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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Demodexi am April 13, 2014, 11:19:00 Vormittag

Titel: Enderlein & Cie
Beitrag von: Demodexi am April 13, 2014, 11:19:00 Vormittag
.....Enderlein-Gemeinde geschrieben ......

das habe ich zufällig im in-net gefunden......eine DISSERTATION über:

Ermöglichen Irisdiagnostik / Iridologie und Dunkelfeldmikroskopie
nach Enderlein die Diagnose von Malignomen?

http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/6096/pdf/El-SafadiSamer-2008-07-08.pdf
Titel: Enderlein & Cie
Beitrag von: Klaus Herrmann am April 13, 2014, 12:28:50 Nachmittag
Hallo Demodexi,
ich hab dich erst mal in den Vorstellungen gesucht, weil ich es eigentlich eher gut finde reale Menschen mit einen Vornamen anzusprechen, als mit
z. B. Appendix... bis ... Xanthippe  ;) Aber da habe ich dich nicht gefunden. Soweit, so gut.. Vielleicht holst du es ja noch nach? Oder falls ich nur zu doof war deine Vorstellung zu finden - ein kleiner Tipp genügt! ;)

Diese Dissertation, die du gefunden hast über eine Untersuchung der Relevanz der Ergebnisse von Irisdiagnosen und Enderleinblutuntersuchungen, ist das Beste und Seriöseste, was ich zu diesen Themen bisher gelesen habe. Für eine Dissertation nicht gerade sehr umfangreich geraten, aber wirklich lesenswert und sollte hier unbedingt in den Highlights oder sonst wo, wo man sofort Zugriff drauf hat angepinnt werden!
Die immer wieder aufkommenden Diskussionen könnten dadurch sehr verkürzt werden. Und übrigens: man muss nicht Medizin studiert haben um sie zu verstehen!
Titel: Enderlein & Cie
Beitrag von: Oecoprotonucli am April 13, 2014, 13:06:17 Nachmittag
Hallo Allerseits,

Für eine Dissertation nicht gerade sehr umfangreich geraten, aber wirklich lesenswert und sollte hier unbedingt in den Highlights oder sonst wo, wo man sofort Zugriff drauf hat angepinnt werden!

Ja, Danke Demodexi, ich fand ja auch immer, dass man sich nicht argumentativ vor den "Enderleins" zu verstecken braucht, ist halt nur eventuell Zeitverschwendung und eine Sisyphosarbeit. Daher fände ich es auch gut, einen angepinnten Thread mit ein paar vernünftigen Informationen zu erstellen!

Umfang der Diss: Ich denke, das ist doch ein offenes Geheimnis, dass medizinische Doktorarbeiten in der Regel nicht so umfangreich und aufwendig sind, wie andere naturwissenschaftliche Doktorarbeiten. Teilweise ist die (recht geringe) maximale Seitenzahl sogar vorgegeben und die Verteidigungen werden im 15-Minuten-Takt durchgezogen. Was soll's, sicher haben die Medis dafür eine ganze andere Menge zu tun. Und bei manchen naturwissenschaftlichen Arbeiten wird's auch übertrieben und schlägt sich auf die Prägnanz nieder... Vergleichbar sind die Arbeiten unterschiedlicher Fachbereiche und damit der Doktortitel allerdings wirklich nicht. Aber das sind manche Arbeiten ja auch von der Thematik her nicht (je nachdem mehr praxis-/forschungsorientiert oder literatur-/theorieorientiert oder historisch orientiert, alles unterschiedliche "Leistungsbereiche").


Viele Grüße

Sebastian

Titel: Enderlein & Cie
Beitrag von: Oecoprotonucli am April 13, 2014, 14:39:50 Nachmittag
Ein paar Zitate aus der Arbeit

URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-60964
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/6096/

Samer El-Safadi (2008): Komplementäre Diagnostik. Ermöglichen Irisdiagnostik/Iridologie und Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein die Diagnose von Malignomen? Eine prospektive Studie. Med. Dissertation, Justus-Liebig-Universität Gießen. VVB Laufersweiler Verlag édition scientifique

"Der Verdacht auf eine akute Krebserkrankung wurde mit der Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein in insgesamt 33 Fällen gestellt. Diese 33 positiven Aussagen wurden mit den gesamten anamnestisch erhobenen Tumordiagnosen verglichen und daraus eine Kreuztabelle gebildet. Es entfielen 41,6% (15/36) auf Patienten ohne einen anamnestischen Nachweis eines Tumors und 30,5% (18/59) auf Tumorpatienten. Tatsächlich waren 12 Patienten an einem akuten oder metastasierten Tumor erkrankt. Von diesen wurden nur drei richtig erkannt. Im Gegensatz dazu wurden bei 30 Teilnehmern eine akute Krebserkrankung identifiziert, für die sich weder in der durchgeführten Anamnese durch den Autor, noch durch konventionelle apparative Diagnostik ein Hinweis fand (Tab. 6, Abb. 8 )."

"Bei dieser vorgelegten Pilotstudie konnte gezeigt werden, dass die Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein ein florides oder metastasiertes Tumorstadium nicht erkennen kann. Nur 25 % der 12 akuten oder metastasierten 40 Malignome wurden im Ergebnis richtig identifiziert. Das im akuten Stadium befindliche Ovarialkarzinom und das kolorektale Karzinom wurden mit dieser Methode nicht erkannt. Dieses Ergebnis hat vor dem Hintergrund, dass manche Heilpraktiker eine Früherkennung des Mammakarzinom mittels der Dunkelfeldmikroskopie nach Enderlein anbieten, eine besondere Brisanz. Des Weiteren wurden bei 73 % der 41 gesunden Teilnehmer ohne einen Hinweis eines Tumorrezidivs oder existenten Malignoms, eine fehlerhafte Diagnose gestellt."

"Im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung sollte die reale Beschaffenheit der im Dunkelfeldmikroskop sichtbaren Körperchen, nach der Lehre Enderleins so genannte Endobionten (Symbiont), endgültig geklärt werden [Ullmann 2003]. Diese Körperchen wurden vom Blutplasma getrennt und analysiert. Es stellte sich heraus, dass die so genannten Endobionten hauptsächlich aus dem Protein Globin und Albumin bestehen und diese Körperchen im Serum, in den Leukozyten und den Erythrozyten durch Aggregation entstehen [Ullmann 2003]. In den Erythrozyten wurden sie biochemisch als Heinz´sche Körperchen identifiziert, die nur in Erythrozyten vorkommen. Das diese Heinz´schen Körperchen als Körperchen im dunkelfeldmikroskopischen Bild sichtbar werden, basiert auf der Aggregation von Hemichrom [Gerner 1997a; Gerner 1997b]."

"Trotz dieser eindeutigen Ergebnisse erfreut sich die Irisdiagnostik weiterhin großer Akzeptanz."*

"Eine richtig geratene Diagnose hat für einen Patienten ein größeres Gewicht als eine hohe Anzahl falsch geratener Diagnosen,..."

"Der Arzt zeigt dabei Misstrauen und Skepsis gegenüber diesen Verfahren, und macht durch dieses Verhalten, insbesondere bei gutgläubigen Patienten, solche Verfahren interessant. Bei den Patienten entsteht, wenn der Arzt keine ausreichenden Antworten hat und offene Fragen bleiben, der Eindruck der gewissen Glaubwürdigkeit gegenüber diesen Verfahren [Worrall 1984; Barrett 2001]."

"Dem an der Studie beteiligten Heilpraktiker wurden die Ergebnisse nach der Auswertung vorgelegt. Er reagierte mit Enttäuschung und verweigerte die Anerkennung der Ergebnisse."

Viele Grüße

Sebastian


edit 14.04.2014: Ich hatte einen Absatz aus Versehen doppelt zitiert, den habe ich jetzt durch einen anderen ersetzt. Selbstverständlich sind noch mehr lesenswerte Absätze in dieser Arbeit  ;) !

* Dass ich hier Dunkelfeld und Irisdiagnostik "mische", bedarf vielleicht eines Kommentars, um wirklich ganz korrekt zu sein: Irisdiagnostik wurde ebenfalls in der Arbeit untersucht, und bei der Aussage hier geht es um die psychologischen Effekte, Akzeptanz usw., und die sind ja wohl von der einen auf die andere Methode übertragbar.
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Florian Stellmacher am April 13, 2014, 17:32:37 Nachmittag
Hallo Demodexi (however ...),

vielen Dank für diesen Beitrag, der ggf. tatsächlich in der Diskussion mit vernunftbegabten Enderlein-Interessierten helfen könnte.

Ich habe diesen Faden aus der "Anfängerfrage" ausgekoppelt. Festpinnen möchte ich ihn nicht, da wir aus Gründen der Übersicht die Anzahl fixierter Beiträge möglichst gering halten möchten. Dafür habe ich ihn in die Methodensammlung der Link-Liste Histologie (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9887.0) aufgenommen und bin als Moderator gerne bereit, den Beitrag im Bedarfsfalle selbst zu zitieren.

Viele Grüße,
Florian

P.S.: Auch ich habe Deine Vorstellung in Mikroskopiker im Netz (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?board=8.0) nicht gefunden. Bitte hole das bei Gelegenheit nach.  ;)
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Demodexi am April 13, 2014, 19:58:43 Nachmittag
vorab: ich, als Mikroskopanfängerin, habe schon ein schlechtes Gewissen gehabt, weil ich hier immer nur Fragen stelle und als Anfängerin nicht wirklich was für Euch Profis beitragen kann.
Darum freut es mich, dass ich mit diesem Link was "brauchbares" für Euch gefunden habe.

Wie ich mit meinen Eigenblut-Dunkelfeld angefangen habe, hab ich mal stundenlang im net recherchiert und das war ja wohl dann "erfolgreich".

Hallo Demodexi,
ich hab dich erst mal in den Vorstellungen gesucht, weil ich es eigentlich eher gut finde reale Menschen mit einen Vornamen anzusprechen, als mit
z. B. Appendix... bis ... Xanthippe  ;) Aber da habe ich dich nicht gefunden. Soweit, so gut.. Vielleicht holst du es ja noch nach? Oder falls ich nur zu doof war deine Vorstellung zu finden - ein kleiner Tipp genügt! ;)

Hallo Demodexi (however ...),
P.S.: Auch ich habe Deine Vorstellung in Mikroskopiker im Netz (http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?board=8.0) nicht gefunden. Bitte hole das bei Gelegenheit nach.  ;)

Ich bin (noch) nicht bei den Vorstellungen drinnen. Ich dachte, da stellen sich "die" Leute vor, die sich mit vollem Namen vorstellen (wollen) und damit dann auch in die Rubrik "Mikroskopiker im Netz" aufgenommen werden.
Ich fühle mich im i-net generell nur mit Avatar wohl  8). Fasst das bitte nicht als Unhöflichkeit von mir auf.
Werde mich jetzt aber mal ein wenig bei Mikroskopiker im Netz vorstellen, so wie es Florian vorgeschlagen hat.

lg, Demodexi
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Dr. Jekyll am April 14, 2014, 08:24:51 Vormittag
Hallo Demodexy und Safari,

Ein "hallo" oder "Guten Tag" und ein Vorname könnten aber schon drin sein.

Gruß
Harald
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Oecoprotonucli am April 14, 2014, 10:48:29 Vormittag
Lieber Florian,

Danke fürs Abtrennen und Neueinstellen des Beitrags!

Ich habe übrigens im obigen Beitrag noch eine Dopplung durch ein anderes Zitat ersetzt. Ist ja auch interessant, dass man durchaus "etwas" sieht, mit der Methode, nur eben was, das ist entscheidend. Beim Seeungeheuer von Loch Ness, Ufos, Aliens hat man ja vielleicht auch manchmal "etwas" gesehen...

Viele Grüße

Sebastian
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Dr. Jekyll am April 14, 2014, 11:17:36 Vormittag
Hallo,

Die Ablehnung der Studienergebnisse durch den Heilpraktiker verwundert mich nicht. Es gibt ja ähnliche Untersuchungen mit z.B. Wünschelrutengängern, bei denen die Ergebnisse ebenfalls eindeutig negativ für die Rutengänger ausfielen. Das Verhalten war das gleiche. Wenn ich einen Blinden in die Sonne stelle wird es bei ihm
deshalb noch lange nicht hell.

Grüße
Harald
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Oecoprotonucli am April 14, 2014, 11:45:21 Vormittag
Hallo Harald,

ich finde, man sollte sich damit zurückhalten, sofort alle Leute für dumm oder verrückt zu erklären, meine Vermutung ist, dass es teilweise tatsächlich irgendwelche Phänomene gibt, die die Leute erfahren, sehen, spüren. Das Problem ist, dass die Leute die wissenschaftliche Methode, Induktion, Deduktion, Reproduzierbarkeit, statistische Signifikanz, Logik und die erkenntnisphilosophischen Hintergründe nicht durchdenken oder verstehen und nicht verstehen wollen.

Und um der Sache wissenschaftlich gerecht zu werden, müsste man wohl jedes Phänomen einzeln für sich systematisch untersuchen. Manche Sachen können wohl echt verzwickt sein und man muss sie halt "auseinandernehmen", um sie zu widerlegen - oder besser gesagt widerlegt man eben nicht unbedingt das Phänomen an sich - dieses mag durchaus weiter bestehen - aber die falsche Interpretation. Und bei der Interpretation und dem Phänomen geht es halt meiner Meinung nach bei den Leuten wild durcheinander.

Auch die Wissenschaft kann ihre Schwierigkeiten haben und wird meiner Ansicht nach auch von manchen Wissenschaftlern falsch verstanden: Zum Beispiel ist ja ein singuläres Ereignis nicht ausgeschlossen und kann "wahr" sein - es ist eben bloß nicht reproduzierbar und damit auch nicht "nützlich". Nur kann man aus "unnützen" Dingen kein Geld machen. Das wird aber mit einigen dieser unnützen Dinge versucht, und zu diesem Zweck lügen die Nutznießer des Unnützen eben ganz gerne mal oder reden sich etwas ein.

Viele Grüße

Sebastian
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Dr. Jekyll am April 14, 2014, 13:17:30 Nachmittag
Hallo Sebastian,

Es geht mir hier nicht darum Leute als dumm abzustempeln. Wenn sich jemand den eindeutig reproduzierbaren Daten
Wissenschaftlicher Studien verschließt, dann ist er entweder dafür blind, hat wirtschaftliche Gründe, hat eine realitätsfremde Weltanschauung oder ist Arzt der selbst Studienergebnisse gefälscht hat und deshalb keiner Studie traut ;D :D (liebe Mediziner: bitte nicht gleich alle angesprochen fühlen ;) )
Da aber die Anhänger solcher Methoden wie Irisdiagnose, Bioresonanz oder Blutuntersuchung nach Enderlein nicht nur harmlos vor sich hin diagnostizieren und therapieren, sondern durch die zwangsläufig falschen Diagnosen die Patienten unter Umständen einer vernünftigen Behandlung fern halten, müßen sie sich auch scharfer Kritik stellen. Hinzu kommt, dass durch falsch positive Diagnosen, welche dabei ja auch oft auftreten, erst ernste Erkrankungen erzeugt werden (z.B. Falsche Krebsdiagnose).
Ich bin nicht generell gegen Naturheilverfahren. Auch ich hatte vor langer Zeit mit dem Gedanken gespielt als Naturheilpraktiker tätig zu werden. Deshalb habe ich mir die allermeisten Naturheilverfahren sehr kritisch unter die Lupe genommen. Bei vielen Methoden war mein Urteil vernichtend, einige Methoden sind brauchbar. Allerdings habe ich die Beurteilung aus dem Blickwinkel eines Naturwissenschaftlers vorgenommen, der zählt ja unter Heilpraktikern oft wenig.

Für eine Erkenntnis "blind" zu sein bedeutet für mich nicht zwangsläufig dumm (schließt dies aber auch nicht aus ;) )

Beste Grüße
Harald
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: liftboy am April 14, 2014, 14:00:12 Nachmittag
Hallo erstmal,

so will ich denn noch einen raustun :-)
goggelt doch mal unter Kirlianfotografie; ist bestimmt spannend!
Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Jürg Braun am April 14, 2014, 14:11:49 Nachmittag
Guten Tag

Und wem langweilig ist, kann noch nach Orgonomie im Netzt suchen.

Gruss in die Runde

Jürg
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Demodexi am April 14, 2014, 21:34:48 Nachmittag
Kirlianfotografie; ist bestimmt spannend!

Orgonomie im Netzt suchen.

Beides ist mir bekannt und fällt bei mir in die Rubrik:
wenn ich's nicht mal selbst probiert habe, kann ich mal nur Vermutungen darüber machen

und wenn ich's mal probiert habe und mir ein Bild davon gemacht habe, dann weiß ICH es...für mich selbst, dass es so (für mich) ist. Ob das dann auch generell auf andere/alle Menschen so zutrifft...keine Ahnung. Ob das die Wissenschaft "so" erforschen kann um generell gültige Aussagen machen zu können....keine Ahnung.

Was ich damit sagen will: es gibt Sachen, die "passieren" und sind aber für andere nicht erklärbar (bzw. glaubt es einem dann keiner)

Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Dr. Jekyll am April 14, 2014, 21:50:42 Nachmittag
Hallo Demodexy,

Das mag sein, aber es gibt auch Dinge die erklärbar sind und sie werden trotzdem von einigen Leuten nicht geglaubt.

Gruß
Harald
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Jürg Braun am April 14, 2014, 22:20:16 Nachmittag
Guten Abern

Skepsis ist bei Allem angebracht: http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Tamiflu-ist-kaum-besser-als-ein-Placebo/story/18543654

Gute Nacht

Jürg
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Wutsdorff Peter am April 15, 2014, 11:25:52 Vormittag
Liebe Mikrofreunde,
ich habe die Diss. in weiten Teilen gelesen.
Es geht wohl ausschließlich um Krebserkrankungen.
Auf einen Fehler möchte ich aufmerksam machen:
S. 35:   " braune Augenfarbe überwiegt...."
 Ob ein Mensch braune oder blaue Augen hat, ist allein genetisch bedingt! Die Eigenschaft folgt dem "dominant -.rezessiven Erbgang" So mein Schulwissen.
Wenn z.B. beide Eltern bl. Augen haben, und das Kind ist braunäugig, dann war es der Postbote mit br. Augen.
Hingegen können beide braunäugige Eltern durchaus ein blauäugiges Kind haben, denn  beide sind nicht "rein braunäugig" .Beider Erbgut ist also "br.,bl." Aber ich trage wieder einmal  Eulen nach Athen.

Enderlein: Ein Guru hat bei mir eine beginnende Leukämie diagnostiziert, die ein befreundeter Hämatologe nicht bestätigt hat. Er hält nichts von Enderlein.
In einem Buch über DF-Diagn.  mit sehr vielen guten Fotos werden die verschiedensten Krankheiten "diagnostiziert".
Die Nachfrage bei seinem Kollegen, ob die Krankheit vorher klassisch diagnostiziert und bekannt war ergab: Die Krankheit war vorher bekannt, und dazu wurde das DF-Bild gemacht!! Daraus den Umkehrschluß zu ziehen halte ich für äußerst fragwürdig.

Irisdiagnose Ein Homöopath hat bei mir bei der Erstuntersuchung, ohne daß ich es gesagt habe, mein Nierensteinleiden, an dem ich seit meiner Jugend leide,  diagnostiziert.
Die Sache mit der Eule in H ist mir ebenfalls bekannt.

Gibt es im Forum einen Diskussionsfaden über Homöopathie?

Mit österlichen Grüßen     Peter aus Lorsch



Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Oecoprotonucli am April 15, 2014, 18:23:37 Nachmittag
Hallo Peter aus Lorsch,

Auf einen Fehler möchte ich aufmerksam machen:
S. 35:   " braune Augenfarbe überwiegt...."
 Ob ein Mensch braune oder blaue Augen hat, ist allein genetisch bedingt! Die Eigenschaft folgt dem "dominant -.rezessiven Erbgang" So mein Schulwissen.

Ich sehe da keinen Widerspruch oder Fehler in der Arbeit, es ist etwas anderes gemeint. Obwohl es nicht ganz explizit ausformuliert ist, ist damit wahrscheinlich das Vorkommen in der gesamten menschlichen Population gemeint (Merkmalshäufigkeit), und laut Wikipedia liegt der Anteil brauner Augen bei 90% weltweit. Dabei ist es erst einmal ziemlich egal, was für ein Erbgang es ist (aber widerspricht dem ja nicht, im Gegenteil: wenn braun durch das dominante Allel verursacht ist, dann ist es, sofern beide Allele häufig und insgesamt verbreitet sind, natürlich auch die häufigere Augenfarbe). Wenn man mal kurz in Wikipedia hineinschaut, sieht man auch, dass mehrere Gene beteiligt sind, also ist es kein dominant-rezessiver Erbgang von der simplen Sorte, sondern ein bisschen komplizierter. Da aber die Gene für die Pigmentbildung zuständig sind, ist es klar, dass "mehr Pigment" dominant über "weniger Pigment" ist (genauer: siehe Wikipedia), denn ein Nichts kann auch nicht dominieren.

Enderlein: Ein Guru hat bei mir eine beginnende Leukämie diagnostiziert, die ein befreundeter Hämatologe nicht bestätigt hat.
...
Die Krankheit war vorher bekannt, und dazu wurde das DF-Bild gemacht!! Daraus den Umkehrschluß zu ziehen halte ich für äußerst fragwürdig.

Dass die gesamte Methode mehr als nur "äußerst fragwürdig" ist, sollte doch inzwischen hier verstanden worden sein?

Irisdiagnose Ein Homöopath hat bei mir bei der Erstuntersuchung, ohne daß ich es gesagt habe, mein Nierensteinleiden, an dem ich seit meiner Jugend leide,  diagnostiziert.

Nun ist das aber keinerlei Nachweis, dass die Methode funktioniert oder dieser Homöopath damit immer (oder wenigstens in ausreichender Häufigkeit) richtig liegt. Dazu sieh Dir mal in dieser Doktorarbeit die Begriffe "Sensitivität, Spezifität, positiv prädiktiver Wert (ppW) und negativ prädiktiver Wert (pnW)" (Seite 24) an, wo die Methoden (Irisdiagnostik und Dunkelfeld nach Enderlein) vollkommen gescheitert sind. Außerdem wiederhole ich folgendes Zitat für Dich:

"Eine richtig geratene Diagnose hat für einen Patienten ein größeres Gewicht als eine hohe Anzahl falsch geratener Diagnosen,..."

Du musst Dich fragen, ob das auch bei Dir so ist. Also: Es könnte zufällig richtig geraten sein. Natürlich könnte Dein Homöopath noch Zusatzinformationen gehabt haben oder er kann es tatsächlich "irgendwie" - nur liegt es dann wohl nicht an der Irisdiagnostik als Methode.

Gibt es im Forum einen Diskussionsfaden über Homöopathie?

Das klang hier und da mal an, aber generell soll sich das ja hier auch um Mikroskopie handeln und eben wissenschaftlich bleiben. Und dieser Faden hier sollte hauptsächlich Enderlein-Dunkelfeld betreffen. Off-Topic-Themen kommen ins Mikro-Café, wobei ich nicht dafür meine Hand ins Feuer lege, dass ein Administrator den Faden nicht zumacht, wenn's zu sehr ausufert. Vielleicht sollte man dann lieber auf Seiten wie "Skeptiker" http://www.gwup.org/component/content/article/77/1029-ist-homoeopathie-mehr-als-placebo oder "Esowatch" www.psiram.com weiterdiskutieren... (das sind natürlich ganz "krasse" Beispiele von "nichtgläubigen Webseiten", aber vielleicht besser, als gleich unvorbereitet ins "Guru-Camp" zu wandern, Wikipedia und das allgemeine Googeln halten ja auch gewisse Informationen bereit...)

Viele Grüße

Sebastian
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: smashIt am April 15, 2014, 23:27:59 Nachmittag
Irisdiagnose Ein Homöopath hat bei mir bei der Erstuntersuchung, ohne daß ich es gesagt habe, mein Nierensteinleiden, an dem ich seit meiner Jugend leide,  diagnostiziert.

solche leiden schlagen sich am geruch des urins nieder
der mann braucht allso nur ein feines näschen gehabt haben
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Oecoprotonucli am April 16, 2014, 09:13:41 Vormittag
Hallo Alle,

der mann braucht allso nur ein feines näschen gehabt haben

...zum Beispiel. Und tausend andere Faktoren. Ist ja auch erlaubt, in der "ganzheitlichen Medizin". Nur wenn dann, wie in der hier zitierten Doktorarbeit, die Patienten komplett verhüllt werden (sozusagen in eine Burka kommen), dann muss die Irisdiagnose zeigen, ob sie überhaupt an der Iris gemacht wird.

Überhaupt ist auch "Heilen erlaubt". Nur sich einfach irgendwelche Interpretationen zusammenzuträumen und zum "Verkauf" zu nutzen, ist nicht so sauber. Dass Andere da nicht immer besser sind (Danke für den Link zu Tamiflu), ist auch richtig.

Viele Grüße

Sebastian
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Wutsdorff Peter am April 16, 2014, 10:21:23 Vormittag
Hallo Sebastian,
entschuldige, aber mein Schulwissen ist 56 Jahre alt. Man lernt also immer dazu. Jetzt sterbe ich nicht dumm.
Mit  meiner Irisdiagn. wollte ich das genau sagen, was in der Diss. gesagt wurde.

Gruß Peter aus Lorsch
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Oecoprotonucli am April 16, 2014, 11:20:27 Vormittag
Lieber Peter,

das "alte Modell" der Augenfarbenvererbung wird ja auch noch in dem Wikipedia-Artikel erwähnt und es ist ja nicht total unsinnig. Das alte Schulwissen hat, wie die alten Mikroskopiebücher wohl auch, den Vorteil, dass die Dinge prägnanter erscheinen und sich oft leichter merken und nachvollziehen lassen, während die moderne Bio-Forschung ein Tempo und einen Detailumfang erreicht hat, dass es selbst den Fachleuten schwindlig werden kann. Wahrscheinlich werden auch darum gerne mal falsche Ersatz-Erklärungen verbreitet.

Alles Gute zu Ostern und überhaupt

Sebastian
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Oecoprotonucli am April 23, 2014, 12:10:52 Nachmittag
Wenn ich einen Blinden in die Sonne stelle wird es bei ihm deshalb noch lange nicht hell.

Hallo zusammen,

Sorry, ich kann es - so wie die Wundersucher - nicht lassen, in solchen Themen herumzukramen und habe noch etwas Schönes dazu gefunden  ;) . Unser liebes Perpetuum mobile und ob es Sinn hat, mit "solchen Leuten" zu argumentieren. Ja, ich finde nach wie vor, man muss argumentieren und darf nicht (sofort) für verrückt erklären, aber man sollte sich wohl auch ein Limit dabei setzen, denn es kann recht unendlich sein - so wie die Energie, die von den Maschinen dieser Leute angeblich produziert wird...  ;D :

The psychology of perpetual motion machine seekers

http://www.lhup.edu/~dsimanek/museum/psych.htm

Viele Grüße

Sebastian
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Demodexi am Januar 03, 2015, 21:01:18 Nachmittag
Hallo!

Erklärung von den diversen Arten von Spirochäten:

Ich habe im Forum keinen Thread über Spirochäten bzw. Borrelien gefunden, da habe ich mir gedacht:
ich stelle es hier rein, weil die Spirochäten ja meist im Dunkelfeld gefunden werden.

Vielleicht interessiert es ja jemanden.

http://www.mikrobiologie.uni-greifswald.de/fileadmin/Angewandte_Mikrobiologie/lehre_angewandte_mikrobiologie/hauptstudium/vorlesungen/merkblaetter/merkblatt_spirochaeten.pdf

Und da ja auch bei "Enderlein" die "Borrelien" im Dunkelfeld beschrieben sind:
Hier ein Beitrag von einem Herrn, der Dunkelfeld macht, aber mit der Enderlein-Diagnose von Borrelien nicht so ganz einverstanden ist und das auch hier kund tut:
https://www.youtube.com/watch?v=LyvnDpyn3Q8&feature=em-uploademail

lg, Demodexi
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: reblaus am Januar 03, 2015, 23:03:27 Nachmittag
Ein Apfel wirkt bekanntlich auch gegen Schwangerschaft

Gruß

Rolf
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: cle am Januar 04, 2015, 00:35:45 Vormittag
Anstatt !




Mfg Claus
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Demodexi am Januar 04, 2015, 12:14:11 Nachmittag
Sind ja interessante Sachen.....das von Afrika....
Im Deutschen und Österreichischen "Ländle" wird es sicher auch so einiges an "Brauchtum" geben.

Das Video von dem Heilpraktiker habe ich deswegen hier reingestellt, weil hier ein Heilpraktiker, der sich selbst mit Blutdiagnostik beschäftigt (ohne pos./neg. Wertung dazu), er aber NICHT mit "Enderlein" einer Meinung darüber ist.

lg, Demodexi
Titel: Re: Enderlein & Cie
Beitrag von: Holger Adelmann am Januar 04, 2015, 20:03:46 Nachmittag
Etwas OT...

Ja ja die Heilpraktiker - na zumindest lernen die noch teilweise Patientenbeobachtung und empirisch-medizinisches Wissen.
Es ist ja nur die Frage, wie es angewendet wird und teilweise teuer verkauft wird...

Ein schönes Beispiel für empirische Medizin:
Eine Bekannte sagte mir vor vielen Jahren, dass ein Heilpraktiker bei ihr eine "Erkrankung der Leber / Gallenwege" festgestellt habe, mittels Irisdiagnostik.
Ich könnte sowas als Schulmediziner ja nicht ....
Ausserdem hätte der Hausarzt dann die Diagnose mittels Ultraschall bestätigt.

Daraufhin habe ich ihr tief in die Augen geblickt und gesagt, dass sie vermutlich Gallensteine hat.
Worauf sie völlig verdutzt zugab, dass dies auch die genaue Diagnose des Heilpraktikers war.

Ich habe sie dann natürlich (ohne Rechnung) darüber aufgeklärt, dass sie unter die 5F Regel der empirischen Medizin fällt.
Female
Forty (zumindest mittleres Alter)
Fair (blond)
Fatty (übergewichtig)
Fecund (fruchtbar & östrogenbetonter Typ)

Frauen, auf die dies alles zutrifft haben mit einer Wahrscheinlichkeit von weit über 80% Gallensteine (auch wenn diese teilweise noch klein sind und noch keine Beschwerden gemacht haben).

Ich schreibe dies nicht, um Heilpraktiker zu verteufeln, sondern um dafür zu werben, das auch Schulmediziner wieder die medizinische Empirik, die eingehende Anamnese & das gute Beobachten lernen...

Herzliche Grüsse,
Holger