Gefriereinheit für Mikrotome

Begonnen von Winfried Todt, Januar 01, 2013, 19:39:40 NACHMITTAGS

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Winfried Todt

Liebes Forum,
ich möchte Euch heute meine Gefriereinheit für Mikrotome Vorstellen.
Die Basis der Gefriereinheit besteht aus einem Peltier-Element (Typ: TEC1-12703) und einer Wasserkühlung für das Peltierelement.
Als Wasserkühlung habe ich den Festplatten-Wasserkühler "Watercool SILENTstar HD" verwendet (modifiziert).






Eine EHEIM 1046 (230V~, 5W, 300 l/h) Pumpe und ein Radiator mit einem 120mm Lüftungsrad sorgen für eine ausreichende Kühlung des Wassers.






Der Kupferzylinder für die Proben hat schon nach ca. 2 Minuten Reif angesetzt. Die aufgefrohrene Fichtennadel kann man noch schwach erkennen.
Das Mikrotom habe ich auf 20µ Vorschub eingestellt und die AESCULAP-Einwegklinge ging butterweich durch die Fichtennadel.



Ein ungefärbter Schnitt ist oben zu sehen. Die Aufnahmen sind unbearbeitet (links: Leitz-Objektiv 3,5x; rechts: Leitz-Objektiv 10x).

Mein besonderer Dank gilt Bernd [Nomarski], der die mechanische Bearbeitung der Kupferteile übernommen hatte und Joachim [JS], der mich in technischen Fragen beriet.
Ich hoffe, dass Euch meine Bildergeschichte gefallen hat.
Herzliche Grüße
Winfried  

Ronald Schulte

Winfried,

Das ist eine schöne Arbeit und Funktioniert also gut begreife ich. Ich bin nur neugierig warum du dich entschlossen hast um mit ein Gefriermikrotom zu schneiden?
So ein Mikrotom sieht Mann hier im Forum nur wenig und weis auch nicht was die vorteile davon sind.

Höre von dich, grüße Ronald
Mikroskope:
Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
Leica/Wild M715 Stereomikroskop.
Mikrotom:
LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.

Winfried Todt

Hallo Roland,

es freut mich, dass Dir mein Beitrag gefällt. Mein Sartorius-Mikrotom ist wirklich etwas besonderes! Das Schneiden von Pflanzenteilen mit der Gefriereinheit
ist als Vorstufe für meine nächsten Experimente gedacht.
Ich möchte mich der Histologie von Insekten und Krebstieren widmen. Hierzu habe ich auch schon eine Gefriereinheit für die Proben gebaut (siehe Foto).



Mit dieser Gefriereinheit erreiche ich Temperaturen von bis zu minus 18°C. Die so gefrorenen Proben möchte ich dann mit dem Gefriermikrotom schneiden.
Aber das wird noch etwas dauern, da mir meine Versuchstiere überraschen gestorben sind. Mit der neuen Zucht kann ich erst im Frühjahr beginnen.
Herzliche Grüße
Winfried

Jürgen H.

Ah, ich bekomme einen Mitstreiter auf entomologischem Gebiet!

Hallo Winfried, das freut mich sehr.

Allerdings: Bei Insektenschnitten wirst Du um eine Paraffineinbettung nicht herumkommen. Denn das Gewebe ist ja nicht zusammenhängend.

Dann allerdings kann es durchaus von entscheidendem Vorteil sein, den Paraffinblock konstant kalt und damit das Paraffin hart zu halten. Das Chitin ist eben auch sehr hart. Wenn es nicht in ein hartes Medium eingebettet ist, haut es Dir Scharten durch den Block, wenn Du schneidest. Du findest dann das Chitin überall, nur nicht dort, wo es im Schnitt liegen sollte.  Professionelle Anwender haben hierfür - und zu anderen Zwecken eine Coolclamp am Mikrotom.

Sprich: Von einer Kühllösung, wie Du sie hast, träum ich noch. Ich renne noch zwischen Kühlschrank und Mikrotom hin und her.

Schöne Grüße

Jürgen

Winfried Todt

Hallo Jürgen,

ich habe mich den Kellerasseln (Porcellio scaber) verschrieben. Das sind zwar keine Insekten, sonder Krebstiere, aber eine sehr interessante Lebensform. Der Panzer besteht aus Kalk, aber der dürfte genauso schwer zu schneiden sein wie Chitin.
Herzliche Grüße
Winfried

David 15

#5
Hallo Winfried,

Eine sehr schöne Konstruktion hast du da ! Die wird dir bei bestimmten Objekten einiges erleichtern.

Jürgen hat ja bereits gesgat, dass du für Insekten wohl die Paraffineinbettung verwenden musst. Dabei ist es auch sehr wichtig, dass der Block gut gekühlt ist um ausreichend dünne Schnitte zu machen.

Ein Freund von mir hat sich dafür eine ähnliche funktionierende Kühleinrichtung gebaut. Das gesamte Rotationsmikrotom befindet sich aber in diesem ''Kühlschrank'' Er hat es sehr elegnat gelöst sodass man alle Elemente des Mikrotoms von außen bedienen kann und die eigenen Hände nicht abfrieren.

Viele Grüße
David

Edit:
Das ist ein schönes Rotationsmikrotom ! Ich habe ebenfalls ein Sartorius Mikrotom. Allerdings mit Schlittenführung. Es hat eine sehr eigenartige Bauweiße im Vergleich zu anderen Schlittenmikrotomen. Sartorius hat alles immere irgendwie kompliziert Konstruirt. Hat dein Mikrotom auch irgendeine Besonderheit im Bau das von den anderen 0815 Mikrotomen abweicht ?
''Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.'' ( Albert Schweitzer)

Vorstellung: ''Hier''

Winfried Todt

Hallo David,

es freut mich, dass Dir meine Konstruktion gefällt.
- Ob es eine Paraffin-Einbettung sein wird, kann ich Dir noch nicht beantworten. Momentan beschäftige ich mich mit der Celloidin-Einbettung (Ich bin noch beim Literaturstudium).
- Ob mein Sartorius-Mikrotom Besonderheiten aufweist, kann ich nicht beantworten, doch eins kann ich sagen, es ist mit seinen gut 40kg sehr präzise gefertigt.
Herzliche Grüße
Winfried