Herstellung einer Legeborste

Begonnen von hajowemo, Februar 27, 2013, 20:29:51 NACHMITTAGS

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hajowemo

Hallo Forum,

ich habe den Versuch gestartet eine Legeborste für Diatomeen selber herzustellen.
Einmal habe ich ein Haar eines Marder-Haar-Pinsels und einmal eine Igelborste
benutzt. Die mir zur Verfügung stehende Igelborste war so steif das die berührten
Diatomeen zerbrachen. Mit dem Marderhaar ist mir ein Transport von Diatomeen
gelungen. Ich musste aber feststellen, dass das Haar nicht zu lang sein darf, da es
sonst zu stark federt.
Als Grundlage der Herstellung diente mir ein Beitrag von H.Göke.
In der pdf-Datei habe ich die Herstellung meiner Legeborste beschrieben:



Im Forum habe ich keine Anregung zur Erstellung einer Legeborste gefunden.
Deshalb möchte ich die Frage stellen, welche Möglichkeiten kennt ihr eine Legeborste
herzustellen?
Ferne wäre es interessant ob und wo man in Deutschland eine Legeborste kaufen kann?

Liebe Grüße
Jochen
Vorstellung
Homepage www.mikroskopie-hobby.de
Gerne per "Du"
Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Herbert Dietrich

Hallo Jochen,

so perfekt hergestellte Legeborsten wirst Du nicht zu kaufen bekommen.
Genau so stelle ich meine Legeborsten für Radiolarien her, nur nehme ich da eines meiner
noch verbliebenen Haupthaare anstelle der Marderhaare.
Der Kleber kommt bei mir zuerst in die Kanüle, dann erst das Haar. So kommt garantiert kein
Klebstoff an die Haarspitze.

Interessant wäre nun noch zu wissen, welchen Klebegrund Du für Deine Legearbeiten verwendest.

Viele Grüße

Herbert

hajowemo

Lieber Herbert,

ich bin mit dem Geliermittel AGA-AGA aus dem chinesischem Lebensmittelladen
am experimentieren.

Liebe Grüße
Jochen
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Klaus Henkel

Zitat von: hajowemo in Februar 27, 2013, 20:29:51 NACHMITTAGS
Die mir zur Verfügung stehende Igelborste war so steif das die berührten Diatomeen zerbrachen.

Die Igel-Borsten vom Bauch sind doch weder hart noch steif. Damit zerbricht nichts. Wer weiß, was das für eine Borste war. Vielleicht hat sie viele Monate auf dem warmen Ofen gelegen?

Gruß KH

hajowemo

Lieber Herr Henkel,

die Igelborsten müssen schon einige Jahre alt sein, ich habe sie
geschenkt bekommen und habe die genannte Erfahrung gemacht.

Liebe Grüße
Jochen
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Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Werner

... Ich habe mal irgendwo gelesen und geistig registriert, das Schweine-Wimpern sehr gut geeignet seien.
Sollte es beim Metzger geben, wenn der noch selbst schlachtet.
Vielleicht gehts auch mit eigenen - oder der der Frau vor dem Schminken?

Gruß   -   Werner

felix

Hallo Jochen,

das ist ja schön, daß diese alte Kunst neue Adepten findet.  Ich selbst lege nicht mehr -- leider keine Zeit. Aber ich habe noch die Instrumente aus meiner "aktiven Zeit" und erinnere mich gut an deren Anfertigung und mein Erfahrungen damit.  Als Borste scheint mir Marderhaar aus Pinseln deutlich zu fein zu sein. Ich selbst habe die Augenbrauenwimpern von Wildschweinen genommen.  (Von den Jagtrophäen meines Schwiegervaters  ;))  Die laufen schön spitz zu und haben die richtige Elastizität.  Trotzdem muß man sie auf einem feinen Schleifstein noch etwas zurichten.  In die Kanüle wurden sie mit Malinol geklebt.  Der Klebstoff ist nicht ganz unwichtig, da man die Borste gelegentlich in Alkohol spülen will um sie von der alkohollöslichen Klebgrundierung des Deckglases (Debes-Kleber oder Schellack) zu befreien.  Der Klebstoff mit dem das Haar angeheftet wird, sollte also alkoholfest sein.  Das Haar sollte etwa 3 mm aus der Kanüle ragen und dabei einerseits elastisch genug sein, daß es sich im Kontakt mit den Schalen letztlich letzteren beugt, andererseits diese auch sicher zu bewegen vermag.  Ich denke da kommt so manches in Frage: vielleicht Dachshaar, vielleicht auch das eigene.  Noch ein Tipp: Manchmal haften die Schalen nicht gut an der Borste.  Dann genügt es, die Borste einmal ganz leicht über Bienenwachs zu ziehen.  Auch das wird dann ein Grund sein, die Borste später in Alkohol kurz zu reinigen.  (Alkohol?  Jetzt weiß ich nicht mehr, ob ich zum Reinigen Alkohol oder Benzin verwendet habe. Ausprobieren!)

Viel Erfolg! -- felix
"Du" angenehm.

Gerald

Hallo Jochen,

ich bin ähnlich vorgegangen, habe allerdings als Schaft und Aufnahme des Marderhaares eine fein ausgezogene Glaspipette verwendet. Da ich realtiv große Radiolarien versucht habe zu legen, war das Marderhaar nicht zu steif.

@ Felix
Ich bin bei meinen damaligen Recherchen über Klebegrund auf Deinen Beitrag gestoßen http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=418.0 . Ich habe auch mit Erfolg Schellack als Klebegrund verwendet. Doch habe ich Probleme beim Positionieren der Radiolarien auf den ersteinmal harten, nicht haftenden Schellackfilm. Göke schreibt von einem Ölfilm als Zwischenhaftschicht, welcher dann beim Erhitzen des Haftgrundes abdampft. Diesen Ölfilm möchte ich aber auf Grund von eventuellen Rückständen nicht verwenden. Wie bist Du vorgegangen - welche Erfahrungen konntest Du sammeln?

Viele Grüße

Gerald

felix

Zitat von: Gerald in Februar 28, 2013, 07:52:05 VORMITTAG
... Probleme beim Positionieren der Radiolarien auf den ersteinmal harten, nicht haftenden Schellackfilm. Göke schreibt von einem Ölfilm als Zwischenhaftschicht, welcher dann beim Erhitzen des Haftgrundes abdampft. Diesen Ölfilm möchte ich aber auf Grund von eventuellen Rückständen nicht verwenden. Wie bist Du vorgegangen - welche Erfahrungen konntest Du sammeln?

Ja, doch, Öl ist gut.  Das hochgerühmte Nasenfett: Einmal mit dem kleinen Finger kurz an die Nasenspitze tippen, leicht an etwas Papier abtupfen und dann in einer Wischbewegung über das Deckglas fahren.  Die Objekte sollten jetzt auf dieser Schicht haften, ohne daß gleich ganze Öltropfen unter dem Stemi sichtbar sind.

Mit den Rückständen ist das so eine Sache.  Das Nasenfett ist vergleichsweise harmlos. Der Kleber ist der übelste "Rückstand".  Gelegte Präparate sind schön anzusehen.  Aber für kritische Beobachtungen (d.h. für taxonomische Untersuchungen bei maximaler Auflösung) sind sie ganz selten geeignet.  Denn an der Kontaktstelle zwischen Schale und Deckglas bilden sich zu oft optische Artefakte durch den Kleber.  M.E. unterscheidet zeigt sich die Quallität von Legepräparaten vor allem darin, ob und wie dieses Problem gelöst wird. Bei den allermeisten Legepräparaten ist das Problem nicht so gut gelöst, daß für kritische Beobachtungen ein Streupräparat nicht vorzuziehen wäre.  Auch für die Photographie emfehle ich eher Streupräparate -- es sei denn, man möchte ein "Gelege" dokumentieren.

Gruß! -- felix
"Du" angenehm.

Rawfoto

Guten Abend

Spannender Beitrag, dank Eurer Hinweise und meiner negativen Arfahrungen der Vergangenheit - die Laenge des Haars duerfte der kritische Erfolgsfaktor sein. Einen sicheren Halt konnte ich mit Superkleber erzielen (Loctite). Man hat genuegend Zeit das Haar auszurichten ...

Danke fuer den Beitrag und liebe Gruesse

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...