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Bibliothek => Aufnahmen => Leben im Wassertropfen => Thema gestartet von: Ralf am April 02, 2013, 20:58:09 Nachmittag

Titel: Algen im Hellfeld und dazu im UV Durchlicht die Chlorophyll Autofluoreszenz
Beitrag von: Ralf am April 02, 2013, 20:58:09 Nachmittag
Hallo,

habe letzte Woche trotz eisiger Kälte mal wieder getümpelt und dabei ein paar Algen im Hellfeld fotografiert sowie die entsprechenden Aufnahmen der Chlorophyll-Autofluoreszenz gemacht. Alles nicht neu, aber den direkten Vergleich sieht man doch eher selten.
Anregung mit einer Nichia UV LED (365 nm) ohne Anregungsfilter, nach dem Objekt dann ein LP 519,6 IF Filter. Alle Aufnahmen sind stark mit GIMP nachbearbeitet.

- Merismopedia spec., aus Torfmoos gepresst:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/122646_58216665.jpg)

- Fragilaria spec.,:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/122646_2504261.jpg)

- Bambusina spec.:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/122646_45582897.jpg)


Titel: Re: Algen im Hellfeld und dazu im UV Durchlicht die Chlorophyll Autofluoreszenz
Beitrag von: Frank Fox am April 02, 2013, 23:49:41 Nachmittag
Hallo Ralf,

Dein direkter Vergleich ist Dir gut gelungen !
Sehr interessant.
Danke fürs Zeigen.

Herzliche Grüße
Frank
Titel: Re: Algen im Hellfeld und dazu im UV Durchlicht die Chlorophyll Autofluoreszenz
Beitrag von: Rolf-Dieter Müller am April 03, 2013, 08:13:59 Vormittag
Lieber Ralf,

ich möchte mich Frank anschließen, die Gegenüberstellung von Hellfeld zu Fluoreszenz ist sehr interessant, besonders weil es oft sehr schwierig zu fotografieren ist.

Je nach Planktonart kann das Chlorophyll durch das Anregungslicht schneller zersört werden als man zuschauen kann. Diese leidvolle Erfahrung mußte ich schon bei einem Anregungslicht von "nur" 470 nm machen.

Sehr schöne Zusammenstellungen.

Viele Grüße
Rolf-Dieter
Titel: Re: Algen im Hellfeld und dazu im UV Durchlicht die Chlorophyll Autofluoreszenz
Beitrag von: Ralf am April 03, 2013, 20:30:05 Nachmittag
Lieber Frank, lieber Rolf-Dieter,

danke für eure positive Reaktion. Man muss in der Tat recht schnell sein, ansonsten können die Algen durch das UV-Licht zerstört werden oder aber Sie verhalten sich unkooperativ. So ist es mir bisher nicht gelungen, eine Pinnularia in der von mir gewünschten Gürtelbandansicht sowohl im Hellfeld als auch Fluoreszenz abzulichten. Kein Problem bei der Hellfeldaufnahme, aber sobald man zum UV wechselt, wechselt die Pinnularia ebenfalls, nämlich in die Schalenansicht. Und das bisher reproduzierbar bei 5 verschieden Versuchsobjekten. Aber vielleicht habe ich ja noch mal Glück......
Titel: Re: Algen im Hellfeld und dazu im UV Durchlicht die Chlorophyll Autofluoreszenz
Beitrag von: Bernhard Lebeda am April 03, 2013, 22:34:08 Nachmittag


Je nach Planktonart kann das Chlorophyll durch das Anregungslicht schneller zersört werden als man zuschauen kann. Diese leidvolle Erfahrung mußte ich schon bei einem Anregungslicht von "nur" 470 nm machen.



...genau das meinte ich ja neulich in der Diskussion mit Eckhard! Seine Cyanos scheinen da entspannter zu sein. Auch bei Moosblättchen in AL Fluoreszenz kann ich zusehen wie die Chloroplasten vor meinen Augen zerbröseln!

@Ralf, um Dich zu zitieren: "COOL"  ;)


LG Bernhard
Titel: Re: Algen im Hellfeld und dazu im UV Durchlicht die Chlorophyll Autofluoreszenz
Beitrag von: reblaus am April 03, 2013, 22:43:05 Nachmittag
Hallo -

außerdem gilt es  noch zwischen der variablen Chlorophyllfluoreszenz (Kautsky-Effekt: nur wenn das Chlorophyll noch korrekt in die Elektronentransportkette des Fotosynthesesystems eingebaut ist) und der Fluoreszenz des Chlorophylls in Lösung (nach Zerstörung dieses Systems) zu unterscheiden.

Gruß

Rolf

Titel: Re: Algen im Hellfeld und dazu im UV Durchlicht die Chlorophyll Autofluoreszenz
Beitrag von: Rawfoto am April 04, 2013, 15:09:15 Nachmittag
Hallo Ralf

Danke für den Vergleich, die Gegenüberstellung ist sehr lehrreich ....

Liebe Grüße

Gerhard
Titel: Re: Algen im Hellfeld und dazu im UV Durchlicht die Chlorophyll Autofluoreszenz
Beitrag von: Ralf am April 04, 2013, 19:57:27 Nachmittag
außerdem gilt es  noch zwischen der variablen Chlorophyllfluoreszenz (Kautsky-Effekt: nur wenn das Chlorophyll noch korrekt in die Elektronentransportkette des Fotosynthesesystems eingebaut ist) und der Fluoreszenz des Chlorophylls in Lösung (nach Zerstörung dieses Systems) zu unterscheiden.


Hallo Rolf,

kann man diesen Unterschied denn lichtmikroskopisch erkennen?

@Bernhard: Dank der in Cyanobakterien enthaltenen Phycobiline können diese einen größeren Teil des Lichtspektrums nutzen (keine Grünlücke). Ich könnte mir vorstellen, dass diese zusätzlichen photoaktiven Pigmente auch für eine gewise Stabilisierung des Chlorophylls gegen UV Strahlung sorgen. Dieser Effekt der sogenannten UV Absorber wird zum Beispiel in Kunstoffen genutzt, um diese etwas UV beständiger zu machen. Eventuell sind die Cyanos dadurch dann stabiler im UV als Grünalgen, die diese zusätzlichen UV Absorber nicht enthalten.



@Gerhard: Freut mich, dass der Beitrag dir gefällt.