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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Peter V. am September 22, 2014, 09:22:06 Vormittag

Titel: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 22, 2014, 09:22:06 Vormittag
Hallo,

ein Frage an die Anwender, die dieses Problem schon gelöst haben:

Mit einem originalen Regeltrafo (der ja üblicherweise Wechselspannung liefert) hat man häufig mit den typischen "Streifen" im Bild einer CCD- oder CMOS-Kamera zu kämpfen.

Ist dieses Problem durch Verwendung eines beliebigen "stabilisierten" Netzteils, das Gleichspannung liefert (regelbar bis mindestens 12 V, dabei ca. 10 A, sodass eine 12V/100W-Halogenleuchte betrieben werden kann) gelöst oder muss dieses Netzteil dann noch besonders hohe Anfordrungen bezüglich der Restwelligkeit erfüllen?

Solche Regel-Netzteile bekommt man mit der geforderten Stromstärke (10 A) ab ca. 100 EUR bei Ebay, Conrad und Co., kann aber auch problemlos 300 oder mehr EUR dafür ausgeben.

Würde zum Beispiel dieses Gerät (oder ähnliche Geräte der Preis-/Qualitätsklasse) ausreichen, um das "Streifenproblem" zu lösen?

http://www.ebay.de/itm/Neu-Regelbares-DC-Labornetzgerat-Netzgerat-Trafo-einstellbar-0-10A-0-30V-300W-/191059770074?pt=Mess_Pr%C3%BCftechnik&hash=item2c7c0cbada

Oder hat jemand eine anderen guten Vorschlag für ein entsprechend taugliches Gerät? Es sollte halbwegs preiswert, möglichst nicht zu groß und ohne lauten Lüfter sein.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: the_playstation am September 22, 2014, 09:37:45 Vormittag
Hallo Peter.
Ja. Das würde funktionieren. Im Prinzip ist es ein modifiziertes Schaltnetzteil, wie es auch gerade Florian benötigt. Man hat es entsprechend modifiziert, so daß sich Spannung und Stromstärke verändern lassen. Für diese Extras bezahlt man dann etwas mehr Geld. 100-120 Euro statt 30-40 Euro. Und es wird etwas größer. Mit 10A Ist es aber am Limit. 15A wären mir persönlich lieber.

Eventuell sowas:
http://www.ebay.de/itm/Grose-Auswahl-Labornetzgerat-Netzgerat-Trafo-Labornetzteil-Netzteil-regelbar-/111437244227?pt=Netzger%C3%A4te&var=&hash=item19f22d6743
Oder in der Sparversion von 5-15V :
http://www.ebay.de/itm/Graupner-230-V-AC-Netzteil-regelbar-300-W-5-15-V-DC-0-20-A-/400716627436?pt=RC_Modellbau&hash=item5d4c927dec

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 22, 2014, 11:02:49 Vormittag
Hallo,

gibt es auch die Möglichkeit, das originale (externe) Regel-Netzteil zu verwenden und einen Gleichrichter nachzuschalten? Gibt es da eine Lösung, die auch mäßig Bastelbegabte ohne Eingriff in das Gehäuse des Netzteils durchführen können?
Ich stelle mir ein kleines Gehäuse vor, in das man den Wechselstrom aus dem originalen Netzteil über "Banenenbuchsen" einspeist und über weitere Buchsen als Gleichstrom mit niedriger Restwelligkeit entnehmen kann.
Geht so etwas oder habe ich da einen Denkfehler? Falls ja - welche Komponenten würde man dafür benötigen?

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: the_playstation am September 22, 2014, 11:10:43 Vormittag
Hallo Peter.
Jain. Das Problem: Wenn man gleichrichtet + mit einem Kondensator glättet entsteht eine Wurzel (2) - (1 bis 2) * 0,7  höhere Spannung. Man benötigt dann einen Anschlag für das Poti. Die Gleichspannung ist zwar gesiebt, aber nicht sauber stabilisiert. Für das Betreiben einer Glühlampe sollte es aber reichen. Ein 5-15V 20A Netzteil für ca. 55 Euro dürfte aber langen und sauberer stabilisiert sein.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 22, 2014, 11:31:54 Vormittag
Hallo Jorrit,

das von Dir gezeigte zweite Netzteil für 55 EUR sieht aber nicht so aus, als wäre es geeignet, dort ständig die Beleuchtung zu regeln (oder für die Verbalpuristen: zu steuern).  Die Knöpfchen sind doch sehr klein und versteckt, wenn ich das richtig sehe und wohl nur für gelegentliche Anpassung von Ausgangsspannung und -strom geeignet.
Das Problem ist, dass nicht so ein "Trumm" neben dem Mikroskop auf dem Schreibtisch stehen sollte. Manche Netzteile sind naturgemäß (gerade bei 10 - 20 A) schon echte "Koffer".
Dieses Netzgerät (http://www.ebay.de/itm/Netzgerat-Labornetzgerat-0-bis-30-V-0-bis-10-A-/181534089489?pt=Netzger%C3%A4te&hash=item2a44466111) sollte doch reichen, auch, wenn es nur 10 A liefert. Bei 12 V benötigt man für 100 W ja nur knapp über 8 Ampere und die Halogenlampe wird ja nur seltenst (außer im Dunkelfeld oder bei DIK eigentlich nie) mit der Höchstspannung von 12 V betrieben. Ich denke, dass man in der Praxis (müsste es mal nachmessen) im Durchschnitt höchstens 5 - 6 Ampere benötigt, wenn man primär mit Vergrößerungen kleiner/gleich 40-fach arbeitet (wie z.B. Florian).

Herzliche Grüße
Peter

Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Ronald Schulte am September 22, 2014, 11:35:12 Vormittag
Peter,

Vielleicht hilft ein Grafik;

Hier eine Wechselspannung wie es am Oscilloscoop abgebildet wird.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/157194_16409182.jpg)



Wenn ein einfache Diodebrücke eingebaut wird,....

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/157194_3159994.jpg)



...sieht am Oscilloscoop die Spannung so aus. Spannung heißt jetzt Gleichspannung aber ist noch gar nicht geglättet.
Das Cmos Kamera Bild wird noch immer Streifig sein obwohl schon besser wie mit Wechselspannung.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/157194_49810930.jpg)




Nach Zusatz von ein Kondensator kann es dann so aussehen,

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/157194_31065089.jpg)


Ideal wurde eine Horizontale Linie sein aber das gibt es glaube ich nur von eine Batterie.
Durch Zusatz von mehr Elektronik kann man Linie mehr und mehr Glatt/Horizontal bekommen und wichtig ist das es unter Belastung auch Horizontal bleibt.
Ein Billig Apparat Schaft das eben nicht ist meine Erfahrung.
Weil der Strom ja auch richtig ansteigt, wird die Elektronik auch wärmer und ohne Kühlung sogar heiß, das muss gekühlt werden und darum schaltet dann ein Lüfter ein. Das muss einfach!

Wenn man, wie ich gerne mache, ein grossen Gewebe Schnitt Fotografieren möchte mit ein z.B. 25x Objektiv braucht man locker 300 bis 400 Bilder. Das dauert so 1 oder 2 Stunden und dann ist es von Bedeutung das die Spannung für die Halogen Birne Konstant bleibt. Wenn es nur 0,1V Schwankt sieht man das später in die Bilder wenn es gestitched ist. Das eine ist etwas weißer oder Grauer wie das andere und das stört gewaltig in das gestitchte Bild. Wenn man nie stitched sieht man das unterschied aber nie.

Grusse Ronald
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: the_playstation am September 22, 2014, 11:43:57 Vormittag
Hallo Peter.
Man sollte bedenken, daß die Belastung dann nur pulsweise erflogt und nicht gleichmässig bzw sinusförmig (letzte Grafik in der kurzen Aufladephase des Kondensators). Bei einem einfachen Stelltrafo ist das z.B. bedeutunglslosd. Bei einer Schaltung kann es zu einer Überbelastung führen. Dann mußt Du schauen, ob Dir die geglättete Spannung (Restwelligkeit) ausreicht.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: the_playstation am September 22, 2014, 11:55:53 Vormittag
Hallo Safari.
Am besten wäre der Einsatz besserer Komponenten. Ferritfaserkern-Trafos, Schottky-Dioden, mehrere kleine Kondensatoren statt einem großen (besser bei höheren Frequenzen), ... Dann erhöht sich der Wirkungsgrad enorm und die Verlustleistung ist minimal. Mein 24000 Watt NF Verstärker hat einen Wirkungsgrad von >99%. Mit Standardkomponenten geht das nicht.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 22, 2014, 12:03:36 Nachmittag
Hallo,

es driftet mal wieder ab..... ;) Könnte...sollte...müsste...

Seid mir nicht böse, aber meine Frage lautet: Wer weiß eine konkrete(!) Lösung für das Problem, kann mir also ein regelbares Netzteil nenne, das

- für eine 12 V / 100 W Halogenleuchte geeignet ist
- "möglichst" klein und leise ist
- "möglichst" kein Vermögen kostet

Höchste Konstanz bzgl. Stitching etc. ist NICHT erforderlich!!

Es gibt doch bestimmt jemanden, der damit Erfahrung bzw. ein konkretes Netzteil in Benutzung hat oder mir sagen kann, ob so ein ca. 100 EUR Netzteil dafür reicht.

@Ronald: Dein wirklich gutes Gerät kenne ich, aber das ist doch recht "ausladend" und kostet ja auch nur schlappe 240 EUR.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: the_playstation am September 22, 2014, 12:08:14 Nachmittag
Hallo Peter.
Ich benötige ja auch ein Netzteil für mein Axioplan und habe mich für ein billiges 55 Euro Graupner 5-15V 20A Schaltnetzteil entschieden. Ich glaube nicht, daß man eine Spannung unter 5V benötigt. Ich kann ja berichten, wenn Ich Ich das Mikroskop + Netzteil ausprobiert habe. Wenn es mir zu laut ist, baue ich einen leiseren Lüfter ein.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 22, 2014, 12:58:09 Nachmittag
Hallo Jorrit,

und Du meinst, mit diesen kleinen Knöpfchen halbwegs komfortabel die Helligkeit während des Mikroskopierens und Umschaltens der Objektive regeln zu können  ???  ???
Mir sieht das fast so aus, als seien die Knöpfchen nur mit einem Schraubendreher zu betätigen.

Herzliche Grüße
Peter
 
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter Reil am September 22, 2014, 13:04:31 Nachmittag
Hallo Peter,

ganz deutlich: Ich weiß keine einfache Lösung dafür.

An meinen beiden Olympus BH2 Mikroskopen (BHS, BHT) habe ich eine CMOS-Kamera selbst ausprobiert. Es gelang mir nicht, die Streifen wegzubekommen. Deshalb bin ich auf die CANON Spiegelreflex umgestiegen, da fällt das kaum ins Auge. An den Bildern sieht man nichts.

Wenn schon die Beleuchtung umstellen, dann komplett auf LED. Aber der Umbau .....

Liebe Grüße
Peter R.
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Mikroman am September 22, 2014, 13:35:10 Nachmittag
Hallo Namensvetter,

ich nutze für diesen Zweck ein Gerät wie dieses: http://www.ebay.de/itm/Labornetzgerat-0-30V-20A-600W-Netzgerat-Trafo-Labornetzteil-Netzteil-regelbar-/151369998514?pt=Netzger%C3%A4te&hash=item233e5ae0b2

... und kann es empfehlen.

Gruß

Peter
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: the_playstation am September 22, 2014, 13:46:00 Nachmittag
Hallo Peter
Das Netzteil sieht doch super aus. :) Preis ist auch ok bei der Leistung.

Hallo Peter
Ich wollte das Poti durch ein großes Poti mit großem Knopf ersetzen. Das dürfte wirklich sehr einfach sein. Ich mache es ja sowiso auf. :)

Liebe Grüße an beide Peter. :)
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: the_playstation am September 22, 2014, 14:24:42 Nachmittag
Hallo Safari.
Hat die halbe Stromstärke. Dafür die doppelte Spannung. Kostet über 100 Euro mehr. Ist sicherlich ein chickes Gerät. Mir wäre die höhere Stromstärke lieber/wichtiger.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 22, 2014, 15:41:35 Nachmittag
Hallo,

nach, jetzt trudeln die guten Tips doch langsam ein... ;) Vielen Dank dafür.

@Peter3 (Reil): Ja, LED ist k(eine) Lösung. Bei der Beurteilung gefärbter Präparate ist mir (und den "Histologen") Halogen nach wie vor sympathischer.

Klar - für den Preis eines ordentlich dimensionierten Netzteils bekäme man fast schon eine gute komplette Selbstbau-LED-Lösung mit Netzteil (das muss ja nur 2 oder 3 A liefern).

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Johannes Kropiunig am September 22, 2014, 19:21:04 Nachmittag
Hallo Peter,

auch wenn ich mir fast sicher bin, dass diese Lösung für dich eher nicht in Frage kommen wird, möchte ich dennoch eine günstigere Variante vorschlagen. Bei meiner S/W Überwachungskamera hatte ich ja auch diese Streifen, welche ebenfalls durch ein ungeeignetes Netzteil verursacht wurden. Gelöst habe ich das so:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/157216_8557624.jpg) (http://s1116.photobucket.com/user/Googol1972/media/IMG_4160_zpse49c0343.jpg.html)

In der Kiste sitzt ein altes 400Watt PC-Netzteit vom Flohmarkt um 5€. Die 3,3 Volt eignen sich hervorragend um mal schnell eine LED zu betreiben/testen, die 5 Volt laden meinen Canon Speedlite Blitz in windeseile auf und die 12 Volt sind für die Kamera. Dies sind natürlich nur Beispiele, in Wirklichkeit versorgt dieses Ding weitaus mehr meiner kleinen Stromfresser. ;) Vor allem da auf einfache Weise, im Gegensatz zu einen günstige Labornetzgerätes, simultan verschiedene Spannungen abgenommen werden können, finde ich es unheimlich praktisch und möchte inzwischen nicht mehr darauf verzichten.

Eine Anleitung wie die Kabeln bei so einen ATX Netzteil belegt sind und wie es außerhalb eines PC zum Leben erweckt, gibt es z.B. hier:
http://www.pc-erfahrung.de/hardware/atx-netzteil.html

Viele Grüße,
Johannes

Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Carlos am September 23, 2014, 00:09:42 Vormittag
Hallo zusammen,
Bei meinen CMOS Okularkameras (Touptek, 3MB und Touptek 5MB) habe auch ich oft waagerechte, wandernde Bildstreifen, die mich sehr stören. Die Beiträge habe ich deshalb sorgfältig verfolgt.
Die Kameras sind über USB Kabel mit dem Computer verbunden und werden hierüber mit Strom versorgt. Als Beleuchtung (Ortholux) habe ich einen regelbaren Leitztrafo für das normale Leitz Lampenhaus mit einem 6V 5A Leuchtmittel.
Der unerwünschte Bildstreifen-Effekt tritt jedoch nur manchmal auf und ist unabhängig von der jeweils aufgenommenen  Leistung der Mikroskopleuchte. Meine Erklärung bisher war, dass die Streifen durch mangelhafte Stabilität des Stroms des USB Anschlusses  für die Versorgung der CMOS Kameras  verursacht werden.
Wie ich den hier eingestellten Beiträgen entnehme, soll die Ursache für die Streifen die mangelhafte „Glättung“ des Trafostroms des Leuchtmittels sein. Hier gebe ich jedoch zu bedenken, dass eine relativ massereiche „Niedervolt Glühwendel“ wohl kaum in der Lage ist, bei einer Frequenz von 50 Hertz in der Stromversorgung mit einer signifikanter Schwankung der Temperatur und damit des emittierten Lichtspektrums im 50 Hertz Rhythmus zu reagieren. Eine 12V 100W ( ca. 8,5 A) Halogenleuchte hat einen noch massereicheren  „Niedervolt Glühwendel“ und dürfte erst recht keine Schwankungen im emittierten Lichtspektrum aufweisen.
Habe ich hier was falsch verstanden? Geht es um andere Leuchtmittel ?
   
Mit verwirrtem Gruß
Rainer bzw.Carlos       
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: NorbertH am September 23, 2014, 07:40:03 Vormittag
Hallo

Diese Netzgeräte sind ja enorm groß.
Ich habe mein Jenaval Mikroskop das ich seit einem Monat habe bei einem
Herrn der mir empfohlen wurde gekauft und da war schon Kamera dabei mit einem kleinen Netzgerät daneben
für die Led Beleuchtung. Die Led hat 20 Watt. und da sind keine Linien und Streifen zu sehen und die Bilder sind klar.
Ich glaube ich habe da ein gutes Schnäppchen gemacht, weil ich ja eigentlich immer zu wenig Platz am Tisch habe.
Und der Phasenkontrast da geht sehr gut.
Ich werde am Wochenende da mal ein Bild einstellen versuchen.

glg
Norbert


Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 23, 2014, 08:21:16 Vormittag
Hallo Carlos,

das dachte ich früher auch: Wie kann sich eine 50Hz-Frequenz bei einer glühenden Wendel bemerkbar machen, die doch eigentlich sehr träge reagieren müsste  ???  ??? Offenbar ist es aber so, denn (auch für mich zunächst unverständlich) haben ja viele Mikroskpiker dieses Problem durch Anschaffung eines stabilisierten Gleichspannungsnetzteils lösen können. Es liegt also offenbar nicht am USB-Anschluss. Nun besteht noch die Möglichkeit, dass die Interferenzen überhaupt nicht durch das Leuchtmittel selbst verursacht werden, sondern beispielsweise durch Einstreuung in das USB-Kabel oder die Kamera, wobei die Ursache elekromagnetische Störungen des Netzteils sein könnten. Das habe ich aber gerade durch folgenden Versuch ausgeschlossen: ToupTek 5 MP-Kamera am Orthoplan mit Wild-Netzteil, Leuchtenspannung um 10 V, wobei die Leuchte nicht ans Mikroskop angeschlossen, sondern ca. 15 cm davon entfernt platziert wird. Ergebnis: Streifen. Nun Abdecken der Halogenleuchte und Beleuchtung mit einer LED-Taschenlampe, wobei Trafo und Leuchte unverändert weiter betrieben werden. Ergebnis: Keine Streifen!  Wären die Streifen durch eine Einstreuung verursacht, müssten sie bei laufendem Trafo für die Halogenleuchte weiterhin nachweisbar sein, auch, wenn ich gleichzeitig nur mit der LED beleuchte. Um die letzte Möglichkeit auszuschließen, nämlich, dass die Streifen zwar einstreuungsbedingt sind, aber nur bei bestimmten Belichtungszeiten und Framerates der Kamera auftreten, habe ich durch Bewegung der Taschenlampe verschiedene Lichtintensitäten erzeugt. Ich konnte in keinem Fall Streifen nachweisen.
Ich gehe also weiterhin, auch, wenn es mir immer noch nicht "ein(sic!)leuchtet", davon aus, dass tatsächlich Helligkeitsschwankungen des Leuchtmittels für die streifenerezugenden Interferenzen verantwortlich sind.
Durch ein stabilisiertes Netzteil (das leider nur 6 A liefert) konnte ich dann auch ein streifenfreies Bild mit der Halogenleuchte erzeugen.
Unabhängig davon ist aber meine Erfahrung mit verschiedenen USB-Kameras, dass auch bei Verwendung der Wechselspannungstrafos die Streifen zumeist bei höheren Helligkeiten auftreten. Im niedrigen Spannungsbereich sind sie meist nicht vorhanden, was ebenfalls verschiedene Ursachen haben kann. Allerdings kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen, dass bei geringerer Helligkeit (niedriger Spannung) die Helligkeitsschwankungen der Leuchte selbst geringer sind als bei höherer Spannung. Nachweisen kann ich das aber rmit meinen Mitteln nicht.
Ich ziehe insgesamt für mich folgendes Fazit: Die Streifen werden direkt durch Interferenzen der Kamera mit den Helligkeitsschwankungen der Halogenleuchte erzeugt (und nicht durch den USB-Anschluss oder eine elektromagnetische Einstreuung in das Kabel oder die Kamera) und treten nur bei bestimmten Belichtungszeiten auf.

@Florian (falls er mitliest): Da Du doch statisch arbeitest, musst Du doch bei Anfertigung eines Bildes nicht gleichzeitig durch die Okulare beobachten. Hast Du mal überlegt ob es nicht reicht, für ein Foto einfach die Helligkeit weit herunter zu regeln? Oder hast Du die Streifen bei jeder Leuchtenhelligkeit?

Herzliche Grüße
Peter


Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Bernhard Lebeda am September 23, 2014, 10:19:02 Vormittag
Hallo Carlos und Peter

das ist eine interessante ( für mich auch etwas ernüchternde) Diskussion. Als altes Spielkind hab ich mir nämlich vor einigen Wochen auch so eine Touptek Kamera angeschafft. Nachdem der Schaum vor dem Mund wieder etwas eingetrocknet war (ich hab über eine Stunde gebraucht, um die dämlichen Kameratreiber zu installieren!), gelangen eigentlich ganz brauchbare Testbilder. Einige Tage später gab es ein Mix aus gestreiften und ungestreiften Bildern. Woran es jeweils lag, hab ich nicht eruieren können, aber immerhin bestätigt sich für mich Carlos`Erfahrung, daß die Streifen nicht IMMER auftreten. Überhaupt bin ich da etwas irritiert: diese CCD oder CMOS Kameras sind doch, über viele (bis in hohe) Preisklassen verteilt, offensichtlich sehr verbreitet. Werden die alle erst mit Hightec-superduper-frequenzstabilisierten-geheimdiensttauglichen-kostenmehralsdiekamera-neutrinosonnenwindgeschützten Powernetzteilen brauchbar?


Ähem...hüstel...räusper...und wenn man die Streifen einfach wie in seeligen Coolpixringzeiten als Flatfield abzöge...?? (man wird doch noch laut denken dürfen  ;D)

Viele ungestreifte Mikrogrüße

Bernhard
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Bernhard Lebeda am September 23, 2014, 10:31:53 Vormittag
Hallo Bernhard,

wenn die Streifen nur / hauptsächlich bei den Touptek Kameras auftreten deutet das auf EMV Probleme hin. Kannst Du die Kamera mal EMV technisch etwas abschirmen?



..bedenke doch, daß ich in Physik immer eingeschlafen bin, was aber am Lehrer und nicht am sicher interessanten Stoff lag  ;)

Soll ich da jetzt einen Faradayschen Käfig basteln? Aber in dieser Hinsicht werde ich sicher noch etwas pröbeln. So lagen z.b. das Notebook samt der Kabel quasi direkt auf einer Mehrfachsteckdose. Das könnte dann wohl mit Deiner EMV (was wär ich ohne google!) zu tun haben, danke für die Anregung!

LG Bernhard
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Christian Linkenheld am September 23, 2014, 10:45:47 Vormittag
Hallo,

die typischen Streifen stammen definitiv von den Helligkeitsschwankungen der Halogenlampe - zumindest ist mir bislang noch kein anderer Fall untergekommen.
Man kann die Streifen unterdrücken, indem man auf 1/50 oder 1/100 Sekunde als Belichtungszeit ausweicht.

viele Grüße

Christian
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 23, 2014, 11:11:36 Vormittag
Hallo,

nächster Versuch:

Leica DMLB mit 100 Watt-Halogenleuchte. Moticam 2300.

1) Betrieb der Leuchte über das eingebaute Netzteil des Leica DMLB: Keine Streifen, niemals, bei keine Helligkeit.
2) Betrieb der gleichen Leuchte über ein externes Leitz-Netzteil: Heftigste Streifenbildung.

Was lernt uns das?  ;)

1) Die Streifen treten nicht nur bei den Billigheimern wie der ToupTek auf, sondern genau so auch bei der erheblich teureren Moticam!
2) EMV als Ursache habe ich ja bereits durch meinen Vorversuch am Orthoplan ausgeschlossen.

Nun müsste ich mal eruieren, welche Spannung das interne Netzteil des DMLB liefert (vermutlich eine geglättete Gleichspannung).

Christian klare Aussage wurde ja auch schon vielen anderen Anwendern (Holger Adelmann, Ronald) bestätigt.

@Bernhard: On das Netzteil

Zitat
Hightec-superduper-frequenzstabilisierten-geheimdiensttauglichen-kostenmehralsdiekamera-neutrinosonnenwindgeschützt

sein muss, sei mal dahingestellt. Ich denke, dass auch ein preiswertes (wenn man 120 EUR als preiswert bezeichnet) Netzteil ausreicht. Hat man keine 100-W-Funzel, geht es noch preiswerter.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Bernhard Lebeda am September 23, 2014, 11:22:26 Vormittag

Leica DMLB mit 100 Watt-Halogenleuchte. Moticam 2300.

1) Betrieb der Leuchte über das eingebaute Netzteil des Leica DMLB: Keine Streifen, niemals, bei keine Helligkeit.
2) Betrieb der gleichen Leuchte über ein externes Leitz-Netzteil: Heftigste Streifenbildung.




Hallo Peter

das wär meine nächste Frage gewesen: ich habe kein externes Netzteil, alles über eingebautes Netzteil: Streifen bei jeder Helligkeit.

Muss jetzt zur Arbeit, heute abend werde ich nochmal ausgiebig pröbeln.

LG Bernhard
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: the_playstation am September 23, 2014, 13:16:44 Nachmittag
Hallo
Ich sehe es wie Christian. Die Streifen können nur durch die Beleuchtung, eventuell in Zusammenhang mit dem Ausleseverfahren des CCDs zusammenhängen. Das "Herausschieben" der Daten über die CCD Oberfläche ist z.T. recht unterschiedlich gelöst. Ein stabilisiertes Netzteil muß aber weder groß, schwer noch teuer sein. Entscheidend ist das Prinzip, das Schaltungskonzept und die verbauten Bauteilkomponenten. Schaltnetzteile haben den Vorteil, daß Sie mit wesentlich höheren Frequenzen arbeiten. Siebelkos müssen daher wesentlich kürzere Zeiträume überbrücken. Eine Glühwendel kann durch ihre Trägheit z.B. bei 150kHz-500kHz auch kaum abkühlen. Ferritfaserkern-Trafos können z.T. im MHz Bereich betrieben werden und sind geradezu winzig. Daher sehe Ich die Aufgabe völlig unproblematisch. Ein kleines, ca. 0,5 bis 1kg schweres Schaltnetzteil mit variabler Spannung für ca. 50 Euro reicht völlig. Leider sind manche Lüfter recht laut. Die kann man aber problemlos gegen leisere austauschen.

Störungen durch Einstreuungen im USB Kabel könnten nur digitale Störungen hervorrufen. Z.B. Artefakte oder harte Störstreifen. Keine weich übergehenden ("analogen") Störstreifen.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: wilfried48 am September 23, 2014, 13:29:05 Nachmittag
...Allerdings kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen, dass bei geringerer Helligkeit (niedriger Spannung) die Helligkeitsschwankungen der Leuchte selbst geringer sind als bei höherer Spannung.
...

Hallo Peter,
doch genau so ist es.

Bei geringerer Helligkeit ist die Temperatur der Wendel geringer als bei grosser Helligkeit. Die bei 50 Hz in den Spannungspausen von 20ms abgestrahlte Wärmeleistung hängt aber mit der vierten Potenz von der Temperatur ab. Bei grosser Helligkeit (Temperatur) wird also in diesen Spannungspausen mehr Wärmeleistung abgestrahlt, so dass die Helligkeitschwankungen der Glühwendel grösser sind.

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 23, 2014, 13:43:12 Nachmittag
Lieber Bernhard,

Zitat
das wär meine nächste Frage gewesen: ich habe kein externes Netzteil, alles über eingebautes Netzteil: Streifen bei jeder Helligkeit.

ich denke, dass Deine Laborluxe, die ja deutlich älter sind als das DMLB, noch einfachere Netzteile eingebaut haben. Zur Zeit der Laborluxe hab es ja noch keine USB-Kameras (noch nicht einmal USB gab es  ;)).

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 23, 2014, 14:03:19 Nachmittag
Lieber Wilfried,

ich wusste es immer schon: Ein Leben ohne Physiker ist möglich - aber sinnlos! Danke für Deine physikalisch-mathematische Erklärung, die doch konträr meiner intuitiven Einschätzung ist.
Siehst Du - wir nähern uns der endgültigen Klärung der Problematik immer weiter. Jetzt ist mir auch klar, wieso das Problem nur bei höheren Stromflüssen in der Wendel auftritt.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Bernhard Lebeda am September 23, 2014, 17:07:56 Nachmittag

ich denke, dass Deine Laborluxe, die ja deutlich älter sind als das DMLB, noch einfachere Netzteile eingebaut haben. Zur Zeit der Laborluxe hab es ja noch keine USB-Kameras (noch nicht einmal USB gab es  ;)).


...genau, und ich hatte noch volles Haupthaar  ;D

Hab gerade 4 Testschüsse gemacht: 4 mal streifenfrei, Sidolin wirkt doch manchmal Wunder ;)

Ich denke mal es kommt darauf an wie der Sonnenwind steht oder ob es auf der Venus einen Wasserstoffsturm gibt...oder ach ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich froh meinem Laborlux nicht in die Elektrik greifen und meinen eh viel zu kleinen Arbeitsplatz mit abgefahrenen Nerdnetzteilen zumüllen zu müssen.  ::)


Viele Mikrogrüße

Bernhard
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Bernhard Lebeda am September 23, 2014, 17:21:32 Nachmittag
...kleiner Nachtrag:

ich lese gerade (wegen einer anderen Frage) im neuen Buch "Optische Mikroskopie" von Jörg Haus auf S. 80 im Kasten:

" Ein immer wieder zu beobachtender Effekt sind im Livebild der Kamera auftretende, beinahe horizontale Bildstreifen. Sie werden durch eine als Schwebung bezeichnete Überlagerung der Zeilenfrequenz und eingestreuten, nicht ausreichend gedämften Netzschwingungen erzeugt. Sie können entweder durch zusätzliche Klappferrite auf den Signalkabeln oder auch durch Verringerung der Lampenintensität und sorgfältige Softwareeinstellung von Bildwiederholungsrate und, falls verfügbar, Pixeltakt eliminiert werden."

Mit wessen Aussagen in dieser Diskussion deckt sich dieses Zitat denn nun? Klingt für mich doch eher nach EMV und Faraday  ???

Kopfkratzende Grüße

Bernhard
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: reblaus am September 23, 2014, 17:58:39 Nachmittag
Hallo -

das gilt nicht für die alte Stromversorgung einer Glühlampe mit 50 Hz Wechselstrom aus einem Transformator. Wir haben hier eine nahezu saubere Sinusspannung, welche die oben eingehend analysierten Effekte produziert. Aber in der Nachbarschaft arbeiten billige elektronische (Stecker)netzgeräte von Computern o.ä., die meist kleine elektromagnetische Schweinereien produzieren und in die Gegend streuen. Diese kann man zwar mit den hier beschriebenen Maßnahmen beseitigen - die  100 Hz-Welligkeit der Lampe aber nicht.

Viele Grüße

Rolf


Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Carlos am September 23, 2014, 19:51:54 Nachmittag
Hallo Zusammen,
Ein kleiner Nachtrag zu meinem Beitrag:
Wenn es darum geht, einen möglichst gleichbleibenden Gleichstrom ohne Strom- und Spannungsschwingungen  für eine leistungsstarke (selbst >100 W) Niedervolt Glühwendelleuchte (6V, 12 V oder 24 V) zu erhalten,  gibt es eine einfache Lösung: Fahrzeugbatterie und Ladegerät. Für eine  100 Watt Halogenleuchte reicht eine kleine Motorradbatterie und ein kleines Ladegerät. Selbst im Ladevorgang kommen bei der Halogenleuchte praktisch keine Strom- und Spannungsschwankungen wegen des sehr niedrigen, elektrischen Widerstandes der Batterie an. Um eventuelle Überlagerungsschwingungen des Ladegerätes auszuschließen, kann man das Ladegerät während de Betriebes abschalten. Eine normale 12 V Autobatterie mit ca. 60 Ah könnte die 12V, 100 W Halogenleuchte ca. 8 Stunden ohne Ladevorgang betreiben. Zu den Anschaffungskosten: Ladegerät und Autobatterie dürften zusammen knapp 100€ kosten.

Ich befürchte, das damit das Problem der störender, wandernder Streifen im Monitorbild nicht sicher beseitigt werden kann. Für mich sind die störenden Linien ähnlich denen, die in alten Fernsehbildröhren oft auftraten. Hier waren es Überlagerungen von Wellen ähnlicher Frequenz mit der Zeilenfrequenz die zu „Schwebungen“ im Bild führten. Das von Bernhard Lebeda angeführte Zitat weist in diese Richtung.
Das Phänomen der wandernden Linien wird in IN auch bei der „live View“ Funktion von Digitalkameras diskutiert.
Zeigen eigentlich  die mit der CMOS Kamera geschossenen Bilder auch die Streifen? Ich hab das noch nicht geprüft.

Mit freundlichen Grüßen
Rainer bzw. Carlos
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Werner am September 23, 2014, 21:59:57 Nachmittag
Vorsicht mit Autobatterie!   -   12 V sind nicht gleich 12 V !

Ein Bleiakku am Ladegerät hat knapp unter 14 V, ein vollgeladener in Ruhe 12,8 V - alles bei 20 °C.
Die 12-V-Autobirnen sind für 14,irgendwas V dimensioniert.
Eine 12-V-Halogenlampe ist für 12 V, für eine annehmbare Lebensdauer der Birne liefert der Trafo aber auch nur 11,5 V.
Diese Lampe an einer Autobatterie brennt sehr hell, aber auch schnell durch.

Eine Helligkeitssteuerung wäre nur mit einem kräftigen Vorwiderstand (Schleifdraht) möglich.

Daß ein Akku ein traumhaft großer Kondensator ist, stimmt: 1 Ah entspricht 3600 As = 3600000 µF x V.
NiCd-Knopfzellen wurden früher auch in einigen Batterieröhren-Radios zum Entbrummen bei Netzbetrieb verwendet.

Gruß   -   Werner

Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Carlos am September 24, 2014, 11:27:55 Vormittag
Hallo Werner,
„Bange machen gilt nicht.“ Die Spannung am unbelasteten 12V Ladegerät für eine 12V Autobatterie  ist selbstverständlich höher als die Spannung  der zu ladenden Batterie. Sie liegt, wie angegeben bei ca. 14 V.  Sonst könnte es die Batterie nicht laden. Eine unbelastete, voll geladene 12 V Batterie hat auch, wie angegeben, eine höhere Spannung als 12 V. Aber ...

Für das Durchbrennen einer Glühwendel ist der durchfließende Strom entscheidend und nicht die vor Zuschaltung der Glühwendel gemessene Spannung des Stromaggregats.

Der Ladestrom eines üblichen Ladegerätes ist begrenzt. Mein relativ starkes 12V Ladegerät verträgt in Ladezustand  max. 6 A und ist mit 7,5 A Sicherungen abgesichert. Eine  12V 100 W Halogenleuchte benötigt für die 100 Watt Leistung jedoch mehr als 8 A. An das Ladegerät angeschlossen würde die Sicherung durchbrennen und nicht die Halogenleuchte.

Abhängig von abgenommenen Strom sinkt die Spannung zwischen den Polen einer belasteten Batterie. (Beim Zuschalten des Anlassers z.B. sinkt die Spannung einer 12V Autobatterie auf wenige Volt und steigt nach Abschalten wieder auf ca. 12 V.)

Eine vollgeladene, 12 V 60 Ah Autobatterie hat bei Abnahme eines Stroms von 8 A weniger als 12V Spannung zwischen + und – Pol. Das verträgt die Halogenleuchte ohne „durchzubrennen“ 

Fazit: Selbst mit zugeschaltetem Ladegerät besteht die Gefahr des „Durchbrennens“ der Halogenleuchte nicht.

 Nichts für Ungut
Grüße  Rainer bzw. Carlos
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: reblaus am September 24, 2014, 11:50:09 Vormittag
Hallo -

zwar habe ich früher auch mal ein Mikroskop-Photometer aus den angegebenen Gründen mit einer LKW-Batterie betrieben und ich könnte sogar noch einen 100W-Rheostaten mit Asbesthandschuhen zum Dimmen zur Verfügung stellen  aber -

unterdessen ist in diesem Zwirn die ursprüngliche Frage wohl in Vergessenheit geraten:

Die Stromversorgung sollte, klein, regelbar und nicht zu teuer und zu laut sein, die bekannte eierlegende usw.

Viele Grüße

Rolf
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 24, 2014, 12:15:15 Nachmittag
Lieber Rolf,

Zitat
Die Stromversorgung sollte, klein, regelbar und nicht zu teuer und zu laut sein, die bekannte eierlegende usw.

So ist es! Danke!

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: smashIt am September 24, 2014, 13:07:58 Nachmittag
" Ein immer wieder zu beobachtender Effekt sind im Livebild der Kamera auftretende, beinahe horizontale Bildstreifen. Sie werden durch eine als Schwebung bezeichnete Überlagerung der Zeilenfrequenz und eingestreuten, nicht ausreichend gedämften Netzschwingungen erzeugt. Sie können entweder durch zusätzliche Klappferrite auf den Signalkabeln oder auch durch Verringerung der Lampenintensität und sorgfältige Softwareeinstellung von Bildwiederholungsrate und, falls verfügbar, Pixeltakt eliminiert werden."

die erklärung muss aber noch aus der analogen ära stammen

bei den digitalen heist das zauberwort rolling-shutter (im gegensatz zum global-shutter)
und da hilft kein ferrit der welt dagegen (ausser er is mindestens 5kg schwer und aus versehen auf die kamera gefallen)
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Werner am September 24, 2014, 13:49:47 Nachmittag
Hallo Rainer!

Wenn Dein Akku schon bei 8 A Belastung unter 12 V absackt, ist er aber kaputt (zu hoher Innenwiderstand).
Ein Anlasser braucht > 100 A.

Gruß   -   Werner
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: the_playstation am September 24, 2014, 13:54:20 Nachmittag
Hallo Carlos.

Der Innenwiderstand einer Autobatterie ist nicht so gut, wie viele denken. Sieht man auch schnell beim Anlassen des Motors. Hier geht die Batterie gnadenlos in die Knie. Besser sind 4000-40000 F Superkondensatoren oder 1-2 F Auto-Hifi-Kondensatoren. Habe meinen Eltern welche eingebaut. Seitdem geht die Autospannung beim Anlassen selbst im Winter nur noch um ein paar Millivolt in die Knie. ;D

Für Peter und Florian empfiehlt sich trotzdem ein regelbares Schaltnetzteil. Mit 50-150 Euro auch nicht teurer als eine nichtregelbare, große, schwere Autobatterie mit zusätzlichem, grob geglätteten Netzteil.

Mein 50 Euro Netzteil ist heute angekommen. Und am Samstag wird es dann mit meinem neuen Mikroskop ausgetestet.

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 24, 2014, 14:48:04 Nachmittag
Hallo,

nochmal back to the roots, falls es gestattet ist  ;)

Es schwelte immer noch die weitestgehend, aber nicht endgültig gelöste Frage "EMV oder Helligkeitsschwankungen"? ich habe daher heute nochmal Folgendes probiert:

Leica DMLB, 100W-Halogenleuchte statt mit interner Stromversorgung mit einem externen Leitz-Trafo betrieben. Moticam 2300, manuelle Belichtung. Absichtliche Defokussierung, da man so evtl. Streifen sogar besser erkennt. Ergebnis: heftigste Streifenbildung.

Dann Belassen der gesamten Situation, aber Abdecken des Lichtaustritts mit einer Pappe und Beleuchtung mit einer LED-Taschenlampe, ohne dabei die Belichtungsparameter der Kamera zu ändern. Ergebnis: Keine Streifen!

Es liegt also nach meinem Dafürhalten SICHER (wie auch schon von Christian formuliert) an den 100Hz-Schwingungen der Helligkeit und nicht an einer EMV.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/157319_62060539.jpg) (http://s260.photobucket.com/user/liebelken/media/liebelken008/Motic1_zpsd7d1d197.jpg.html)


(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/157319_14538577.jpg) (http://s260.photobucket.com/user/liebelken/media/liebelken008/Moticam_zpse32db62e.jpg.html)

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: reblaus am September 24, 2014, 14:53:46 Nachmittag
Lieber Peter -

das müsste eine Belichtungszeit von ca 1/10 sec gewesen sein?

Fragender Gruß

Rolf
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: the_playstation am September 24, 2014, 14:58:00 Nachmittag
Hallo Peter.
Das hatte ich ja schon prognostiziert. Man erkennt die Ursache in der Regel im Bildfehler selbst. Die Übertragung von der Kamera über das USB Kabel ist ja digital. D.h. die Fehler im Bild müßten dann auch digital und scharf abgegrenzt sein (Artefakte, scharfe, dünne Linien, farbige Strich- oder Pixel-Fehler. Da Sie aber eher analog (und weich) sind, war die Diagnose (Lichtquelle) naheliegend.

Ergo. Besorge Dir ein "anständiges", stabilisiertes Netzteil. ;) :) Und benutze nicht mehr das "Unanständige".

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: Peter V. am September 24, 2014, 15:04:41 Nachmittag
Lieber Rolf,

das ist der genialen Software der Moticam leider nicht zu entnehmen. Es gibt die Funktion "Auto" und die manuelle Einstellung, die aber nur dimensionslose Werte von 0 - 2000 anzeigt bzw. deren Einstellung ermöglicht.  Ich habe das erste Bild mit der automatischen Belichtung aufgenommen und dann die Auto-Funktion deaktiviert, womit gewährleistet war, dass die Belichtungsparameter nicht mehr verändert werden. Dann habe ich behelfsmäßig mit einer LED von schräg unten beleuchtet.

Auch bei diesem Versuch ließen sich bei der Halogenleuchte folgende (bereits bekannte) Phänomene beobachten:

1) Bei sehr niedriger Spannung keine Streifen.

2) Bei auftretenden Streifen bei höherer Lampenspannung waren diese nach Art und Frequenz konstant, auch bei sukzessiver Erhöhung der Lampenspannung und enstprechender Anpassung der Belichtung  durch die Autofunktion der Kamera

3) Bei konstanter Lampenspannung ebesso keine Änderung des Streifenmusters, wenn die Emfindlichkeit der Kamera manuell erhöht oder erniedrigt wurde.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: treinisch am September 24, 2014, 16:09:26 Nachmittag
Hallo Peter,

immer wieder faszinierend, wie absurd hier manchmal die Fäden abdriften :-)
(Ich weiß, ich habe auch schon oft genug mitgemacht)

Zwei Anmerkungen von mir:

1. Die Idee das alte Netzteil weiter zu benutzen würde ich fahren lassen. Die Behauptung mit einem Gleichrichter und einem Kondensator sei es getan, ob mit oder ohne Anschlag, ist – meines Erachtens – sehr grenzwertig. Schon bei einer Glättung auf 10% würdest du vermutlich kurz unter 1 F brauchen für die 100 W, bei niedriger Helligkeit kannst Du dann erstmal dem Hasen beim Eierpinseln zusehen, bevor Deine Lampe auf den Drehknopf reagiert. Falls der Leitz Trafo überhaupt mehr als ein Dutzend Einschaltvorgänge überleben würde (wegen des Ladestromes).

Da müsste in jedem Fall eine etwas aufwändigere Schaltung ran. Und auch wenn natürlich praktisch jeder hier so eine Schaltung aus dem Handgelenk hinwerfen kann, wer weiß, wie die Lieferzeiten wären, und ob dann auch alles funktioniert, ohne, dass die Bude abfackelt oder dir nach versehentlichem zu weit drehen der Rauch aus den Ohren quillt.
Wobei der geregelte Regler ja durchaus linear sein könnte, weil die Eingangsspannung ja mit der Ausgangsspannung wandert.

2. Ein gut stabilisiertes, billiges 100 W Netzteil mit großem Drehregler und ohne Lüfter gibt es bestimmt. Aber vermutlich wird man es nicht finden.
Wie groß darf es denn sein? Und bei welchem Betrag liegt die Schmerzgrenze?

Viele liebe Grüße

 Timm
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: reblaus am September 24, 2014, 16:24:25 Nachmittag
Lieber Peter -

in meiner Naivität habe ich nicht beachtet, dass hier eine Mikroskopkamera verwendet wurde und keine mit Verschlussvorhang. Da man nicht weiß wie hier die Belichtungsregelung und das Auslesen der Pixel funktioniert braucht man nicht zu spekulieren. Höchstens, dass bei schwacher Spannung die tatsächliche Belichtungszeit vor dem Lesen so lang ist, dass sich die Helligkeitsschwankungen ausgleichen.

Viele Grüße

Rolf
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: liftboy am September 24, 2014, 17:52:11 Nachmittag
Hallo Rolf,

aha!
Daher also.
Bei mir ein ähnliches Problem bei kleineren Objektiven und vollem Licht.
Sobald ich die Helligkeit zurücknehme regelt die Kamera nach und die Streifen verschwinden.

Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: the_playstation am September 24, 2014, 19:50:47 Nachmittag
Hallo Timm.

Schöne Bemerkung mit dem Einschaltstrom, der Kapazität, ... Obwohl.  ;D Es gibt ja noch Schottkydioden, Heißleiter, um den Einschaltstrom zu verringern und Nulldurchgangs-Relais. ;)

Ich habe noch ein traditionelles Netzteil mit schwerem Trafo und einer Reihe von großen Leistungstransistoren auf einem noch größeren Kühlkörper. :D
Die Dinger sind halt groß und sehr schwer. Man kann es gerade noch tragen. Ich habe heute mein 55 Euro Billig-Schaltnetzteil ausprobiert. Es funktioniert perfekt. nur der etwas laute Lüfter ist störend. Es ist leicht und recht klein. Meiner Meinung kommt man bei regelbaren 100-200 Watt Netzteilen nicht um ein Schaltnetzteil herum. Entweder günstig mit kleinen Einschränkungen (kleine Drehknöpfe) oder teurer mit ergonomischeren Drehknöpfen.

Ich werde mein Netzteil noch etwas modifizieren:
1.) Leiserer Lüfter + größere Kühlkörper
2.) bessere Ergonomie
3.) Größerer Spannungsregelbereich

Peter. Gib dir einen Ruck und wähle ein gutes, stabilisiertes, regelbares Schaltnetzteil. :)

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: Streifen in CMOS-Kamera durch Originaletzteil - welches Netzteil wird benötigt?
Beitrag von: treinisch am September 24, 2014, 20:09:37 Nachmittag
Hallo,


Peter. Gib dir einen Ruck und wähle ein gutes, stabilisiertes, regelbares Schaltnetzteil. :)


oder ein DIN A4 großes Statron mit 10 kg und großem Knopf für 80 € (im Moment auf Ebay :-))

Viele Grüße

 Timm