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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Carlos am August 13, 2019, 10:17:11 Vormittag

Titel: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 13, 2019, 10:17:11 Vormittag
Hallo Experten für „schiefe Beleuchtung“
Betrachtete Objekte  zeigen bei „Schiefer Beleuchtung“ Details, die weder im „Hellfeld“ (HL)  noch im „Dunkelfeld“ (DF) zu erkennen sind. Welche Details dabei erkennbar sind, hängt nach meiner Erfahrung davon ab, aus welcher Richtung das Licht auf das Objekt trifft.
Bei  „ringförmiger, schiefer Beleuchtung“, bei der das Objekt aus allen Richtungen gleichmäßig „schief“ beleuchtet wird, sind diese Details allerding nur unzureichend zu erkennen. Ich habe mir deshalb „provisorisch“ eine Beleuchtungshilfe gebaut, bei der ich eine de-zentrierte Iris-Blende entlang des Sehfeldrandes führen kann und so aus unterschiedlicher Richtung ein im Zentrum des Sehfeldes gelegenes Objekt „schief“ beleuchten kann. Durch Zusammenlegung der Bilder, aus unterschiedlichen Richtungen „schief beleuchtet“, erhalte ich dann ein Bild, das (fast) alle Details enthält. 
Das Arbeiten mit meinem „ Provisorium“ ist jedoch sehr mühsam. Reproduzierbare Ergebnisse lassen
sich damit nur sehr schwierig realisieren. Das, was ich benötige, ist eine mechanische Einrichtung, die eine dezentrierbare und drehbare (360°) Irisblende hat. Diese Einrichtung soll auf den Lichtaustritt meines Leitz-Ortholux I befestigt/aufgelegt werden. Die Größe der Öffnung der Irisblende und der Grad der Dezentrierung  ist abhängig vom jeweiligen Objektiv, mit der Möglichkeit, die Irisblende um 360° zu drehen, soll die jeweilige Richtung der „Schiefen Beleuchtung“ eingestellt werden. Mir scheint, dass  das zu realisieren, eine für einen erfahrenen Bastler, von denen es  ja hier im Forum viele gibt, recht einfach ist.
(Das  Prinzip wird auch im „Großen, ABBEschen  Beleuchtungsapparat“ genutzt. M.W. wird hier nicht die dezentrierte Blende sondern der Tisch gedreht. Leitz hat derartige „Apparate“ auch bei Pol-Mikroskopen  mi t Drehtisch eingesetzt.)
Hat jemand das oben beschriebene Prinzip der „Schiefen Beleuchtung“ mal realisiert?
Hat jemand eine Idee, wie man eine oben beschriebene Apparatur für das Ortholux I bauen kann?
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Silber_und_Licht am August 13, 2019, 10:46:18 Vormittag
Moin Carlos!

Nein, beim großen "Abbé" wird sehr wohl die exzentrisch gestellte Iris gedreht. Grundsätzlich würde ich mich aber mal über die "Kreutz´sche Blende" informieren. Martin Kreutz hat sich diese vor gefühlt etwa 70 Jahren ausgedacht und stellte sie anlässlich eines Vortrags in Hagen auf den Mikroskopie-Tagen vor. Seine (und auch später meine eigenen) Ergebnisse sind bestechend schön. Allerdings benötigst Du für das Ortholux I einen Hellfeld-Kondensor herkömmlicher Bauart. Mit dem Berek-Kondensor ist das schlecht zu realisieren.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine ringförmige schiefe Beleuchtung mit dem Heine-Kondensor zu realisieren und mittels eines Kreis-Segments aus schwarzer Pappe beispielsweise, drehbar auf den Lichtaustritt gelegt um einen Teil des Lichtrings auszublenden, oder - noch besser - direkt unter den Lichteintritt klemmen. Es gab/gibt sogar eine Klemmhalterung für so etwas.

Zum dritten hat Bruno Wirtz (im Mikrokosmos beschrieben) vor langen Jahren sehr ansprechend gute Ergebnisse erzielt, indem er das Licht mit einem kleinen, drehbaren Spielkasten auf dem Lichtaustritt des Ortholux I bzw. seines Selbstbaus schräg in den Kondensor eintreten ließ. Dieser Spiegelkasten lenkte das Licht zweimal um - erst 90° seitlich in die Horizontale und dann wieder mit variablem Spiegel schräg in Richtung optische Achse nach oben - und war um 360° drehbar, sodass er seine Diatomeen von allen Seiten unter schnell wechselndem Schieflicht betrachten konnte.

Es gab auch eine stellbare, auf den Lichtaustritt aufsetzbare Irisblende für das Ortholux I von LEITZ. Aber die habe ich noch nie in Realität irgendwo gesehen, kenne sie auch nur aus der Literatur. Allerdings sollte sie nach meinem Dafürhalten an dieser Stelle zumindest in Verbindung mit einem Zweiblenden-Kondensor nicht zu allerbesten Ergebnissen führen.

Freundliche Grüße vom

Wolfgang
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: ortholux am August 13, 2019, 11:20:23 Vormittag
Es gab auch eine stellbare, auf den Lichtaustritt aufsetzbare Irisblende für das Ortholux I von LEITZ. Aber die habe ich noch nie in Realität irgendwo gesehen

Die ist tatsächlich nicht häufig, aber damit klar ist, wonach gesucht wird:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/254382_32001227.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures010/254382_19575591.jpg)

Wolfgang
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 13, 2019, 12:34:01 Nachmittag
Hallo Wolfgang (S. + L.),
Zitat
Es gab auch eine stellbare, auf den Lichtaustritt aufsetzbare Irisblende für das Ortholux I von LEITZ. Aber die habe ich noch nie in Realität irgendwo gesehen, kenne sie auch nur aus der Literatur. Allerdings sollte sie nach meinem Dafürhalten an dieser Stelle zumindest in Verbindung mit einem Zweiblenden-Kondensor nicht zu allerbesten Ergebnissen führen.
Mein „Provisorium“ arbeitet genau so! Das Teil habe ich, wie Du, noch nie in Realität, geschweige denn als Angebot, gesehen. An Leitz-Kondensoren habe ich einige. Gute Ergebnisse habe ich mit dem „Badewannen-Kondensor“ (wie auch mit einem Phako-Kondensor in Hellfeldstellung) erreicht.
Hallo Wolfgang  (Ortholux),
Ja, genau das Teil suche ich!
„Original“ von Leitz wäre zwar schön, muss aber nicht sein. So kompliziert sieht das doch nicht aus! Müsste man doch sicher nachbauen/nachstellen können (z.B. mit 3D-Druck-Teilen).
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: olaf.med am August 13, 2019, 12:52:04 Nachmittag
Das  sollte  man doch leicht aus einem alten Kondensor, in dem ja genau  eine solche  Einrichtung verbaut ist, machen  können.

Herzliche Grüße, Olaf
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 13, 2019, 13:22:14 Nachmittag
Hallo Olaf,
Zitat
Das  sollte  man doch leicht aus einem alten Kondensor, in dem ja genau  eine solche  Einrichtung verbaut ist, machen  können.
In welchem Kondensor ist denn "eine solche Einrichting verbaut"? Und wer ist "man"? Ich schaffen das nicht! Deshalb suche ich nach Hilfe!
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: knipser009 am August 13, 2019, 13:33:12 Nachmittag
hallo Carlos

der Lomo Abbe Kondensor OI 14 hat eine solche Möglichkeit

http://mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/OI-14.pdf
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: ortholux am August 13, 2019, 13:43:25 Nachmittag
Der Abbe'sche Beleuchtungsapparat, zu finden an verschiedensten Leitz-Hufeisenstativen, ist mechanisch identisch. Nur die Steckhülse für die Lichtaustrittsöffnung des Ortholux fehlt.

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=20190.0

Wolfgang
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: olaf.med am August 13, 2019, 16:54:13 Nachmittag
Hallo  Carlos,

Kondensor von Wolfgang,  Anpassung durch  mich wäre möglich.

Herzliche Grüße,

Olaf
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: RainerTeubner am August 13, 2019, 17:36:42 Nachmittag
Hallo,

 den Mikrokosmos-Artikel von Bruno Wiertz findet ihr in der Anlage:

Viel Spaß bei der Lektüre!

Rainer
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Werner am August 13, 2019, 18:11:11 Nachmittag
Statt die Blende zu verschieben, müßte doch auch die Verschiebung des gesamten Lichtbündels bei fester Blende funktionieren. Das könnte man mit einer schwenkbaren Planplatte realisieren.
Z.B. eine Stück 2 cm dicke Plexiglasplatte oder ersatzweise ein Stapel Objekttrager, mit Immersionsöl zusammengelebt.

Nur so als Anregung - Werner
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 13, 2019, 18:59:29 Nachmittag
Hallo,

bezüglich der Bildwirkung ist es ein deutlicher Unterschied, ob man Schieflicht in der Aperturblendenebene erzeugt, oder durch ein wie auch immer geartetes Neigen des Lichtbündels deutlich unterhalb dieser Ebene. Im ersten Fall lassen sich die ausgeprägteren Effekte erzielen.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 13, 2019, 21:51:53 Nachmittag
Hallo Olaf/Wolfgang,
Zitat
Kondensor von Wolfgang,  Anpassung durch  mich wäre möglich.
Interessantes Angebot. Das wäre sicher das, was mir vorschwebt.  Ich melde mich bei euch in Kürze per PN, um Details zu klären. (Kann aber etwas dauern. Ich bin nicht mehr der Schnellste.)
Danke und Gruß  Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: ortholux am August 13, 2019, 21:56:34 Nachmittag
Hallo Olaf/Wolfgang,
Zitat
Kondensor von Wolfgang,  Anpassung durch  mich wäre möglich.
Interessantes Angebot. Das wäre sicher das, was mir vorschwebt.  Ich melde mich bei euch in Kürze per PN, um Details zu klären. (Kann aber etwas dauern. Ich bin nicht mehr der Schnellste.)
Danke und Gruß  Carlos

Haaaaalt!!! Die Idee ist gut, aber in Ermangelung eines Abbe'schen Beleuchtungsapparates leider nur eine Idee.

Ich kann Dir nur empfehlen, bei ebay die Augen aufzuhalten. Je nach Zustand kostet ein Hufeisenstativ zwischen 40 und 120 €. Und irgendwann kommt eins mit Abbe'schem Beleuchtungsapparat.

Ich halt auch mal die Augen auf.

'nacht
Wolfgang
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Peter V. am August 13, 2019, 22:03:30 Nachmittag
Hallo,

ich gebe auch noch einmal zu bedenken, was Lupus angemerkt hat: Wäre es nicht besser, den Eingriff in den Strahlengang in der Aperturblendenebene durchzuführen? (wie auch immer man das konstruiert). H i e r erzielt man die besten Ergebnisse!
Ein sehr gutes Schieflicht kann man übrigens mit dem normalen Phasenkontrastkondensor 402a erzielen, wenn man eine Stellung zwischen den einzelenen Ringblenden anwählt. Das wäre übrigens meine Präferenz.

Herzliche Grüße
Peter


Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 13, 2019, 22:17:53 Nachmittag
Hallo Wolfgang,
Danke für die Antwort. Erspart mir derzeit eine ausführliche PN.
Zitat
Ich kann Dir nur empfehlen, bei ebay die Augen aufzuhalten. Je nach Zustand kostet ein Hufeisenstativ zwischen 40 und 120 €. Und irgendwann kommt eins mit Abbe'schem Beleuchtungsapparat.
Ich halt auch mal die Augen auf.

Danke, ich suche bei ebay seit einiger Zeit auch danach, bisher ohne Erfolg. Meine Hoffnung war, dass hier im Forum jemand so ein Teil abgeben kann oder zumindest für eine Zeit gegen Leihgebühr verleihen kann. Die Hülse zur Befestigung  am Ortholux wäre sicher das kleinere Problem. (Oder Olaf?) Das würde es mir wahrscheinlich wert sein.
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: ortholux am August 13, 2019, 22:35:16 Nachmittag
Lieber Carlos,

zum Ausprobieren kann ich Dir gerne das Leitz-Teil für‘s Ortholux leihen. Dann kannst Du immer noch entscheiden.

Wolfgang
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 13, 2019, 22:36:11 Nachmittag
Hallo Peter,
Zitat
ich gebe auch noch einmal zu bedenken, was Lupus angemerkt hat: Wäre es nicht besser, den Eingriff in den Strahlengang in der Aperturblendenebene durchzuführen? (wie auch immer man das konstruiert). H i e r erzielt man die besten Ergebnisse!
Ein sehr gutes Schieflicht kann man übrigens mit dem normalen Phasenkontrastkondensor 402a erzielen, wenn man eine Stellung zwischen den einzelenen Ringblenden anwählt. Das wäre übrigens meine Präferenz.
Beides stimmt. Schieflicht mit dem Kondensor 402a funktioniert meist sehr gut aber nur aus einer zwei Richtungen. Mein „Provisorium“ dagegen zeigt, dass bei einem zum Objekt senkrechtem, parallelem, Strahlenbündel, das ja auch die dezentrierte Blende senkrecht trifft, ein sehr gutes „Schieflicht-Bild“ entsteht, egal wo die dezentrierte Blende steht.
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: andr_brno am August 13, 2019, 22:48:51 Nachmittag
Mit einer gewissen Bitternis möchte ich anmerken, dass ich die Abbe'sche Beleuchtung oder das famose Teil von Wolfgang schon seit Jahren suche, erfolglos. Ich behelfe mir mit drehbaren Kartonblenden auf der Lichtaustrittsöffnung (praktisch: das Glas des ersten Ortholux I kann man in der Lichtaustrittsöffnung des zweiten Ortholux I Stativs ermangels Indexstifts drehen), die aber für jedes Objektiv maßgefertigt sein müssen. Einen ähnlichen, aber qualitativ nicht vergleichbaren Effekt erzielt das Verschieben (Herausziehen) der Leuchtfeldblende bei Verwendung des Berek-Kondensors.
Grüße
Andreas
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Silber_und_Licht am August 13, 2019, 22:56:54 Nachmittag
Moin!

Auch wenn man mich der Wiederholung zeiht: die nach meiner Erfahrung beste Schiefe Beleuchtung erziehlt man mit der Kreutz'schen Blende. Zudem ist sie, mit einem kleinen Griff versehen, in ihrer Filterschublade (unter den 600er Kondensor zu klemmen) um 270 Grad drehbar und problemlos herstellbar. Man benötigt ein 32er Mattglas oder etwas Mattfolie, wenn nur ein Klarglas vorhanden, etwas schwarze Folie, ein oder zwei Stanzeisen passender Größe oder eine Kreisschablone und ein Federmesserchen und etwas Bastelwillen. Dazu für einen Griff etwas Draht und Klebstoff - oder man arbeitet gleich einen "Tischtennisschläger" aus dem Hause LEITZ passend für den o.a. Filterhalter um.

.... man könnte sich auch den ungarischen "3D-Superkondensor" nach Zselionka & Kiss beschaffen. Hat Gerd Göke in Hagen ausführlich besprochen und im Mikrokosmos einen Anleitung zur Improvisation gegeben (Mikrokosmos 87(3) S.163 / 1998). Er hat in den 90ern die Photobörsen vielfach bereichert und ich konnte mir damals leicht einen beschaffen. Das Teil produziert natürlich kein 3D-Bild, sondern ein exzellentes Schieflicht-Reliefbild, das nur so aussieht als ob. Dies aber ohne Gradienten (wie die Kreutz'sche Blende übrigens auch, wenn sie richtig gemacht ist) und ich meine, er sollte bei "das böse Wort" mit etwas Geduld zu bekommen sein.

Ich persönlich halte von der unten auf die Lichtaustrittöffnung aufgebrachte Blenden, als Resultat meiner eigenen ausführlichen Experimente, nicht viel. Die anderen Manipulationen finden in der Aperturblendenebene statt und nur dort bringen sie auch beste Ergebnisse.

Freundliche Grüße vom

Wolfgang
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 14, 2019, 00:05:04 Vormittag
Hallo Wolfgang (S. L.)
Ich bin wahrscheinlich noch nicht lange genug in diesem Forum.  Aber Deine Ausführungen:
Zitat
die nach meiner Erfahrung beste Schiefe Beleuchtung erziehlt man mit der Kreutz'schen Blende. Zudem ist sie, mit einem kleinen Griff versehen, in ihrer Filterschublade (unter den 600er Kondensor zu klemmen) um 270 Grad drehbar und problemlos herstellbar. Man benötigt ein 32er Mattglas oder etwas Mattfolie, wenn nur ein Klarglas vorhanden, etwas schwarze Folie, ein oder zwei Stanzeisen passender Größe oder eine Kreisschablone und ein Federmesserchen und etwas Bastelwillen. Dazu für einen Griff etwas Draht und Klebstoff - oder man arbeitet gleich einen "Tischtennisschläger" aus dem Hause LEITZ passend für den o.a. Filterhalter um.
verstehe ich nicht.
Ebenso ist für mich folgende Schlussfolgerung nicht nachvollziehbar:
Zitat
Ich persönlich halte von der unten auf die Lichtaustrittöffnung aufgebrachte Blenden, als Resultat meiner eigenen ausführlichen Experimente, nicht viel. Die anderen Manipulationen finden in der Aperturblendenebene statt und nur dort bringen sie auch beste Ergebnisse.
Stell doch mal Bilder von Diatomeen ein, an denen man die von Dir gemachten Erfahrungen (mit Erklärungen!) erkennbar sind. Das würde mir sehr helfen. (Vielleicht liege ich ja mit meinen Überlegungen völlig falsch!)
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Peter V. am August 14, 2019, 08:30:16 Vormittag
Hallo Carlos,

was verstehst Du denn nicht? Hier eine Beschreibung der Kreutz-Blende (https://de.wikipedia.org/wiki/Kreutzblende). Wolfgang meint, dass man eine solche Blende in eine "tischtennisschlägerartige"  Fassung - wie sie auf diesem Bild (https://www.picclickimg.com/d/l400/pict/233154870579_/Pol-Filter-Klemmhalter-Polarisator-Analysator-Rundfassung-Schieber.jpg) für einen Polarisator zu sehen ist - einlegt. Oder sich einen solchen Halter aus Draht selbst zurechtbiegt.
Diese wird dann in den Filterhalter, den man ebenso auf diesem Bild sieht, platziert und ist in diesem in einem gewissen Winkel drehbar. Der Filterhalter selbst kann unter jeden Leitz Wannen- oder Revolverkondensor geschraubt werden.

So ganz verstehe ich Deinen "Unglauben" nicht, Carlos. Es ist doch keine Neuigkeit, dass man eine schiefe Beleuchtung am besten in der Aperturblendeneben oder möglichst in der Nähe derselben erzeugt und nicht in der Ebene der Leuchtfeldblende.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 14, 2019, 08:56:48 Vormittag
Hallo Carlos,

Zitat
Mein „Provisorium“ dagegen zeigt, dass bei einem zum Objekt senkrechtem, parallelem, Strahlenbündel, das ja auch die dezentrierte Blende senkrecht trifft, ein sehr gutes „Schieflicht-Bild“ entsteht, egal wo die dezentrierte Blende steht.
das ist jetzt definitiv kein Schieflicht. Wir reden momentan von kontrastverstärkenden Methoden bei Phasenobjekten. Die sich ergebende Kontrastdarstellung ist naturgemäß nie ganz objektgetreu, aber man kann bei definierten Verfahren wie Phasenkontrast und DIC das Bild eindeutig interpretieren. Schieflicht ist ein guter Ersatz für DIC, da man damit im Gegensatz zum Phasenkontrast ebenfalls den Phasenverlauf plastisch durch eine Art Reliefdarstellung sichtbar machen kann. Das möglichst realitätsnahe Relief entsteht beim Schieflicht dadurch, das im beleuchtenden Licht alle Winkel von senkrechtem Licht bis zum max. Aperturwinkel des Kondensors enthalten sind, jedoch beschränkt auf eine Seite. Dann wird selbst ein symmetrisches Phasenobjekt wie z.B. ein linsenförmiger Öltropfen aufgrund der entstehenden Interferenzeffekte (eine Hälfte der Lichtinformation fehlt zur Ergänzung der Hintergrundhelligkeit) plastisch dargestellt. Und deshalb ergibt sich genau die "Kreutzblende", die wie ein 3/4Mond aussieht. Das wusste man schon im 19.Jh., seitdem gibt es diese Blenden oder verschiebbare Irisblenden im Kondensor. Das "neue" an der Kreutzblende war übrigens nur die zusätzliche Verwendung einer Mattscheibe in der Blendenebene

Nur wenn die Aperturblende in der Ebene der vorderen Kondensorbrennebene liegt, tritt der Effekt kontrollierbar auf. Denn genau dann und nur dann lässt sich der Beleuchtungswinkel nach Wunsch steuern. Das sind schlicht Grundlagen der Optik. Und daher funktioniert ein Phasenkontrastkondensor auch optimal für diesen Zweck, da bei ihm prinzipbedingt die Phasenblenden in der Brennebene liegen, sonst würde man die Blenden in der hinteren Objektivbrennebene nicht zur Deckung bringen. Übrigens ist die Aperturblende bei vielen einfacheren Kondensoren gerade nicht in der Brennebene (meist Kondensoren für kritische Beleuchtung), hier funktioniert die Aperturblende nur teilweise wie sie theoretisch soll - in der Praxis aber kein Problem.

Wenn man die AB stärker schließt entsteht bekanntlich ebenfalls eine Kontrastverstärkung mit zunehmenden Artefakten - egal ob zentriert oder verschoben. Das Beleuchtungslicht wird dabei kohärenter und Interferenzeffekte steigen bis zur Unkenntlichkeit an jeder Art Objektstruktur an. So kann man natürlich Dinge an Diatomeen sichtbar machen, die zwar vorhanden sind, aber ganz anders aussehen. Wissenschaftlich ist das nicht.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Silber_und_Licht am August 14, 2019, 09:45:50 Vormittag
Hallo Carlos,

was verstehst Du denn nicht? Hier eine Beschreibung der Kreutz-Blende (https://de.wikipedia.org/wiki/Kreutzblende). Wolfgang meint, dass man eine solche Blende in eine "tischtennisschlägerartige"  Fassung - wie sie auf diesem Bild (https://www.picclickimg.com/d/l400/pict/233154870579_/Pol-Filter-Klemmhalter-Polarisator-Analysator-Rundfassung-Schieber.jpg) für einen Polarisator zu sehen ist - einlegt. Oder sich einen solchen Halter aus Draht selbst zurechtbiegt.
Diese wird dann in den Filterhalter, den man ebenso auf diesem Bild sieht, platziert und ist in diesem in einem gewissen Winkel drehbar. Der Filterhalter selbst kann unter jeden Leitz Wannen- oder Revolverkondensor geschraubt werden.

So ganz verstehe ich Deinen "Unglauben" nicht, Carlos. Es ist doch keine Neuigkeit, dass man eine schiefe Beleuchtung am besten in der Aperturblendeneben oder möglichst in der Nähe derselben erzeugt und nicht in der Ebene der Leuchtfeldblende.

Herzliche Grüße
Peter

Hallo Peter,

Danke! für Deine erklärenden Worte.

Zu meinen eigenen Bildern: Ich habe diese ausgiebigen Versuche zu Zeiten gemacht, als für mich die Digital-Knipserei mangels gebotener Qualität noch in weiter Ferne lag und eine DIC-Einrichtung für mein Ortholux I und fürs Panphot II zu bekommen ähnlich wahrscheinlich war wie 6 Richtige im Lotto. Vom Preis mal ganz abgesehen.

Daher müsste ich erst Negative und Dias heraussuchen, digitalisieren und dann hier einstellen. Dazu fehlt mir aktuell die Zeit und - um ganz ehrlich zu sein - auch die Lust. Carlos hat etwas gefragt, ich habe meine Erfahrungen dazu erläutert, weitergehende Literatur über die Kreuz´sche Blende und die anderen Vorschläge aufsuchen und lesen, sowie ausprobieren muss er schon selbst. Ich denke es ist (s)eine Liebhaberei?

Freundliche Grüße

Wolfgang
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: rhamvossen am August 14, 2019, 10:46:17 Vormittag
Hallo,

Das man die beste Ergebnisse in die Aperturblendenebene hat wage ich zu bezweifelen. Ich hab mal ein Paar Methoden getestet:

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=22261.msg165630#msg165630

Ich finde das Ergebnis mit Methode 4 besser als mit Methode 3 (Aperturblendenebene). Das war am Zeiss Standard. Aber auch am Dialux II kan man mit eine zuzätzliche Linse auf die  Lichtaustrittöffnung gute Ergebnisse erreichen, das Bild zeigt eine Mischung von verschiedene Pollenkörner. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Peter V. am August 14, 2019, 11:15:40 Vormittag
Hallo Rolf,

die Hilfslinsenfassung ist aber doch auch nicht soooo weit von der Aperturblendenebene entfernt, oder? Jedenfalls deutlich näher daran als an der Leuchtfeldblendenebene.

Hezrliche Grüße
Peter
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: rhamvossen am August 14, 2019, 11:29:54 Vormittag
Hallo Peter,

Zitat
die Hilfslinsenfassung ist aber doch auch nicht soooo weit von der Aperturblendenebene entfernt, oder?

OK, das stimmt. Ich dachte  das  gemeint war: genau in die Aperturblendenebene. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 14, 2019, 11:50:48 Vormittag
Hallo Rolf,

was ist das Kriterium für besser?

Und offensichtlich ist das Bild der Methode 3 nicht mit dem der Methode 4 vergleichbar, bei ersterer ist die Abblendung hinsichtlich des zentralen Anteils deutlich anders.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: rhamvossen am August 14, 2019, 13:19:11 Nachmittag
Hallo Hubert,

Zitat
was ist das Kriterium für besser?

Das sieht man wenn man sich die Bilder etwas genauer anschaut. Die unterste Reihe ist die Hilflinse Methode, die Bilder sind deutlich farbneutraler. An den Rändern und in der Mitte sieht man mit Methode 3 leichte Farbsaume, mit Methode 4 sind die kaum bis gar nicht zu sehen. Und es handelt sich hier um ein einfacher alten 40er Achromat.  Und die Auflösung ist besser mit Methode 4.  Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 14, 2019, 14:12:22 Nachmittag
Hallo Rolf,

die Aussage dass die Blende in der Ebene der Aperturblende liegen soll (genauer in der vorderen Brennebene) bezieht sich auf die dort exakte Einstellbarkeit der Beleuchtungswinkelverteilung. Das heißt nicht dass eine moderate Abweichung davon nicht funktioniert - es kommt schlichtweg darauf an, wie dann im Ergebnis die Intensitätsverteilung in der Aperturblendenebene konkret aussieht.

Bei der Methode 3 sieht man am rechten Bild im originalen Thread, dass die Lichtverteilung im Vergleich zur Methode 4 relativ schlecht ist. Da fehlt der zentrale Bereich des Lichtbündels, der dann nicht zur Bildentstehung und Auflösung beitragen kann. Irgendwie sollte auch die durchscheinende Farbe der abgeblendeten Bereiche nicht sein. Dagegen hat die Methode 4 fast die optimale Form der Intensitätsverteilung, abgesehen von dem Streulicht.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: rhamvossen am August 14, 2019, 15:22:25 Nachmittag
Hallo Hubert,

Zitat
Irgendwie sollte auch die durchscheinende Farbe der abgeblendeten Bereiche nicht sein

Es ist das Streupräparat von P angulatum wodurch die Regenbogenfarben entstehen. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 14, 2019, 21:54:55 Nachmittag
Hallo zusammen,
Die Beiträge von Hubert,
Zitat
bezüglich der Bildwirkung ist es ein deutlicher Unterschied, ob man Schieflicht in der Aperturblendenebene erzeugt, oder durch ein wie auch immer geartetes Neigen des Lichtbündels deutlich unterhalb dieser Ebene. Im ersten Fall lassen sich die ausgeprägteren Effekte erzielen.
Peter (V.),
Zitat
ich gebe auch noch einmal zu bedenken, was Lupus angemerkt hat: Wäre es nicht besser, den Eingriff in den Strahlengang in der Aperturblendenebene durchzuführen? (wie auch immer man das konstruiert). H i e r erzielt man die besten Ergebnisse!
Wolfgang (S.+L.),
Zitat
… Ich persönlich halte von der unten auf die Lichtaustrittöffnung aufgebrachte Blenden, als Resultat meiner eigenen ausführlichen Experimente, nicht viel. Die anderen Manipulationen finden in der Aperturblendenebene statt und nur dort bringen sie auch beste Ergebnisse.
wieder Peter (V.),
Zitat
So ganz verstehe ich Deinen "Unglauben" nicht, Carlos. Es ist doch keine Neuigkeit, dass man eine schiefe Beleuchtung am besten in der Aperturblendeneben oder möglichst in der Nähe derselben erzeugt und nicht in der Ebene der Leuchtfeldblende.
Hubert, auf meine Aussage:
„Mein „Provisorium“ dagegen zeigt, dass bei einem zum Objekt senkrechtem, parallelem, Strahlenbündel, das ja auch die dezentrierte Blende senkrecht trifft, ein sehr gutes „Schieflicht-Bild“ entsteht, egal wo die dezentrierte Blende steht.“
Zitat
das ist jetzt definitiv kein Schieflicht
haben mich doch sehr verunsichert.
Dagegen Rolf (Rhamv.)
Zitat
Das man die beste Ergebnisse in die Aperturblendenebene hat wage ich zu bezweifelen
Hat mich ermutigt, noch einmal sehr gründlich meine Arbeitshypothese anhand des Buches „Dieter Gerlach, Das Lichtmikroskop“ zu überprüfen. (Mein Wissen basiert auf dem darin zu „schiefer Beleuchtung“ Ausgeführten und Beiträgen mit Erklärungen und Bildern von Rolf (Rhamv.)hier im Forum.)
Ergebnis:
1.   Die Aperturblende des Kondensors wird bei „schiefer Beleuchtung“ nicht dezentriert, sie soll voll geöffnet sein.
2.   Dezentriert und, je nach Objektiv und Objekt mehr oder weniger verkleinert wird die Leuchtfeldblende. Dies ist auch wesentlich beim „großen ABBE`schen Beleuchtungsapparat“.
3.   Die Leuchtfeldblende bei einem meiner Ortholux I Mikroskope ist im Stativfuß deutlich vor dem Umlenkspiegel zum Lichtaustritt. Mein anderes Ortholux I Mikroskop hat keine Leuchtfeldblende. Die sitzt hier im Berek-Zweiblenden-Kondensor. Hier kann ich aber auch mit anderen Kondensoren arbeiten, wenn ich in den Lichtaustritt eine passende Irisblende einsetze.
4.   Durch Dezentrierung und Verkleinern der Irisblende an dieser Stelle (und voll geöffneter Aperturblende im Kondensor) in beiden Mikroskopen erhalte ich schiefe Beleuchtung. Das hat mit der „Aperturblenden-Ebene  nichts zu tun. Anstelle der (runden) Irisblende kann man auch andere Formen von Blenden einsetzen/auflegen, deren Form dann Einfluss auf das „Schieflichtbild“ haben.
So jedenfalls meine Zusammenfassung zum Thema „schiefe Beleuchtung“. ( Hat leider etwas gedauert.)
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Jürgen Boschert am August 14, 2019, 23:19:24 Nachmittag
Hallo Carlos,

beim großen Abbe´schen Beleuchtungsapparat wird definitiv die Aperturblende dezentriert, eine Leuchtfeldblende war ursprünglich nicht vorgesehen, die wurde erst später von August Köhler aus Darmstadt eingeführt.

Gruß !

JB
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 15, 2019, 10:16:24 Vormittag
Hallo JB,
Zitat
beim großen Abbe´schen Beleuchtungsapparat wird definitiv die Aperturblende dezentriert,
Das stimmt. Ich habe mich, wie ich jetzt feststelle, nicht klar genug ausgedrückt. Gemeint habe ich, dass die Dezentrierung einer Blende auch beim „großen Abbe´schen Beleuchtungsapparat“  für  „schiefe Beleuchtung“ wesentlich ist. Dass hier die Apertur-Blende dezentriert  wird, liegt nahe, weil man dies baubedingt gut kann. (Zusätzlich kann sie an dieser Stelle baubedingt in ihrer Ebene um 360° gedreht werden.)
In dieser Stellung funktioniert die Blende aber nicht als „Apertur-Blende“ sondern als „Schieflicht-Blende“. Die in mehreren Beiträgen geäußerte Meinung, dass eine „Schieflicht-Blende“  nur in der  „Apertur-Blenden-Ebene“ das „beste Ergebnis“ liefert, ist m.E. falsch.
Leitz hatte früher für das Ortholux I ein entsprechendes Zubehörteil für „schiefe Beleuchtung“, einzusetzen in die  Lichtaustrittsöffnung unterhalb des Kondensors, als weit entfernt von der „Apertur-Blenden-Ebene“ des Kondensors. Für „schiefe Beleuchtung“ wurde die Aperturblende  des Kondensors voll geöffnet. (und damit wirkungslos.)
Beim Ortholux I (wie auch bei vielen anderen Mikroskopen mit eigener Lichtquelle) tritt  parallele Licht Strahlung in den Kondensor ein. In diesen parallelen Lichtstrahl kann man, analog zur „unendlich Optik“, z.B. eine Leuchtfeld- oder eine „Schieflicht“-Blende an jeder Stelle einbauen. Deshalb kann die Schieflicht-Blende beim Ortholux auch in die Lichtaustrittsöffnung unterhalb des Kondensors ohne Nachteile eingesetzt werden.
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 15, 2019, 11:46:54 Vormittag
Hallo Carlos

Zitat
In dieser Stellung funktioniert die Blende aber nicht als „Apertur-Blende“ sondern als „Schieflicht-Blende“. 
Die "Schieflicht-Blende" ist dort nichts anderes wie eine Aperturblende, weil in der Aperturblenden-Ebene eines Kondensors, wie der Name ja schon sagt, die Beleuchtungsapertur und damit den Winkel des Lichtbündels exakt eingestellt bzw. erzeugt wird. Und somit ist auch der einseitig schräge Lichteinfall für Schieflicht durch eine unsymmetrische Blendenform einstellbar.

Wenn die Lage der "Schieflicht-Blende" bzw. der Aperturblende nicht exakt mit der Ebene der vorderen Brennpunktes des Kondensors übereinstimmt, dann ist die dabei entstehende Streuung des Beleuchtungswinkels meist gering oder kann vorteilhaft sogar weichere Übergänge erzeugen, analog wie die Mattscheibe bei der "Kreutzblende". Beim Leitz-Blendenaufsatz für das Ortholux liegt die Blendenebene schon relativ hoch, nur wenig unter dem Kondensor und damit praktisch auf Ebene der üblichen Kondensor-Filterhalter, die meist als Ersatz für solche Schieflichtblenden verwendet wird da man bei vielen Kondensoren nicht an die AB heran kommt. Das ändert aber nichts daran, dass die optimale Ebene zur Beleuchtungswinkeleinstellung die Aperturblende ist.

Zitat
Beim Ortholux I (wie auch bei vielen anderen Mikroskopen mit eigener Lichtquelle) tritt  parallele Licht Strahlung in den Kondensor ein. In diesen parallelen Lichtstrahl kann man, analog zur „unendlich Optik“, z.B. eine Leuchtfeld- oder eine „Schieflicht“-Blende an jeder Stelle einbauen. 
Das ist doch vollkommen falsch.

Hubert


Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Jürgen Boschert am August 15, 2019, 11:48:11 Vormittag
Hallo Carlos,

natürlich finktioniert die Iris beim großen Beleuchtungsapparat als Aperturblende, denn sie liegt ja in der nach ihr benannten Ebene. Die Sache mit den tiefer liegenden Blenden ist eben die, dass sie um so eher scharf im Bild ersdcheinen, je näher sie der Leuchtfeldblendenebene kommen. Die Aperturblendenebene ist  u.a. auch deshalb die am besten geeignete, weil hier eingebrachte Blenden -gleich welcher Art- ihr Abbild im Unendlichen haben und daher nicht scharf im Bild des Objektes erscheinen können.

Gruß !

JB
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: rhamvossen am August 16, 2019, 11:17:43 Vormittag
Hallo,

Ich habe noch mal etwas getestet am Leitz Dialux II, Leitz Fluotar-25.  Die Beschreibung spricht für sich. Das letzte Bild is eine normale Hellfeldaufname, zum Vergleich. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 16, 2019, 12:51:09 Nachmittag
Hallo Rolf,
Du zeigst mit deinen Bildern genau das, was ich eigentlich erwartet habe. (Ich habe schon mein „Provisorium“ umgebaut, um selber solche Bilder zu machen und zu zeigen. Das kann ich mir jetzt sparen. Danke!)
In Deinem Präparat meine ich, mehrere „Amphipleura pellucida“ Diatomeen erkannt zu haben. Die liegen z.T. in unterschiedlicher Richtung. Wenn man die mit einem „geölten“ Kondensor und einem „geöltem“ Objektiv, beide mit einer Apertur von >1,25, mit Schieflicht betrachtet, sieht man die Feinstruktur nur, wenn die Richtung des schiefen Beleuchtung stimmt.( Im Hellfeld sieht man sie nicht.)
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 16, 2019, 14:21:30 Nachmittag
Hallo Rolf,

ich habe mir erlaubt, Ausschnitte der Bilder zum Vergleich nebeneinander zu stellen. Ich kann eigentlich nicht erkennen, dass die Auflösung der Schieflichtbilder besser ist als bei normalem Hellfeld. Im Gegenteil werden Strukturen erzeugt, die so nicht vorhanden sind. Einen ähnlichen Kontrasteffekt kann man ja auch erreichen, indem man die Blende bei Hellfeld weiter schließt. Meiner Meinung nach ist das Schieflicht nur dann sinnvoll einzusetzen, wenn man dünne, transparente Phasenobjekte besser darstellen möchte. Und dann ist eben eine definierte Blende wichtig, um die Gratwanderung zwischen Reliefeffekt und Artefakte dosieren zu können. Die Blenden sind meiner Meinung nach bei den Beispielen zu weit geschlossen.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: rhamvossen am August 16, 2019, 14:51:30 Nachmittag
Hallo Hubert,

Zitat
ich habe mir erlaubt, Ausschnitte der Bilder zum Vergleich nebeneinander zu stellen. Ich kann eigentlich nicht erkennen, dass die Auflösung der Schieflichtbilder besser ist als bei normalem Hellfeld. Im Gegenteil werden Strukturen erzeugt, die so nicht vorhanden sind. Einen ähnlichen Kontrasteffekt kann man ja auch erreichen, indem man die Blende bei Hellfeld weiter schließt. Meiner Meinung nach ist das Schieflicht nur dann sinnvoll einzusetzen, wenn man dünne, transparente Phasenobjekte besser darstellen möchte. Und dann ist eben eine definierte Blende wichtig, um die Gratwanderung zwischen Reliefeffekt und Artefakte dosieren zu können. Die Blenden sind meiner Meinung nach bei den Beispielen zu weit geschlossen.

Um der Unterschied in  Auflösung zu zeigen ist dieses Präparat vielleicht weniger geeignet. Ich habe dieses Präparat gewahlt um auch das Relief Effekt zu zeigen. Das die Auflösung besser ist mit alle gezeigte Schieflichtvarianten im Vergleich mit Hellfeld ist klar, das ist deutlich zu sehen mit P angulatum und ein 40er Achromat. Ich habe aber keinen Lust mehr noch mehr Bilder ein zu stellen oder Tests zu machen. Es gibt hier Leute die nur reden, anderen kritisieren aber selber keine Experimenten machen. Und sie sind auch gar nicht zu überzeugen, was man auch macht. Ich finde das zu "billig". Kritik ist  OK, aber man sollte sich denn auch ein wenig anstrengen und selbst Experimenten machen. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 16, 2019, 15:37:44 Nachmittag
Hallo Rolf,

ich habe zu dem Thema Schieflicht schon unzählige Experimente gemacht. Das Bild zeigt eine Auswahl von Aperturblenden, mit denen ich vor Jahren diverse Präparate und deren Eignung für das Verfahren untersucht habe. Und um die Ergebnisse mit der Theorie zu vergleichen. Ich versuche die nächsten Tage, Beispiele zu zeigen.

Das ändert aber nichts daran, dass der Reliefeffekt jedenfalls meiner Meinung nach offensichtlich die Schalenstruktur nicht realistisch wiedergibt.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: rhamvossen am August 16, 2019, 16:09:55 Nachmittag
Hallo Hubert,

Zitat
Ich versuche die nächsten Tage, Beispiele zu zeigen

Das freut mich. Es gibt mich auch wieder Lust hier ein Bild ein zu stellen. P angulatum, Leitz 40er Achromat am Dialux II. Schieflichvarainten 1 und 2 wie beim vorherige Beitrag.

Zitat
dass der Reliefeffekt jedenfalls meiner Meinung nach offensichtlich die Schalenstruktur nicht realistisch wiedergibt

Ist das bei DIC auch nicht so?


Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 16, 2019, 16:24:54 Nachmittag
Hallo Rolf,

Zitat
Zitat
dass der Reliefeffekt jedenfalls meiner Meinung nach offensichtlich die Schalenstruktur nicht realistisch wiedergibt
Ist das bei DIC auch nicht so?

Das kann da natürlich auch so sein. Es hängt halt davon ab, was man beabsichtigt. Wenn ich eine Kontrastmethode nur dazu verwende, um mir ein bestimmtes Detail genauer anzusehen, dann spricht natürlich nichts dagegen, auch wenn der Rest des Bildes nicht mehr gut ist. Aber beim Thema Artefakte bin ich ziemlicher Purist. Ein Relief nur aus gestalterischen Gründen zu erzeugen, ohne dass es die Struktur sinnvoll wiedergibt, ist für mich jedenfalls nicht akzeptabel. Wenn ich das Relief dazu erzeuge, um eine schwach erkennbare Phasenstruktur verständlich zu machen, dann macht es auf jeden Fall Sinn.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 16, 2019, 19:35:19 Nachmittag
Hallo Hubert,
Zitat
Die Blenden sind meiner Meinung nach bei den Beispielen zu weit geschlossen.
Welche „Blenden“ sind denn gemeint? Ich gehe davon aus, dass bei allen „Schieflicht-Varianten“ von Rolf die Aperturblende des Kondensors voll geöffnet ist.
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 16, 2019, 20:03:43 Nachmittag
Hallo Carlos,

es sind die "Schieflichtblenden" gemeint. Auf den Fotos der Objektiv-Blendenebene sieht man ja die effektive Aperturblende (abgesehen vom Dunkelfeldanteil).

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 16, 2019, 20:51:30 Nachmittag
Hallo Hubert,
Zitat
es sind die "Schieflichtblenden" gemeint.
Das habe ich mir gedacht. Wenn ich die für Deine Versuche eingesetzten „Schieflicht-Blenden“  (siehe Bild) betrachte, hast Du mit verschiedenen Formen der Schieflicht-Blende experimentiert. Das aus den Blenden austretende Licht ist dabei sowohl in der Form wie auch in der  „Menge“ unterschiedlich. Meinst Du also die Form der von Rolf verwendeten Schieflicht-Blenden, die durchgehende „Lichtmenge“  oder beides.
In dem „Großen, Abbe`schen Beleuchtungsapparat“ wie auch in dem Leitz-Zusatzteil für „schiefe Beleuchtung“ wird eine Irisblende dezentriert. Die ist mehr oder weniger „kreisförmig“ und kann definiert geschlossen, dezentriert  und gedreht werden.
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 16, 2019, 21:24:32 Nachmittag
Hallo Carlos,

die Lichtmenge ist doch egal, wie beim normalen Abblenden der Aperturblende kann man schließlich zur Kompensation die Beleuchtung aufdrehen. Es ging mir darum, wie weit das Licht räumlich bis zur Kondensormitte bzw. darüber hinaus abgeblendet wird.

Normalerweise reicht die dezentrierte Kreisblende vollkommen. Ich habe die unterschiedlichen Blendenformen verwendet, um Effekte zu testen. Es kann ja auch darum gehen, wie selektiv die Kontrastwirkung senkrecht zur Haupteinfallsrichtung der Beleuchtung ist.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carsten Wieczorrek am August 17, 2019, 08:43:58 Vormittag
Hallo,
in dem großen Beleuchtungsapparat gibt es eine einschiebbare Zusatzblende, mit der man halbmondförmige Abbildungen der Apperturblende erzeugen kann.
Carsten
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 17, 2019, 09:26:51 Vormittag
Hallo,

Zitat
in dem großen Beleuchtungsapparat gibt es eine einschiebbare Zusatzblende, mit der man halbmondförmige Abbildungen der Apperturblende erzeugen kann.   
solche Blenden für Schieflicht waren schon sehr früh üblich, hier ein englischer Kondensor aus den 1870er Jahren mit halbmondförmiger Blende im Blendenrad (neben Dunkelfeldblenden).

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 17, 2019, 19:14:18 Nachmittag
Hallo Rolf,

ich zeige ein kleines experimentelles Beispiel für den Blendeneinsatz an einem reinem Phasenobjekt:

Vorab: Mir ging es nicht um irgendwelche Optimierung der Auflösung, sondern ausschließlich um das Schieflicht als Phasenkontrastverfahren. Die Auflösung im engeren Sinn lässt sich damit sowieso nicht erhöhen. Ich hatte hier als Phasenobjekt ein ungefärbtes dünnes Gewebepräparat mit minimalem Kontrast verwendet (siehe 1. Foto links oben im Bild, Hellfeld als vergrößerter Ausschnitt, Leitz Achromat 40/0.65). Es sind so gut wie keine Strukturen erkennbar. Die beiden rechts anschließenden Bilder zeigen den bekannten zunehmenden "Kontrast" von vorhandenen Strukturen bei zunehmend weiter zugezogener Aperturblende durch Interferenzeffekte. Damit lässt sich jedoch wenig anfangen, da sich der Bildeindruck beliebig durch minimales Fokussieren oder Verschieben des Kondensors verändert und das Ganze im Wesentlichen durch Beugungsartefakte bestimmt wird.

Links unten das Bildergebnis mit halbkreisförmiger Schieflichtblende, die Phasenstrukturen des Objektes zeigen den bekannten Reliefeffekt, der dürfte bei konstanter Dichte des Gewebes direkt die Dicke anzeigen. Die Blenden begrenzen mit ihrem Außenrand die maximale NA des Kondensors auf die NA des Objektives.

Rechts davon das Bild durch einen Halbkreisblende mit vergrößertem Blendenaußendurchmesser, d.h. mit Dunkelfeldanteil im Beleuchtungslicht. Nach meiner Erfahrung ist dabei der Kontrast eher schwächer, also ein Nachteil. Das Problem bei der Darstellung ist lediglich, dass die Abbildungen Aufgrund der Interferenzeffekte stark von der jeweiligen Fokussierung abhängen und der Zusammenhang daher nicht so eindeutig ist.

Weiter rechts eine verkleinerte Halbkreisblende, der Reliefkontrast wirkt verstärkt. Wenn man jedoch genau hin sieht muss man feststellen, dass durch die damit verbundene weitere Verkleinerung der Beleuchtungsapertur z.T. bereits erkennbare Artefakte entstehen.

Ganz rechts eine modifizierte Blende in Form eines Halbkreisringes, das Bild ist ähnlich wie bei der verkleinerten Halbkreisblende, zeigt jedoch eine andere Darstellung der Strukturen bei anderer Ausrichtung gegenüber der Hauptlichtrichtung.

Ganz links oben noch zum Vergleich eine Ringblende, der häufig eine höhere Auflösung zugesprochen wird. Die ergibt aber eigentlich nur andersartige Interferenzartefakte wie die zentriert abgeblendete Aperturblende (beide Fotos links daneben).

Ich wollte jetzt nur ein einfaches Beispiel zeigen. Man kann das Ganze natürlich beliebig verfeinern, z.B. durch Berücksichtigung des Bildeindruckes bei unterschiedlicher Fokussierung. Bei dickeren, ausgeprägteren Phasenobjekten ergeben sich weitere Effekte.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 18, 2019, 08:25:08 Vormittag
Hallo Hubert,
Zitat
Ich hatte hier als Phasenobjekt ein ungefärbtes dünnes Gewebepräparat mit minimalem Kontrast verwendet (siehe 1. Foto links oben im Bild, Hellfeld als vergrößerter Ausschnitt, Leitz Achromat 40/0.65).
Kannst Du bitte etwas mehr zu dem Präparat sagen? Ich gehe davon aus, dass es ein eingedecktes Präparat, zwischen Objektträger und Deckglas ist. Wie dick war das Gewebestück und wie dick war die Schicht zwischen Objektträger und Deckglas? Welchen Brechungsindex hatte das Eindeckmittel im Vergleich zu Glas und dem Gewebestück?
Mich wundert, dass Du für Deine Versuche kein in Form und Feinstruktur den meisten hier bekanntes Objekt wie eine  Diatomee oder Schmetterlings-Flügelschuppe genommen hast. Von diesen gibt es Bilder praktisch aller Beleuchtungsverfahren (von Auflicht bis DIK).
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 18, 2019, 09:05:11 Vormittag
Hallo Carlos,

was ist der Zweck Deiner Fragen zum Präparat? Wenn ich den genauen Brechungsindex des Gewebes kennen würde, wäre ich dem Nobelpreis etwas näher. Das spielt in dem Zusammenhang keine Rolle, ich habe dieses Präparat gewählt weil es einem idealen dünnen Phasenobjekt erkennbar sehr nahe kommt und daher feine Unterschiede in der Beobachtungsmethode besser erkennbar sind. Ich habe gesagt, dass es ein Beispiel ist.

Eine Flügelschuppe ist kein transparentes Phasenobjekt, und wie Diatomeen eher als Auflösungstestobjekt geeignet. Aber genau darum ging es in dem Beispiel nicht. Ich bilde mir ein, auch das erwähnt zu haben. Die Kontrastentstehung von lichtabsorbierenden Objekten ("Amplitudenobjekte") unterscheidet sich deutlich von reinen Phasenobjekten. Anscheinend bist Du ausschließlich an Diatomeen interessiert und nicht an dem Verfahren als solches. Und wenn es für diese Objekte schon alle Bilder gibt muss ich mich ja auch nicht mehr bemühen sie zu zeigen.  ;)

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 18, 2019, 10:11:38 Vormittag
Hallo Hubert,
Wie ich schon ganz zu Anfang geschrieben habe, geht es mir darum, Bilder aus unterschiedlicher Richtung mit einer in Form und Größe definierten Schieflichtblende aufzunehmen. Dazu verwende ich ein Präparat bestimmter Diatomeen, deren Form und Feinstruktur hinlänglich bekannt sind und von denen es Bilder praktisch aller Beleuchtungsmethoden gibt. (Allerdings nicht von Schieflicht mit Angabe der Richtung, Form und Größe der Schieflichtblende!).  Die Angaben zu Eindeckmittel und die Schichtdicke zwischen Deckglas und Objektträger schon bedeutend, weil sie Rückschlüsse auf die Erkennbarkeit der Diatomee und die mögliche Lage einer Diatomee in dieser Schicht zulässt.
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 18, 2019, 15:52:55 Nachmittag
Hallo Carlos,

Zitat
Wie ich schon ganz zu Anfang geschrieben habe, geht es mir darum, Bilder aus unterschiedlicher Richtung mit einer in Form und Größe definierten Schieflichtblende aufzunehmen.
Du hast das Thema doch schon vor über 2 Jahren hier thematisiert. Hast Du bisher keine Bilder? Schiefe Beleuchtung lässt sich eigentlich mit jedem Mikroskop machen.....

Der Brechungsindex des Eindeckmittels mag zwar für die Erkennbarkeit/maximale Auflösung von Diatomeen wichtig sein, aber nicht für mein Phasenpräparat.

Hier auf den Fotos noch eine schnelles Beispiel mit einer Diatomee (unbearbeitet ohne Kontrastverstärkung, starke Ausschnittsvergrößerung, Objektiv wie vorher):
Oben Hellfeld leicht abgeblendet, rechts noch ein kleines Bild mit geänderter Fokussierung auf zwei Öffnungen ganz am Rand.
Dann drei verschiedene Schieflichtblenden, die beiden letzten gleichartig aber um 90° gedreht.

Ich kann keinen Vorteil hinsichtlich der Auflösung erkennen. Die einzelnen runden Öffnungen am rechten Rand werden bei den Schräglichtaufnahmen eher verzerrt wiedergegeben. Und die diagonalen Strukturen zwischen den Öffnungen in der Schale dürften so auch nicht real sein, vor allen Dingen sollten sie dann nicht abhängig von der Blendenform sein - was aber bei Reliefbildung durch Schräglicht unvermeidlich ist. Die Rippen einer Diatomee dürften üblicherweise nicht diagonal sondern in Längsrichtung bzw. quer dazu verlaufen, wenn ich mich nicht irre.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: liftboy am August 18, 2019, 16:23:32 Nachmittag
Dem Manne kann geholfen werden!

ich habe hier noch einen Abbee-Kondensor zu liegen, den ich abgeben könnte. Wenn man die Frontlinse abschraubt. bleibt die Hülse mit Außen duchmessser 37mm°. Wenn man dann das Ganze umdreht, könnte es passen.

Grüße
Wolfgang

 
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Urs 123 am August 18, 2019, 17:05:54 Nachmittag
Hallo Carlos,
wenn Du von einem alten Leitz-Kondensor die Schlittenführung abnimmst (silbernen Ring links im Bild mit Stirnlochschlüssel oder Behelfswerkzeug abschrauben) erhältst Du eine Steckfassung mit 37,2 mm Durchmesser. Mit etwas selbstklebendem Aluband (Autobedarf im Baumarkt) und, wenn nötig, einem Tropfen Leim kannst Du Dir mit Wolfgangs Kondensor einen Abbe mit Schlittenführung basteln. Sollte die Zentrierung nicht stimmen, kannst Du auf den silbernen Ring verzichten. Der Schlitten ohne Ring hat eine Bohrung von 38,5 mm. Du brauchst dann mehr Aluband, kannst aber selber vorzentrieren.
Das Teil rechts im Bild ist mir mal zugelaufen. Es ist ein Adapter für Kondensoren mit Steckfassung 39,5 mm. Solche Konstruktionen hat es also von Leitz durchaus gegeben.
Herzliche Grüsse
Urs
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: liftboy am August 18, 2019, 19:30:19 Nachmittag
Hallo Carlos,

da sich inzwischen Interessenten für den Kondensor gefunden haben, bitte ich um kurze Info, ob Du ihn haben willst.

Grüße
Wolfgang
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 18, 2019, 19:38:40 Nachmittag
Hallo Hubert,
Genau solche Bilder, wie Du sie jetzt eingestellt hast, meine ich! Danke für`s Einstellen.
Zitat
Du hast das Thema doch schon vor über 2 Jahren hier thematisiert. Hast Du bisher keine Bilder? Schiefe Beleuchtung lässt sich eigentlich mit jedem Mikroskop machen.....
Stimmt! Gescheitert bin ich aber bisher daran, dass ich keine hinreichend reproduzierbare, schiefe Beleuchtung,  - gleiche Blenden-Größe und -Form, definierte Richtung - , einstellen konnte. Deshalb habe ich diesen Weg längere Zeit nicht mehr verfolgt (aber nicht vergessen).
Seit ich erfahren habe, dass es für das Ortholux ein entsprechendes Zubehörteil für „schiefe Beleuchtung“ gab, habe ich vergeblich danach (z.B. bei Ebay) gesucht. (Deshalb  „Apparat “).
Zitat
Und die diagonalen Strukturen zwischen den Öffnungen in der Schale dürften so auch nicht real sein, vor allen Dingen sollten sie dann nicht abhängig von der Blendenform sein - was aber bei Reliefbildung durch Schräglicht unvermeidlich ist.
M.E. zeigen Deine Bilder, dass „Schieflicht“ deutlicher Strukturen hervorhebt als „Hellfeld“.   Wenn man Dein Hellfeld-Bild länger betrachtet, dass dies beide „Diagonal-Strukturen“  erkennen lässt, allerdings weniger deutlich als die beiden letzen Bilder. In einem verläuft die Diagonalstruktur von links unten nach rechts oben, im anderen genau umgekehrt. Was, wenn man diese beiden Bilder „überlagert“?
Gruß Carlos
Übrigens: Eine Pleurosigma-Diatomee zeigt vier drei „Linienstrukturen“ längs, quer, und zwei eine diagonale.
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 18, 2019, 19:46:53 Nachmittag
Hallo Wolfgang /Urs,
Danke für eure Hilfsbereitschaft. So wie es aussieht, kann ich mir das Leitz-Teil für meine Versuche einige Zeit leihen. Sehen wir mal, was rauskommt.
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 18, 2019, 20:20:45 Nachmittag
Hallo Carlos,

der Wunsch ist der Vater des Gedankens.  :)
Es kann schon sein dass da Rippenstrukturen vorhanden sind, sie können aber genauso optische Täuschung sein. Aus dem Hellfeldbild kannst Du das definitiv nicht herauslesen. Schau Dir die Grafiken von M.C. Escher an, dann ist klar was ich meine ......
Zeige mit eine REM-Aufnahme dieser Diatomee, dann glaube ich es.

Natürlich hebt das Schieflicht Phasenstrukturen hervor, aber wenn man an der Auflösungsgrenze arbeitet oder periodische Strukturen und/oder große Brechungsindexdifferenzen hat, dann kann das Ergebnis deutlich anders aussehen als die Realität. Ich habe daher auch die beiden "Löcher" am rechten Rand abgebildet, im Hellfeld sehen die realistisch aus. Die entsprechenden seltsamen Hügel oder Mulden bei den Schräglichtbildern können so gar nicht realistisch sein, und die scheinbaren Rippen sind vermutlich nichts anderes als die Verschmelzung solcher heller Wandelemente einzelner Löcher.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: PiusX am August 20, 2019, 15:00:20 Nachmittag
Lieber Hubert,

was ist das für ein Präparat, das Du zur Realisierung eines reinen Phasenobjektes verwendet hast (wenn ich fragen darf)?


Netten Gruß

PiusX
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Florian D. am August 20, 2019, 15:42:22 Nachmittag
Hallo Rolf,

ich zeige ein kleines experimentelles Beispiel für den Blendeneinsatz an einem reinem Phasenobjekt:

Hallo Rolf,

ich verstehe das nicht ganz. Warum sollte schiefe Beleuchtung bei einem reinen Phasenobjekt einen Kontrast erzeugen (und nicht nur verstärken), der bei normaler Beleuchtung nicht vorhanden ist?

Gruss
Florian
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 20, 2019, 16:16:20 Nachmittag
Hallo PiusX,

das ist ein kommerzielles Präparat. Es handelt sich um die (gefalteten) Strukturen der Zungenschleimhaut zur Geschmackswahrnehmung. Zu sehen als diagonale periodische Muster am oberen und unteren Rand des Bildausschnittes. Mir ging es bei dem Ausschnitt speziell um die dazwischen liegenden erhabenen Strukturen.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 20, 2019, 16:58:24 Nachmittag
Hallo Florian,

Zitat
Warum sollte schiefe Beleuchtung bei einem reinen Phasenobjekt einen Kontrast erzeugen (und nicht nur verstärken), der bei normaler Beleuchtung nicht vorhanden ist?   
ein reines Phasenobjekt wird nur dadurch sichtbar, dass sich einzelne vom Objekt ausgehende Lichtwellen, in Kombination mit der Hintergrundbeleuchtung, im Bildpunkt durch die auftretenden Phasendifferenzen gegenseitig abschwächen oder verstärken. Insofern ist bei jedem Phasenoblekt ein gewisser Kontrast vorhanden, der aber 1. bis zur Unkenntlichkeit schwach sein kann und 2. bezüglich der individuellen Fokussierung sehr empfindlich, sprich undefiniert sein kann weil das Interferezbild der Lichtwellen Lageabhängig ist.

Bei schiefer Beleuchtung entsteht eine Unsymmetrie im Interferenzbild (d.h. eine charakteristische hell-dunkel-Verteilung je nach Lichteinfallswinkel). Die bei normaler symmetrischer Hellfeldbeleuchtung auftretende Neutralisation dieser Interferenzbilder entfällt, die entstehende reliefartige Helligkeitsverteilung bei sich verändernder Objektdicke oder evtl. dessen Brechungsindex wird relativ stabil und unabhängiger von der Fokussierung. Vor allen Dingen entsteht ein "differentieller" Kontrast, also eine Helligkeitsverteilung proportional der "Steilheit" der örtlichen Phasenänderung, nicht des Betrages der Phase. Insofern wird ein ganz eigener Phasenkontrast erzeugt.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: anne am August 20, 2019, 20:11:09 Nachmittag
Hallo zusammen,
hier zwei links, ich hoffe die funktionieren.

http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artjan13/fs-diatom-micro.html
http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/indexmag.html?http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artjul02/fsdiatom.html

Ich kann gerne an Bernd mal eine Probe für seine Höllenmaschine senden, dann hätten wir mit Sicherheit ein besseres REM Bild.

lg
anne
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 20, 2019, 20:37:30 Nachmittag
Hallo anne,

ist das von Bernd in einem früheren Beitrag https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=29608.msg220524;topicseen#msg220524 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=29608.msg220524;topicseen#msg220524)  gezeigte Bild (obere Diatomeen) nicht ein typisches Beispiel für Rippenstrukturen? Diagonale habe ich da jedenfalls noch nicht gesehen.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/220524_65273341.jpg)

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: anne am August 21, 2019, 08:20:01 Vormittag
Hallo Hubert,
ich wage mal zu behaupten, dass das keine Pleurosigma angulatum ist. Schon der Fundort Tümpel passt da nicht. Pleurosigma a. kommt ja im Salzwasser vor. Daher hinkt der Vergleich.
Ich habe aber tatsächlich immer wieder das Problem, dass genau von dieser Diatomee hochaufgelöste Bilder gezeigt werden, die mit besonderen Kameras oder Licht erzeugt werden, jedoch eigenlich nur schwer ein Bild zum Vergleich mit dem REM gemacht zu finden ist.
Ich werde Bernd mal fragen, ob er uns diese Vergleichsbilder machen möchte.
Das würde einige Rätsel lösen.

lg
anne

Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 21, 2019, 10:23:52 Vormittag
Hallo zusammen,
2010 gab es einen thread (gestartet von Peter H.) zur Feinstruktur von „Pleurosigma angulatum“.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4683.msg31248#msg31248
(Zum Aufrufen mit Maustaste anklicken.)
Auf beiden Bildern zu Anfang kann man sehr gut die Längs- und Diagonal-Struktur m.E. erkennen.
Gruß Carlos
Ps. Es lohnt sich auch, die „home page“ von Peter  Höbel unter dem Aspekt  „Diatomeen und Feinstruktur“ zu besuchen.
http://www.mikroskopie-ph.de/
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: anne am August 21, 2019, 11:06:17 Vormittag
Hallo Carlos,
klar kenne ich die Bilder von Peter.
Und das sind genau die Bilder die es zu vergleichen gilt mit einer REM Aufnahme.

lg
anne
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 21, 2019, 12:54:52 Nachmittag
Hallo Anne,
Zitat
klar kenne ich die Bilder von Peter.
Davon bin ich ausgegangen. (Mein Beitrag war hauptsächlich an Hubert  gerichtet.)

Zitat
Und das sind genau die Bilder, die es zu vergleichen gilt mit einer REM Aufnahme.
Das unterstütze ich voll und ganz. Solche REM-Bilder habe ich trotz Suche nicht gefunden.
Übrigens: Der damalige „thread“ endete mit der Bemerkung von KH
Zitat
Es gibt viele hunderte von Aufnahmen davon, auch im Internet
REM-Bilder wurden dann nicht mehr eingestellt. Offensichtlich bin ich nicht  fähig, die zu finden.
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 21, 2019, 14:04:46 Nachmittag
Hallo,

Diatomeen sind nicht mein Thema, aber woher kommt die Vermutung dass es sich bei dem von mir abgebildeten Exemplar um Pleurosigma angulatum handelt?

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: anne am August 21, 2019, 16:02:47 Nachmittag
Hallo Hubert,
ich bin davon ausgegangen dass sich Deine Antwort 65 auf Deine Bilder in 53 und den Folgebeitrag 59 bezieht. Daher die links zu den REM Bildern. 
Ich denke die REM Bilder zeigen keine P. a.
Das wars auch schon.
anne
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 21, 2019, 16:30:01 Nachmittag
Hallo anne,

ich hab schon verstanden daa es sich bei den REM Aufnahmen nicht um P.a. handelt. Aber es ging um die Frage nach der Diatomee auf meinen (Schieflicht-)Bildern.

Hubert
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Carlos am August 21, 2019, 16:59:36 Nachmittag
Hallo Hubert,
Deine „Diatomeen-Schieflicht-Bilder“ machten mich (fast) sicher, dass Du eine P.a. verwendet hast, und zwar gerade wegen der „diagonalen“ Struktur.  (Deshalb mein Hinweis auf eine P.a. –Diatomee und den „alten“ thread von Peter H.)  Anne hatte offensichtlich den gleichen Eindruck und hat sich auch an den Beitrag von Peter (H.) erinnert.
Diese Art Feinstruktur ist m.W. für alle P.-Diatomeen charakteristisch.
Gruß Carlos
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: anne am August 21, 2019, 17:25:56 Nachmittag
Hallo Hubert,
wie soll man aus dem kleinen Ausschnitt auf Deinen Bildern eine Bestimmung durchführen?
 Das könnte Pleurosigma a. sein, oder Gyrosigma b. oder whatever......
Lg
Anne
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Lupus am August 21, 2019, 18:44:06 Nachmittag
Hallo anne,

Du verstehst mich nicht. Natürlich kann man bei dem Ausschnitt keine Bestimmung durchführen. Gerade daher habe ich mich gewundert warum es P.a. sein soll.    ;)

Mit dem Strukturproblem hat man sich schon 1942 beschäftigt. Die Elektronenmikroskopie war damals aber noch in den Kinderschuhen.
https://www.physics.utoronto.ca/physics-at-uoft/history/the-electron-microscope/additional-material/Electron%20and%20Optical%20Microscope%20Interpretation%201942.pdf/view   (https://www.physics.utoronto.ca/physics-at-uoft/history/the-electron-microscope/additional-material/Electron%20and%20Optical%20Microscope%20Interpretation%201942.pdf/view)

Hubert

P.S. Vielleicht finde ich die Aufzeichnung zu meiner Diatomee noch oder mache ein Übersichtsfoto. Momentan bin ich nur Kilometer davon entfernt ....   ;)
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: anne am August 21, 2019, 20:49:14 Nachmittag
Hallo Hubert,
danke für den tollen Artikel!
lg
anne
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: RainerTeubner am August 21, 2019, 22:40:00 Nachmittag
Hallo Hubert,
 
 der Artikel ist wirklich wunderschön!

Rainer
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: güntherdorn am August 22, 2019, 01:16:34 Vormittag
das war im holz-kästchen von zeiss drin.
ich glaube das dient auch zur schiefen beleuchtung.
die 2 scheibchen sind zueinander drehbar. damit ändert sich der offene bereich.
güntherdorn
Titel: Re: Apparat für „schiefe Beleuchtung“ am Ortholux I
Beitrag von: Jürgen Boschert am August 22, 2019, 06:33:13 Vormittag
Hallo Günther,

das ist eine verstellbare Blende für Auflicht, um dort mit HD-Objektiven einseitig schiefes Auflicht zu erzeugen. Es gibt eine zweite, bei der der freie Durchlass sektorförmig ist. Daneben gibt es noch verschiedene, kommerziell nicht nur von Zeiss angebotene feste Blenden.

Gruß !

JB