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Bibliothek => Mikro-Know-How => Thema gestartet von: Bob am September 22, 2018, 20:07:45 Nachmittag

Titel: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Bob am September 22, 2018, 20:07:45 Nachmittag
Hallo zusammen,
beim Reparieren von Mikroskopen braucht man immer wieder Spezialwerkzeuge. Ich hatte gerade die Aufgabe, einen Stiftschlüssel zum Ausdrehen der Okulartuben meines Leitz Großfeld-Stereomikroskops zu bauen. Normalerweise würde ich sowas drehen, evtl. mehrteilig mit Presspassung oder zusammengeschweißt. Ich habe aber gerade angefangen, 3D-CAD zu erlernen, und mir als Anreiz dazu zwei 3D-Drucker gekauft. Den Stiftschlüssel habe ich mit Beckercad Pro 8 konstruiert, eine stark abgepeckte Version von Caddy++ Maschinenbau. Ausgedruckt aus PETG, 50% Füllung. Die 0,1mm Untermaß waren zu knapp, so musste ich den Schlüssel noch fein überdrehen. Als Stifte habe ich einfache 1,4mm-Nägel verwendet, ich dachte, für einen Plastikschlüssel reicht das ja wohl. Nun ja, als der Schlüssel etwas stärker arbeiten musste, verbog es mir die Nägel, aber der Kunststoff blieb heil. Das ist also ein wirklich praktikable Methode zum Herstellen solcher Werkzeuge. Schneller geht es auch nicht, aber es macht keinen Dreck und man verbraucht nur so viel Material wie nötig. Das Gebilde im Inneren des Schlüssels ist ein Hohlraum um Material zu sparen. Der Hohlraum endet oben als 45° Kegel, weil ein 3D-Drucker nicht einfach waagerecht rüber drucken kann, ohne dass man extra Stützstrukturen drucken lässt. Die Druckzeit betrug ca. 2,5 Stunden für Express-Qualität. Hübscher dauert länger. Das erste Foto ist von der Webcam, die den Drucker überwachen hilft.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am Februar 07, 2019, 02:29:44 Vormittag
Hallo Bob.

Bin seit kurzem auch sehr fleißig im Bereich 3D Drucker aktiv. Von Lampenhalterungen, USB-Mikroskop-Tischen, Gehäuse für Platinen, RMS Objektiv-Dosen, Kamera Adaptionen, Objektträgergestelle, .... lassen sich viele sinnvolle und nützliche Helferchen drucken.

Wäre sicher auch mal ein Thema für die Mikro Gruppe.

Liebe Grüße Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: reblaus am Februar 07, 2019, 10:00:49 Vormittag
Hallo Bob -

lässt sich damit auch eine haltbare schwarze Schicht auf Glas drucken? Ich denke an die häufig fehlenden oder defekten Ringblenden in Kondensoren (z.B. für Phase oder Dunkelfeld), deren Wiederbeschaffung oft den Preis des Grundgeräts verdoppelt ...
1mm dicke Uhrgläser zum Bedrucken gäbe es in 0,1 mm Abstufungen des Durchmessers für etwa 5 €.
Die Frage ist auch, ob die Kanten des Drucks einigermaßen glatt aussehen. Die Dicke der Druckschicht wäre auch unkritisch - Hauptsache lichtundurchlässig. Ich habe u.a. eine Blende, die aus schwarzem Kunststoff gedreht ist und bestens funktioniert. Da aber der Blendenring und die Zentralblenden getrennt angefertigt und nachher auf ein Uhr- oder rundes Deckglas aufgeklebt wurden war diese Herstellungsmethode doch recht mühsam.

Viele Grüße

Rolf
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: smashIt am Februar 07, 2019, 11:21:16 Vormittag
olympus fertigt die dinger mittlerweile als kleine blechplatten
da hast du dann 3 kleine stege die die innere blende mit der äusseren verbinden
sowas kann man sich auch problemlos selber lasern lassen
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: olaf.med am Februar 07, 2019, 11:33:24 Vormittag
Lieber Bob,

Zitat
Die Druckzeit betrug ca. 2,5 Stunden für Express-Qualität.

eine ganz schöne Idee, aber konventionell aus Messing an der Dreh- und Fräsmaschine ist man doch um eine Größenordnung schneller!

Herzliche Grüße,

der ungeduldige Olaf  ;D
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Bob am Februar 07, 2019, 12:18:00 Nachmittag
@Jorrit: Das würde unsere Leute bestimmt interessieren, lass uns da mal drüber nachdenken!

@Rolf: Sowas kann man bestimmt im 3D-Druck herstellen, aber nicht weniger mühsam als mit anderen Mitteln. Auf weiten Wegen ist so ein 3D-Drucker recht genau. Im kleinsten Maßstab aber nicht: Die Extrusion wird immer über mm Filamentvorschub geregelt. Ist das Filament dünner oder dicker, wird die gedruckte Wurst entsprechend schmaler oder breiter. Bis man das optimiert hat, ist man anders auch schon fertig.

@Olaf: Natürlich kann man so einen Werkzeugkörper konventionell schneller herstellen. Aber da ich genug anderes zu tun habe, kann ich auch den Drucker nebenher drucken lassen, und irgendwann geht es dann mit dem Werkzeug weiter. Man muss den Drucker schon etwas überwachen, zumal auch eine gewisse Feuergefahr davon ausgeht, aber das nimmt einen nicht voll in Anspruch.
Vorteile sind: Billig, keine Materialverschwendung, keine Späne wegzumachen. Mich reut es immer, für so ein einmal(?)-Werkzeug ein gutes Stück Messing zu verwenden, das dann wohl ewig unbenutzt in der Schublade herumliegen wird.
Der 3D-Druck ist für mich eine nützliche Ergänzung, aber kein Ersatz für andere Fertigungsmethoden. Er bietet ähnlich viele Möglichkeiten und Einschränkungen, wie andere Verfahren auch.


Weltbewegend ist aus meiner Sicht der sozioökonomische Impuls, der davon ausgeht. Früher war es ja immer so, dass ein Kapitalist (vieleicht ein ganz kleiner) eigenes und geschütztes geistiges Eigentum nutzte, um daraus Gewinn zu schlagen (nichts dagegen). Der 3D-Drucker als open-source-Produktionsmaschine ist da ganz anders: Der Hersteller hat wenig Arbeit damit, weil Board, Hotend, Firmware und Slicer als open source zur Verfügung stehen. Er müsste die Firmware nichtmal selbst anpassen, das würde die Community machen! Geld kann man natürlich trotzdem damit verdienen, aber eben ganz anders als früher. Daraus ergibt sich eine Verfügbarkeit und Dynamik, die so noch nicht da war, und sich natürlich auf andere Maschinen übertragen lässt. Wenn etwas nicht klappt kann man sich gegenseitig helfen, weil es meist nicht um Probleme mit dem Gußeisen geht, sondern um Bits und Bytes. Diese neue Denkweise ist aus meiner Sicht das wirklich bedeutende Ergebnis dieser Entwicklung. Und nutzen tue ich einfach den praktischen "Abfall" in Form meiner beiden Drucker.


Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: olaf.med am Februar 07, 2019, 12:50:26 Nachmittag
Hallo Bob,

Zitat
keine Materialverschwendung

ich sehe in der konvenjtionellen Fertigung keine große Materialverschwendung. Werkzeug, die ich möglicherweise mehrfach nutzen kann, werden eingelagert, wenn das nicht der Fall ist drehe ich die ersten wenigen Millimeter mit den beiden Löchern ab und nutze den Rest für andere Zwecke.

Wie steht's denn unter "sozialökonomischen" Aspekten mit Deinem 3D-Drucker? Wieviel kostet der in der Herstellung, wieviel Schweinerei entsteht dabei und wie lange kannst Du ihn nurtzen. Wenn das ähnlich ist wie bei einem normalen Drucker, bei dem man ja schon überlegt, ob man eine neue Druckerpatrone oder lieber gleich einen neuen Drucker kauft, ist es sozialökonomisch eine Riesensauerei. Da sind die wenigen Messingspäne vernachlässigbar.

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Bob am Februar 07, 2019, 13:07:28 Nachmittag
Hallo Olaf,

ein wesentlicher Punkt der einen typischen 3D-Drucker von Canon&Co. unterscheidet ist, dass es sich um ein vollkommen offenes System handelt. Firmware, Board usw. sind open source und werden ständig weiterentwickelt. So stellt ein 3D-Drucker immer nur einen Momentzustand dar, der mit etwas Mühe für kleines Geld aktuell gehalten wird. Die Leute, die vor 10 Jahren mit dem Reprap-Projekt begonnen haben, hätten sich gewundert, wenn sie damals hätten sehen können, wie gut ein 200€-Drucker heute drucken kann - da liegen Welten zwischen. Somit ist ein open source 3D-Drucker eben von seiner Wirkung auf Gesellschaft und Wirtschaft etwas komplett anderes als ein gängiger PC-Drucker mit vorprogrammiertem Lebensdauerende.
Auch die Zusammenarbeit verläuft anders, denn man kann jemandem eine Datei schicken, aus der er sich relativ leicht ein Objekt herstellen kann. So bin ich z.B. gerade zu den Druckdateien für eine Pulverbeschichtungs-Pistole gekommen.

Interessant ist der 3D-Druck auch bei eher hohlen bzw. löchrigen Teilen. Da macht man eben nicht ein paar Messingspäne, sondern zerkleinert mühsam den Großteil des Rohmaterials. Den kleinen Rest, der übrig bleibt, hätte der 3D-Drucker flink gedruckt.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am Februar 11, 2019, 17:06:22 Nachmittag
Mit dem 3D Drucker lassen sich recht komplexe Formen generieren.
In der Mikroskopie:
Z.B. Triebknöpfe
Mikroskop xy-Tisch
Formschöne Gehäuse für Dimmer, .... inkl. Batteriehalterung, Knöpfen, .....
Lampenhalterungen
Halterungen für Aquarien, .............
Viele nützliche Dinge
Kunststoff-Pinzetten
.....

Habe mir gerade ein komplettes Osziloskopgehäuse, ein Gehäuse für ein PLL UKW Radio und einen Universaltester gedruckt.
Div. Raumschiffmodelle wie der Firefly (Serenity), ... Für mein Hawke Sidewinder Zielfernrohr ein Parallaxenrad.

Auch Insektenmodelle für den Unterricht sind denkbar.

Es entsteht etwas Plastikmüll, wenn man einen Fehldruck hatte. Passiert aber nur beim ersten Layer / der ersten Schicht. Die muß sitzen bzw fest auf der Plattform kleben bleiben. Daher ist der Müll recht gering.

Ansonsten hat man halt Stromkosten.

Liebe Grüße Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am März 07, 2019, 17:53:54 Nachmittag
Gerade habe ich mir einen Canon EOS Mikroskop Adapter gedruckt. Sehr praktisches Gerät.

LG Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Bob am März 07, 2019, 18:28:09 Nachmittag
Hallo Jorrit,
kannst Du mal ein Bild davon zeigen? Das wäre für viele sicherlich interessant.
Ein Objektivbayonett würde ich eher nicht aus Kunststoff machen, zumindest, wenn ich es öfter betätigen würde, wegen dem Abrieb.
Die Drucke, die Du beim MIKRO-Treffen gezeigt hattest, waren ja wirklich klasse.
Welches CAD-Programm verwendest Du eigentlich? Ich benutze BeckerCAD 10 Pro.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am März 07, 2019, 22:09:14 Nachmittag
Hallo Bob

Tinkercad. Ein kostenloses Online Browser CAD Programm. Eher Webseite.

Leider funktioniert mein Bildhoster nicht mehr. Daher fehlt mir die Möglichkeit, Bilder hochzuladen.
Ich sehe in Kunststoff keinen so großen Nachteil.

Ich bringe es beim nächsten Treffen, wo ich frei habe, mal mit.

Als Beispiel, was ich für mein Match-Luftgewehr fürs Field Target Schießen mit Tinkercad überlegt und dann gedruckt habe:

Beim Canon Mikroskop Adapter mußte ich ein wenig Stützstruktur einbauen, damit die weiten Flächen (die wie eine Brücke oder ein Dach aussehen) sauber gedruckt werden. Manchmal hilft die Aufteilung in 2x Teile. Aber machbar ist sehr vieles!

Man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Gerade Mikroskopie-Fotoadapter sind ohne Probleme möglich!

Design:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/247470_41149443.jpg)

Gedruckt (erster Versuch):
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/247470_39785641.jpg)

LG Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am März 07, 2019, 22:42:45 Nachmittag
Hier ein Gehäuse für mein Universal-Tester. Könnte genau so gut ein Dimmergehäuse sein. Ich baue mittlerweile sogar Gehäuse mit eingebautem Batteriefach, .... Das waren meine allerersten Versuche. Bin ja noch Anfänger im Bereich 3D Druck.

Hier ein sehr gutes PLL DSP UKW Stereo Radio mit Gehäuse.

Wie gesagt. Sind nur Beispiele für viele Mögluchkeiten.

LG Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Klaus Herrmann am März 08, 2019, 00:01:36 Vormittag
Hallo Jorrit, du kannst die Bilder vielleicht als einziger sehen. Versuch doch mal in der Not die Bilder hier direkt hochzuladen. Bilder vorher verkleinern hilft.
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am März 08, 2019, 02:06:51 Vormittag
Hier ein Bild vom Drucker + ein paar Beispiele aus dem Drucker. Selbst den neuen Extruder-Lüfterkopf des Druckers mit Düse habe ich mit Ihm gedruckt. Alle Beispiele wurden im Grob-Modus mit 0.2mm Schichtdicke gedruckt. Klar kann man besser / schöner drucken. Mir ging es um Funktionalität sprich geringe Druckzeit.

LG Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: ImperatorRex am März 08, 2019, 17:09:59 Nachmittag
Hallo,
ich bin ja Fan von dem Einblitzen von Hinten  ;) , das geht ja mittels des alten Zeiss Winkel Grundkörpers recht elegant. Beispiele wurden ja bereits einmal im Forum vorgestellt (wenn ich mich recht erinnere, das erste mal von Bernd alias Normarski)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/247501_63840421.jpg)

Ziel war hier nur mittels 3D Druck die Adapter zu fertigen, ohne jegliche mechanische Bearbeitung. Das ist auch ganz gut gelungen. Die Modelle habe ich in "FreeCAD" gezeichnet, einer kostenlosen Software. Ich hatte bislang noch keine Vorkenntnisse in der 3D Konstruktion, konnte mich aber mittels YouTube und 4 verschiedener Tutorial Videos die relevanten Techniken aneignen. Naja, nach insgesamt 5 bis 6 Stunden waren dann die unten gezeigten Modelle fertig, die nächsten werden vermutlich weitaus schneller von der Hand gehen :-)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/247501_54246671.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/247501_25181126.jpg)

Ausgedruckt hat diese dann ein netter Arbeitskollege (kostenlos). Ich denke der 3D Druck bietet viele Möglichkeiten, respektive wenn man über keine Möglichkeiten zur mechanischen Bearbeitung verfügt.
Toleranzen und Passungen sind natürlich so eine Sache, auch Gewinde müßte man wohl nach wie vor konventionell schneiden.

viele Grüße
Jochen
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am März 08, 2019, 19:45:23 Nachmittag
Gute Idee. Ich muß mir für 2x CZJ Mikroskope noch LED Lampen-Halterungen drucken.

Mit Tnkercad sind beide Teile aus Grundformen recht schnell gebastelt. Druck müßte so 3 bis 3,5 Std dauern für beide Teile.

LG Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Bob am März 09, 2019, 07:43:43 Vormittag
Hallo Jochen,
danke fürs Zeigen, da hast Du ja einen Blitzeinstieg hingelegt!
Das sind auch genau so Teile für die 3D-Druck sich gut eignet: Eher wenig Material gemessen an den Außenabmessungen, moderate mechanische und thermische Beanspruchung. Mit Filament in passender Farbe hat man auch gleich ein robuste gefärbte Oberfläche, die zumindest aus etwas Abstand gut aussieht.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am März 09, 2019, 10:54:27 Vormittag
Ich versuche immer die Druckzeit zu minimieren. 2-3 Std. sind gute Werte. Bei 8 Std. schmeiße ich es vor der Arbeit/Dienst an, ... Dann ist es fertig, wenn ich zurückkomme.

PLA läßt sich ja leider schlecht chemisch glätten. Mit Grundieren + Lackieren, ... geht es aber recht gut. Oder mit Schleifpapier glätten.
Schwarz oder grau/silber ist wohl in vielen Fällen optisch nicht die schlechteste Wahl.

LG Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Peter V. am März 09, 2019, 13:30:35 Nachmittag
Hallo,

trotz meiner Bewunderung für alle, die mit dieser Technik umgehen können und sich insbesondere in ein CAD-Programm eingearbeitet haben, erlaube ich mir ganz allgemein einen etwas ketzerisch anmutenden Kommentar zur 3-D-Drucktechnik:

Im Vergleich zu anderen Technologien (z.B. Smartphones) entwickelt für meine Begriffe die 3-D-Drucktechnik (zumindest im bezahlbaren nichtprofessionellen Bereich) doch erstaunlich langsam und ist weit von dem entfernt, was man sich wohl vor vielen Jahren einmal versprochen hat. Obgleich es sie ja nun auch schon ziemlich lange gibt, ist sie nach wie vor etwas für Profis oder engagierte Bastler geblieben, ich sehe auch nicht, dass es Ansätze gibt, den Massenmarkt zu erobern. Die erreichbare Druckqualität ist sicher für den hiesigen Einsatzbereich - wo es nicht auf Ästhetik ankommt - ausreichend, aber die Oberflächen sind ja - objektiv betrachtet - nach wie vor eher unschön, selbst bei längeren Druckzeiten. Und das Gestalten von Teilen mit mehr oder weniger komplexen Programmen scheint ja auch nicht wirklich einfach und intuitiv zu sein, wenn man diesbezüglich über keine Vorkenntnisse verfügt.
Natürlich wird es in den letzten Jahren gewisse Fortschritte gegeben haben, diese sind aber längst nicht so, dass diese geräte geeignet wären, einen Massenmarkt zu erreichen.
Ich will damit den Nutzen für die Konstruktion von Prototypen bzw. Einzelstücken für bestimmte Zwecke (wie hier eben diverse Adapter) nicht in Frage stellen. Aber ich habe den Eindruck, dass die Entwicklung in diesem Bereich erstaunlich stagniert, wenn man bedenkt, dass schon vor sicher mehr als 10 Jahren prophezeit wurde, dass in wenigen Jahren praktisch jeder seine Gebrauchsgegenstände selbst drucken könne.
Ich habe vor 4 oder 5 Jahren bei Shapeways Orthoplan-Lichtschachtdeckel drucken lassen. ich bin froh, dass es diese Tehnologie gibt und es wäre wohl ansonsten extrem schwierig, diese in kleiner Zahl - mit welcher Technik auch immer - zu produzieren. Ich muss aber zugeben, dass die Oberfläche (matt, Anmutung wie grobkörniges Schmirgelpapier) eigentlich ohne Nachbearbeitung mit Füller und Lackierung inakzeptabel war.

Herzliche Grüße
Peter


Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am März 10, 2019, 09:24:30 Vormittag
Hallo Peter

Da gebe ich Dir Recht. Es hat sich wenig getan, die Druckzeiten sind immer noch recht lang, .... Für Einzelteile für den Hobbybereich hat sich der 3D Drucker aber etabliert. Ob nun für den Modellbauer gerade im Bereich RC Modellbau wie für mich z.B. für Gehäuse für meine Platinen. So habe ich für meine PLL DSP UKW Stereo Radio Platine ein Passendes Gehäuse mit Batteriehalterung, Displayöffnung, 2x Inkrementgeberöffnungen, USB Anschluß Loch und Klinkenanschlußloch für den Kopfhöreranschluß oder ein Gehäuse für ein DIY Oszilloskop gedruckt. Teile, die es so nicht gibt. Und nahezu alle erhältlichen Gehäuse passen oft nicht, sehen hässlich aus, ........

Für Mikroskopie Adapter, Roboterbau, Modellbau, Elektroniker, Herstellung von lustigen Gimmicks, ... gut.
Für viele Dinge aber nicht so geeignet.

Es bleibt, daß es für bestimmte Anwendungen ideal ist. Für andere, gerade Massenherstellung, sich überhaupt nicht eignet.

Was sich verbessert hat?
Es gibt heute 100000de fertige 3D Vorlagen kostenlos zum Download, kostenlose CAD Programme, .... Die Community hat sich entwickelt und es ist gut, daß es ein quasi freier Markt + Public Domain geblieben ist.

Die Drucker sind recht günstig geworden und man bekommt Sie quasi fertig und funktionsbereit für 250,-
Es gibt kleine Verbesserungen wie z.B. die Ultrabase meines Druckers, die die Haftung beim Druck verbessert und man danach, nach dem Abkühlen, das fertige Stück einfach, wie von alleine abnehmen kann, ohne es abkratzen, ... zu müssen.

Hier ein RC Modellflugzeug nahezu komplett aus dem 3D Drucker:
https://www.youtube.com/watch?v=EDppqGm-x0I

Robotspinne:
https://www.youtube.com/watch?v=Yo2TUIEXJig

Hier ein einfacher Objektträgerhalter für Zeissmikroskope:
https://www.thingiverse.com/thing:243580

oder
https://www.thingiverse.com/thing:2816047

LG Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Bob am März 10, 2019, 15:50:14 Nachmittag
Hallo zusammen,

aus meiner Sicht hat sich eine ganze Menge getan in den gerade mal 12,5 Jahren seit den ersten Erfolgen der Reprap-Projekts. Die drei 3D-Druck -Technologien wurden ja schon viel früher erfunden, aber wurden bedingt durch Patente nur durch wenige Firmen genutzt und weiterentwickelt. Wenn man die Entwicklung von vor dem Reprap-Projekt bis heute betrachtet, und einige unrealistische Erwartungen außen vor lässt, dann ist das Tempo schon sehr beachtlich. Nach meinem Eindruck startete das Projekt mit Leuten, die gerade von Mechanik-Konstruktion nicht so viel Ahnung hatten. Erste Erfolge führten zu einer berechtigten Euphorie, die von außenstehenden so interpretiert und medial breitgewalzt wurde, dass bald in jedem Haushalt neben der Mikrowelle ein 3D-Drucker stehen würde. Das war natürlich nicht sehr realistisch.

Leute, die sich in den Anfangsjahren mit 3D-Druck beschäftigt haben, und heute nach einer längeren Pause wieder einsteigen, sind ziemlich erstaunt, wie weit die Technik sich entwickelt hat. Da die meisten wirklichen Fortschritte open source sind, wird keine Werbung gemacht und auch bedeutende Neuerungen fallen erst auf, wenn man näher hinsieht. So bekommt man heute günstig fertige Drucker zu kaufen, die man zwar bedienen, aber nicht erst zusammenbauen oder zwingend zurecht optimieren können muss. Für einen optimalen Betrieb bleibt noch einiges zu tun, aber das kommt schon bald.

Die Erwartungen müssen dabei realistisch bleiben: Das 3D-Drucken von Metallteilen wird wohl nicht so schnell zu Hause sinnvoll zu machen sein, so wie man sich auch eher keine Tiefziehpresse, Spritzgussmaschine oder Drahterodiermaschine zu Hause hinstellt.
Die Serientauglichkeit ist auch gar nicht so schlecht: Ein Heim-3D-Drucker kostet vielleicht 0,1% bis 1% einer Spritzgussmaschine. 100 bis 1000 3D- Drucker schaffen auch schon ganz schön was weg. Allein für den Preis eines größeren Spritzgusswerkzeugs bekommt man schon 100 Drucker. :o

Wenn man die deutlichen Beschränkungen des Einsatzbereichs akzeptiert, kann man allerhand damit machen.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am März 10, 2019, 21:18:37 Nachmittag
Hallo Bob

Sehe ich genau so! Für zu Hause gibt es kleine aber wesentliche Verbesserungen, die die Bedienung enorm erleichtern.
Günstige, fertige Drucker
Immer mehr bessere und kostenlose Programme
Immer mehr schon fertige Vorlagen
Doppel-Extruder, Stützmaterial, ...
Mehr Kunststoffarten, ...
Verbesserte Details wie beheizbare Bauplatte, Extruder-Kühlungen durch Lüfter, Ultrabase, ....

Es ist eher eine kleine, langsame Entwicklung. Im übrigen auch nicht anders als bei Mikroskopen. ;)

LG Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Alfred Schaller am März 11, 2019, 15:29:28 Nachmittag
Hallo zusammen,
letztlich ist  es m.E. doch so:
Es gibt neue Technologien, die recht schnell "durchstarten" - das sind meiner Meinung nach nur eine kleine Zahl.
Wie ich die letzten Jahrzehnte beobachten konnte, gilt aber für die meisten Neuheiten (Technologien, Materialien usw.): Nach viel Furore bei der Ankündigung und tollen Beschreibungen, was man mit der Neuheit alles machen kann, folgt eine ruhigere Phase und letztlich finden diese Neuheiten ihre Nische bzw. ihren eigentlichen Platz, an dem sie sich langsam und sicher entwickeln können.
Viele Grüße
Alfred Schaller
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am März 11, 2019, 17:19:05 Nachmittag
3D Druck hat sich quasi bei Einzelanfertigungen im hobbybereich durchgesetzt. Es ist sehr vorteilhaft, sich z.B. ein perfektes Dimmerkästchen zu drucken. Aufgrund der Druckzeit ist es aber völlig unsinnig, eine Serie von Dimmergehäusen zu drucken. D.h. ist die Technik völlig unsinnig für die Serienherstellung. Höchstens zum Testen von Prototypen.

Aber für den Einzelnen doch interessant. Z.B. um einen fehlenden Zeiss-Adapter mit Schwalbe zu drucken, der noch fehlt oder einen Filterhalter.

Im Modellbaubereich z.B. den gebrochenen Achsträger vom RC Auto nachdrucken, eine Schiffsschraube, ...... Bei mir z.B. gerade Gehäuse für div. kleine Platinen, die bisher ihr Schattendasein in einer Fertigprojekte-Kiste fristeten. Ich kann jetzt halt für jede Platine ein individuelles Gehäuse drucken, wo schon alle Schraubenbefestigungen, Löcher für Displays, .... enthalten sind.

Oder halt eine Kameraadaption für die man bei Ebay eine halbe Ewigkeit suchen müßte, ....

Der Einsatz ist zwar begrenzt. Aber ein mind. genau so sinnvolles Werkzeug wie Schraubendreher oder Dremel. Und die Maßhaltigkeit ist recht gut.
Das zeigen schon Vorlagen wie Legosteine, die man auch zusammen mit den Originalsteinen nutzen kann.

LG Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Bob am März 11, 2019, 18:32:28 Nachmittag
Hallo Alfred,
ich finde Deine Beschreibung ganz treffend für den 3D-Druck und mit den Parallelen zu anderen neuen Technologien hast Du auch einen interessanten Aspekt ins Spiel gebracht. So ein Heim-3D-Drucker ist wirklich ein Nischenbewohner, und anfängliche Enttäuschungen kamen oft von mangeldem Anwenderwissen und Einsatzideen außerhalb der Nische.

Hallo Jorrit,
hier wäre ein Beispiel für die Serienfertigung mit dem 3D-Drucker: https://www.youtube.com/watch?v=qqQzTvvrXo8&vl=de (https://www.youtube.com/watch?v=qqQzTvvrXo8&vl=de)

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Mikroman am März 11, 2019, 18:50:57 Nachmittag
Moin Leute,

also ich glaube, dass das Potenzial des 3D-Drucks (es gibt auch schon 4D-Druck), hier unterschätzt wird. Vor zwei Jahren fing ich  mit Detailrecherchen zu diesem Thema an (im Rahmen eines Buchprojektes). Man kann mittlerweile Autokarossen und selbst ganze Häuse in 3D drucken.

ABER - mittlerweile hält der 3D-Druck Einzug in die Serienfertigung:

https://www.ideenwerkbw.de/serienfertigung-mit-3d-druck-ein-megatrend/

https://www.canto-web.de/teilerfolge-beim-3-d-druck-in-der-serienproduktion.html

https://evo-tech.eu/serienproduktion

https://www.autocad-magazin.de/3d-druck-weiterer-schritt-zur-additiven-serienfertigung

Einfach mal googeln unter "additiver Serienfertigung". Die Vorteile sind evident.

Gruß
Peter
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Peter V. am März 11, 2019, 18:55:41 Nachmittag
Hallo,

oder so.....

https://www.wp.de/wirtschaft/wirtschaft-in-nrw/fuer-12-000-euro-grohe-praesentiert-armatur-aus-3-d-drucker-id216621521.html (https://www.wp.de/wirtschaft/wirtschaft-in-nrw/fuer-12-000-euro-grohe-praesentiert-armatur-aus-3-d-drucker-id216621521.html)

Will ich auch haben!! Ich werde wohl die nächsten Tage ein paar Mikroskope zur anbieten  ;)

Hezrliche Grüße
Peter
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Mikroman am März 11, 2019, 19:05:25 Nachmittag
Hallo Namensvetter,

da wirst Du Dich wohl von einigen Sahneschnittchen trennen müssen  ;)

Gruß
Peter
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Bob am März 11, 2019, 19:55:46 Nachmittag
Hallo zusammen,

es gibt ja auch im konventionellen Bereich Dinge, die sich sehr gut herstellen lassen, und andere, die man nur sehr schwer in den Griff bekommt und die keiner gerne anbietet. Teile, die sich durch Änderung der Spannungen im Material verformen, dünnwandige Teile, die mühselig zu spannen sind, Werkstoffe, die Ärger machen, merkwürdige Formen, die mehrfaches Umspannen erfordern.  Mir war vor einer Weile mal die Stellenanzeige eines Herstellers von küstlichen Gelenken aufgefallen, der einen 3D-Druck-Fachmann suchte, um dieses Verfahren in der Firma aufzubauen.

Zu Bobs Unvollendeten gehört derzeit noch eine Stromabschaltung per Rauch- und Temperaturmelder. Die moderne "Marlin"-Firmware bietet zwar schon sehr gute Sicherheitsalgorithmen, aber etwas feuergefährlich ist so ein 3D-Drucker schon. Länger aus dem Haus gehe ich daher nicht, wenn ein Drucker läuft. So richtig lange Drucke sind für mich auch schon wieder "außerhalb der Nische". Entweder das Teil ist einigermaßen zügig zu drucken, oder ich lasse es bleiben.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: the_playstation am März 13, 2019, 01:44:00 Vormittag
Klar

In Israel wird sogar schon künstliches Gewebe gedruckt.

Aber für den Normalsterblichen ist Drucken von Metall, Häusern, .... im Moment noch recht unrealistisch.

Zum Alleine lassen:
Als mein Drucker noch sehr laut war, habe ich ihn immer alleine gelassen. Ist nie etwas passiert. Ich checke in der Regel die ersten 1-2x Schichten. Wenn die stimmen, funktioniert auch der Rest.

Fehlschläge:
Am Anfang schlechte Haftung auf der Basis, da ich dummerweise die Basis mit Spiritus Fensterreiniger gereinigt hatte wo ein Abperlzusatz mit drin war. Böser Fehler.

Dann bei sehr hohen dünnen schiefen Objekten fiel mal ein Objekt um oder bei quasi überspannten Brücken ging etwas schief.
Oder es paßte nicht ganz und war um ca. 1-2/10mm zu klein, ....

Waren aber nur max. 6-7 Fehlversuche. Mittlerweile halte ich mich an ein paar einfache Regeln. Dadurch kann man 90% der Fehler vermeiden oder die Folgen sind minimal.

Ich bin immer wieder erstaunt, was für doch komplexe Formen man drucken kann, die ansich problematisch für den Druck sind.
Mit 250,- war mein Drucker auch recht günstig. Habe dann noch 25,- in Lautstärkereduktion investiert.

LG Jorrit
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: floramobil am April 15, 2019, 07:19:11 Vormittag
Hallo zusammen
Ich selber finde den 3-D Druck zum Bau von Ersatzteilen spannender. Diese kann man für ältere Mikroskope nicht mehr beschaffen. Man könnte zum Beispiel den Heimdrucker nutzen, um die Form zu überprüfen, bevor man dann ein Metallteil bei einem Dienstleister machen lässt.
Bei i.materialise habe ich bisher nur Plasticteile für den Nikon Diascanner bestellt. Wie gut die Metallteile sind, weiss ich nicht. Ich bin mit dem Service sehr zu frieden
https://i.materialise.com/de

Additive Fertigung aus stark beanspruchbaren Metallegierung bekommt man beim folgenden Dienstleister. Mit 3-D Activation habe ich keine Erfahrung. Sie machen Werbung, dass sie stark beanspruchbare Prototypen herstellen für die Flugzeugindustrie. Ich gehe davon aus, dass man für deren Dienste dann das Sparkonto plündern muss.
https://www.3d-activation.ch/material/metall/

zum Spannwerkzeug, das Bob am Anfang gezeigt hat, gibt es professionelles Werkzeug. Der Nachteil von selbstgebasteltem Werkzeug ist, dass man die Bauteile am Mikroskop beschädigt, wenn es nicht sauber funktioniert. Für verharzte Teile an alten Mikroskopen passt der folgende am besten, weil die Spitzen solide sind und man einen grossen Hebel hat. Der Nachteil ist einzig, dass der minimale Abstand der Löcher mehr als 12mm sein muss.
https://www.micro-tools.de/Spannschluessel/Spanner-Wrench-Lens-Ring-Tool.html

Leider habe ich nie gelernt, selber 3-D Modelle zu zeichnen. Ich kann darum die Ersatzteile, die ich benötige nicht herstellen lassen und ein professioneller Zeichner ist mir dann doch zu teuer.
Herzliche Grüsse
Jürg Brechbühl
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Bob am April 15, 2019, 10:08:08 Vormittag
Hallo Jürg,

das von Dir verlinkte Werkzeug hätte hier nicht funktioniert, da der Tatort tief drinnen im Okulartubus lag. Bei derart großer Ausladung und dem nötigen Drehmoment würden auch andere Universalwerkzeuge Schwierigkeiten bereiten. Die gute Führung durch das exakt passende zylindrische Werkzeug ist ein großer Vorteil.

Das 3D-Modellieren ist wirklich der Schlüssel zu einer sinnvollen 3D-Drucker-Nutzung. Manche Sachen sind recht einfach, andere sind auch für den Fachann nur aufwändig zu modellieren, so dass sich die Sache manchmal einfach wegen des Modellieraufwands nicht lohnt.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: floramobil am April 15, 2019, 10:52:18 Vormittag
Hallo Bob

Ich sehe, was Du meinst. Es gibt Spannschlüssel, die in so enge Hohlräume hineingehen, aber die sind nicht geführt wie Deiner.

Oft hat der Hersteller in der Fabrik ein Spezialwerkzeug, dass ganze genau für diesen einen Zweck gemacht wurde und hinter weiss niemand, wie man das machen soll. Da ist en 3-D gedrucktes Werkzeug perfekt.

Falls Du einmal etwas stärkeres benötigst als einfach die Nägel, so gibt es im Handel für die Uhrmacher spezielle Schraubenzieherklingen. Diese Klingen werden separat verkauft und in einen Griff eingesetzt. Für Uhrmacher ist es normal, dass die Spitzen ab und zu abbrechen. Aber es wäre schon viel zäher als Deine Nägel.

https://www.bergeon.swiss/tournevis-inox-o-1-50-mm-avec-tube-de-2-meches.html

Herzlichen Gruss von
Jürg Brechbühl
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Bob am April 15, 2019, 12:02:40 Nachmittag
Hallo Jürg,
ich verwende normalerweise Schäfte von HSS-Bohrern. Die sind zäh-hart und eignen sich damit gut.
Die Nägel stellten hier den Schwachpunkt dar, zumal der Kunststoff sie nicht bündig unterstützt.

Viele Grüße,

Bob
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: floramobil am April 15, 2019, 12:37:32 Nachmittag
der Kunststoff sie nicht bündig unterstützt.

Was genau bedeutet "nicht bündig unterstützt"? Sind sie Nägel locker im Kunststoff?
Titel: Re: Mikroskop-Werkzeuge im 3D-Druck
Beitrag von: Bob am April 15, 2019, 12:53:49 Nachmittag
Die Nägel müssen schon stramm in den Bohrungen sitzen. Die Lochleibung des Kunststoffteils ist aber wenig fest, daher wird der Nagel nicht auf Abscheren, sondern eher auf Biegung belastet. Der selbe Nagel würde in Stahl oder Messing eingesetzt deutlich mehr vertragen. Ausgereicht hat es gerade so eben, HSS-Schäfte hätten locker gereicht.