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Ethanol rein halten

Begonnen von Christian L., März 12, 2013, 14:58:21 NACHMITTAGS

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Christian L.

Guten Tag Allerseits

Wie einschlägig bekannt ist, kann 96%iges Ethanol nur schwer rein gehalten werden da es sehr hygroskopisch ist.
Im Labor haben wir gestern bei einem Versuch das Wasser nach einer Extraktion, mit pulverisiertem Silicagel entfernt. Es wurde so lange Pulver zugegeben bis das Gel unter der Flüssigkeit pulverförmig blieb und nicht mehr verklumpte. Danach wurde es abfiltriert. Wäre es nun möglich bzw. sinnvoll etwas von diesem Silicagel in das Vorratsgefäss mit Ethanol zu geben um das Wasser welches vom Ethanol angezogen wird gleich wieder zu binden? Könnte es dabei zu unerwünschten Reaktionen kommen?
Ähnliches würde auch für Isopropanol gelten, das muss ja für gewisse Stufen höchst wasserfrei sein.

Herzliche Grüsse
Christian

Klaus Herrmann

Hallo Christian,

das Trockenmittel kann im Überschuß als Bodensatz verbleiben, da passiert nichts. Du kannst auch entwässertes Cu-Sulfat verwenden, das ist ein weißes Pulver, das bei Wasseraufnahme die schön blaue Farbe des Pentahydrats annimmt, das ist dann wie ein Indikator.
Man muss hat nur damit rechnen, dass Partikel beim Abgießen mit kommen. Molekularsieb ist gekörnt und hat fast keinen Abrieb, das ist günstiger.

Aber warum nimmst du nicht Isopropanol für die letzte Entwässerungsstufe, das ist 100%ig und nicht hygroskopisch.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Christian L.

Hallo Klaus

Danke für die Erklärung und den Tipp mit dem Isopropanol.
Was mich noch interessieren würde, wie schnell geht die Verwässerung von Ethanol in etwa? Wenn ich 96%igen habe, geht es da sehr schnell bis es bei verschlossenem Behälter und gelegentlicher Öffnung relevant verdünnt ist? So von 96 auf 95/94 ist ja eher vernachlässigbar. Anders ausgedrückt, ist die Verdünnung von Ethanol durch Hygroskopie überhaupt relevant für die Anwendung (Fixierung etc.) wenn man eh Isopropanol für die letzte Stufe nimmt?


Eckhard

#3
Hallo Christian,

für botanische Schnitte ist es nicht wichtig. Hauptsache, Dein Isopropanol ist möglichst wasserfrei. Ansonsten "bluten" die Schnitte nach dem Eindecken aus. Rot gefärbte Kutukulas werden dann gelblich :(

Beim Präparieren für REM/TEM ist es etwas anders. Dort muss mit richtig trockenem Ethanol gearbeitet werden. Jeder Wasserrest kann das Präparat zerstören. Dort arbeitet man mit Ethanolflaschen, in denen eine Lage Zeolith als Molekularsieb ist am Boden ist.

Herzliche Grüsse
Eckhard
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

Christian L.

Hallo Eckhard

Dann werd ich nur Massnahmen ergreifen um den Isopropanol wasserfrei zu halten.
Ein REM habe ich leider nicht im Keller  :)

Wo wir gerade bei Alkohol sind, warum wird eigentlich nach dem Schneiden bzw. Entparaffinieren eine absteigende Alkoholreihe durchgeführt? Ich habe immer wieder das Ärgerniss das Schnitte während dieser Alkoholreihe vom Objektträger abschwimmen.

MfG

treinisch

Hallo,

Zitat von: Christian L. in März 12, 2013, 14:58:21 NACHMITTAGS
Wäre es nun möglich bzw. sinnvoll etwas von diesem Silicagel in das Vorratsgefäss mit Ethanol zu geben um das Wasser welches vom Ethanol angezogen wird gleich wieder zu binden? Könnte es dabei zu unerwünschten Reaktionen kommen?

selbstverständlich kommt es zu einer unerwünschten Reaktion, wenn Du durch Zusatz von Trockenmitteln wie Silicagel versuchst 96%iges Ethanol vor eindringendem Wasser zu schützen.

Viele Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Eckhard

Hallo Christian,

wie Klaus schon gesagt hat, Isopropanol ist nicht so stark hygroskopisch wie Ethanol. Ich treffe keine zusätzlichen Massnahmen, um Isopropanol trocken zu halten.


Dieser Schnitt ist fast 4 Jahre alt und das Rot sieht heute noch genauso leuchtend aus.

ZitatWo wir gerade bei Alkohol sind, warum wird eigentlich nach dem Schneiden bzw. Entparaffinieren eine absteigende Alkoholreihe durchgeführt? Ich habe immer wieder das Ärgerniss das Schnitte während dieser Alkoholreihe vom Objektträger abschwimmen.

Durch die auftretenden osmotischen Kräfte können Zellen reissen. Um diese Kräfte klein zu halten, werden Alkoholreihen benutzt.

Herzliche Grüsse
Eckhard
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Klaus Herrmann

Hallo Timm,

Zitatselbstverständlich kommt es zu einer unerwünschten Reaktion

und welche wäre das im Falle von Molekularsieb?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

gast

Zitat von: Klaus Herrmann in März 12, 2013, 16:45:59 NACHMITTAGS
Hallo Timm,

Zitatselbstverständlich kommt es zu einer unerwünschten Reaktion

und welche wäre das im Falle von Molekularsieb?

Es wird warm, wenn zu viel H2o im C2H5OH drinne ist..... ;-) ?

lg
bernd

treinisch

Hallo Klaus,

Zitat von: Klaus Herrmann in März 12, 2013, 16:45:59 NACHMITTAGS
Hallo Timm,

Zitatselbstverständlich kommt es zu einer unerwünschten Reaktion

und welche wäre das im Falle von Molekularsieb?

Naja, es ist dann hält nicht mehr 96%ig!

Viele Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Holger Adelmann

Ich verwende seit vielen Jahren erfolgreich die von Klaus Hermann hier angegebene Methode.
Man trocknet das blaue Kupfersulfat im Backofen bei 160 Grad bis die durch das gebundene Kristallwasser erzeugte blaue Farbe verschwunden ist. Nach kurzem Abkühlen gibt man es möglichst bald in das Ethanol.
Wenn der Kupfersulfat Bodensatz irgendwann wieder blau wird, weiss man, dass man das Prozedere wiederholen muss. Somit hat man immer einen schönen Indikator.

Getrocknetes Calcium-Chlorid (ein anderes übliches Mittel zur Wasseraufnahme) ist hier nicht geeignet, da es sich in geringem Maße in Ethanol löst.

Herzliche Grüsse
Holger


Christian L.

Hallo Zusammen

@BEKLO: Danke für den Hinweis, 96%ieges Ethanol anzuheizen lass ich lieber.

@Eckhard: Schöner Schnitt!  Danke für Zeigen, dann muss ich mir keine Sorgen mehr machen dass  mein ISO zu verwässert sein könnte.

@Holger: Die Methode mit Kupfersulfat erscheint mir nach deiner Erklärung besser geeignet als Silicagel. Ich besorg mir mal ein bischen davon und starte einen Versuch.


Herzliche Grüsse
Christian