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Anorthosit

Begonnen von moräne, September 26, 2011, 19:22:17 NACHMITTAGS

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moräne

Hallo Gefüge und Gesteinsfans
es geht weiter mit neuen Zeichnungen


Dies ist Anorthosit, ein Steintyp der fast nur aus Plagioklas beteht.
Der Name Plagioklas selber ist nur die Bezeichnung für Mischkristalle  der Endglieder Anorthit und Albit ( d. h. Kalk - und Natronfeldspat), welche z. B mit steigendem Anorthitgehalt die Namen : Albit, Andesin, Oligoklas, Labradorit, Bytownit und schließlich Anorthit erhalten.
Es gibt wiederum verschiedene Anorthosittpyen Z.B. den weißen und den dunklen Anorthosit
Der Gesteinstyp den  ich hier gezeichnet habe kommt aus dem Staat NewYork, wo es ein bekanntes Anorthositvorkommen, den Adirondack gibt .
Der Dünnschliff wurde von Rob Fizz gemacht, und die genaue Herkunft ist Whiteface - Mountains ( ein Blick in Google Maps hat mir gezeigt, daß zwischen Adirondacks Central Park und Whiteface Mountains ca 30 Km liegen, was keine große Entfernung bei der Größe von Anorthositmassiven ist.
Ein sehr großes Anorthositmassiv  ist  z.b der Kunune Intrusiv Komplex mit einer Fläche von 18000 Quadratkilometern.
Dieser ist teilweise in Namibia Blue  einem Sodalithsyenit umgewandelt worden, ein ähnliches Gestein wie Azul Bahia, der aber wahrscheinlich eine andere Entstehungsgeschichte hat - aus einem nephelinsyenitischen Magma ( Ich habe in der letzten Zeit irgendwo gelesen, das der Sodalith weil er leichter ist auf einem solchen Magma schwimmt: eine Parallele zu Plagioklas - Peridotitmagma, kann das aber nicht mehr finden)
Falls ich da was falsches schreibe möge man mich bitte korrigieren

Auf den Bildern sieht man fast nur schwarze, graue und weiße Linien und Flächen, das sind verzwillingte Kalknatronfeldspatkristalle.
An der Dicke der schwarzen Streifen kann man den Anorthitgehalt abschätzen, je breiter sie sind, umso anorthitreicher sind sie auch.
Anorthositmassive entstehen  in den Tiefen der Erde deswegen, weil  aus dem dortigen flüssigen  Gestein, nennen wir ihn Peridotit  - der Plagioklas wegen seinem geringeren spezifischen Gewicht  in einer Intrusion ( sagen wir in einer riesigen Magmahöhle) nach oben  an die Decke steigt , und den Olivin und Pyroxen am Boden zurück läßt.
So haben sich riesige Anorthositregionen gebildet, welche heute frei liegen. Was über ihnen lag, wurde von der Erosion weggetragen.
Auch soll es auf dem Mond riesigste Peridotitmagmaozeane mit einer " Eisschicht " aus Anorthosit gegeben haben, welche heute fest auskristallisiert sind.



Höher vergrößert sieht es so aus.






Hier sind die Kristalle auch etwas wiederaufgeschmolzen, Metamorphose durch sich quetschenden Magmenbrei kommt in der Erde auch vor.

Grüße
Gerd




moräne

#1
Noch etwas neues für alle Dünnschlifffans

Ich habe dem Anorthosit 2  weitere Zeichnungen beigefügt,
und damit der Beitrag nicht zu grau wird, noch was bunteres:



Basanit aus dem Böhmischen Mittelgebirge
Vulkanisches Gestein von Paschkopole
Augitkristalle und oben links: Skelettolivin

Grüße
Gerd