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Bibliothek => Mikro-Know-How => Technik => Thema gestartet von: peter-h am Juni 19, 2010, 16:29:49 Nachmittag

Titel: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: peter-h am Juni 19, 2010, 16:29:49 Nachmittag
Liebe Mikrofotografen,

wie viele Berichte gabe es schon zu diesem Thema  ;D ?
Nun schreitet die Technik aber in 7-Meilenstiefeln voran und so kommen immer wieder kleine Überraschungen. Die Firma The Imaging Source hat mir vor 4 Wochen einen Prototyp einer neuen 5 Mega Pixel CMOS-Kamera zu Testzwecken geschickt. Also wieder ein neues Spielzeug  ;) dachte ich.
Nun hat sich jedoch die sehr kleine feine Kamera als absolut mikrotauglich herausgestellt ! Warum aber "ideal" mit Fragezeichen?
Es ist eine C- / CS-Mount Kamera, also ohne Optik. Für den Einen ein Segen, für den Anderen eine enorme Hürde, denn wie bringt Mann oder Frau das Kästchen richtig in den Strahlengang?

Um diese Frage zu beantworten und einen Lösungsvorschlag aufzuzeigen, habe ich eine Ergänzung zu meiner HP geschrieben. Wer zur Kornrade in Darmstadt war, konnte die Kamera DFK 72 UC02 live erleben.

http://www.mikroskopie-ph.de/Home-Page-Kamera.html

Es wird noch bis Mitte / Ende Juli 2010 dauern, bis die kleine Kamera lieferfähig ist. Etwas später wird es noch eine triggerbare Ausführung der Kamera geben, welche dann über eine Zusatzelektronik mit einem Blitzgerät synchronisiert werden kann.

Endlich also :
1. kein mechanischer Verschluß oder Spiegel
2. 5 Mega Pixel zu 299.- € + MWSt.
3. Einzelbilder, Timerfunktion, AVI-Filme
4. im höchsten Bildformat noch 7 Bilder/s , reduzierbar bis VGA-Format mit > 50 Bilder/s
5. sehr übersichtliche und gut bedienbare Software
6. ...... und und und ....

Mikrofotografische Grüße
Peter Höbel
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: TPL am Juni 19, 2010, 21:40:21 Nachmittag
Lieber Peter,
vielen Dank für die schöne und sicher sehr aufwändige Zusammenstellung und Prüfung dieses vielversprechenden kleinen Kästchens. Die Argumente für solch eine Lösung sind aus meiner Sicht überzeugend.
Eine der wichtigsten Fragen ist für mich - vor allen optischen und mechanischen Adaptierungsfragen - die Softwareseite: lässt sich die Kamera nur mit dem Fenster-System betreiben oder läuft sie auch mit Mac OS?

Schönen Dank und Gruß, Thomas
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: peter-h am Juni 19, 2010, 23:16:18 Nachmittag
Lieber Thomas,

ich habe diese Frage befürchtet  :( . Zwar habe ich mit den Bremer Musikanten noch nicht über eine "Fensterlose Version" gesprochen, aber bisher steht in allen Unterlagen nur XP und Vista. Was nicht ist kann sicher noch werden.

Allerdings ist mein ungewöhnliches optisches Konzept auch auf  Mac-Kameras übertragbar. Man muß es eben nur machen  ;D

Schöne Grüße
Peter
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: felix am Juni 19, 2010, 23:23:09 Nachmittag
Hallo Thomas,

seit Apple Intel-basiert sind, stellt sich die Frage nach MacOS oder einem richtigem Betriebssystem eigentlich gar nicht mehr.  Ein Apple-Rechner fährt beides (über Fusion oder Bootcamp) -- und das schnell und verläßlich.

Die ImagingSource-Kameras lassen sich im allgemeinen auch alsTwain-Quelle anschließen.  Dann dürfte eine einschlägige Software (Public Domain) unter OSX das Twain-Signal aufnehmen.  Im Zweifelsfall an die Firma per Email schreiben.  Der Kundendienst von ImagingSource ist tadellos.

Gruß -- felix
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: Detlef Kramer am Juni 20, 2010, 00:08:18 Vormittag
Hallo Felix,

seit wann, bitte schön, ist MacOS kein richtiges Betriebssystem? Es ist doch die Vorlage für Windows & Co, die doch alle  nur mehr oder weniger schlechte Kopien sind.

Aber, das weiß ich auch, ist die Verbreitung des Originals nicht so, dass es dafür alle Kamera-Treiber gibt.

Nix für ungut,

Detlef
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: TPL am Juni 20, 2010, 01:26:34 Vormittag
Immer wieder gern zitiert: in a world without walls and fences: who needs windows and gates?

Oh, ouuuh: ich wollte ja keine Glaubenskriege aufflammen lassen. Aber gar nicht, gelle 8) 8)

@ Felix: dass auf Apple-Rechnern auch andere Betriebssysteme laufen (Du meintest mit dem Richtigen sicher Unix ;)) weiß ich gut. Auch das Fenster-Betriebssystem (für das es ja die meisten Warenwirtschaftssysteme, Steuererklärungs- und sonstigen coolen Programme geben soll) läuft darauf ohne irgendwelche Einschränkungen nativ. Das ist der Grund dafür, dass ich ein solches Gerät überhaupt dienstlich verwenden darf: der wird im Intranet als vollwertige Windoof-Maschine erkannt. Dort wird auch der "Support" gemacht und das war's dann auch für meinen Teil: nix für zuhause - es sei denn als Mac!

Privat kommt mir aber aber weder in dieser, noch als reiner DOSen-Rechner etwas ins Haus, da mir meine Zeit für die Pflege eines zweiten (und in diesem Falle auch noch wesentlich aufwändigeren) Systems zu knapp ist. Ich habe zwei heranwachsende Kinder, die alle Nasen lang mit supertollen Programmen (ausschließlich harmlosen Spielen, natürlich) auf Ihren USB-Sticks heimkommen und damit das heimische Netz bevölkern ('tschuldigung, Ecki). Soll ich mir das wirklich antun? Warum sollte ich mir zuhause mit viel Aufwand ein Einfallstor für all den Unrat aufbauen, von dem ich - seit mehr als einem Jahrzehnt im Internet - immer nur von denjenigen höre, die sich für das Fenster-System entschieden haben (frei nach Luigi: isch 'abe gar keine Viren-Software!)???

Das war jetzt natürlich voll am Thema vorbei :-[
Bei den "Bremer Musikanten" (The Imaging Source, die Redaktion) hatte ich auch schon zu den früheren Kameras nachgefragt und prompt (!) eine Antwort bekommen. Dass diese inhaltlich nicht so erfreulich war (kein Mac OS-Support; Mac OS-Steuerung nur von FireWire-Kameras) ist eine andere Sache. Meine Hoffnung ist, dass es vielleicht einen nicht ganz offiziellen, aber gangbaren Ausweg gibt, wie z.B. http://www.outcastsoft.com/ASCASTROIIDC.html

@ Detlef: warum gibt uns Steve eigentlich keine Prozente ???

Fensterlosen Gruß, Thomas
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: Werner Jülich am Juni 20, 2010, 12:58:47 Nachmittag
Ihr braucht keine Prozente, mir würde es reichen, wenn die Leute, die diese coolen Apple-Sachen fabrizieren auch nur halbwegs anständig bezahlt würden. So gesehen müßte es eigentlich peinlich sein, wenn man sich mit Apple erwischen läßt. Also Freunde der MS-Alternativen, bleibt brav bei Linux.

Werner Jülich

Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: felix am Juni 20, 2010, 13:33:52 Nachmittag
Hallo in die erregte Runde,

vorab: Ich schreibe diese Nachricht auf einem MacBook Pro (unter XP!).  In meinem letzten Beitrag hatte ich den  ;)  ausgelassen, um den harmlosen Provokationseffekt zu steigern  ;) -- nix für ungut.

Zurück zum eigentlichen Thema:  ImagingSource-Kameras kann man als Twain-Qelle betreiben.  OSX unterstützt Twain. Bildverarbeitungssoftware, die unter OSX Twain-Signale aufnimmt, dürfte es zuhauf und frei geben.  Damit lautet die Quintessenz: Die Kamera dürfte problemlos in eine OSX-Umgebung einzubinden sein.  Die Auskunft von IS ("Keine Mac-Unterstützung") kann sich nur auf deren Programm Capture beziehen.  Wenn ich mal wieder etwas Zeit habe, probiere ich das auf meinem Rechner gern mal aus und berichte dann.

Gruß! -- felix
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: Peter V. am Juni 20, 2010, 14:09:05 Nachmittag
Hallo!

Mal voll OT ( Entschuldigung, aber  da vom Moderator Detlef eröffnet, habe ich jetzt kein schlechtes Gewissen  ;) ).

Erst 1994 kaufte ich auf Drängen meines damaligen Chefs ( Macianer ) einen Computer, vorher gehörte ich zur Fraktion "So etwas brauche ich nicht!"  Abgeschreckt von DOS-Kommandozeilen und dem grauenhaften Windows 3.11 entschied ich mich als kleinerem Übel für den Mac Performa 630 ( PowerMacs waren noch unbezahlbar ) und war sofort begeistert, abonnierte beide auf dem deutschen Markt erhältlichen Mac-Zeitschriften und war lange Zeit fasziniert von der Stabilität und Funktionalität sowie den zahlreichen Eingriffsmöglichkeiten durch den Nutzer ( man konnte sogar eigene Programmicons generieren ;-) ).  Auf die mit Bluescreens, Backslashes, Viren  und Treberinkompatibiltäten ( das Wort Treiber gab es bei Apple gar nicht )  kämpfende Windoof-Welt schaute ich mit übrheblicher Verachtung herab und freute mich an meinem Bildschirmschoner mit fliegendem Fenstern und dem Text: "Windows 95 = Macintosh 84"

Aus vielen Gründen wechselte ich aber 1998 in's Feindeslager und habe es nie bereut. Endlich konnte ich jede beliebige Peripherie einbinden, musste mich nicht sändig mit Emulationen etc. herumschlagen und schweineteure Apple-Originalperipherie kaufen. Im Herzen blieb ich aber irgendwie Macianer, es schien einfach das "anständigere", intellektuellere System zu sein, die zeitweise Nähe zum Untergang mit geringen Verkaufszahlen und fast nur elitärer Kundschaft ( wenige Kunstschaffende und Wiseenschaftler statt Heerscharen von Ballerspielern ) bestärkten einen nur in dieser Einschätzung. Apple-Mac hatte ja etwas intellektuell-Underdogarties. Und der Messias Jobs war halt einfach  "more sexy" als die Kaptalistenkrake Gates. So meine damalige Sichtweise und wohl die vieler Mac-User.

Erstaulich, dass sich dieses Image bis heute allgemein so gehalten halt und Apple immer stylischer wird. Man möge nur einmal den Artikel über Steve Jobs in einem der letzten "Spiegel" lesen! Dagegen ist der mittlerweile tatsächlich erheblich um das Allgemeinwohl bemühte Bill Gates ( samt Melinda ) ein wahrer Wohltäter der Menschheit.

Zudem ist mir schleierhaft, wieso sich mittlerweile Millionen von Menschen freiwillig dem Diktat eines einzigen Herstellers unterordnen, ja, sowohl Endkunden als auch Anbieter sich tatsächlich von Apple zensieren lassen! Nur von Apple zugelassene Apps ( und damit Inhalte )  dürfen bekanntermaßen auf iPhones etc. laufen! Es ist tatsächlich nicht möglich, Programme ( und Inhalte ) auf "i-Produkten" laufen zu lassen, die Big Brother Steve nicht passen. Man stelle sich einmal den Aufschrei der Computerwelt vor, wäre ein solches Modell von Bill Gates entwickelt worden.

Mittlerweile muss ich sagen, dass ich -  so wie sich Apples Geschäftspolitik entwicklt hat - an allem, was "i" trägt, nur noch wenig Sympathisches finden kann. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich jemand bin, der nicht immer dem aktuellen Modetrend nachläuft und der die abgelegten Handies seiner Mitarbeiterinnen aufträgt.....
( Wobei ich schon prophylaktsich sage, dass ich selbstvertsändlich jede andere Sichtweise absolut respektiere!! )


Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: felix am Juni 20, 2010, 14:46:33 Nachmittag
Hallo!

1. Neugierig geworden, habe ich gerade versucht, meine IS-Kamera über Twain in OSX zu betreiben: FEHLANZEIGE.  Es scheint im Netz keinen geeigneten Treiber zu geben.  Also nehme ich meine Vermutung zurück:  IS-Kameras sind derzeit wohl nicht in OSX einbindbar.

2.  (OT) Habe viel Sympathie für das, was Peter V. soeben schrieb.  Ich habe meinen ersten Mac-Würfel (Plus) 1988 gekauft, bin aber nach etwas mehr als einem Jahrzehnt ebenfalls umgestiegen.  Warum?  Weil das Betriebssystem (BS) hinter einer immer kitschiger werdenden Fassade immer undurchsichtiger wurde und die Auswahl an brauchbaren Programmen nicht standhalten konnte mit dem Angebot in der Win-Welt. Letztlich ist doch die einzig vernünftige Strategie:  Man überlege sich, welche Programme man wirklich braucht und kaufe den passenden Rechner+BS dazu.  Früher hatte da in beinahe allen Fällen ein Win-Rechner die Nase vorn.  Seit Apple-Recher Intel-basiert sind, sind sie für diese Strategie jedoch erste Wahl -- nicht zuletzt aufgrund der wirklich guten Hardware.  Es macht übrigens nicht die geringste Mühe zwei Systeme parallel laufen zu lassen und zu "pflegen".  Ich würde nur empfehlen, die Aufgabenbereiche relativ sauber zu trennen: zB Bildbearbeitung unter OSX, Textverarbeitung oder Internet unter Win (oder umgekehrt).  Es ist heute eigentlich völlig gleich, ob man Photoshop unter dem einen oder dem anderen BS laufen läßt.  Nur, nur manches gibts halt gar nicht unter OSX.

Gruß! -- felix

Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: peter-h am Juni 20, 2010, 16:48:04 Nachmittag
Entschuldigung wenn ich die Betriebssystem-Runde störe  ;D

Da es bereits Nachfragen zum Nachbau des Optik-Adapters gibt, habe ich noch einen Hinweis zum Optik-Design eingefügt.

Schönen Sonntag und Gruß
P.H.
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: Detlef Kramer am Juni 20, 2010, 17:53:57 Nachmittag
Hallo,

es tut mir ja leid, dass ich diese BS-Diskussion losgetreten habe. Können wir die jetzt schnell wieder beenden?

Nebenbei: ich musste mir nolens-volens auch ein Windows-Notebook zulegen, weil ich sonst die, mir geliehene Tucson nicht betreiben könnte. In meinem letzten Berufsjahr musste ich einen Dell-PC anschaffen, um die digitale EM-Kamera betreiben zu können. In beiden Fällen habe ich Probleme erfahren, die in der MacOS-Welt undenkbar wären. Aber so ist es und alles hat seinen Preis. Und das hat absolut nichts mit Steve Jobs' Drang zu tun, die mediale Welt nach seiner persönlichen Sicht zu gestalten.

So etwas wollte Bill Gates ja auch schon einmal; als Frührentner ist er mittlerweile etwas zurückhaltender.

So und nun, bitte Punkt.

Herzliche Grüße

Detlef
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: Klaus am Juni 20, 2010, 20:31:48 Nachmittag
Lieber Peter Höbel,

welche Möglichkeit gibt es, die Kamera an einen Tritubus (unendlich Optik, Zeiss Axiotar) anzuschliessen? Ich habe die Adaption in Darmstadt gesehen,  mir aber die Details leider nicht gemerkt.

Viele Grüsse

Klaus
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: Werner Jülich am Juni 20, 2010, 21:23:10 Nachmittag
Sie können ganz einfach einen der Videoadapter für 1/3" Sensoren nehmen.
Werner Jülich
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: Klaus am Juni 21, 2010, 09:17:16 Vormittag
Danke Herr Jülich!

Klaus Spiekermann
Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: peter-h am Juni 21, 2010, 10:55:42 Vormittag
Hallo Herr Jülich,

Sie meinen dann sicher den Video-Adapter 60 C 1/3" 0,4x . Keine sehr preisgünstige Lösung  :( , ( 560,49 € ) wird aber bestimmt funktionieren.

Peter Höbel

Titel: Re: Eine ideale Mikroskopkamera ?
Beitrag von: Werner Jülich am Juni 21, 2010, 11:08:25 Vormittag
Naja, wir reden über ICS, Trinotubus und eine potentielle Kamera mit sehr kleinem Sensor. Da sollte die Anpassung stimmen und teuer ist immer relativ. Wer will, kann ja ca. 15-30 Jahre warten, das wird dann ICS zu den Preisen gehandelt, die heute für alte 160er Optik verlangt werden.
Werner Jülich

Sie wissen aber schon, dass es da noch eine Alternative gibt? Der VideoZoom-Adapter von 0,33-1,6fach, falls man mal nachvergrößern möchte. Wird gerne bei 3-Chip-Kameras eingesetzt, klappt aber auch bei dem lütten 5M Sensor in der Imaging sources.