Mikro-Forum

Foren => Bestimmungshilfe => Thema gestartet von: rekuwi in Juli 24, 2011, 21:35:25 NACHMITTAGS

Titel: Unbekanntes mit Löchern = Facettenaugenfassung
Beitrag von: rekuwi in Juli 24, 2011, 21:35:25 NACHMITTAGS
Liebe Mikroskopiker/innen,

dieses mit völlig unbekannte Objekt fand ich in einer Tümpelprobe. Es war 175 x 135 µm klein:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/69495_50184805.jpg)

Hat jemand eine Idee was es sein könnte? Evt. Teil eines Insekts, Facettenaugenhöhle?

Liebe Grüße
Regi
Titel: Re: Unbekanntes mit Löchern
Beitrag von: Klaus Herrmann in Juli 24, 2011, 22:14:25 NACHMITTAGS
Hallo liebe Regi,

... Radiolarie auf Abwegen? ;)
Titel: Re: Unbekanntes mit Löchern
Beitrag von: Monsti in Juli 24, 2011, 22:17:23 NACHMITTAGS
Hallo Regi,

es könnte sich in der Tat um den Rest eines Insekten-Facettenauges handeln (z.B. Zuckmücke). Die Facetten halten besonders lange.

Liebe Grüße
Angie
Titel: Re: Unbekanntes mit Löchern
Beitrag von: Jürgen H. in Juli 25, 2011, 08:47:05 VORMITTAG
Hallo Regi,

sehr sicher die chitinöse Fassung der Linsen der Fassettenaugen. Die sind ausgesprochen hart, wie ich jedesmal beim Schneiden merke. Die Linsen selbst sind nicht vorhanden.

Schöne Grüße

Jürgen
Titel: Re: Unbekanntes mit Löchern
Beitrag von: rekuwi in Juli 25, 2011, 11:13:09 VORMITTAG
Danke lieber Jürgen und Euch allen für Eure Vermutungen bzw. Bestätigung.
Daß es sich um die "Facettenaugenfassung" aus Chitin handeln könnte kam mir erst beim Einstellen der Frage. So ist dieses Rätsel schnell aufgelöst!

Liebe Grüße
Regi
Titel: Re: Unbekanntes mit Löchern = Facettenaugenfassung
Beitrag von: Jürgen H. in Juli 25, 2011, 21:25:33 NACHMITTAGS
Liebe Regi,

hier siehst Du einen tangentialen Paraffinschnitt, an der Oberfläche des Mückenauges geführt. Die Linsen sind hier noch drin. Sonst ist die Ähnlichkeit zu Deinem Bild, denke ich erkennbar.

Die Färbung der Linsen ist m.E. interessant.Jedenfalls bzgl der Diopsidae lese ich gerade, dass die Linsen in der optischen Dichte zwar konzentrisch aber in Achsenrichtung der Sehachse geschichtet gebaut sind. Die Brechzahl ist dort also nicht im gesamten Linsenkörper konstant, sondern nimmt von außen nach innen ab.  Möglicherweise ist die unterschiedliche Annahme des blauen und des roten Farbstoffs auch bei meiner Mücke ein Hinweis auf wechselnde Massendichte und optische Dichte im Linsenkörper. Mit meinen Mitteln kann ich das leider kaum überprüfen.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/69558_47168380.jpg)

Schöne Grüße

Jürgen
Titel: Re: Unbekanntes mit Löchern = Facettenaugenfassung
Beitrag von: rekuwi in Juli 26, 2011, 21:09:21 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,

das muß ja eine Fummelei sein die Linsen eines Mückenauges zu schneiden! Sowas geht sicher nur mit der von Dir angewandten Einbetttechnik.

Die unterschiedliche Färbung und somit derunterschiedliche Aufbau innerhalb der Linse ist interessant, hätte ich so nicht erwartet.
Danke für diese zusätzliche Information zum Thema!

Liebe Grüße
Regi