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Bibliothek => Mikro-Know-How => Thema gestartet von: Eckhard F. H. Nowack am Juni 25, 2018, 09:56:19 Vormittag

Titel: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Eckhard F. H. Nowack am Juni 25, 2018, 09:56:19 Vormittag
Hallo Phomi-Kenner,
in der Stellung "Ph" ist das Lichtbündel im Optovar nicht in der Mitte (zu tief). Nach meiner Erkenntnis kommt als Ursache nur das Optovar selbst infrage, alle anderen Zwischenelemente sind entfernt worden. Die Position der Lichtquelle (handgeführte Taschenlampe) spielt dabei auch keine Rolle. Kennt jemand die Ursache und weiß, wie dem abzuhelfen ist?
Gruß - EFH
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Jürgen Boschert am Juni 25, 2018, 10:24:26 Vormittag
Hallo Eckard,

Zitat
... , alle anderen Zwischenelemente sind entfernt worden. ...

Mir ist nicht ganz klar, was damit gemeint ist.

Ist an dem Phomi, insbesondere an dem Teil mit dem Optovar herumgeschrubt worden ?

Ein hilfreicher Test: Beutze einen geraden Tubus auf dem oberen Kameraport und ziehe den Prismenschieber ganz heraus (Stellung 100 % gerade durech nach oben). Ist das beim Durchblick durch den geraden Tubus dann auch so ? ... ich weiß, man braucht fast ´ne Leiter  ;D


Gruß !

JB
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Eckhard F. H. Nowack am Juni 25, 2018, 10:45:23 Vormittag
Zitat
Mir ist nicht ganz klar, was damit gemeint ist.
Hallo Jürgen,
danke für die Antwort. Gemeint ist alles, was Einfluß auf den Strahlengang Lichtquelle - Auge haben könnte, also Position der Lichtquelle, Kondensor, Objektiv.
Der Vorschlag mit dem Einblick über einen geraden Tubus scheint gut. Ich werde mir erst etwas für diesen Aufbau drehen und danach das Ergebnis berichten. Ob an dem Optovar gewerkelt wurde entzieht sich meiner Kenntnis. Ich war es jedenfalls nicht.  ;D
Gruß - EFH
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: KlausB am Juni 25, 2018, 10:59:21 Vormittag
Hallo Eckard,
ich nutze die Stellung PH immer dazu die Phasenringe im Objektiv und Kondensor übereinanderzustellen.
Das heißt du benötigst ein PH Objektiv und einen Kondensor mit PH Einstellungsmöglichkeiten.

Als erster Schritt wird über den oberen Ring am Optovar erst mal das Bild scharf gestellt, so dass du
den Phasenring des Objektivs und den des Kondensors sehen kannst. Es kann da schon sein, dass die Lichtquelle zuerst
nach unten oder seitlich verstellt und unscharf gesehen wird.
Jetzt wird an der Rändelschraube am Kondensor und an dem tangentialen Verstellring am Kondensor so lange verstellt bis
beide Phasenringe übereinanderstehen.

Möglicherweise kennst du das alles auch, war aber aus deiner ersten Mail nicht ersichtlich. Falls das der Fall ist
und du ein "alter Phomi Hase" bist, dann sorry, da kann ich auch nicht weiter helfen.

Viele Grüße
Klaus

Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Eckhard F. H. Nowack am Juni 25, 2018, 11:16:16 Vormittag
Zitat
Möglicherweise kennst du das alles auch, war aber aus deiner ersten Mail nicht ersichtlich. Falls das der Fall ist
und du ein "alter Phomi Hase" bist, dann sorry, da kann ich auch nicht weiter helfen.
Hallo Klaus,
vielen Dank, das ist hilfreich für mich. Dieses Phomi ist gewissermaßen nur ein mikroskopischer Platzhalter, falls mein ´Arbeitstier´ wieder mal eine Baustelle ist und das passiert sehr oft. Deshalb habe ich mich noch sehr wenig mit ihm befaßt und kenne es drum sehr wenig, sorry.
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: reblaus am Juni 25, 2018, 12:03:48 Nachmittag
Hallo -
da ich schon eine ganze Anzahl von älteren Opovaren in meinem Besitz hatte, darf ich sagen, dass eine richtig zentrierte Ph-Stellung die große Ausnahme ist- sowohl beim festeingebauten Optovar der Phomis wie bei den Wechselteilen für die kleineren Standards.
Da das aber beim Justieren der Phasenringe und bei der Zustandskontrolle der Objektive nicht stört: Sei's drum - das Zerlegen und Justieren eines Optovaren ist keine banale Angelegenheit!
Gruß
Rolf
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Eckhard F. H. Nowack am Juni 25, 2018, 13:15:09 Nachmittag
Hallo zusammen,
eben habe ich die Lichtquelle(LED-Taschenlampe) durch den Fotostutzen (ohne Kondensor und Mikroobjektiv) in allen 4 Stellungen des Optovars mit Objektivkamera fotografiert. Nach visuellem Eindruck(keine Vermessung) befindet sie sich etwas unterhalb der Bildmitte, ist aber nicht unrund verzerrt. (Photo)
Gruß - EFH
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Frank D. am Juni 25, 2018, 19:16:57 Nachmittag
Hallo Eckhard,

bitte kontrolliere einmal die Lage der Strichplatte des Kamerafeldes. Liegt dieses Feld auch etwas zu tief ist die Ursache klar und schnell behoben.
Du brauchst dann nur den Prismenblock im Tubuskopf justieren.
Ist schneller gemacht, als diese Zeilen zu schreiben.

Gruß
Frank
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Eckhard F. H. Nowack am Juni 26, 2018, 09:10:25 Vormittag
Hallo Frank,
danke für Deinen Hinweis. Entschuldige, gelegentlich bin ich etwas begriffsstutzig und das zunehmend, sagt zumindest meine Frau. Es scheint aber zu stimmen, meine Kindheit waren ja auch Kühe und Tore. Was ist die Strichplatte des Kamerafeldes und was sind ´Prismenblock´ und Tubuskopf? Sorry, das Phomi ist mir weitgehend unbekannt.
Ich meine, das Foto zeigt, daß die Ursache des Fehlers in falscher Axialposition entweder des Objektivs(Revolver) des Kondensors oder beider liegt, denn bei visueller Betrachtung mit Objektiv und Kondensor ist der Fehler weitaus gravierender als im Foto ohne sie. Jedenfalls werde ich erstmal in dieser Richtung suchen, Deine Mutmaßung natürlich im Auge behaltend.

Gruß aus Konstanz
Eckhard
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Jürgen Boschert am Juni 26, 2018, 09:26:45 Vormittag
Hallo Eckard,

Franks Frage hätte ich auch als nächstes gestellt. Zur Bergrifflichkeit: QTubuskopf ist das t-förmige Stück mit den Ausgängen für die Tuben, nach vorne zum Beobachtungstubus, nach oben zum externen Photoport, wo Du den geraden Tubus aufgestzt hast und eben beim Phomi nach hinten in den Stativarm hinein zur eingebauten Kleinbildkamera. Prismenschieber ist das Teil, das Du mit dem seitlichen Stab rechts verstellen kannst, um die verschiedenen Ports zu belegen. Dabei ist eben auch eine Position, bei der die Belichtung über die interne Kamera erfolgt, es ist die 3. Position beim Herausziehen (erste Position ist 100% Beobachtungstubus, 2. Position gesplittet zwischen Beobachtung und oberem Port). Wenn Du dann in den Beobachtungstubus schaust, siehst Du eine Bildmaske mit eingezeichnetem Messfeld und Doppelstrichkreuz. Die Frage ist nun, ist das Bild dieser Formatmaske auch dezentriert ( aufgrund des Strahlenverlaufes müsste sie dann übrigens entgegengesetzt zum Phacobild nach oben verlagert sein.

Das Bild mit dem geraden Tubus zeigt eigentlich, dass zumindest der Optovar ganz gut mittig auf die Mikroskopachse zentriert ist.

Gruß !

JB
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Eckhard F. H. Nowack am Juni 26, 2018, 10:37:23 Vormittag
Zitat
Das Bild mit dem geraden Tubus zeigt eigentlich, dass zumindest der Optovar ganz gut mittig auf die Mikroskopachse zentriert ist.

Hallo Jürgen,
so denke ich auch. Vielen Dank für die Begriffserklärungen. Jetzt bin auch ich im Bilde und betreffs Behebung der Fehler (Dezentrierung von Kondensor und Objektiv(Revolver) sogar Optimist.  ;)
Gruß - EFH
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Eckhard F. H. Nowack am Juni 27, 2018, 12:40:12 Nachmittag
Beitrag vom Verfasser gelöscht.
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Frank D. am Juni 27, 2018, 13:07:38 Nachmittag
Hallo Eckhard,

dann werde ich heute Abend noch einmal mit einem Foto antworten.
Aus diesem geht dann hervor, welche Schraube Du in der Nähe der Schieberstange des Prismenblocks lösen musst um darunter die Justierschraube zu finden. Es ist wirklich sehr einfach und Du brauchst keine Angst vor einer Verschlimmbesserung zu haben.

Viele Grüße
Frank
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Eckhard F. H. Nowack am Juni 27, 2018, 13:22:05 Nachmittag
Beitrag vom Verfasser gelöscht.
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Frank D. am Juni 27, 2018, 16:29:22 Nachmittag
Beitrag vom Verfasser gelöscht.

OK, ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du bereits eine Lösung gefunden hast.

VG
Frank
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Eckhard F. H. Nowack am Juni 27, 2018, 17:56:19 Nachmittag
Zitat
OK, ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du bereits eine Lösung gefunden hast.
Hallo Frank,
im Gegenteil. Ich habe noch mehr Möglichkeiten für Fehlerquellen gefunden. Offensichtlich hatte sich schon ein Vorbesitzer mit den Innereien dieses Phomis ´beschäftigt´.  ;D  Geht nochmal von vorne los mit dem Bau einer LED-Lichtquelle.
Gruß - EFH
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Frank D. am Juni 27, 2018, 19:19:32 Nachmittag
Hallo Eckhard,

war nur etwas verwirrend, weil Du beide Beiträge -den zweiten hatte ich noch nicht gelesen- einfach gelöscht hast.

Du hattest noch nicht auf die Frage nach der Position des Kamerafeldes/Formatmaske geantwortet. Gemeint ist die von Jürgen beschriebene "Bildmaske mit eingezeichnetem Messfeld und Doppelstrichkreuz".
Liegt dieses Feld auch nicht 100% mittig gehst Du folgendermaßen vor (habe jetzt kein Foto gemacht):

Die beiden zylindrischen Abdeckgehäuse des Prismenschiebers sind mit je 3 Schrauben am Tubuskopf befestigt. Wenn Du von der Seite blickst, rechts und links zwei kleinere und oben eine größere Schraube. Für Dich interessant ist das rechte Gehäuse, also das, aus dem die Zugstange des Prismenschiebers ragt.

Schraube die obere (große) Schraube ganz heraus. Es ist nur eine Abdeckschraube ohne weitere Funktion.
Darunter befindet sich die exzentrisch laufende Justierschraube.
Bitte verwende dazu einen ausreichend großen Schlitzschraubendreher mit flacher Klinge

Löse die beiden anderen Schrauben.
Nicht komplett ausdrehen, sondern nur 1/4 bis 1/2 Umdrehung

Beobachte den dezentrierten Fleck oder das Kamerafeld und drehe an der Justierschraube. Während Du die Schraube drehst, "pendelt" das Bild auf und ab. Ist die richtige Position eingestellt, schraubst Du die beiden kleinen Schrauben wieder fest und drehst die große Schraube wieder ein.

Fertig!

Die Exzenterschraube dreht den kompl. Prismenblock inkl. dem zyl. Abdeckgehäuse auf der linken Seite.
Manchmal reicht ein stumpfer Schlag und der Prismenblock ist verstellt.
Bevor Du weitere Verstellungen am Mikroskop vornimmst, probiere erst die o.g. Justage.

Wenn nicht alles an einem Phomi verstellt wurde, ist für mich die Position des Kamerafeldes/Formatmaske der erste Fixpunkt.

Viel Erfolg
Frank
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Eckhard F. H. Nowack am Juni 27, 2018, 22:21:47 Nachmittag
Hallo Frank,
sorry und vielen Dank für die Anleitung. Bei der Erkenntnis, daß ich Unsinn geschrieben hatte, weil die Lichtquelle einmal zu tief und bei andere Betrachtung zu hoch lag, geriet ich in leichte Panik und löschte zwei meiner Beiträge, die davon ausgingen, daß beide Male der Strahlenversatz in gleicher Richtung erfolgte. Schon lange ist eine LED-Lichtquelle geplant, die die gegenwärtige Behelfs-LED-Taschenlampe ersetzen soll und das ist jetzt erstmal dran. Sie soll ein Beleuchtungsstrahlenbündel in der optischen Achse garantieren.
Gruß vom Bodensee
EFH
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Frank D. am Juni 28, 2018, 09:17:34 Vormittag
... dann wünsche ich gutes Gelingen.

Frank
Titel: Re: Phomi 2 - Optovar
Beitrag von: Eckhard F. H. Nowack am Mai 05, 2019, 08:26:06 Vormittag
Hallo Phomisten - ich nochmal.
Die Ursache der Misere wurde gefunden, die zum Abbruch des Beitrages führte. Beim Ausbau des Prismenschiebers hatte ich jedesmal zuerst die linken (vom Bediener aus) drei Schrauben entfernt und danach die rechten. Die abweichende Kopfgröße der jeweils oberen Schraube begründete ich damit, daß die 4. untere konstruktiv bedingt fehlt und deshalb der größere Kopf deren Funktion z.T. übernimmt. Das trifft auch auf die linke Seite zu, nicht aber für die rechte und das hatte ich übersehen(!). Die rechte enthält eine kleine Exzenterbuchse, mittels der die Feinposition  des Prismenschiebers vorgenommen wird. Normalerweise ist diese kleine Buchse in ihrer richtigen Position verankert (Schraubensicherungslack?), bei meinem Phomi war sie völlig lose und veränderte nach jeder Demontage/Montage ihre Position und somit die Position des Prismenschiebers, was zur Veränderung der Beleuchtungsachse führte. Das blieb unbemerkt und war der Grund für den Abbruch des Beitrags.