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Kometenschweif

Begonnen von Ernst Hippe, Juni 03, 2012, 16:32:51 NACHMITTAGS

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Ernst Hippe

Hallo Tümpler,
in einer Probe aus dem Hattsteinweiher bei Usingen von Holger (ruhop) finden sich öfter seltsame Schleifen von einem oder mehreren Fäden, geschlungen um einen rundlichen "Kern":



Der offenbar kristalline Kern und die wohl pflanzlichen Fäden oder Bänder sind doppelbrechend, wie man im Pollicht sieht. Es gibt auch solche Kerne ohne Anhang, im linken Teilbild rechts.
Was könnte das sein?
Gruß Ernst Hippe
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ruhop

Hallo, Ernst.

Donnerwetter, das habe ich ja noch nie so gesehen! Das kommt wohl davon, daß ich nicht mit polarisiertem Licht arbeite. Also, ich stehe erst einmal vor einem Rätsel und hoffe, daß jemand anderes Erleuchtung bringt.

Vielen Dank fürs Zeigen.

Gruß aus dem Hintertaunus

Holger


Ernst Hippe

#2
Ich bin auch darauf gespannt! Hier sieht man noch, daß unter der Kristallschicht des "Kerns" ein rundes Gebilde steckt. Es ist selbst nicht doppelbrechend.



P.S. Vermutlich Reste von Flugsamen mit Pappus, die schon länger im Wasser liegen (Kristallisation!)?
Gruß Ernst Hippe
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rekuwi

Lieber Ernst,

ob es sich um solche Fäden wie Du sie zeigst handelt weiß ich nicht. Ich vermute mal denn ich fand ebenfalls doppelbrechende Exemplare , allerdings ohne den unteren "Knollen".

Hier einen auch aus dem Hattsteinweiher (10x Objektiv):



Hier drei weitere aus einem Zierteich im Garten von Freunden (25x Objektiv, DIK):







Ich konnte deutlich erkennen daß die Fäden innen hohl sind. Ich wählte bei den drei letzten Aufnahmen die dunkle Polvariante weil ich hoffe damit die schräge Schraffur im Inneren rüberbringen zu können.
Der letzte Faden war auch u-förmig gebogen, allerdings lagen die beiden Fäden fast hintereinander.

Solche Fäden habe ich in der Vergangenheit schon öfters in Tümpelproben gefunden, mich wohl auch mal drüber gewundert (der Schlenker am u-förmigen Anfang war mir jedesmal aufgefallen) sie aber nicht im pol. Licht betrachtet.

Ob Dir das weiterhilft Ernst?

Liebe Grüße
Regi






Ernst Hippe

Liebe Regi,
danke für die weiteren Beispiele. Das dürften alles Zellulosefasern von Pflanzen sein. In meiner Probe sind einige der U-Schleifen zerfallen, während der "Knollen" sich zu einem schön runden Kristall entwickelt hat (pol.):



Vielleicht findet sich ja doch noch ein Botaniker für eine genauere Klärung.
Gruß Ernst Hippe
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rekuwi

Lieber Ernst,

eben habe ich die Urheber meiner Fasern gefunden:

Es sind die "Haarflieger" der Samenkapseln der Silberweide (Salix alba). Ich hatte schon so eine Vermutung und fand eben beim Sonntagsmorgenspaziergang auf einem Weg im Goldsteintal einen abgerissenen Ast mit den Früchten der Weide. Beim Betrachten im Mikroskop die erhofften "Fäden", am Ende U-förmig verbogen, meist zwei oder drei zusammen. Leider keine Knolle in der Biegung.

Es bleibt also spannend  ;).

Schöne Sonntagsgrüße
Regi