Phasenkontrast mit etwas mehr Auflösung

Begonnen von Nomarski, Februar 25, 2013, 19:14:03 NACHMITTAGS

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Nomarski

Hallo Forum,

der Phasenkontrast wird beim Durchmustern von Diatomeenpräparaten zwar üblicherweise kaum eingesetzt, aber er kann zur Auffindung von Diatomeen, dessen Brechungsindex sich von dem des Einschlußmediums kaum unterscheidet, sehr hilfreich sein.


Als Beispiel dient mal wieder die Pleurosigma, aufgenommen mit einem F-Achromaten 40/0,65 PH2 im Phasenkontrast. Das Objektiv hätte zwar die nötige Apertur, um die Struktur aufzulösen, dieses wird jedoch leider durch die Phasenblende verhindert, welche die Beleuchtungsapertur auf etwa 0,44 herabsetzt.

Um nun die Apertur des Objektives etwas mehr auszunutzen, wird eine modifizierte Phasenblende verwendet, welche zusätzlich wie eine Zentralblende wirkt, indem sie die Lichtstrahlen im Randbereich der Kondensorpupille passieren lässt. Man hat dadurch einen Phasenkontrast kombiniert mit Ringförmiger Beleuchtung. Mit einem Polarisator und Analysator im Strahlengang läßt sich dieser periphere Bereich auch wieder kontinuierlich abdunkeln in Richtung reinen Phasenkontast. Mit der entsprechenden Einstellung wird es möglich einen Phasenkontast mit etwas mehr Auflösung zu erzielen, der in diesem Fall die Struktur der Pleurosigma besser erkennen läßt.



Viele Grüße
Bernd

Gunther Chmela

Lieber Bernd,

wie sieht diese modifizierte Phasenblende aus? Ist das eine zum Objektiv passende Phasenblende, bei der der äußere Rand lichtdurchlässig ist? Das würde heißen, man müßte sich entweder selbst so eine Blende basteln, oder aber bei einer vorhandenen die Schwärzung außen ringförmig entfernen. Hab ich das richtig verstanden?

Beste Grüße
Gunther

Nomarski

Lieber Gunther,

du hast das richtig verstanden. Man sollte natürlich nicht die Schwärzung bei einer intakten Phasenblende entfernen, sondern sich lieber eine selber basteln. Diverse Möglichkeiten wurden hier schon behandelt. Es gibt sogar jemanden, der sie maßhaltig spritzen und zirkeln kann. Genau so eine Blende ist hier im Einsatz gewesen.

Viele Grüße
Bernd

Gunther Chmela

Lieber Bernd,

der Effekt ist jedenfalls enorm!

Nebenbei: Natürlich verwendet man den (normalen) Phasenkontrast im allgemeinen nicht, um bei Diatomeenschalen Feinstrukturuntersuchungen zu machen. Das bringt nichts. Ich verwende ihn aber trotzdem oft bei relativ niedrigen Vergrößerungen (mit dem 16er Objektiv). Dort hat man einen fast dunkelfeldähnlichen Kontrast, der erstens schön ausschaut und zweitens das Auffinden bestimmter Objekte erleichtet.

Grüße
Gunther

Nomarski

Lieber Gunther,

ZitatIch verwende ihn aber trotzdem oft bei relativ niedrigen Vergrößerungen (mit dem 16er Objektiv). Dort hat man einen fast dunkelfeldähnlichen Kontrast, der erstens schön ausschaut und zweitens das Auffinden bestimmter Objekte erleichtet.
ich nehme an, du nimmst dazu den Phasenkondensor, dessen PH3-Blende auch nur ein Dunkelfeld bis zum 16er Objektiv ausreicht. Aber auch das Dunkelfeld läßt sich dort für das 40er Objektiv erweitern, ohne gleich mit dem Kardeoiden immergieren zu müssen:



Viele Grüße
Bernd

Gunther Chmela

Zitat von: Nomarski in Februar 25, 2013, 23:27:23 NACHMITTAGS
ich nehme an, du nimmst dazu den Phasenkondensor, dessen PH3-Blende auch nur ein Dunkelfeld bis zum 16er Objektiv ausreicht.
Nein, ich meinte richtigen Phasenkontrast mit der passenden Blende (PH2)

ZitatAber auch das Dunkelfeld läßt sich dort für das 40er Objektiv erweitern, ohne gleich mit dem Kardeoiden immergieren zu müssen
Das weiß ich! Allerdings hab ich dafür eine extra Blende eingebaut.

LG Gunther