Olympus XC 10 Kamera - Alternativen zur Steuerungssoftware?

Begonnen von ethrilas, Dezember 07, 2012, 18:28:17 NACHMITTAGS

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ethrilas

Hallo,
ich versuche gerade eine Olympus XC 10 Kamera zum laufen zu bringen... Anschließen ist ja dank Firewire-Anschluss nicht besonders schwierig.
Bei Olympus gibt es auch entsprechende Steuerungs- und Bildauswertesoftware. Was ich allerdings nicht finden kann ist eine freeware Version. Leider hat auch meine google-Suche nicht wirklich Alternativen aufgezeigt.
Wenn ich mal die Olympus-Seite zitieren darf: "All functions of the XC10 camera can be completely controlled and operated via the OLYMPUS Stream image analysis software..."
Daher meine Frage/-n:
Hat jemand Erfahrung damit und lohnt sich evtl. daher wirklich ein Kauf der Software?
Gibt es ggf. auch freeware oder hat noch jemand eine gekaufte Version rumliegen, die er ggf. loswerden will oder abgeben würde?
Gibt es Alternativen um die Kamera auch ohne diese spezielle Software zu betreiben?

Hoffe auf Hilfe

Gruß
Steffen

P.S.: Vielleicht noch ein Hinweis zum geplanten Anwendungsspektrum: Histologie und evtl. Immunfluoreszenz.

ethrilas

Hallo safari,

naja das dürfte mein kleinstes Problem sein... Ich arbeite noch mit XP!  ;D

Gruß
Steffen

wilfried48

Hallo,

wieso sollte es free Software für so eine hochwertige spezielle Mikroskopkamera geben ?

Ich schätze mal, dass die peltiergekühlte CCD Kamera bei Olympus in der Gegend um 10 000.- Euro angesiedelt ist

und der Softwarepreis bei 2000.- bis 3000.- Euro für eine geschützte Arbeitsplatzlizenz liegt.

Wie bist du an dieses  Teil gekommen Firmen/ Institutsauflösung , ebay ? Vielleicht liegt die Originalsoftware ja dort noch irgendwo rum.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

ethrilas

Hallo Wilfried,
ich war fischen in der Bucht... 10000 Euro hab ich aber Gott sei Dank nicht bezahlt... Eher so 400.
Da konnte ich irgendwie nicht wiederstehen. Allerdings wäre es schade, wenn das jetzt an der Betriebssoftware scheitert...

Gruß
Steffen

wilfried48

Hallo,

und der Verkäufer in der Bucht hat nichts oder weiss wenigstens woher die Kamera stammt ?
Wenn du den originalen Käufer ausfindig machen kannst und die Seriennummer der Kamera hast, könntest
du ja mal bei Olympus in Hamburg höflich anfragen ob sie dir die Software erneuern (...original CD gebrochen...verschollen oder so). Vielleicht geht das was auf Kulanz,
denn die Software wurde ja schliesslich bei Olympus schon mal bezahlt und mit der reinen Software kann ohne Kamera ja keiner was anfangen

viel Glück
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

ethrilas

Hallo Wilfried,
das ist eine gute Idee... Werd ich mal versuchen. Vielleicht hab ich ja Glück.

Danke und Gruß
Steffen

ethrilas

Leider antwortet der ebay-Verkäufer nicht auf meinen Kontaktversuch... Ich schätze also mal, dass ich da wenig Erfolg haben werde. Ich habe inzwischen mal bei Olympus angefragt, mir ein Angebot zu machen, speziell für Fluoreszenzanwendungen und einfache Histo-Fotos. Lieber Wilfried, da hattest du mit deiner Preiseinschätzung fast eine Punktlandung... Soll ca. 2400 Euro kosten. Natürlich ist dann aber auch entsprechende Auswertesoftware mit dabei. Ich habe jetzt mal angefragt, ob es wenigstens die Möglichkeit einer Vorab-Testversion gibt, da ich das ganze wohl kaum ungetestet kaufen werde. Wenn das allerdings möglich ist und zu meiner Zufriedenheit ausfällt, schätze ich mal, dass ich das trotzdem irgendwie übers Institut anschaffen sollte. Weniger als 3000 Euro für diese fast neue Kamera mit Software-Packet ist immernoch verdammt günstig, zumal ich die übrige Fluoreszenzausrüstung inzwischen habe. Hatte unter anderem mal das Glück für nicht ganz 500 Euro eine ganze Reihe verschiedener Fluoreszenzfilter-Sätze für DAPI FITC TRITC und so weiter (hab damit inzwischen mehrere Schieber für mein Axioplan bestückt) zu ergattern, und insofern wäre die XC 10 eigentlich perfekt um meine kleine "Fluoreszenzplattform" zu vervollständigen...
Trotzdem, falls noch jemandem was einfällt, würde ich mich natürlich freuen.
Die angebotene Software heißt übrigens: cellSens STANDARD-V1.7

Beste Grüße
Steffen

Dieter Janßen-Braje

Guten Tag Steffen, die XC10 kostet aktuell neu 5.150,00 € plus MwSt. Die Kamera läuft unter Win XP, WIN7 32-Bit und 64-Bit. Es sollte die mitgelieferte DeLock FireWire PCI Card, 3+1 Port - FireWire-Adapter - PCI - 89179 verwendet werden. Die neueste cellSens ist die Version 1.71. Die Preise: CS Entry 740,00 €, CS 1.930,00 €, CS Standard Dimension 3.870,00 €, alle plus MwSt. Es sollte eine kostenlose GetIt Software dafür geben: "analySIS® getIT, analySIS Hauptlizenz, zur Darstellung des Livebildes und zur Aufnahme, zum Speichern, Laden und Ausdrucken des Bildes. Die Twain Treiber unterstützen alle OSIS FireWire Kameras in allen Auflösungen". Bitte noch mal deinen OLYMPUS Fachberater um Rat. Falls du deinen Fachberater im PLZ Gebiet nicht kennst, ich habe eine Liste.
MfG Dieter Janßen-Braje

ethrilas

Hallo Dieter,
danke für deine kompetente Auskunft. Ich bin nun um einiges schlauer, was die Kamera betrifft... Hab dir auch noch eine private Mail geschrieben.

Beste Grüße
Steffen

ethrilas

Hallo liebe Mikroskopiker,
insbesondere vielen Dank an Dieter. Ich habe inzwischen die kostenlose GetIT Software von Olympus bekommen und möchte euch hier mal ein paar schnell aufgenommene Bilder präsentieren. Jeweils aufgenommen am Axioskop 50 mit einem Planapochromat 10x bzw. 20x. Zunächst mal nur normale Durchlichpräparate. Fluoreszenzaufnahmen liefer ich vielleicht bei Gelegenheit mal nach.

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Ich bin eigentlich bis jetzt recht zufrieden mit Kamera und Bedienbarkeit.

Gruß
Steffen

Heino Lauer

Hallo Steffen,

meinen Glückwunsch zu der Kamera. Ich würde mich freuen, wenn Du noch einige Worte zu den gezeigten Präparaten sagen würdest.

Viele Grüße

Heino

ethrilas

#11
Hallo Heino,
habe ich mir zunächst verkniffen, weil das wirklich einfach ein paar Bilder gerade vor Augen/ unter dem Mikroskop gehabter Präparate sind. Aber trotzdem:
Bild 1 und 2 zeigt eine Lymphangiose (im Tubenwinkel eines Uterus) eines primär peritonealen serösen Adenokarzinoms, heißt für die nicht medizinisch bzw. pathologisch bewanderten Leser, hier sind Tumorzellen in Lymphgefäße eingebrochen und breiten sich über diese weiter aus (die großen Zellen mit den prominenten Nukleolen sind die Tumorzellen und liegen hier im Lumen eines Lymphgefäßes, erkennt man gut an dem Lumen und den auskleidenden Zellen des Lymphgefäßes). In so einem Fall besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für Lymphknotenmetastasen, wie sie in diesem Fall auch nachgewiesen werden konnten.
Bild 3 zeigt eine akute humorale, heißt Antikörper-vermittelte und zudem zelluläre T-Zell-vermittelte Abstoßungsreaktion einer Transplantatniere. Man erkennt hier zum einen im relativ zentral gelegenen Glomerulusanschnitt zum einen etwas vermehrt Entzündungszellen sowie eine mesangiale Matrixvermehrung mit angedeutet doppelt konturierten glomerulären Basalmembranen (zuviel PAS-positives Material; Färbung ist PAS), als auch  in den umgebenden Tubuli (Harnausscheidungskanälen) immer wieder Entzündungszellen und ein umgebendes Entzündungsinfiltrat, welches überwiegend aus Lymphozyten und Plasmazellen besteht, man spricht in so einem Fall von einer Tubulitis. Alles zusammen inklusive zusätzlicher hier nicht dargestellter Befunde (Immunhistochemie mit Antikörpern gegen C4d) führte hier zur oben genannten Diagnose, also einer schweren sowohl interstitiell-zellulären, als auch humoralen Transplantat(nieren)abstoßungsreaktion.
Im 4. Bild ist eine immunhistochemische Reaktion mit Antikörpern gegen SV40 dargestellt. Auch hier handelt es sich um einen Schnitt einer Transplantatnierenbiopsie. Die SV40-positiven Tubulusepithelkerne sind hier ein eindeutiger Indikator für eine Infektion/ Reaktivierung von Polyomaviren in der transplantierten Niere. In so einem Fall muss die Therapiedosis eher reduziert werden...

Ich hoffe ich hab jetzt im Stress (keine Zeit!) nicht zu viele Rechtschreibfehler fabriziert und das war halbwegs verständlich.

Beste Grüße
Steffen


Heino Lauer

Hallo Steffen,

vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, die Präparate (im übrigen sehr gut verständlich) zu beschreiben.
Das ist mir sehr wertvoll! Es ist eine schöne Gelegenheit, den eigenen, amateurhaften Blick etwas zu schulen und dazuzulernen.
Wünschte mir, es gäbe mehr davon...

Viele Grüße

Heino