Hinter die Linse geschaut ...

Begonnen von Peter W., Januar 12, 2013, 22:38:28 NACHMITTAGS

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Peter W.

Hallo -
wenn Objektive verkauft werden, ob bei eBay oder hier im Forum, werden oft sehr schöne Aufnahmen von der Frontlinse eingestellt. Dabei ist es doch so einfach, auch mal eine Aufnahme von der hintersten Objektiv-Linse zu machen (z.B. mit einer Okularkamera und einem OPTOVAR in Stellung Ph) - wie die folgenden Aufnahmen belegen. Es handelt sich bei dem Objektiv um ein Zeiss Apo 40/1,0 Ph3 mit Irisblende (wurde mir hier im Forum verkauft). Diese Tröpfchen, die man auf den Aufnahmen der hintersten Linse mit dem Phasenring sieht, machen sich bei sehr hohen Vergrößerungen natürlich deutlich bemerkbar - wirken ja selber wie kleine Linsen. Wenn ich das Objektiv im Revolver meines GFL drehe, drehen sich die Tröpfchen mit - es ist also eindeutig die Linse! Um den Bildkontrast zu erhöhen, habe ich die Leuchtfeldblende im Mikroskopfuß bei den Aufnahmen verändert.

Mit offener Leuchtfeldblende:


Leuchtfeldblende leicht geschlossen:


Leuchtfeldblende fast geschlossen:


Man sieht auf den Aufnahmen auch, wie bei Veränderung der Leuchtfeldblende die zusätzlichen Verschmutzungen - am Rand - der Linse hervortreten!
Um welche Art von Verschmutzung kann es sich dabei handeln und, kann man diese Tröpfchen evtl noch entfernen?

Glückauf, Peter Wilbert


liftboy

Hallo Peter,

ich würds mit Äther versuchen; kurz einsprühen (ein alter Nasentropfenzerstäuber geht) und schräg ablaufen lassen.

Viele Grüße Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
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Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Jürgen Boschert

Hallo Peter und Wolfgang,

da es sich um die Hinterlinse, tief im Objektiv-Tubus handelt, würde ich hier um Himmels Willen nichts ansprühen. Das ist der klassische fall für Augenwatte, weing mit Ether oder Isopropanol benetzt, und viel Geduld.

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

Jürgen

Peter W.

Hallo Wolfgang, hallo Herr Boschert -
ich will erst einmal abwarten, was mir der Verkäufer dazu sagt - evtl. nimmt er es ja zurück!

Nachtrag!
Ich wollte mit meinem Beitrag niemanden einer bewussten ,,Falschaussage" beschuldigen. Es ging mir nur darum, aufzuzeigen, dass nicht immer alle ,,Warenbeschreibungen", selbst hier Im Forum, einer kritischen Nachprüfung durch den Käufer standhalten. Das ist mir jetzt leider drei Mal hintereinander passiert – mag durchaus Zufall sein. Wenn ich das aber mit meinen eBay-Käufen vergleiche, sehe ich da keinen großen Unterschied in Bezug auf nach dem Kauf festgestellte Mängel. Das ich bei eBay, nicht nur bei dem berühmten ,,Dachbodenfund", immer mit Überraschungen zu rechnen habe, daran besteht bei mir kein Zweifel. Was mich doch sehr verwundert hat, ist, dass man auch hier, selbst bei Angeboten von erfahrenen Mikroskop Anwendern, vor Überraschungen nicht immer sicher ist.

Glückauf, Peter Wilbert



purkinje

#4
Hallo Peter Wilbert,

vorausschicken will ich, dass ich diese "Erlebnisse" bei den wenigen  Forumskäufen von insgesamt 6 Objektiven von zwei Forumsmitgliedern NICHT bestätigen kann; diese Leitz-Objektive (Apo und FL) waren trotz Ihres Alters von ca 50 Jahren alle einwandfrei.
Es hängt also immer vom einzelnen ab  ;)
Hinzufügen möchte ich jedoch, dass diese von Dir abgebildete Verunreinigung ja nicht einmal eines Optovars zur Entdeckung bedürfen; bei einem 40er reicht eine Lupe oder generell die Betrachtung mittels Phaco-Hilfsmikroskops bzw Eistelllupe aus.

Ich verwende zum Vorreinigen den erwähnten "Augen"wattetupfer (s. auch unten) mit minimaler Menge Wundbenzin (Tupfer nur gering eintauchen und auf sauberem Tuch ausdrücken), dann zuerst nur tupfen um möglichst viel Verunreinigung aufzunehmen, mit zweitem Tupfer (genauso präpariert) weiter kreisend reinigen, evtl mehrmals so ... letzte(r) Tupfer trocken, zuvor angehauchte Linse. Ich vermeide soweit möglich Kontakt zur Objektivinnenwand und reinige diese bei Verdacht manchmal vorher, ohne Linsenberührung, da sich manchmal auch der innere Lack löst /abbröselt was die Reinigung erschwert (bei älteren Leitz-Obj schon oft beobachtet)
Alternativ (statt Benzin) habe ich auch gute Erfahrungen mit Ventro-Clean V2 von Osim-Optik gemacht, vorsicht jedoch auch hier bei Kontakt zu lackierten  Oberflächen, die dieser Reiniger schnell anlöst. Ich SPRÜHE generell nicht mehr, nachdem mir einmal der Reiniger dann unter die Linsen gekrochen war! Weniger ist mehr bei der Reinigungslösung, dafür viele Tupfer einplanen.

Die Tupfer gibt es fertig in der Apotheke als (Mund-)pflegebedarf auch unsteril, dann günstiger im 100er Pack, auch diese sind mit nicht fuselnder Watte, obwohl nicht fürs Auge  ;)

Klaus Herrmann

Hallo Peter,

aber bei einem Kauf von einem Forumsmitglied hier im Mikromarkt sollte das problemlos geregelt werden können- entweder lässt sich ohne Schwierigkeit putzen oder man wickelt wieder rückwärts ab. Mit ebay-Mätzchen sollte man sich hier nicht rumschlagen müssen!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

purkinje

Hallo Peter,
noch ein Nachtrag: ich halte das für (Haut?-)fett-Tröpfchen von einem vielleicht mit bloßen, nicht fettfreien Fingern berührtem Tupfer /Putztuch:
Ich habe mich gerade erinnert das auch schon einmal vor Jahren selbst "produziert" zu haben, hatte zuvor etwas geölt, dann noch schnell den Tupfer in den Fingern gedreht, da etwas Watte abstand und schön das Fett auf einer Linse verschmiert, es läuft dann später wieder zu Tröpfchen zusammen, sah sehr ähnlich aus.... >:(

Peter Reil

Hallo,

den Effekt mit den Tröpfchen habe ich bisher nur einmal an einem 40er Objektiv von Olympus gesehen. Leider waren die Tröpfchen unerreichbar im Inneren des Linsensystems. Keine Ahnung, wie sie da hin gekommen sind.
Trotzdem war die Abbildungsleistung des Objektivs kaum merklich schwächer. (Ausführliche Tests habe ich aber nicht gemacht.)

Freundliche Grüße
Peter R.
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Peter W.

Vielen Dank für eure Beiträge und Reinigungsanleitungen,
aber eine Lupen-Überprüfung des Objektivs hat leider ergeben, dass es zwar - wie auf dem ersten Foto eindeutig zu erkennen ist - die Linse ist, auf der der Phasenring liegt; aber diese Linse ist nicht die letzte Linse des Systems, sondern sie befindet sich irgendwo innerhalb des Objektivs. Das heißt konkret, eine Reinigung ist damit leider ausgeschlossen - Worst Case! Was ich nicht verstehe, dass dem Verkäufer das nicht aufgefallen ist; denn wenn man zur Phasenringlagenüberprüfung, ob mit OPTOVAR oder Hilfsmikroskop, die Phasenring-Linse betrachtet, ist der Defekt doch deutlich sichtbar - mir ist er jedenfalls sofort aufgefallen.
Glückauf, Peter Wilbert

Ferry

Hallo,

Währe es möglich das es sich um eine Fluorit Linse handelt? Ich habe hier ein Buch worin steht dass Fluorit Linse kleine Bläschen haben. Nur in altere Linse, denn später benützte man synthetisch Material. Ich habe selbst so ein Leitz Objektiv, wo die Bläschen deutlich anwesend aber sehr klein sein, tief im Inneren des Objektivs. Dass könnte auch bei Peter R. die Erklärung sein. Ich kann sie nur mit die Bertrand Linse sehen.

Herzliche Grüsse,

Ferry
www.arcella.nl
www.natuurfotografie.info