milchig weiß, Heißkleber gibts auch gefärbt.
Test auf Silikon: Mit einem Schnitzmesser einen kleinen Span abnehmen und auf einen Blumendraht spießen. Einer Flamme nähern - wenn der Span glasig schmilzt, könnte es Heißkleber sein. Jetzt anbrennen lassen und die rußende Flamme bald ausblasen. Eine weiße Asche deutet sicher auf Silikonkleber hin.
Die eigentliche Klebestelle befindet sich aber nur an den Material-Oberflächen, eine dicke Träne sieht nur stabil aus, ist aber gut, um den Kleber mit einer Spitzzange wieder entfernen zu können.