Mikro-Forum

Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: A_Wedemeyer am Dezember 02, 2015, 15:18:24 Nachmittag

Titel: (Normarski-)DIK einmessen?
Beitrag von: A_Wedemeyer am Dezember 02, 2015, 15:18:24 Nachmittag
Hallo,

gibt es eine (im Hobbybereich durchführbare) Möglichkeit, die "Passung" von DIK-Einrichtungen zu messen?
(also die Frage "passt dieses Prisma zu jenem Objektiv bei Verwendung dieses DIK-Kondensors" objektiv zu beurteilen)
In einem anderen Thread wurde kürzlich über die Beurteilung dieser Frage anhand von Beispielbildern, welche mit der entsprechenden Kombination aufgenomen wurden, diskutiert - dies erschien mir aber sehr subjektiv.

Im Web habe ich folgendes gefunden, was prinzipiell in die gesuchte Richtung geht:  http://www.olympusmicro.com/primer/techniques/dic/dicconfiguration.html
Diese Anleitung geht aber davon aus, dass die Komponenten prinzipiell zueinander passen, was ja gerade zu prüfen ist...

Viele Grüße in die Runde
Axel
Titel: Re: (Normarski-)DIK einmessen?
Beitrag von: JB am Dezember 02, 2015, 18:11:33 Nachmittag
Hallo Axel,

Systematisches (!) Ausprobieren ist die einfachste Option. Bei genuegender Auswahl von Schiebern, Objektiven und Prismen findet sich fast immer eine Kombination, die halbwegs funktioniert. Den einen richtigen DIC gibt es nicht, weil die differentielle Bildaufspaltung durchaus unterschiedlich gross sein kann, je nach Objekt. Kontrastreiche Objekte brauchen eine kleine Aufspaltung, kontrastarme vertragen eine groessere.

Prinzipiell muessen Sie zwei Bedingungen erfuellen:
a) Eintrittsebene des Objektivprismas (liegt virtuell vor den Prisma) muss mit der Austrittspupille des Objektiv (Lage ist meist unbekannt; nur wenige Hersteller geben diese an; bei einigen ist sie zwischen verschiedenen Objektiven abgeglichen) uebereinstimmen
b) die Bildaufspaltung in der Objektebene (nicht so kritisch; viele Hersteller verwenden nur ein Prisma und decken damit alle Vergroesserungen ab); den kann man messen, so wie hier: https://books.google.co.uk/books?id=Kao8xEsn7lMC&pg=PA26&lpg=PA26&dq=DIC+shear+angle+olympus&source=bl&ots=c-u4-ZgBFH&sig=DXC5UHYPHcOM0aqRSMR-6YrgFCU&hl=en&sa=X&ved=0ahUKEwjB2eGXxb3JAhUDrD4KHYzWD2oQ6AEIPzAG#v=onepage&q=DIC%20shear%20angle%20olympus&f=false

Um dann auch noch einen homogenen Hintergrund zu erhalten, muss
c) das Ausgleichsprisma (Kondensor) dazu passen

Soweit ich das sehe, ist "a" am schwierigsten zu erfuellen. DIC-Einrichtungen, bei denen sich das objektivseitige Prisma vertikal verschieben laesst (PZO!), sind besonders flexibel.

Beste Gruesse,

Jon
Titel: Re: (Normarski-)DIK einmessen?
Beitrag von: Stuessi am Dezember 03, 2015, 18:52:09 Nachmittag
...In einem anderen Thread wurde kürzlich über die Beurteilung dieser Frage anhand von Beispielbildern, welche mit der entsprechenden Kombination aufgenomen wurden, diskutiert - dies erschien mir aber sehr subjektiv....

Hallo Axel,

wo finde ich diese Diskussion?

Dieses Thema interessiert mich, da ich zur Zeit versuche für Durchlicht DIC  Auflicht-DIK-Objektive einzusetzen.

Gruß,
Rolf
Titel: Re: (Normarski-)DIK einmessen?
Beitrag von: A_Wedemeyer am Dezember 04, 2015, 14:11:47 Nachmittag
Hallo Rolf,

beispielsweise hier: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=24412.msg182002#msg182002

Viele Grüße

Axel
Titel: Re: (Normarski-)DIK einmessen?
Beitrag von: wilfried48 am Dezember 04, 2015, 17:34:04 Nachmittag

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Dieses Thema interessiert mich, da ich zur Zeit versuche für Durchlicht DIC  Auflicht-DIK-Objektive einzusetzen.
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Hallo Rolf,

kennst du schon den Artikel von Neubert im Mikrokosmos von 1983 Seite 301 über den Selbstbau einer DIK Einrichtung ?

http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/Mikrokosmos_72_0001.pdf

Ich hatte das früher mal mit den Epiplan POL Auflichtobjektiven von Zeiss (die ja viel billiger zu haben sind als der Durchlicht DIK) an einem Zeiss Junior mit einer Spaltblende im Kondensor nachvollzogen. Das Problem ist die fehlende Deckglaskorrektur dieser Auflichtobjektive, da DIK ja eigentlich erst bei höheren Vergrösserungen richtig interessant wird, wo die Deckglaskorrektur wichtig ist.
Aber bis zum 16x DIC Epiplan ging das gut. In einer Richtung ist die Auflösung beim Kondensor mit Spaltblende natürlich eingeschränkt.

viele Grüsse
Wilfried



Titel: Re: (Normarski-)DIK einmessen?
Beitrag von: Stuessi am Dezember 07, 2015, 15:18:38 Nachmittag
Hallo Wilfried,

danke für den Hinweis.

Ich experimentiere mit Kombinationen von Auflicht-Objektiven mit Wollaston-Prismen.
Die einen als Kondensor, die anderen zum Abbilden.

Herzliche Grüße,
Rolf